Edward Nalbandjan

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Edward Nalbandjan, die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey, der türkische Unterhändler Ertuğrul Apakan, der türkische Außenminister Ali Babacan und US-Präsident Barack Obama bei Friedensgesprächen im Juni 2009 in Istanbul

Edward Nalbandjan (armenisch Եդվարդ Նալբանդյան; * 16. Juli 1956 in Jerewan) ist ein armenischer Politiker und derzeit Außenminister seines Landes.

Nalbandjan studierte bis 1978 am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen. 1988 erwarb er am Institut für Ostwissenschaften der Akademie der Wissenschaften der UdSSR den Grad eines Kandidaten der Politikwissenschaften mit Schwerpunkt Internationale Beziehungen.

Seine diplomatische Laufbahn begann Nalbandjan 1978 an der Botschaft der Sowjetunion im Libanon. 1983 wechselte er ins Außenministerium nach Moskau und ging 1986 als Botschaftsrat zunächst an die sowjetische Vertretung in Ägypten. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war er hier zunächst kurze Zeit in russischen Diensten, bevor er 1992 zum offiziellen Vertreter Armeniens in Ägypten ernannt wurde. 1994 folgte die Ernennung zum Botschafter in Kairo. Sein Geschäftsbereich umfasste bis zu seinem Weggang 1998 neben Ägypten auch Marokko und den Oman. 1999 wechselte er als Botschafter nach Frankreich. Ab 2000 war er als Botschafter auch für Israel, ab 2004 auch für Andorra zuständig. Ab Dezember 2006 diente er auch als Gesandter des armenischen Staatspräsidenten Robert Kotscharjan bei der Internationalen Organisation für Frankophonie. Im April 2008 wurde Nalbandjan im Zuge des Amtsantritts von Staatspräsident Sersch Sargsjan zum Außenminister berufen. Er hatte jedoch bereits zuvor sein Land auf zahlreichen internationalen Konferenzen vertreten.

Bedingt durch die Auseinandersetzung über die Bewertung des osmanischen Völkermordes an den Armeniern unterhielten Armenien und die Türkei bis dahin keine diplomatischen Beziehungen.[1] Am 10. Oktober 2009 unterzeichneten Nalbandjan und sein türkischer Kollege Ahmet Davutoglu in der Aula der Universität Zürich zwei Protokolle, auf deren Grundlage sich die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Staaten wieder normalisieren sollen.[2]

Nalbandjan ist parteilos. Er ist verheiratet und hat eine Tochter.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. NZZ online: Armenischer Außenminister zu politischen Gesprächen in der Türkei: Bisher keine diplomatischen Beziehungen gepflegt, 24. November 2008.
  2. NZZ Online: Türkei und Armenien normalisieren ihre Beziehungen, 10. Oktober 2009 (Agenturmeldung ap/sda).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Edward Nalbandjan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien