Oppenheim

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt Oppenheim. Für andere Bedeutungen siehe Oppenheim (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Oppenheim
Oppenheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oppenheim hervorgehoben
49.8488888888898.356111111111187Koordinaten: 49° 51′ N, 8° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Rhein-Selz
Höhe: 87 m ü. NHN
Fläche: 7,09 km²
Einwohner: 7132 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1006 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55276
Vorwahl: 06133
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 049
Adresse der Verbandsverwaltung: Sant’Ambrogio-Ring 33
55276 Oppenheim
Webpräsenz: www.stadt-oppenheim.de
Stadtbürgermeister: Marcus Held (SPD)
Lage der Stadt Oppenheim im Landkreis Mainz-Bingen
Breitscheid (Hunsrück) Bacharach Manubach Oberdiebach Oberheimbach Niederheimbach Weiler bei Bingen Trechtingshausen Waldalgesheim Münster-Sarmsheim Bingen am Rhein Ingelheim am Rhein Budenheim Heidesheim am Rhein Wackernheim Grolsheim Gensingen Horrweiler Aspisheim Welgesheim Zotzenheim Badenheim Sprendlingen Sankt Johann (Rheinhessen) Wolfsheim (Gemeinde) Ockenheim Gau-Algesheim Appenheim Nieder-Hilbersheim Bubenheim (Rheinhessen) Ober-Hilbersheim Engelstadt Schwabenheim an der Selz Jugenheim in Rheinhessen Stadecken-Elsheim Essenheim Ober-Olm Klein-Winternheim Nieder-Olm Sörgenloch Zornheim Bodenheim Gau-Bischofsheim Harxheim Nackenheim Lörzweiler Mommenheim (Rheinhessen) Hahnheim Selzen Nierstein Oppenheim Dienheim Dexheim Dalheim (Rheinhessen) Köngernheim Friesenheim (Rheinhessen) Undenheim Uelversheim Uelversheim Ludwigshöhe Guntersblum Weinolsheim Dolgesheim Eimsheim Hillesheim (Rheinhessen) Wintersheim Dorn-Dürkheim Rhein-Lahn-Kreis Hessen Mainz Rhein-Hunsrück-Kreis Landkreis Bad Kreuznach Donnersbergkreis Landkreis Alzey-WormsKarte
Über dieses Bild

Oppenheim ist eine Stadt am Oberrhein, die im Landkreis Mainz-Bingen, Rheinland-Pfalz, liegt. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Rhein-Selz, der sie auch angehört. Oppenheim ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Bekannt ist Oppenheim als Stadt des Weines, Sitz des Deutschen Weinbaumuseums und im Besonderen durch die Weine der Großlage Oppenheimer Krötenbrunnen.

Geographie[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 545 Millimeter und liegt damit im unteren Zehntel der in Deutschland erfassten Werte; nur an 10 Prozent der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni.

Geschichte[Bearbeiten]

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Bei Bauarbeiten in den 1950er Jahren auf dem Gelände der 1837 abgerissenen Sebastianskirche stieß man auf Mauerreste, Ziegelsteine als Bodenbelag, ein Wasserbecken und einen gemauerten Kanal. Diese Funde weisen darauf hin, dass an dieser Stelle römische Bauten gestanden haben. In den Nachbarorten Dienheim und Nierstein wurden lediglich Grabstellen entdeckt, die nach römischer Sitte nur außerhalb von Siedlungen angelegt wurden. Landeskonservator Gerd Rupprecht lokalisiert an dieser Stelle das Römische Militärlager Buconica.[3]

Im Jahre 765 fand das fränkische Dorf seine erste urkundliche Erwähnung im Lorscher Codex in Zusammenhang mit einer Schenkung durch Karl den Großen an das Kloster Lorsch, an das 774 schließlich weitere Teile Oppenheims gingen. 1008 erhielt Oppenheim Marktrechte. Im Oktober 1076 erlangte Oppenheim besondere Bedeutung im Investiturstreit. Auf dem Reichstag von Tribur und Oppenheim forderten die Fürsten König Heinrich IV. auf, sich vom päpstlichen Bann zu lösen. Dies war der Auslöser für den Gang nach Canossa. Nachdem Oppenheim 1147 an das Reich zurückgegeben wurde, wird es zur Zeit des Stauferkaisers Friedrich II. 1225 Freie Reichsstadt. Die Stadt ist zu dieser Zeit wegen ihrer Reichsburg und den dort ansässigen Burgmannen bedeutsam.

Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt an Kurmainz verpfändet, ab 1398 gehörte sie zum Territorium der Kurpfalz. Am 14. September 1620 wurde Oppenheim durch spanische Truppen im Böhmisch-Pfälzischen Krieg erobert. Im Dezember 1631 überquerte König Gustav II. Adolf (Schweden) mit seinem Heer bei Oppenheim den Rhein und eroberte die Stadt. An diesen Rheinübergang erinnert die Schwedensäule bei dem rechtsrheinischen Erfelden im heutigen Hessen.

Oppenheim wurde dann 1688 durch französische Truppen im Zuge des Pfälzer Erbfolgekriegs (1688–1697) erobert. Am 31. Mai 1689 zerstörten die französischen Truppen unter General Ezéchiel de Mélac die Burg Landskrone und die Stadt. Bis 1797 blieb Oppenheim kurpfälzischer Besitz. Nach der Zugehörigkeit zu Frankreich kam Oppenheim 1816 zum Großherzogtum Hessen. Es blieb bis 1945 hessisch.[4]

Am 22. März 1945 gelang es amerikanischen Truppen, bei Oppenheim einen Übergang über den Rhein herzustellen und zu halten.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Oppenheim, die Daten von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 2.098
1835 3.064
1871 3.085
1905 3.674
1939 4.086
1950 4.991
Jahr Einwohner
1961 5.462
1970 5.284
1987 5.289
1997 6.398
2005 6.855
2012 7.132

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Oppenheim besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[6][7]

Wahl SPD CDU FDP AL Gesamt
2014 12 5 5 22 Sitze
2009 10 5 1 6 22 Sitze
2004 11 6 1 4 22 Sitze
  • AL = Alternative Liste e.V.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weinpatenschaft[Bearbeiten]

In Oppenheim erhielt die Weinwerbung durch den Bürgermeister Dr. Heinz Scheller nach dessen Amtsantritt 1935 kräftige Impulse: Als Weinpatenstadt für Oppenheim kam für ihn nur die Reichshauptstadt Berlin in Betracht. Die Städte Ansbach und Osnabrück folgten. Zur Wiederbelebung dieser Weinpatenschaft und zum Dank für Verdienste um die Stadt Oppenheim wurde der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit am 11. März 2006 durch Stadtbürgermeister Marcus Held zum Weinritter geschlagen. Aktiven Ausdruck findet die Weinpatenschaft unter anderem durch die Teilnahme der Stadt Oppenheim an den Hoffesten des Senats von Berlin seit dem Jahr 2007 bis heute mit jeweils einem Weinstand. Auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Klaus Wowereit nahm eine Bürgerdelegation unter Stadtbürgermeister Marcus Held an den Feierlichkeiten der deutschen Botschaft in Paris zum Tag der Deutschen Einheit und zum Jubiläum der Städtepartnerschaft Berlin-Paris teil.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Oppenheimer Beinhaus
Rathaus von Oppenheim
Marktplatz mit Rathaus
Uhrturm

Sehenswert sind die Katharinenkirche mit ihren Glasgemälden und den beiden Schaufenstern, der Oppenheimer Rose und der Oppenheimer Lilie – der herausragendste gotische Sakralbau am Rhein zwischen Köln und Straßburg – mit bis heute belegtem Beinhaus. Ebenso sind die Ruine Landskron (schöner Blick in die Rheinebene, auch die anderen Oppenheimer Sakralbauten, Festspiele und andere kulturelle Veranstaltungen), die Altstadt mit Marktplatz, Rathaus von 1621 (davor eine Säule aus dem Saal der Burg Landskron, die angeblich aus der Ingelheimer Kaiserpfalz stammt) und ehemaliger Stadtbefestigung (Gautor, Ruprechtsturm, Rheintorpforte, Uhrturm, Stadtmauerreste) sowie das (Deutsches Weinbaumuseum und das Stadtmuseum) zu nennen.

Außergewöhnlich ist das Oppenheimer Kellerlabyrinth unter der Altstadt.

Burgruine Landskron Theater

Auf wechselnden Höhenlagen verbinden unterirdische Gänge, Treppen und Räume die Häuser und Anlagen miteinander. Im Altstadtkern, rund um das Rathaus, sind insgesamt ca. 650 Meter Kellergänge touristisch erschlossen und weitgehend historisch erhalten. Der genaue Umfang der unterirdischen Gänge ist trotz umfangreicher Untersuchungen im Auftrag der Stadt noch immer nicht endgültig bekannt, beträgt aber mindestens 40 km (Die begehbaren Teile rund um das Rathaus machen demnach nur 1 bis 2 Prozent des Gesamtvolumens an historischen Kelleranlagen aus, geben aber einen imposanten Eindruck). Führungen durch dieses einmalige Kellerlabyrinth, sowie Kirchenführungen, Führungen im Deutschen Weinbaumuseum, Stadtführungen und Nachtwächterführungen bietet das Tourist- und Festspielbüro der Stadt ganzjährig an.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Oppenheim, Oppenheimer Sakralbauten

Theater[Bearbeiten]

Zwischen August und Oktober finden jährlich die Oppenheimer Theaterfestspiele im Kulturkeller der Stadt und auf der Burgruine Landskron statt. Seit dem Jahre 2009 werden die Festspiele der Stadt Oppenheim durch Jugendtheateraufführungen unter anderem des Oppenheimer Gymnasiums und einem Schlagerfestival erweitert.[8] Der kulturelle Schwerpunkt der Theaterfestspiele der Stadt liegt bei Shakespeareaufführungen in der Burgruine Landskron. Dazu kommen Kinder- und Jugendtheateraufführungen sowie Kabarett und Jazz im Kulturkeller. Die Stadt wird in ihrem kulturellem Engagement durch das Land Rheinland-Pfalz, zahlreiche Sponsoren und den Förderverein der Festspiele e.V., der sich aus kulturell interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt zusammensetzt, maßgeblich unterstützt.

Museen[Bearbeiten]

Neben der Katharinenkirche, dem Stadtmuseum und dem Untergrund der Stadt gilt der Besuch des Deutschen Weinbaumuseums als besonderes lohnend. Es zeigt Wissenswertes rund um den Wein und Raritäten wie die älteste Kelter der Region von der Geistermühle aus Flonheim.

Musik[Bearbeiten]

Im Kultursommer finden regelmäßig Konzerte auf dem historischen Marktplatz der Stadt vor dem Rathaus statt. Durch die engagierte Arbeit des Kantorenehepaares Bibiella in der Katharinenkirche ist auch die neue Orgel zu einem musikalischen Anziehungspunkt geworden, die regelmäßig von hochklassigen Musikern mit internationalem Ruf bespielt wird. Erwähnenswert ist auch der Oppenheimer Posaunenchor.

Sport[Bearbeiten]

In Oppenheim betätigen sich mehrere Sportvereine, unter anderem der TC Rot-Weiß Oppenheim (Tennis), der TC Landskrone Oppenheim (Tennis), der FSV Oppenheim (Fußball), der mitgliedsstärkste TV Oppenheim 1846 (überregional erfolgreich im Turnen, Schwimmen, Radsport und vor allem im Basketball) und der Schachclub Landskrone.

Bauwerke[Bearbeiten]

Landschreibereigebäude
Die Krämerstraße am Oppenheimer Marktplatz
Landschreibereigebäude und Casino

An der Stelle des denkmalgeschützten stattlichen Barockgebäudes Ecke Wormserstraße/Landschreibergasse mit seinen großen überdachten Fenstern und dem Mansarddach stand im Mittelalter das Bürgerhaus „zum Krebs“ mit der Ratstrinkstube dahinter.

Zwei Jahrzehnte nach der Stadtzerstörung von 1689 errichtete der kurpfälzische Landschreiber Johann Williges Landvogt von 1709 bis 1711 auf den Ruinen der beiden Häuser das heutige Gebäude. Das Doppelwappen an der Frontseite oben weist auf die Familien des Erbauers und seiner Ehefrau hin: links Landvogt, rechts Gambs. Eine entsprechende Bauinschrift ist heute durch einen Anbau aus den 1940er Jahren überdeckt.

Von 1740 bis 1821 war hier die Löwenapotheke untergebracht, die Friedrich Koch in die Krämerstraße 2 verlegte. Aus dieser Zeit stammt auch die Hausbezeichnung „zur roten Lilie“, deren Zeichen über der Heiligenfigur an der Ecke zu sehen ist.

1888 / 1889 erwarb die Casino-Gesellschaft das Haus und baute es für ihre Zwecke um. 1899 riss man dann die dahinterliegende baufällige Scheuer ab und errichtete den Saalanbau. Die Gesellschaft betrieb die Gastwirtschaft, richtete auch einen Weinvertrieb ein und veranstaltete hier ihre Treffen und Feste. Über Jahrzehnte repräsentierte das „Casino“ den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Oppenheim.[9]

Vereine[Bearbeiten]

  • Oppenheimer Geschichtsverein e.V.
  • Carnevalverein 1873 Oppenheim e.V.
  • Club kochender Männer
  • DLRG Ortsgruppe Oppenheim e.V.
  • Gesangverein Harmonie 1845 Oppenheim e.V.
  • Vereinigung der Oppenheimer Gewerbetreibenden
  • Schiess-Sport-Verein Oppenheim/Nierstein e.V.
  • Aero-Club Oppenheim-Guntersblum am Rhein e.V.
  • „Oppenheim bewegt" Stadtförderverein e. V.
  • FSV Oppenheim 1945 e.V.
  • AWO Oppenheim
  • Förderverein der Festspiele e.V.


Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Alljährlich finden in der Ruine Landskron und im Kulturkeller unter dem Amtsgerichtsplatz die Festspiele Oppenheim statt.

Ebenfalls alljährlich findet in der Altstadt ein Ostermarkt im Frühjahr und der Katharinenmarkt im Spätjahr statt.

Weitere regelmäßige Veranstaltungen der Stadt sind:

  • Zwei Wochen vor Ostern der Oppenheimer Osterkünstlermarkt.
  • Am zweiten Wochenende im August das bekannte und beliebte Oppenheimer Weinfest.
  • Anfang Mai das Mittelalterspectaculum.
  • Mitte Mai Rheinradeln zwischen Worms und Oppenheim.
  • Am dritten Advent der Märchenweihnachtsmarkt mit seinem mittelalterlichen Schwerpunkt beim historischen Rathaus, der Katharinenkirche und auf dem Marktplatz.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Stadteinfahrt von Dienheim kommend- im Hintergrund sind die Burg Landskron sowie die Katharinenkirche zu sehen
Oppenheimer Bahnhof mit RB 44 der Baureihe 425 auf dem Weg nach Mannheim
Der Oppenheimer Hafen

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Verwaltung der Verbandsgemeinde Nierstein-Oppenheim befand sich in Oppenheim. Seit dem 1. Juli 2014 befindet sich im selben Gebäude, dem Rondo, die Verwaltung der neu gebildeten Verbandsgemeinde Rhein-Selz.

Jeweils Außenstellen halten vor Ort das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, das Wasser- und Schifffahrtsamt Mannheim sowie die Kfz-Zulassungsstelle der Kreisverwaltung Mainz-Bingen.

Bildung[Bearbeiten]

Neben drei Kindertageseinrichtungen bzw. Kindergärten (davon zwei städtische Kindertagesstätten) gibt es die Grundschule „Am Gautor“.

Es gibt in Oppenheim das Gymnasium zu St. Katharinen, die Berufsfachschule für Weinbau und Agrarwissenschaften, die Realschule plus, die Integrierte Gesamtschule Oppenheim sowie die Landskronschule als Förderschule.

Medien[Bearbeiten]

Es erscheint die Allgemeine Zeitung mit Lokalberichtserstattung sowie eigener Geschäftsstelle in Oppenheim. Darüber hinaus erscheint wöchentlich das Rheinhessische Wochenblatt, ebenfalls herausgegeben von der Verlagsgruppe Rhein Main.

Verkehr[Bearbeiten]

Oppenheim liegt an der Bundesstraße 9, die großräumig von der niederländischen Grenze bei Kleve zur französischen Grenze bei Kandel führt. Lokal dient sie vor allem der Anbindung an die nahe gelegenen Städte Mainz und Worms sowie an den Mainzer Autobahnring im Norden und der Autobahn 6 im Süden.

Des Weiteren ist Oppenheim durch den Bahnhof Oppenheim, an der Bahnstrecke Mainz–Ludwigshafen, an den Schienenverkehr der Deutschen Bahn angebunden. Dieser wurde in den Jahren 2009 bis 2011 saniert und barrierefrei, mit einer neuen Brücke und zwei Fahrstühlen, ausgebaut. Am Bahnhof Oppenheim verkehrt außerdem die RB 44 Mainz-Worms-Ludwigshafen-Mannheim. Ferner fahren Regionalbuslinien der Omnibusverkehr Rhein-Nahe von Oppenheim über Nierstein, Dexheim, Dalheim, Weinolsheim, Friesenheim und Köngernheim nach Undenheim (Linie 662) sowie von Oppenheim über Uelversheim und Eimsheim nach Guntersblum (Linie 663). Im Schulverkehr tritt eine Fahrt nach Wörrstadt hinzu (Linie 668).

Der Rheinradweg und die Rheinterrassenroute sind beliebte Ausflugs- und Anreisewege.

Zudem besitzt Oppenheim einen eigenen kleinen Hafen mit Verbindung zum Rhein.

Auch mit Luftfahrzeugen ist Oppenheim zu erreichen. Im Osten der Stadt, direkt am Rhein gelegen, befindet sich der Flugplatz Oppenheim. Dieser Sonderlandeplatz (International Civil Aviation Organization-Code: EDGP) hat eine Graspiste von 800 Metern Länge, 30 Metern Breite und ist offen für Luftfahrzeuge und Hubschrauber bis 2 Tonnen. Betrieben und unterhalten wird der Flugplatz vom Aero-Club Oppenheim-Guntersblum am Rhein e.V., dessen Mitglieder folgende Luftsportarten ausüben: Modellflug, Gleitschirm, Segelflug, Motorsegler, Motorflug, Ultraleicht und Heißluftballon.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Johann von Dalberg (1455–1503), 1480 Dompropst in Worms und Kanzler der Universität Heidelberg, 1482 Kanzler des Kurfürsten Philipp von der Pfalz, 1482 Bischof von Worms, machte Heidelberg und Worms zu den damaligen Mittelpunkten des Humanismus.
  • Kaspar Sturm (1475–1552), Reichsherold, begleitete Martin Luther 1521 auf seinem Weg zum Reichstag zu Worms und zurück.
  • Michael Philipp Beuther (1564–1616), reformierter Theologe und Generalsuperintendent des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken
  • Friedrich Adam Widder (1724–1784), Mathematiker
  • Johann Paulsackel (1805–1855), Vorkämpfer für demokratische Freiheitsrechte
  • Carl Koch (1833–1910), Pharmafabrikant, Weingutsbesitzer, Bürgermeister, Abgeordneter der 2. Kammer der hessischen Landstände, Ehrenbürger, Patriarch mit sozialem Gewissen, Sohn Friedrich Kochs
  • Paul Wallot (1841–1912), deutscher Architekt, Erbauer des Reichstagsgebäudes in Berlin
  • Karl Hirsch (1870–1930), Internist und Hochschullehrer
  • Johanna Senfter (1879–1961), herausragende Komponistin des 20. Jahrhunderts
  • Carl Wilhelm Witterstätter (1884–1964), Flugpionier
  • Jakob Steffan (1888–1957), sozialdemokratischer Politiker, ab 1933 mehrfach inhaftiert, organisierte den zivilen Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Süd- bzw. Rheinhessen, (1946–1950) Innen- bzw. Sozialminister von Rheinland-Pfalz
  • Heinrich Gottron (1890–1974), Dermatologe und Hochschullehrer
  • Paul Witterstätter (1892–1966), expressionistischer (später realistischer) Maler
  • Susanne Völker (* 1974), Deutsche Weinkönigin 1998/1999

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Norbert Becher
  • Horst Gradinger
  • Heinz Kolb
  • Erich Menger
  • Philipp Schwöbel

Personen die hier gewirkt haben[Bearbeiten]

  • König Ruprecht I. (* 1352; † 1410), als Ruprecht III. von der Pfalz von 1398 bis 1410 Pfalzgraf und Kurfürst der Pfalz und von 1400 bis 1410 sehr bemühter aber erfolgloser römisch-deutscher König, verbrachte seine letzten Lebenswochen auf Burg Landskron bei Oppenheim und starb dort am 18. Mai 1410.
  • Madern Gerthener (* um 1360; † 1430), Stadtbaumeister der Freien Reichsstadt Frankfurt am Main, Bildhauer und einer der wichtigsten Künstler der Spätgotik am Mittelrhein schuf den Westchor der Katharinenkirche, ab 1414
  • Johannes Pauli (* 1450/54; † nach 1530), Franziskanermönch, Schwankdichter, Wegbereiter für die komische, zugespitzte Kurzgeschichte (Fazetie) im Deutschland der Frührenaissance (1499 Prediger im Oppenheimer Franziskaner-Konvent).
  • Jakob Köbel (1460–1535), ab 1494 in Oppenheim tätig als Stadtschreiber (Kanzleivorsteher), Buchdrucker, Verleger, bedeutender (mathematischer) Schriftsteller, Mitglied (Sodale) der humanistischen Vereinigung Sodalitas litteraria Rhenana und Hospes der Sektion Oppenheim.
  • Anton Praetorius (1560–1613), Pfarrer in Oppenheim (1589-1592), Kämpfer gegen Hexenprozesse und Folter.
  • Johann Theodor de Bry (1561–1623), wirkte von 1609 bis 1619 als Verleger und Kupferstecher in dem calvinistischen Glaubensflüchtlingen wohlgesinnten Oppenheim. Spezialität: Das reich illustrierte wissenschaftliche Buch. 1617 Schwiegervater von Matthäus Merian.
  • Hieronymus Galler, Drucker aus Basel, verließ mit Johann Theodor de Bry 1609 Frankfurt und betrieb von 1610 bis 1620 in Oppenheim eine leistungsfähige Druckerei.
  • Albert Molnár (1574–1634), reformierter Theologe und Wandergelehrter aus Ungarn, von 1615 bis 1619 Kantor und Rektor der Lateinschule in Oppenheim
  • Johann Ludwig Gottfried (1584–1633), Theologe, Übersetzer, Autor, Herausgeber und Korrektor. Schriftstellerisch wirkte er bei den Verlagshäusern de Bry, Merian und Jennis von 1619 bis 1624 in Oppenheim und von 1624 bis zu seinem Lebensende in Frankfurt am Main.
  • Lucas Jennis (* 1590; † nach 1631), Buchdrucker, Verleger, Kunsthändler und Kupferstecher
  • Matthäus Merian (1593–1650), wirkte von 1616 bis 1619 als Kupferstecher in Oppenheim.
  • Ferdinand Emonds (1754–1813), Stadtschreiber (Kanzleivorsteher) und Maire in Oppenheim sowie Präfekturrat im Département du Mont-Tonnerre (Donnersberg)
  • Franz Christoph Braun (1766–1833), langjähriger Pfarrer in Oppenheim und ehemaliger Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen
  • Friedrich Koch (1786–1865), Apotheker, Erfinder der industriellen Chininherstellung
  • Helmut Krethe (* 1955), Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und ehemaliger Bundesvorsitzender des Deutschen Guttempler-Ordens
  • Katrin Bibiella (* 1964), Kirchenmusikerin und Autorin

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oppenheim – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Oppenheim – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Militärstation Buconica in Oppenheim. In: Allgemeine Zeitung, 30. November 2008 (online)
  4. Stadtgeschichte von Oppenheim
  5. Silent Crossing Am 23. März war die Treadway-Bridge fertiggestellt
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. http://www.stadt-oppenheim.de/index.php?id=52
  9. aus dem Kapitel „Tradition des Hauses“ auf der ehemaligen Website (vor 2005) des Hotels Merian