Reil

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Dieser Artikel befasst sich mit der Ortsgemeinde Reil; zu weiteren Bedeutungen dieses Begriffes siehe Reil (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Reil
Reil
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Reil hervorgehoben
50.0218166666677.1154666666667110Koordinaten: 50° 1′ N, 7° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Traben-Trarbach
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 12,13 km²
Einwohner: 1033 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56861
Vorwahl: 06542
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 110
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Markt 3
56841 Traben-Trarbach
Webpräsenz: www.reil-mosel.de
Ortsbürgermeister: Artur Greis (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Reil im Landkreis Bernkastel-Wittlich
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Über dieses Bild
Reil, von Süden aus gesehen

Reil ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach an. Reil ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Reil war der zweite Hauptort des Kröver Reiches, einem karolingischen Krongut, das bis zur Französischen Revolution existierte.

Geographie[Bearbeiten]

Reil liegt an der Mosel und ist stark von Weinbau und Tourismus geprägt. Zu Reil gehört auch der Ortsteil Heißer Stein und die Wohnplätze Forsthaus Reiler Hals, Hammermühle und Margaretenhof.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

In einer Urkunde König Heinrichs II. aus dem Jahre 1008 wurde Reil zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Die Urkunde datiert vom 18. Mai 1008. Sie dokumentiert einen Tauschvertrag mit dem der Erzbischof Willigis von Mainz der Kirche des Heiligen Stephanus zu Mainz ein Hofgut in Reil (damals Rigula) im Tausch gegen einen anderen Hof in Büchenbach (damals Buochinbah) übergibt.[4] Während des Mittelalters befand sich auf der gegenüberliegenden Moselseite ein wichtiger Wallfahrtsort, Reilkirch genannt, dessen romanischer Turm und frühgotisches Kirchenschiff im 19. Jahrhundert vollständig abgerissen wurde.

Da Reil im Mittelalter auch Rile oder Ryle hieß, wird häufig behauptet, dass der erste Baumeister des Kölner Domes, Gerhard von Rile, aus dem Ort stammte. Ein Adligengeschlecht, aus dem Meister Gerhard gestammt haben könnte, wird in Urkunden jedoch erstmals im Jahre 1285 genannt. Dessen letzter Vertreter, David von Reil, starb verarmt im Jahre 1610.

Ab 1794 stand Reil unter französischer Herrschaft, 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Reil, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 823
1835 1.317
1871 1.219
1905 1.419
1939 1.577
1950 1.683
Jahr Einwohner
1961 1.498
1970 1.464
1987 1.233
1997 1.239
2005 1.131
2012 1.033

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Reil besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU Gesamt
2014 10 6 16 Sitze
2009 9 7 16 Sitze
2004 9 7 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „In Gold ein rot bezungter und -bewehrter schwarzer Doppeladler, zwischen den Köpfen schwebend eine mit roten Perlen besetzte goldene Kaiserkrone mit schwarzem Reif und Bügel, beidseits des Adlerschwanzes die schwarzen Majuskeln ‚RE‘ vorne und ‚YL‘ hinten.“ Eine Varietät zeigt den Adler gänzlich schwarz und die Krone golden.

Der Doppeladler ist der Habsburger Reichsadler, den Kaiser Ferdinand III. einigen Ortschaften des Cröver Reiches als Schutzemblem 1628 verliehen hat.

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Seit 2007 besteht eine Partnerschaft mit der belgischen Gemeinde Zedelgem

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Sportverein TuS Reil ist mit etwa 550 Mitgliedern der größte Verein in Reil.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im 19. und 20. Jahrhundert war Reil mit mehr als 200 Hektar Rebfläche eine der größten Weinbaugemeinden an der Mosel. Die Einzellagen Goldlay, Falklay, Mullay-Hofberg und Sorentberg gehören zur Großlage Vom heißen Stein und zum Bereich Bernkastel des Anbaugebietes Mosel. In den vergangenen Jahren ist die bebaute Rebfläche um rund die Hälfte auf 120 Hektar zurückgegangen. Der Tourismus, insbesondere Önotourismus (Weinleseurlaub), spielt daher eine zunehmend wichtigere Rolle.

In Reil gibt es einen Kindergarten und eine Grundschule. Auf der anderen Moselseite verläuft die Bundesstraße 53. Im Ort ist ein Bahnhof der Strecke Traben-Trarbach-Bullay, die 1883 in Betrieb genommen wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Johann Franciscus Ermels (auch Ermel, Ermelein; * 1641 in Reilkirchen; † 1693 in Nürnberg) war ein deutscher Porträt-, Historien- und Landschaftsmaler.
  • Paulo Evaristo Arns OFM (* 14. September 1921 in Forquilhinha, Brasilien) ist emeritierter Erzbischof von São Paulo.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Schiffhauer: Reil. Die Geschichte eines Moseldorfes; Koblenz 1954
  • Erwin Schaaf und Johannes Mötsch: Beiträge zur Geschichte des Kröver Reiches; Bernkastel-Kues 1998
  • Ortsgemeinde Reil/Mosel: Chronik der Gemeinde Reil. Die Geschichte eines Moseldorfes, Reil 2010, ISBN 978-3-00-028865-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reil – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 56 (PDF; 2,3 MB)
  4. Vogteien des Stifts St. Stephan
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen