Ehmen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum deutschen Bildhauer siehe Kurt Schmid-Ehmen.

52.39833333333310.69694444444469Koordinaten: 52° 23′ 54″ N, 10° 41′ 49″ O

Ehmen
Stadt Wolfsburg
Wappen des Ortsteiles
Höhe: 69 m
Einwohner: 5430 (31. Dez. 2012)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 38442
Vorwahl: 05362
Karte

Lage in Wolfsburg

Ehmen ist ein dörflicher Stadtteil im Westen der Stadt Wolfsburg, der am Bach Mühlenriede im Riedetal liegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Haufendorf Ehmen wird urkundlich erstmals 942 in einer Magdeburger Urkunde als Gimin erwähnt. 1269 wird Graf Hermann von Woldenberg als Grundherr des Dorfes genannt, als er dem Aegidienkloster in Braunschweig ein Teil seines Besitzes in Ehmen übereignet. Im 14. Jahrhundert gehörte das Dorf zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und zählte 1489 27 Hofstellen. Laut einem Siedlungsverzeichnis um 1850 bestanden zu dieser Zeit 43 Bauernhöfe. Im 17. Jahrhundert wurde Ehmen Sitz eines Gografen, eines niederen Verwaltungsbeamten. Es gehörte in dieser Zeit zum Amt Fallersleben, das dem Kurfürstentum Hannover unterstand.

Anfang des 20. Jahrhunderts baute die Gewerkschaft "Einigkeit I" in Ehmen Kalisalz ab. Ab 1915 wurde zusätzlich Steinsalz gewonnen. Der Bergbau ging in Teufen zwischen 300 und 750 Meter um. Das Grubengebäude war über zwei Schächte aufgeschlossen. 1925 wurde der Betrieb aufgrund der niedrigen Kali-Gehalte wieder eingestellt. 1937 wurde bei Ehmen ein Großtanklager der Luftwaffe („Lufttanklager“) eingerichtet, das Anfang 1939 fertiggestellt wurde. Unterirdische Rohrleitungen transportierten den Kraftstoff zum Braunschweiger Flughafen Waggum. Anfang 1945 wurde das Gelände durch britische Bomber angegriffen und stark beschädigt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die militärischen Anlagen durch die britische Besatzungsmacht demontiert.

Am 1. Juli 1972 wurde Ehmen, das aus dem Landkreis Gifhorn stammt, in die Stadt Wolfsburg eingegliedert.[1]

Politik[Bearbeiten]

Ehmen bildet gemeinsam mit dem benachbarten Stadtteil Mörse die Ortschaft Ehmen-Mörse, die durch einen Ortsrat vertreten wird. Ortsbürgermeister ist Peter Kassel (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Das Ehmer Wappen besteht aus einem gelben Mühlenrad auf grünem Grund, unterhalb des Mühlenrads ist symbolisch ein Fluss in der Farbe Weiß zu erkennen. Oberhalb des Mühlenrads kreuzen sich ein Schwert und ein Degen, die Richtung ist dabei nach Oben und somit zum Angriff gerichtet. Inmitten dieser beiden Waffen ist ein weißes dreiblättriges Kleeblatt in Form eines Kreuzes abgebildet. Deutung: Der Fluss am unteren Ende steht für den Bach Mühlenriede der durch den Ort fließt. Das Mühlenrad bezieht seine Antriebskraft aus dem Fluss und stellt so eine Abhängigkeit zum Fluss dar. In der Mythologie steht das Schwert, besonders in Kampfhaltung, für Stärke und Kampfesgeist. Die Symbolik des Kleeblattes steht in der Heraldik sowohl als Symbol für Lob und Übertreibung sowie als Symbol der Ernte und des Sommers. In Verbindung mit Rosen steht es häufig auch für Liebe und Leidenschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St.-Ludgeri-Kirche
  • Der Bach Mühlenriede wurde an zwei Abschnitten renaturiert: Südlich von Mörse und Ehmen auf 1.300 m Länge ("Mühlenriede I", 2005) und südlich von Ehmen auf 400 m Länge ("Mühlenriede II", 2008)

Vereine[Bearbeiten]

  • HSC Ehmen, Handball-Sport-Club Ehmen
  • TSV Ehmen, Turn- und Sportverein Ehmen
  • SV Ehmen, Schützenverein Ehmen
  • Freiwillige Feuerwehr Ehmen

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule Ehmen (Ganztagsschule, zweizügig, Klassen 1-4)
  • DRK-Kindertagesstätte Ehmen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 221.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ehmen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien