FC Lustenau 07

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FC Lustenau 07
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Voller Name FC Lustenau 07
Gegründet 20. September 1907
Stadion Reichshofstadion
Plätze 8.800
Präsident Dieter Sperger
Trainer Daniel Madlener
Liga Erste Liga
2011/12 9. Platz
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Heim
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Auswärts
Eric Orie

Der FC Lustenau 1907 ist ein österreichischer Fußballverein aus Lustenau in Vorarlberg und spielt derzeit (2012/13) noch in der Ersten Liga. Die Vereinsfarben sind Blau-Weiß.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

In Lustenau kam es schon sehr früh zur Einführung des Fußballsportes. Verantwortlich dafür war unter anderem der Schweizer Emil Brüschweiler. Dieser spielte aktiv beim Schweizer Verein FC Romanshorn und weckte, nachdem er beruflich in das Stickereigeschäft Eduard Alge und Co in Lustenau eintrat, dort sehr schnell das Interesse der sportliebenden Lustenauer Bevölkerung. Die Wurzeln des FC Lustenau 07 liegen im alten Turnverein Lustenau, denn es waren hauptsächlich junge Turnvereinsangehörige, von denen manche während beruflicher Aufenthalte in England bereits Bekanntschaft mit dem Lederball gemacht hatten und an der Ausübung des Fußballspiels Freude fanden. Über Antrag des Lehrers Karl Bösch wurde daher um die Jahrhundertwende im Turnverein eine Fußballabteilung gegründet. Da es noch keinen Fußballverband und keine Konkurrenten aus dem eigenen Bundesland gab, konnte der TV Lustenau nur Spiele gegen deutsche und Schweizer Vereine bestreiten. Aus diesem Grund spielten die Fußballer des TV in der Bodenseevereinigung gegen Klubs wie FC Stachen (später FC Arbon), FC Konstanz, Friedrichshafen und FC Rheineck.

Bald kam es jedoch zu Auseinandersetzungen im Turnverein Lustenau, da zugunsten des Fußballspieles das Turnen immer mehr vernachlässigt wurde. Dies führte schließlich zur Abspaltung der Fußballsektion, die am 20. September 1907 im Gasthof zur Sonne die Gründungsversammlung des FC Lustenau abhielt. Die Vereinsleitung bestand aus lauter aktiven Fußballern und war in den Folgejahren maßgeblich am Aufschwung des Fußballs in Lustenau und ganz Vorarlberg beteiligt. Am 12. März 1913 stand der FC Lustenau 1907 z. B. Pate bei der Gründung des FC Dornbirn 1913. Im Jahr 1914 wurde dann mit dem SC Austria Lustenau der zweite Lustenauer Fußballverein gegründet, der aus dem konkurrierendem Turnerbund Lustenau hervorging. Während des Ersten Weltkrieges kam der Fußballsport im Ländle zum erliegen, da die Vereine den Spielbetrieb nicht mehr aufrechterhalten konnten. Bereits kurz nach dem Krieg wurde beim FC Lustenau 07 der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Nachdem immer mehr neue Vereine, wie zum Beispiel 1919 FC Bregenz und FC Bludenz entstanden, sprachen sich vor allem auch die Verantwortlichen des FC Lustenau für die Gründung eines Verbandes aus. 1920 war es soweit und der Vorarlberger Fußballverband wurde aus der Taufe gehoben.

Einer der bekanntesten Fußballspieler des FC Lustenau 07 vor dem Krieg war Ernst Künz. 1936 wurde er in die Olympia-Auswahl gewählt und erreichte mit der österreichischen Mannschaft bei den Olympischen Spielen von Berlin die Silbermedaille.

Während des Zweiten Weltkrieges kam es wieder zur Einstellung des Spielbetriebes. 1945 wurde jedoch unter dem Namen FC Rapid Lustenau der Spielbetrieb wieder aufgenommen. 1947 wurde der Verein wieder in FC Lustenau 07 rückbenannt. Der größte Erfolg der Lustenauer war der Aufstieg in die zweite österreichische Liga in der Saison 2000/01. Nach dem Abstieg eroberte die Mannschaft um Kapitän Manuel Rödl in der Saison 2005/06 eindrucksvoll (30 Spiele/ 27 Siege/ 3 Unentschieden/ 0 Niederlagen/ Torverhältnis 103:22) den Meistertitel in der Regionalliga West und spielt somit im folgenden Spieljahr wieder in der Ersten Liga.

Trainer der Mannschaft war der Holländer Eric Orie, der dem FC Lustenau sechs Jahre (2002–2008) lang als sportlicher Leiter vorstand. Zuvor war Orie, der in Österreich unter anderem für den FK Austria Wien und für den VfB Mödling in der Bundesliga spielte, als Spieler vier Jahre (1998–2002) für den Verein aktiv. Zum Ende des Herbstdurchganges 2008 wurde Orie, nachdem er mit der Mannschaft auf einem Abstiegsplatz stand, durch den Kroaten Nenad Bjelica ersetzt. Unter Bjelica gelang im Frühjahr 2009 letztlich der sichere Klassenerhalt in der Ersten Liga. In der Folgesaison 2009/10 belegte der Verein einen 8. Platz in der Ersten Liga, 2010/11 den 7. Platz. 2011/12 wurde man zwar nur Neunter, aufgrund des Lizenzentzuges vom LASK Linz blieb den Vorarlbergern aber die Relegation gegen den Meister der Regionalliga Mitte, den Grazer AK, erspart. In der Folge wurden aber Vorwürfe laut, der FC Lustenau habe sich die Lizenz für die Saison 2012/13 erschlichen.[1] Der Lizenzausschuss der Bundesliga teilte aber am 12. Juli 2012 mit, er könne keine Verletzung seiner Bestimmungen erkennen.[2] Allerdings wurde dann am 3. August bekannt, die Staatsanwalt Feldkirch ermittle gegen Präsident Sperger wegen schweren Betrugs und Geldwäsche.[3] Zu Jahresbeginn 2013 kursierten Gerüchte über einen Rückzug des Präsidenten und einen Verkauf der Lizenz.[4] Am 24. Januar 2013 gab Präsident Sperger bekannt, die Lizenz verkaufen, sich jedenfalls aber aus dem Profibetrieb zurückziehen zu wollen. Drei Tage zuvor war außer ihm der gesamte Vorstand zurückgetreten, es war von der Finanzpolizei ein Ordner mit Belegen für Doppelverträge mit Spielern beschlagnahmt worden.[5]

Trotz der sportlich erfolgreichen Saison, nach der Herbstsaison lag der Verein an der 5. Stelle der 2. Leistungsstufe, musste der FC Lustenau im März 2013 Konkurs anmelden. Trotzdem spielte der Verein die Saison 2012/13 zu Ende, wurde aber aufgrund der fehlenden Lizenz auf den letzten Platz zurückgereiht.[6]

Insolvenzursache (lt. Gläubigerangaben): Zum Einen haben sich nach einer Steuerprüfung erhebliche Rückzahlungsverpflichtungen ergeben, die nicht mehr bezahlt werden können. Zum Anderen führte das Ausbleiben von geplanten Sponsoreneinnahmen zu Liquiditätsengpässen und schlussendlich zur Zahlungsunfähigkeit. [7] Nach dem Rücktritt von Präsident Sperger übernahm ein Vierergremium beim FC das Ruder, der sich als erstes Ziel die Erfüllung der Quote für den Zwangsausgleich setzte. Da man an der drittklassigen Regionalliga West nicht teilnehmen will, wurde beim Vorarlberger Fußballverband bezüglich einer Aufnahme in die Vorarlbergliga Kontakt aufgenommen.[8]

Saisonen [Bearbeiten]

Saison Liga (Hierarchie) Platzierung ÖFB-Cup Anmerkung Ref.
1920/21 A-Klasse 1. FC Lustenau einziger Teilnehmer
1921/22 A-Klasse 1. 2 Teams
1922/23 A-Klasse 1. 2 Teams
1923/24 A-Klasse 1. 2 Teams
1924/25 A-Klasse 1. 3 Teams
1926 A-Klasse 1. 2 Teams
1927 A-Klasse 1. 3 Teams
1928 A-Klasse 3. 3 Teams
1929 A-Klasse 1. Für die Amateurmeisterschaft 1929 qualifiziert.(Finalist)
1929/30 A-Klasse 2.
1930/31 A-Klasse 1. Für die Amateurmeisterschaft 1931 qualifiziert.(1.Runde)
1931/32 A-Klasse 1. Für die Amateurmeisterschaft 1932 qualifiziert.(2.Runde)
1932/33 Vorarlbergliga 1. Für die Amateurmeisterschaft 1933 qualifiziert.(Finalist)
1933/34 Vorarlbergliga 1. Für die Amateurmeisterschaft 1934 qualifiziert (1.Runde)
1934/35 Vorarlbergliga 1. Für die Amateurmeisterschaft 1935 qualifiziert (2.Runde) sowie Gewinner der Tirol-Vorarlberg-Meisterschaft.
1935/36 Vorarlbergliga 1. Für die Amateurmeisterschaft 1936 qualifiziert (1.Runde) sowie Gewinner der Tirol-Vorarlberg-Meisterschaft.
1936/37 Vorarlbergliga 2.
1937/38 Vorarlbergliga 1.
1938/39 BKL Bodensee-Vorarlberg 1.
1939/40 BKL Bodensee-Vorarlberg 1.
1940/41 BKL Bodensee-Vorarlberg 2.
1941/42 BKL Lindau-Vorarlberg - Meisterschaft abgebrochen
1942-45 Zweiter Weltkrieg
1945/46 Vorarlbergliga 3. als Rapid Lustenau
1946/47 Vorarlbergliga 2. als Rapid Lustenau
1947/48 Vorarlbergliga 5.
1948/49 Vorarlbergliga 6.
1949/50 Vorarlbergliga (II) 5. 1.-6. qualifizieren sich für die neu gegründete Arlbergliga
1950/51 Arlbergliga (II) 6. Modus:12 Teams Aufstiegsplayoff(Meister) und 2 Absteiger [9]
1951/52 Arlbergliga (II) 12.
1952/53 Vorarlberg(III) 1.
1953/54 Arlbergliga (II) 8.
1954/55 Arlbergliga (II) 10. 3. Absteiger aufgrund des Abstieges von SW Bregenz
1955/56 Vorlberg(III) 1.*
1956/57 Arlbergliga (II) 3.
1957/58 Arlbergliga (II) 1. Qualifikation für Aufstiegsplayoff (an SV Austria Salzburg (Tauernliga) 1:4, 1:6 gescheitert)
1958/59 Arlbergliga (II) 1. Qualifikation für Aufstiegsplayoff ( an SV Austria Salzburg (Tauernliga) 1:5, 1:3 gescheitert)
1959/60 Arlbergliga (II) 7.
1959/60 Arlbergliga (II) 7. Gründung der Regionalliga West aus Tauernliga (2.-4.) und Arlbergliga (2.-7.)
1960/61 Regionalliga West(II) 6. Modus: 12 Teams - 1 Aufsteiger -4 Absteiger [10]
1961/62 Regionalliga West 6. Modus: 12 Teams - 1 Aufsteiger -3 Absteiger
1962/63 Regionalliga West(II) 9.
1963/64 Regionalliga West 7.
1964/65 Regionalliga West 9.
1965/66 Regionalliga West 4.
1966/67 Regionalliga West 2.
1967/68 Regionalliga West 4. Modus:Erweiterung auf 14 Teams
1968/69 Regionalliga West 4.
1969/70 Regionalliga West(II) 13.
1970-1994  ?
1994/95 Vorarlberg 2.Liga(IV)  ? Aufstieg
1995 Vorarlberg Landesliga(III) 4. "unteres Playoff" ( 10 Teams,1.-3. spielen in RL West -Rest Vorarlberg Regionalliga)
1996 Vorarlberg Regionalliga (IV) Meister Erweiterung der RLW auf 16 Teams [11]
1996/97 Regionalliga West(III) 10.
1997/98 Regionalliga West(III) 3.
1999/99 Regionalliga West(III) 5.
1999/2000 Regionalliga West(III) Meister Relegation gegen Mattersburg verloren (1:1; 0:5)
2000/01 Regionalliga West(III) Meister Relegation gegen Mattersburg gewonnen (3:0;3:3)
2001/02 Erste Liga (II) 10. Durch die Auflösung des SV Braunau Relegationsplatz geerbt,Relegation gegen Wiener Sportklub gewonnen (0:0;4:0)
2002/03 Erste Liga (II) 7.
2003/04 Erste Liga (II) 9. Relegation gegen SC Rheindorf Altach verloren (2:3; 2:3)
2004/05 Regionalliga West(III) 3. 1 Punkt Rückstand auf Meister
2005/06 Regionalliga West(III) 1. ungeschlagen (27 Siege 3 Remis)
2006/07 Erste Liga (II) 6. Klassenreform 10-->12
2007/08 Erste Liga (II) 4.
2008/09 Erste Liga (II) 9. Achtelfinale
2009/10 Erste Liga (II) 5. Achtelfinale Klassenreform 12 -->10
2010/11 Erste Liga (II) 7. Achtelfinale
2011/12 Erste Liga (II) 9. Achtelfinale Klassenerhalt wegen Lizenzentzug (LASK)
2012/13 Erste Liga (II) 5. Achtelfinale
Grün unterlegt: Aufstiege | Rot unterlegt: Abstiege |gold unterlegt:beste Leistung

Fans [Bearbeiten]

Im Jahr 2006 wurde der erste Fanclub, „Ultras Blue Power“, gegründet. Die Ultras veranstalten jedes Jahr mehrere Fanfahrten zu Auswärtsspielen. 2008 wurden die „Blue Freaks 08“ gegründet.

Titel und Erfolge [Bearbeiten]

  • Vorarlberger Landesmeister: 1918, 1921-27, 1929, 1931-36, 1939
  • 9 x Vorarlberger Landescupsieger: 1925, 1927, 1934, 1935, 1938, 1946 (als SC Rapid Lustenau), 1994, 2000, 2001
  • Bodensee-Meister: 1910, 1911, 1912, 1913
  • Meister der Arlbergliga: 1958, 1959
  • Westkreis-Meister: 1929, 1933
  • Meister der Landesklassen: 1980, 1985, 1987
  • Landesliga-Meister Vorarlberg: 1953, 1956
  • Meister Vorarlbergliga: 1995
  • Meister Regionalliga West: 2000, 2001, 2006

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. http://www.vol.at/massive-vorwuerfe-gegen-fc-lustenau-praesident-sperger/3301573
  2. http://sport.orf.at/#/stories/2130667/
  3. http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2544203/
  4. http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2567645/
  5. http://kurier.at/sport/fussball/fc-lustenau-gibt-auf/2.821.465
  6. http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2577548/
  7. http://www.90minuten.at/index.php/blogpresseschau/presseschau/vereine-verbaende/14390-fc-lustenau-meldet-insolvenz-an
  8. http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2584877/
  9. Austria Final League Tables Vorarlberg 1920-1960[Ligaendtabellen Vorarlberg 1920-1960 ] (englisch)
  10. Austria Final League Tables1910[Österreich Ligaendtabellen] (englisch).
  11. http://www.rsssf.com/tableso/oost96.html

Weblinks [Bearbeiten]