Weiß

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Dieser Artikel behandelt die Farbe Weiß. Für den Familiennamen siehe Weiß (Familienname), für weitere Bedeutungen siehe Weiß (Begriffsklärung).
Weiß
(Farbcode: #ffffff)

Weiß ist die hellste aller Farben. Es ist, wie Schwarz und Grau, eine unbunte Farbe. Weiß ist keine Spektralfarbe, sondern entsteht durch ein Gemisch aus Einzelfarben, das den gleichen Farbeindruck hervorruft wie Sonnenlicht.

Weißes Licht[Bearbeiten]

Weiß entsteht auch durch drei geeignete LED mit visuell gleicher Intensität.

Für den Menschen entsteht der Farbeindruck weiß immer, wenn ein Material das Licht so reflektiert (resp. remittiert), dass alle drei Zapfen in der Netzhaut des Auges in gleicher Weise und mit ausreichend hoher Intensität gereizt werden. Entsprechendes gilt für die Lichtfarbe von Selbststrahlern. Der Farbreiz für das Wahrnehmen von Weiß besteht also darin, dass alle drei Farbvalenzen gleich sind. Entsprechend der Natur der Lichtwahrnehmung kann dies auf verschiedenen (geeigneten) Spektren beruhen, wegen der notwendigen Gleichheit der Farbvalenzen bezeichnet man diese Farbe auch als unbunt.

In der Natur, speziell bei der Sonnenstrahlung, liegen auf Grund der Entstehung der Strahlung Überlagerungen von Wellenlängen vor (Planckscher Strahler). Die Sichtbarkeit von Licht wird durch die Empfindung des Auges von Mensch oder Tier bestimmt. Benachbarte Teile des elektromagnetischen Spektrums sind Infrarot und Ultraviolett, die aber nicht mehr mit den visuellen Sensoren in Interaktion treten. Der individuelle Eindruck für Weiß ist in einer bestimmten Breite der Strahlungsintensität gegeben, sinkt die Intensität der (dennoch gleichmäßigen) Farbvalenz, so entsteht der Eindruck Neutralgrau, der ebenfalls unbunt ist und entsprechend der Definition eine größere Breite [1] an „Absoluthelligkeit“ umfasst.

Mit einem Prisma kann weißes Licht in sein Spektrum zerlegt werden

Wenn ein solches weißes Licht gebrochen wird, werden die Wellenlängen aufgrund der Dispersion unterschiedlich stark abgelenkt und in das bekannte Bild des kontinuierlichen Spektrums zerlegt. Für den Menschen werden so die Spektralfarben violett, blau, grün, gelb, orange und rot sichtbar. Andere Anteile wie das Ultraviolett und Infrarot, die im „weißen“ Sonnenlicht ebenfalls enthalten sind, werden nicht wahrgenommen, da unsere Rezeptoren dafür nicht empfindlich sind oder die Wellenlängen zum Schutz bereits von der Hornhaut abgefangen werden.

Farbenlehre[Bearbeiten]

Bei Fernsehgeräten und Computermonitoren entsteht die Farbe ›Weiß‹ durch eine additive Mischung gleicher Intensitäten der Farben Rot, Grün und Blau. Demgemäß hat ›Weiß‹ im RGB-Farbraum den Wert RGB = (255, 255, 255) bei 8-bit-dezimal-Darstellung oder RGB = (FF FF FF) bei hexadezimaler Darstellung. Für den Monitor gilt entsprechend RGB = (Imax, Imax, Imax) wenn Imax die volle Intensität des Elektronenstrahles im Gerät bezeichnet.

Im Lab-Farbraum gilt für Weiß entsprechend: {L+,a*,b*} = {100, 0, 0}, wobei allerdings etwa ein Papier oder weiße Textilien auch schon bei L* > 80 als Weiß akzeptiert werden. Die Besonderheit des Weißen führte zur Definition verschiedener Maße, die als Weißgrad eingeführt sind. Weicht der Farbton von a* = b* = 0 ab, entsteht ein Farbstich, der bei einigen Weißgradformeln im Maß beachtet wird.

Die Symbolik der Farbe Weiß[Bearbeiten]

Heraldik[Bearbeiten]

In der Heraldik kann bei Wappenmalereien die Tinktur Silber, das als Metall bezeichnet wird, durch „Weiß“ ersetzt werden.

Kampfkunst[Bearbeiten]

Budō-Gürtel (jap. Obi) in den Farben der fünf Schülergrade (jap. Gokyū).

In vielen Kampfkünsten − wie Jiu Jitsu, Judo und Karate − wird ein Gürtel (jap. Obi) als Teil der Kampfsportkleidung (jap. Keikogi) getragen. Der weiße Gurt ist der niedrigste Schülergrad (jap. Kyū-Grad), den jeder Anfänger direkt bekommt. Die weiße Farbe repräsentiert den „reinen und unbefleckten“ Kenntnisstand des Budōka. Der klassische Ursprung für die weiße Farbe der Anzüge (und somit auch der Gürtel) ist jedoch in der Samurai-Tradition begründet. Weiß steht in Japan auch für Männlichkeit und Tod, weshalb diese Farbe oft von Samurai unter ihrer Rüstung getragen wurde, um ihre Bereitschaft, bis zum Äußersten zu gehen, darzustellen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: White – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Weiß – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten]

  • Barbara Oettl: Weiß in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Studien zur Kulturgeschichte einer Farbe. Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7954-2092-5.
  • M. H. Bernd Hering: Weiße Farbmittel. Ein Nachschlagewerk für Konservatoren, Restauratoren, Studenten, Architekten, Denkmalpfleger, Kunstwissenschaftler, Maler, Sachkundige und Interessierte. Eigenverlag, Fürth 2000, ISBN 3-00-005887-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neutralgrau: Alles, was dunkler als Weiß - und heller als Schwarz ist.
Farb-Check-RGB.png

Die in diesem Artikel angezeigten Farben sind nicht farbverbindlich und können auf verschiedenen Monitoren unterschiedlich erscheinen.
Eine Möglichkeit, die Darstellung mit rein visuellen Mitteln näherungsweise zu kalibrieren, bietet das nebenstehende Testbild (nur wenn die Seite nicht gezoomt dargestellt wird): Tritt auf einer oder mehreren der drei grauen Flächen ein Buchstabe („R“ für Rot, „G“ für Grün oder „B“ für Blau) stark hervor, sollte die Gammakorrektur des korrespondierenden Monitor-Farbkanals korrigiert werden. Das Bild ist auf einen Gammawert von 2,2 eingestellt – den gebräuchlichen Wert für IBM-kompatible Computer. Apple-Macintosh-Rechner hingegen verwenden bis einschließlich System 10.5 („Leopard“) standardmäßig einen Gammawert von 1,8, seit dem System 10.6 („Snow Leopard“) kommt Gamma 2,2 zum Einsatz.