Agnes Windeck

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Agnes Windeck (* 27. März 1888 in Hamburg; † 28. September 1975 in Berlin; gebürtig Agnes Sophie Albertine Windel) war eine deutsche Bühnen-, Film- und Fernsehschauspielerin und Synchronsprecherin.

Leben[Bearbeiten]

Agnes Sophie Windel, Tochter eines Hamburger Kaufmanns, begann ihre schauspielerische Laufbahn 1904 als „Anni Windel.“ Zu ihren Theaterstationen gehörten u. a. das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, das Königliche Hoftheater Hannover und diverse Bühnen in Berlin.

Bereits 1915 gab sie nach ihrer Eheschließung den Beruf auf, in den sie erst 1938 zurückkehrte, nachdem ihr Mann verstorben war. Sie nahm am Theater der Jugend in Berlin wieder die Schauspielerei auf und arbeitete bis 1945 als Schauspiellehrerin am Deutschen Theater, zu ihren Schülern zählten u. a. Klaus Schwarzkopf, Thomas Engel und Hans-Joachim Kulenkampff. Diese Arbeit setzte sie bis ins hohe Alter in ihrer Wohnung in Berlin, der ein eigenes Studio angegliedert war, fort.

Das Grab in Berlin

Größere Aufmerksamkeit erhielt sie erstmals in den 1950er Jahren durch das beliebte RIAS-Radiokabarett Die Insulaner in Berlin.

Ab Ende der 1930er Jahre spielte sie zunächst sporadisch größere und kleinere Nebenrollen beim Film. Erst ab den 1950er Jahren wurde sie regelmäßiger besetzt und war bald sehr gefragt: sowohl in Edgar-Wallace-Krimis wie Der Zinker (1963), Der Bucklige von Soho (1966) und Der Hund von Blackwood Castle (1967) als auch in heiteren Komödien wie Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung (1968) und Die Herren mit der weißen Weste (1969).

Auch arbeitete sie mit ihrer prägnanten und wiedererkennbaren Stimme als Synchron- und Hörspielsprecherin; unter anderem synchronisierte sie Margaret Rutherford (16 Uhr 50 ab Paddington, Hotel International, Auch die Kleinen wollen nach oben).

Auf der Bühne agierte sie 1961 in der deutschen Uraufführung des Musicals My Fair Lady als Mrs. Higgins. 1967 spielte sie gemeinsam mit Käthe Haack in der Kriminalkomödie Zwei ahnungslose Engel. 1973 trat sie in der Berliner Wiederaufnahme von My Fair Lady nochmals in einer einzigen Vorstellung als Mrs. Higgins auf; sie ersetzte kurzfristig die wegen eines Unfalls erkrankte Käthe Haack.

Große Popularität erreichte sie mit der TV-Familienserie Die Unverbesserlichen (1966−1971), in der sie die Rolle der Oma Köpcke an der Seite von Inge Meysel spielte.

Agnes Windeck etablierte sich als Charakterdarstellerin und wurde zu einer der bekanntesten älteren Schauspielerinnen Deutschlands. Sie verkörperte exemplarisch den Typ der Komischen Alten, die gleichermaßen liebenswürdig wie lästig sein kann. Mehrere große Theater-, Film- und Fernsehrollen brachten ihr bundesweite Popularität und machten sie zu einem Publikumsliebling.

Agnes Windeck starb am 28. September 1975 im Alter von 87 Jahren an Herzversagen.[1] Sie liegt in Berlin-Westend auf dem landeseigenen Friedhof Heerstraße begraben.[2] Anfang 2004 stand die Grabstelle kurz vor der Einebnung. Durch Senatsbeschluss vom 25. Mai 2004 erklärte das Land Berlin ihre Grabstätte zum Ehrengrab. Die Grabstätte liegt im Feld 18K-122.

Filmografie[Bearbeiten]

Kinofilme[Bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten]

  • 1953: Ein Abend von Rias Berlin
  • 1953: Orient Express: The Red Sash
  • 1958: Windhund und Seehund
  • 1958: Mylord weiß sich zu helfen
  • 1959: Brave Diebe
  • 1960: Sie können’s mir glauben
  • 1960: Dr. Knock
  • 1960: 20 Minuten Aufenthalt
  • 1963: Meine Frau Susanne
  • 1964: Hofloge
  • 1965: Mrs. Cheney’s Ende
  • 1966: Unser Pauker
  • 1966–1971: Die Unverbesserlichen
  • 1966: 100 Jahre Kurfürstendamm
  • 1969: Zwei ahnungslose Engel
  • 1970: Mein Freund Harvey
  • 1970: Der Mann, der den Eiffelturm verkaufte
  • 1971: Glückspilze
  • 1971: ...und sowas nennt sich Show
  • 1972: Rabe, Pilz und dreizehn Stühle
  • 1972: Eine Frau bleibt eine Frau

Theater[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. steffi-line.de: Biographie von Agnes Windeck
  2. knerger.de: Das Grab von Agnes Windeck