Ernst Fuchs (Maler)

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Ernst Fuchs, Wien 2007

Ernst Fuchs (* 13. Februar 1930 in Wien) ist ein österreichischer Maler, Architekt, Grafiker und Musiker.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

1946 bis 1950 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Erste Einzelausstellung in Paris 1949, wohin er 1950 übersiedelte. Es folgten bis 1956 Reisen nach Amerika, Italien, Spanien und England. 1957 längerer Aufenthalt und Ikonenmalerei im Dormitio-Kloster am Berg Zion (Israel). Dritte Heirat in Paris 1961, Rückkehr nach Wien 1962. 1966 erhielt er in Wien eine Professur. Er zählt zu den Gründern der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. 1972 erwarb er die Otto-Wagner-Villa und begann dort mit der Brunnenanlage Nymphäum Omega mit der Verwirklichung seiner architektonischen Vorstellungen. Das renovierte Gebäude dient heute als „Privatmuseum Ernst Fuchs“ und Veranstaltungssaal.

Otto-Wagner-Villa (Wien)
Nymphäum Omega (Wien)
Sphinx (1977, Bronze auf Marmorsockel)

Seine anfänglich surrealistischen, später manieristischen Werke weisen häufig eine religiöse oder mythologische Symbolik auf. Nach den Aussagen in seinem Buch „Architectura Caelestis“ fußen viele seiner Motive in visionärer Erfahrung. In Paris entstehen, beeinflusst durch die flämische Malerei, zahlreiche ikonographische Arbeiten. Drei dieser Werke bilden später das Altarbild der Rosenkranzkirche in Wien-Hetzendorf.

Aus den 1970er-Jahren stammen Skulpturen und einige Opernausstattungen (Parsifal und Die Zauberflöte in Hamburg, Lohengrin in München). Mozarts Zauberflöte sollte er 1996 nochmals ausstatten. Ebenfalls noch in den 1970er-Jahren entstehen Lyrik und philosophische Essays.

Fuchs singt und spielt mystisch inspirierte Schallplatten ein, u. a. die Alben „Von Jahwe“ und „Via Dolorosa“, und arbeitet immer wieder auch mit Musikern zusammen, wo er ebenfalls als Sänger seine spirituellen Motive umsetzt. So z. B. das Album „Aphrica“ mit Klaus Schulze (1983), das er später mangels künstlerischer Übereinstimmung zurückzieht. Weitere Zusammenarbeit u. a. mit Chris Karrer von Amon Düül II im Jahr 1994 sowie Veröffentlichung der DoCD „Mystische Gesänge“.

In den 1990er-Jahren ist Fuchs verstärkt als Architekt tätig (St.-Jakob-Kirche in Thal bei Graz, Hotelanlage in St. Veit an der Glan), wobei er besonders durch die Verwendung kräftiger Farben auffällt.

Moderne Werke von Fuchs, die bis in die Gegenwart auf biblische, mystische oder astrologische Motive gründen, waren seit den 1980er Jahren auf Ausstellungen in Österreich, Deutschland, Italien, Japan, Russland und weiteren Ländern zu sehen.

Fuchs pflegte Freundschaften mit Salvador Dalí, Arno Breker, Mati Klarwein, Leonor Fini und vielen anderen Künstlern. 1975 ist Fuchs der jüngste der Künstlerfreundschaft, die Salvador Dalí proklamierte: „Wir sind das Goldene Dreieck der Kunst: Breker-Dalí-Fuchs. Man kann uns wenden wie man will, wir sind immer oben.

1990 wurde Fuchs als Ritter in den Alexander Orden pour le Mérite für Wissenschaft und Kunst aufgenommen.

1987 porträtierte Ernst Fuchs Falco. Der Dialog, den die Beiden während des Malens führten, wurde aufgezeichnet und anlässlich des 50. Geburtstages von Falco im ORF ausgestrahlt.

2005 porträtierte der Regisseur und Produzent Jürgen Haase Ernst Fuchs in dem Dokumentarfilm Mit den Augen der Seele. Straßensänger und Kaiser wollt' ich werden.[1]

[Bearbeiten] Zitate über Fuchs

„Was an Fuchs besticht, ist seine hohe Intelligenz, seine enorme Belesenheit und seine sprühende Phantasie, die sich wie eine langaufgestaute Quell ergießt und alles in Begeisterung mitreisst; sie scheint nie zu versiegen. In ihm hat man eine Kultur von dreitausendjähriger Herkunft vor sich, die er mit seinen Werken repräsentiert.“

Arno Breker[2]

[Bearbeiten] Werke (Auswahl)

Hotel „Ernst Fuchs Palast“ (St. Veit/Glan)
  • Rosenkranz-Triptychon in der Pfarrkirche Hetzendorf
  • Moses-Brunnen in Bärnbach
  • Mystische Gesänge (Doppel-CD)
  • Dervish Kiss (CD von und mit Chris Karrer)
  • Ernst Fuchs: Architectura Caelestis – Bilder des verschollenen Stils, Paperback, 223 S., Mit 15, teilweise farbigen Tafeln und zahlreichen Abbildungen im Text, 1966
  • Ernst Fuchs: Phantastisches Leben. Erinnerungen. 1. Aufl. Berlin 2001. ISBN 3-463-40401-x

[Bearbeiten] Sekundärliteratur

  • Friedrich Haider: Ernst Fuchs – Zeichnungen und Graphik aus der frühen Schaffensperiode – 1942 bis 1959. Wien: Löcker-Verlag, 2003. ISBN 3-85409-387-X
  • Theo Rommerskirchen: Ernst Fuchs. In: viva signatur si! Remagen-Rolandseck 2005. ISBN 3-926943-85-8

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Filmbeschreibung beim Progress Film-Verleih
  2. zit. aus „Arno Breker – Schriften“, Marco-Edition Bonn-Paris, 1983. S. 79

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Ernst Fuchs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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