Erste Allgemeine Verunsicherung

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Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV)
EAV beim Donauinselfest 2008
EAV beim Donauinselfest 2008
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock/Pop-Rock
Gründung 1977
Website eav.at
Gründungsmitglieder
Gesang, Gitarre
Thomas Spitzer
Schlagzeug
Anders Stenmo (bis 1998)
Gesang, Bassgitarre
Eik Breit (bis 1996)
Gesang, Keyboard
Nino Holm (bis 1992)[1]
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Thomas Spitzer
Gesang, Conférencier
Klaus Eberhartinger (seit 1981)
Gesang, Gitarre, Keyboard, Produzent
Kurt Keinrath (seit 1997)[2]
Schlagzeug
Robert Baumgartner (seit 1999)
Gesang, Keyboard, Saxofon, Akkordeon
Franz Kreimer (seit 2001)
Gesang, Gitarre
Reinhard Stranzinger (seit 2010)
Ehemalige Mitglieder
Gesang, Management, Bühnenshow, Saxofon
Günther Schönberger (1978–1996)
Gesang, Management, Bühnenshow, Conférencier
Walter Hammerl(1978–1981)
Gesang
Wilfried Scheutz (1978–1979)
Gesang
Gert Steinbäcker (1979–1983)
Gesang, Keyboard
Mario Bottazzi (1983–1990)
Gesang, Keyboard, Akkordeon
Andy Töfferl(1990–2001)
Keyboard, Produzent
David Bronner (1995–1998)[3]
Gesang, Bassgitarre
Leo Bei (1997–2014)[4]
Gesang, Keyboard, Saxofon, Bassgitarre
Franz Zettl (1998–2001)
Schlagzeug
Alex Deutsch (1998–1999)
Sänger und Frontmann Klaus Eberhartinger
Aufführung: Küss’ die Hand, schöne Frau
Aufführung: Sandlerkönig Eberhard

Die Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV) ist eine österreichische Pop-Rock-Band, die 1977 gegründet wurde. Texter und Komponist der Band ist Thomas Spitzer. Der Name ist eine Anlehnung an das ehemalige österreichische Versicherungsunternehmen Erste Allgemeine Versicherung [5].

Die Anfänge und Antipasta[Bearbeiten]

Eik Breit war Gründer der Band Antipasta, die sich nach drei Jahren auflöste. Mit seinem Freund Thomas Spitzer, der wenige Wochen vor der Auflösung als Gitarrist zu Antipasta gestoßen war, sowie Nino Holm und Anders Stenmo gründete er wenig später eine neue Band, der zunächst aber ein passender Name fehlte. Während einer gemeinsamen Busfahrt kamen Spitzer und Holm am Hauptsitz der Ersten Allgemeinen Versicherung (kurz: EAV) vorbei, was sie auf die scherzhafte Idee brachte, den Bandnamen an das Versicherungsunternehmen anzulehnen – die Erste Allgemeine Verunsicherung war geboren. Die Versicherung zeigte sich wenig begeistert von der Abwandlung ihres Namens und leitete juristische Schritte gegen die Band ein. Die Klage wurde aber nach kurzer Zeit zurückgezogen (unterschiedliche Branchen); einige Jahre später trat die Versicherung als Sponsor der Pinguin-Tour auf.

Antipasta [6][7]
Allgemeine Informationen
Gründung 1974
Auflösung 1977
Gründungsmitglieder
Gesang, Mundharmonika, Congas
Eik Breit
Gesang, Gitarre
Nino Holm
Keyboard
Günter Heinemann (bis 1976)
Schlagzeug
Reinhard Brummer (bis 1976)
Letzte Besetzung
Gesang, Mundharmonika, Congas
Eik Breit
Gesang, Gitarre
Nino Holm
Schlagzeug
Anders Stenmo (seit 1976)
Gesang, Gitarre
Thomas Spitzer (seit 1977)
Ehemalige Mitglieder
Keyboard
Thomas Rabitsch (1976–1977)
Bassgitarre
Źak Princic (1976–1977)

Karriere[Bearbeiten]

Ende der 1970er-Jahre begann EAV als Rock-Comics-Band und feierte erste Erfolge in der alternativen Clubszene Deutschlands. Mit dem fünften Album Geld oder Leben! (1985) gelang schließlich durch die Veröffentlichung eines Cartoons aus der Feder der EAV-Musiker auf der Titelseite des Österreichischen Fachmonatsmagazins für Musiker und Studiotechnik Tschin-Bumm der Durchbruch im gesamten deutschsprachigen Raum.[8] Auf dem Höhepunkt ihres Erfolges zog sich die Band für drei Jahre aus dem Musikgeschäft zurück. Bei ihrem Comeback 1994 gelang es nicht mehr, an die großen kommerziellen Erfolge der späten Achtziger und frühen Neunziger anzuknüpfen.

Öffentliche Wahrnehmung[Bearbeiten]

Die Lieder der Ersten Allgemeinen Verunsicherung wurden besonders in den Achtzigern oft als reine Spaßlieder verstanden. Durch den Erfolg von Liedern wie Ba-Ba-Banküberfall, Märchenprinz, Küss’ die Hand, schöne Frau, Fata Morgana oder Ding Dong wurde ihnen oft das Etikett einer Klamaukband angeheftet, was sich 1999 durch den Erfolg des Songs Drei weiße Tauben noch einmal verstärken sollte. Die Band selbst macht für dieses Missverständnis den kommerziellen Erfolg einzelner aus dem Gesamtkontext eines Albums gerissener Lieder verantwortlich. Tatsächlich eckte EAV durch ihre politischen Statements immer wieder an. Der ehemalige österreichische Bundespräsident Kurt Waldheim drohte nach Wann man gehn muß mit einer Klage, zog diese aber angesichts negativer öffentlicher Reaktionen zurück.[9] Sehr stark ist das Engagement der Gruppe gegen Rechtsextreme und rechte Gewalt (z. B. in Liedern wie: Eierkopf-Rudi, Neandertal). Bereits 1984 gab es nach einer TV-Sendung Bombendrohungen von Neonazis[10], der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider verklagte die Band wegen „übler Nachrede“ und zahlreiche Titel wurden wegen ihrer kirchen- und gesellschaftskritischen Inhalte von Rundfunksendern boykottiert.[11] Der bekannteste Fall ist sicherlich die 1988 erschienene Single Burli, die sich mit den möglichen Folgen des GAUs eines Kernkraftwerks beschäftigt (Der Burli hat links und rechts drei Ohrli / an jeder Hand zehn Finger, und Hände hat er vier / keiner spielt so schnell Klavier). Der Band wurde daraufhin eine Verhöhnung behinderter Menschen vorgeworfen. Der Bayerische Rundfunk hat das Lied s’Muaterl wegen seiner Kritik am damaligen Papst und der katholischen Kirche nicht gesendet.

EAV heute[Bearbeiten]

Von Herbst 2005 bis Ende 2007 war die Erste Allgemeine Verunsicherung mit dem Programm zum Album 100 Jahre EAV… Ihr habt es so gewollt! im deutschsprachigen Raum unterwegs; neben den bekannten Hits und Klassikern der Band-Geschichte wurden auch neue Lieder gespielt. Das Album stand in Österreich 113 Wochen lang in den Charts.[12] Aufgrund des Erfolges der Livekonzerte ging die EAV ab Frühjahr 2008 mit ihrem neuen Programm Amore XL erneut auf Tournee.

Am 5. Februar 2010 erschien das Album Neue Helden braucht das Land. Auf der dazugehörigen Tournee trat die Band ab März des Jahres in Österreich, Deutschland und der Schweiz auf. Im Mai 2010 beendete Thomas Spitzer seine Bühnenkarriere vorerst. Seither spielt Reinhard Stranzinger für ihn. 2014 nutzt die EAV für eine Bühnenpause, ab 2015 wird die Gruppe wieder Konzerte geben. Erste Termine in Deutschland, Österreich und in der Schweiz sind bereits bestätigt. Zudem ist ein neues Album angekündigt.

Besetzung[Bearbeiten]

Im Lauf der Bandgeschichte kam es immer wieder zu Wechseln in der Besetzung. In den Jahren von 1974 bis 1977 kamen die EAV-Gründungsmitglieder Eik Breit, Nino Holm (beide ab 1974), Anders Stenmo (ab 1976) und Thomas Spitzer (ab 1977, Gründer der EAV) durch die Vorgängerband Antipasta zusammen. Von 1977 bis 1979 war der Solist Wilfried Scheutz Sänger der Band. Von 1979 bis 1983 waren die Band S.T.S. und die EAV laut Angaben von Thomas Spitzer eine Band, denn Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Helmut Röhrling alias Schiffkowitz waren Sänger und Gitarristen der Band. Nachdem sich der Manager Walter Hammerl im Februar 1981 das Leben genommen hatte, wurde Klaus Eberhartinger als neuer Sänger engagiert. Als die drei Mitglieder von S.T.S. ausstiegen, kamen Mario Bottazzi und der Produzent Peter Müller zur Gruppe. Im Jahr 1990 stieg dieser kurzfristig und aus unbekannten Gründen aus und wurde durch Andy Töfferl, welcher am 5. Mai 2012 einem schweren Herzinfarkt erlag, ersetzt. Von 1992 bis 1994 legte die Band eine Pause ein. 1994 wurden David Bronner und Kurt Keinrath als neue Produzenten und Keyboarder engagiert. Auf Grund kommerzieller Streitigkeiten trennten sich Günther Schönberger und Eik Breit von der Gruppe. Kurt Keinrath war nun festes Mitglied der Band. Im selben Jahr stieß der Chefpartie-Bassist Leo Bei alias Karl Horak zur Gruppe. Nachdem Anders Stenmo im Jahr 1998 einen Hörsturz erlitten hatte, stießen Alex Deutsch und Robert Baumgartner zur Band. Nino Holm verabschiedete sich ebenfalls. Alex Deutsch musste sich im Jahr 1999 auf Grund einer Lungenentzündung zurückziehen. Ab 2001 kümmerten sich Andy Töfferl und Franz Zettl besonders um die Andy-Töfferl-Show, worauf sie bei der EAV ausstiegen. Als Ersatz kam der Ausseer Hardbradler und Musiklehrer Franz Kreimer zur Band. 2004 stieg David Bronner endgültig aus. Seit 2010 springt Reinhard Stranzinger gelegentlich für Thomas Spitzer ein.

Musiker[Bearbeiten]

Gastmusiker[Bearbeiten]

Kostümschneiderinnen[Bearbeiten]

Produzenten[Bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Erste Allgemeine Verunsicherung/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[17] Anmerkung
DE AT CH UK
1978 1. Allgemeine Verunsicherung Erstveröffentlichung: 1978
1981 Café Passé Erstveröffentlichung: 1981
1983 Spitalo Fatalo 5 Gold
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Oktober 1983
1984 À la carte 11 Gold
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. Dezember 1984
1985 Geld oder Leben! 10 Platin
(60 Wo.)
1 5-fach Platin
(78 Wo.)
3 Platin
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. November 1985
Verkäufe: 700.000 +
1987 Liebe, Tod & Teufel 3 Platin
(53 Wo.)
1 6-fach Platin
(38 Wo.)
1 2-fach Platin
(34 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. November 1987
Verkäufe: 450.000 +
1990 Neppomuks Rache 2 Platin
(41 Wo.)
1 4-fach Platin
(28 Wo.)
3 Platin
(23 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. Mai 1990
Verkäufe: 380.000 +
1991 Watumba! 17 Gold
(25 Wo.)
1 2-fach Platin
(22 Wo.)
15 Gold
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. November 1991
Verkäufe: 315.000 +
1994 Nie wieder Kunst (wie immer …) 40
(12 Wo.)
1 2-fach Platin
(25 Wo.)
17
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. November 1994
Verkäufe: 40.000 +
1997 Im Himmel ist die Hölle los 37
(6 Wo.)
1 Platin
(19 Wo.)
20
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. August 1997
Verkäufe: 20.000 +
1999 Himbeerland 55
(4 Wo.)
2 Platin
(21 Wo.)
30
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. Januar 1999
Verkäufe: 20.000 +
2003 Frauenluder 90
(1 Wo.)
1 Gold
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. April 2003
Verkäufe: 10.000 +
2007 Amore XL 46
(3 Wo.)
1 Platin
(30 Wo.)
83
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Oktober 2007
Verkäufe: 20.000 +
2010 Neue Helden braucht das Land 26
(6 Wo.)
1 Platin
(29 Wo.)
34
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. Februar 2010
Verkäufe: 20.000 +

Schriften[Bearbeiten]

  • 1988: Kann denn Schwachsinn Sünde sein...? 10 Jahre gelebter Wahnsinn, Peter Leopold (Herausgeber), Ueberreuter Verlag, Wien 1988, ISBN 3-8000-3296-1 [18]
  • 1991: Das EAV Songbook, Edition DUX, ISMN M-50017-101-0 [19]

Liste der Touren[Bearbeiten]

  • 1978–1979: Uschi im Glück
  • Winter 1978: Lametta Scheinwelt
  • Winter 1979: Ihr Kinderlein kommet
  • 1980–1982: Café Passé
  • 1983–1984: Spitalo Fatalo-Tour
  • 1985–1986: Geld oder Leben-Tour
  • 1988–1989: Pinguin-Tour
  • 1990–1991: Neppomuk-Tour
  • 1995-1996: Kunst-Tour
  • 1998-1999: Himmel und Hölle-Tour
  • 2000-2004: Best of-Show
  • 2005–2007: 100 Jahre EAV-Tour
  • 2008–2009: Amore-Tour
  • 2010-2011: Neue Helden-Tour
  • 2012-2013: Best of Show-Neandertal Tour
  • 2015: Werwolf Tour-Monsterball ist überall

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1982: Deutscher Schallplatten-Kritikerpreis
  • 1982: Berliner Wecker
  • 1986: Austropop-Columbus
  • 1986: Goldene Stimmgabel
  • 1987: Orfeus
  • 1987: Berolina
  • 1988: Berolina
  • 1988: Goldene Stimmgabel
  • 1991: World Music Award
  • 1992: RSH Gold
  • 2006: Goldene Stimmgabel

Trivia[Bearbeiten]

Bei einem Überfall auf eine Filiale der BAWAG in Wien am 27. Februar 2007 wurde von einem Anwohner das Lied Ba-Ba-Banküberfall lautstark über die ans Fenster gestellte Stereoanlage gespielt, bis die Polizei es unterband.[20]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erste Allgemeine Verunsicherung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kann denn Schwachsinn Sünde sein...?
  2. [1]
  3. [2]
  4. [3]
  5. [4], überprüft am 27. August 2014.
  6. [5]
  7. Buch: Kann denn Schwachsinn Sünde sein...?
  8. eav.at
  9. wissenswertes.at
  10. EAV Bandgeschichte 1980-89
  11. laut.de
  12. austriancharts.at
  13. [6]
  14. [7]
  15. [8]
  16. Austropop-Legenden: EAV
  17. Chartquellen: DE AT CH UK
  18. Österreichischer Bibliothekenverbund - Erste Allgemeine Verunsicherung : kann denn Schwachsinn Sünde sein ...? 10 Jahre gelebter Wahnsinn. Abgerufen am 15. August 2013.
  19. Das EAV Songbook. Abgerufen am 15. August 2013.
  20. Geiselnahme in Wiener Bank nach Stunden unblutig beendet. In: Die Welt