Eichenmistel

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Eichenmistel
Eichenmistel (Loranthus europaeus)

Eichenmistel (Loranthus europaeus)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Sandelholzartige (Santalales)
Familie: Riemenblumengewächse (Loranthaceae)
Gattung: Loranthus
Art: Eichenmistel
Wissenschaftlicher Name
Loranthus europaeus
Jacq.

Die Eichenmistel[1] (Loranthus europaeus), auch Riemenmistel und Riemenblume genannt, ist eine zu den Riemenblumengewächsen (Loranthaceae) gehörende Pflanzen-Art, die wie die Laubholz-Mistel (Viscum album) auf den Ästen von Laubbäumen parasitiert. Die Eichenmistel schmarotzt vor allem auf Eichen und Edelkastanien.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Eichenmistel tritt in Mittel-, Ost- und Südosteuropa sowie in Kleinasien auf. Im deutschsprachigen Raum findet man sie nur in Österreich und Deutschland.[2]

In Österreich tritt die Riemenmistel im pannonischen Gebiet sehr häufig auf und ist hier in Zunahme begriffen. Sonst findet man sie nur zerstreut bis sehr selten. Die Vorkommen beschränken sich auf die colline bis untermontane Höhenstufe der Bundesländer Wien, Burgenland, Niederösterreich, Steiermark und Oberösterreich. Im nördlichen Voralpengebiet gilt die Art als gefährdet.[3]

In Deutschland findet man die Eichenmistel sehr selten in der Sächsischen Schweiz.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Eichenmistel ist ein Halbschmarotzer. Im Gegensatz zu den Misteln der Gattung Viscum fruchtet die Eichenmistel (Riemenblume) im Spätsommer, trägt gelbe Beeren und verliert im Herbst ihre Blätter.

Ausbreitung[Bearbeiten]

Die Beeren werden von Vögeln, beispielsweise Misteldrossel, Wacholderdrossel und Seidenschwanz, gefressen und ihre Samen gelangen beim Ausscheiden des Kotes auf die Äste der Wirtspflanze.

Auswirkungen auf die Wirtspflanze[Bearbeiten]

Der Rückgang des Holzzuwachses kann je nach Mistelbesatz zwischen zwanzig und fünfzig Prozent betragen. Stark mit der Eichenmistel befallene Eichen können eingehen. [4]

Sonstiges[Bearbeiten]

Aus den Beeren der Eichenmistel wurde früher ein zäher Leim hergestellt, mit dem Ruten bestrichen wurden, die so dem Vogelfang dienten. [5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Annelore Högemann: Der altdeutsche „Eichenmisteltraktat“. Untersuchungen zu einer bairischen Drogenmonographie des 14. Jahrhunderts. Wellm, Pattensen 1981, ISBN 3-921456-25-8 (Würzburger medizinhistorische Forschungen 19), (Zugleich: Würzburg, Univ., Diss., 1981).
  • Willem Frans Daems, Gundolf Keil: Der Misteltraktat des Wiener Kodex 3811. In: Sudhoffs Archiv 49, 1965, ISSN 0931-9425, S. 90–93.
  • Christian Probst: Der altdeutsche Eichenmisteltraktat in einem baierischen Textzeugen aus dem späten 18. Jahrhundert, in: Licht der Natur. Medizin in Fachliteratur und Dichtung: Festschrift für Gundolf Keil zum 60. Geburtstag, Göppingen 1994 (= Göppinger Arbeiten zur Germanistik, 585), S. 293-305.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eichenmistel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieser Name ist mehrdeutig, da auch Viscum album sehr selten auf Eichen parasitiert und derartige Exemplare, die angeblich besonders heilkräftig sein sollen, als „Eichenmistel“ bezeichnet werden.
  2. [1] The Euro+Med PlantBase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity, abgerufen am 5. Januar 2014
  3.  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 388.
  4. Loranthus europaeus L. - Eichenmistel, Riemenblume
  5. Neues allgemein praktisches wörterbuch der forest- und jagdwissenschaft, S. 300, J. T. Hinrichs, Leipzig, 1810, Von Carl Adam Heinrich von Bose