Emil Bieber

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August Emil Julius Berlin-Bieber (* 8. Januar 1878 in Hamburg; † 29. April 1962 in Kapstadt) war ein deutscher Fotograf mit Atelier in Hamburg.

Leben[Bearbeiten]

Emil Bieber wurde im Jahr 1904 Inhaber des fotografischen Ateliers E. Bieber in Hamburg. Es war das wohl bekannteste Fotoatelier für Porträtaufnahmen und hat über 80 Jahre bestanden. Im Jahr 1852 war es von Frau Emilie Bieber gegründet worden. 1872 hatte sie es an ihren Neffen Leonard Berlin-Bieber übergeben. Sein Sohn Emil Bieber war der letzte Inhaber des Ateliers E. Bieber. Es wurde 1938 geschlossen.

Emil Bieber, der den ursprünglichen Namen Berlin seines Vaters Leonhard weggelassen hatte, begann seine fotografische Ausbildung 1897. Während seiner Lehre arbeitete er auch in Budapest und London bei Freunden seines Vaters. Nach dem Umzug 1904 in den (Alten) Jungfernstieg 8/9 Ecke Neuer Wall übernahm er die Leitung des Ateliers. Gemeinsam mit Rudolf Dührkoop war er einer der ersten, die Porträtaufnahmen außerhalb der Atelierräume machten. Unter der Führung von Emil Bieber wurde das Atelier zu einem der bedeutendsten für Porträtaufnahmen. Zahlreiche Aufnahmen sind mit seinem Namen signiert u.a. von: Albert Ballin, Franziska Ellmenreich, Carl Hagenbeck, Wilhelm II., Carl Zarniko etc.

Der deutsche Kronprinz hat aus Anlass seiner Vermählung 1905 Leonard Berlin-Bieber und Emil Bieber den Titel „Hoflieferant[1] verliehen.

Nach der Machtübernahme 1933 durch die NSDAP verschlechterten sich für ihn wie allgemein für jüdische Bürger die Arbeits- und Lebensbedingungen. Um sein und das Leben seiner Familie zu schützen, verließ[2] er 1938 gemeinsam mit ihr Deutschland. Er übersiedelte nach eine kurzen Aufenthalt in England nach Südafrika. Ein vergleichbarer Erfolg, wie er ihn in Hamburg erreichte hatte, gelang ihm nicht mehr.

Die ca. 35.000 Platten des Ateliers gelangten nach dem Krieg nahezu vollständig(!) und unversehrt an den Axel-Springer-Verlag. Dieser geordnete Bestand von großem historischem Wert wurde Anfang des Jahres 1958 [3] an Interessierte verteilt und so als Sammlung unwiederbringlich zerstört.

Der Hamburger Fotograf Klaus Niermann erwarb 2004 die Rechte für die Verwertung und das Copyright am Nachlass des Fotografen Emil Bieber.

Es gab zwischen 1920 und ca. 1965 ein weiteres Fotoatelier mit dem Namen Bieber in Hamburg. Es gehörte der Porträtfotografin Hedwig Bieber (1887-1976). Die Familie war in den vorhergehenden Generationen u.a. als Glockengießer in Hamburg tätig.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilfried Weinke: „Verdrängt, vertrieben, aber nicht vergessen.“ Die Fotografen Emil Bieber, Max Halberstadt, Erich Kastan, Kurt Schallenberg. Weingarten 2003, ISBN 3817025467.
  • Fritz Kempe: „Vor der Camera“. Zur Geschichte der Photographie in Hamburg. Christians Verlag, Hamburg 1976.
  • Matthias Schmoock: Bieber, Emil. In: Hamburgische Biografie, Band 3, Wallstein, Göttingen 2006, S. 43–44.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Photographs by E. Bieber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Photographische Korrespondenz, Band 42, 1905
  2. Seite 45, Wilfried Weinke, „Verdrängt, vertrieben, aber nicht vergessen.“ weitere Angaben siehe Literatur
  3. siehe Hamburger Abendblatt vom 30. Jan., 4. und 15. Feb. 1958