Ezekiel Mphahlele

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Ezekiel Mphahlele (* 17. Dezember 1919 in Marabastad, Pretoria, Südafrika; † 27. Oktober 2008 in Lebowakgomo; ab 1977 Es’kia Mphahlele) war ein südafrikanischer Autor und Literaturwissenschaftler.

Biografie[Bearbeiten]

Mphahlele wuchs in Maupaneng in der Nähe des damaligen Pietersburg (heute: Polokwane) auf. Mit 13 zog er mit seinen Geschwistern zu seiner Großmutter in die ärmlichen Slums seiner Geburtsstadt Pretoria. Er arbeitete dort in dem Waschsalon seiner Großmutter und besuchte eine Schule. Eine Ausbildung als Lehrer sicherte ihm eine Stelle als Sekretär in einer Blindenschule. Anschließend machte er seinen B.A. und seinen M.A. in englischer Literatur an der Universität von Südafrika. Ab diesem Zeitpunkt begann er zu publizieren und veröffentlichte einige Kurzgeschichten in verschiedenen afrikanischen Zeitschriften, wie Drum und New Age. 1945 heiratete er Rebecca Mochadibane. Seine erste Kurzgeschichtensammlung Man Must Live erschien 1946.

Mit seinen Veröffentlichungen griff er das Apartheids-Regime im Allgemeinen und den Bantu Education Act im Speziellen an und so wurde ihm 1951 die Lehrgenehmigung entzogen. Er arbeitete fortan als Literaturredakteur bei Drum. 1955 schloss er sich dem African National Congress an und verließ Südafrika 1957 in Richtung Lagos, Nigeria, wo er für die Church Mission Society arbeitete.

Von da an verbrachte er 20 Jahre im Exil und unterrichtete in verschiedenen Ländern wie Kenia und Sambia. In den Vereinigten Staaten erlangte er an der University of Denver 1968 die Doktorwürde und unterrichtete ab 1974 an der University of Pennsylvania.

Während der langen Jahre seiner Emigration publizierte er mehrere Kurzgeschichten sowie seine Autobiografie Down Second Avenue. Sein erster Roman The Wanderers erschien 1971. Er veröffentlichte auch die beiden kritischen Bücher The African Image (1962) und Voices in the Whirlwind (1972), die von der Fachwelt positiv gewürdigt wurden.[1]

1977 kehrte er nach Südafrika zurück und unterrichtete an der Witwatersrand-Universität, einer der führenden Universitäten seines Heimatlandes. Er war der erste schwarze Professor an dieser Universität und gründete dort ein Institut für afrikanische Literatur. Im Jahr seiner Rückkehr änderte er seinen Vornamen in Es’kia. 1980 und 1984 erschienen zwei weitere Romane, Chirundu und Father Come Home, der zweite Teil seiner Autobiografie folgte 1984 unter dem Titel Afrika My Music.

2002 gründete er das Es’kia Institute, das sich um die Sammlung und den Fortbestand afrikanischer Kultur bemüht.

Bedeutung[Bearbeiten]

Mphahlele wurde als „Nelson Mandela“ der afrikanischen Literatur und als Begründer der modernen südafrikanischen Literatur bezeichnet.[1] Seine autobiografischen Romane geben einen Einblick in die Situation der Schwarzen während des Apartheidregimes.

Bibliografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Englischsprachige Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Autobiografien[Bearbeiten]

  • Down Second Avenue (1959)
  • Afrika My Music (1984)

Romane[Bearbeiten]

  • The Wanderers (1969)
  • Chirundu (1979)
  • Father Come Home (1984)

Deutsche Übersetzungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b William Grimes: Es’kia Mphahlele, Chronicler of Apartheid, Dies at 88, Nachruf in der New York Times vom 31. Oktober 2008