Falkenhayn (Adelsgeschlecht)

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Stammwappen derer von Falkenhayn

Falkenhayn (auch Falkenhain) ist der Name eines deutschen Adelsgeschlechts. Erste Vertreter lassen sich im 13. Jahrhundert im Bistum Merseburg nachweisen, später gelangten sie vor allem in Schlesien und Österreich zu Besitz und Ansehen. Zweige der Familie bestehen bis heute.

Geschichte[Bearbeiten]

Eugen von Falkenhayn
(* 1792; † 1853)
Julius von Falkenhayn
(* 1829; † 1891)
Erich von Falkenhayn
(* 1861; † 1922)

Herkunft[Bearbeiten]

Ein mutmaßlicher Vertreter des Geschlechts erscheint erstmals im Jahre 1216 als Zeuge in einer Urkunde des Bischofs Ekkehard von Merseburg als Rudolfus de Ualkinhain.[1] Dieser Rudolfus wird bis 1232 noch mehrfach als Kanoniker im Domkapitel Merseburg urkundlich erwähnt. 1352 tritt dann ein Rudolfe als Burggraf von Valkenhayn in den Urkunden des Bistums Merseburg in Erscheinung.[2]

Die ununterbrochene Stammreihe beginnt jedoch mit Konrad von Falkenhayn, herzoglich-schweidnitzer Rat, der 1290 bis 1303 in Urkunden genannt wird.

Es lässt sich nicht belegen, dass Falkenhain bei Wurzen der Namen gebende Stammsitz der Familie ist, zumal der 1216 erwähnte erste Träger des Namens im Dienst des Bischofs von Merseburg stand, so dass eine mögliche Verbindung zu Falkenhain im Altenburger Land wahrscheinlicher ist, wo es ebenfalls ein Rittergut gab.

Eine Verwandtschaft bestand wahrscheinlich zu dem brandenburgischen Adelsgeschlecht von Falkenhagen, die ein ähnliches Wappen führten. Der in älterer Literatur als Stammvater des Geschlechts genannte Falko, der nach der Schlacht bei Riade im Jahre 933 von König Heinrich I. zum Ritter geschlagen und mit Falkenhain im Stift Wurzen belehnt worden soll, ist genealogisch nicht nachweisbar.

Ausbreitung und Besitzungen[Bearbeiten]

Noch im 13. Jahrhundert wurden Mitglieder der Familie in Niederschlesien ansässig. Dort errichteten sie ihren Sitz Falkenhain bei Schönau. Von Schlesien aus gelangten Zweige nach Ost- und Westpreußen, in die Mark Brandenburg, nach Pommern, in die Grafschaft Glatz und nach Österreich.

Balthasar von Falkenhayn war 1504 herzoglich-liegnitzscher Oberküchenmeister. Einer seiner Nachkommen, Georg von Falkenhayn, erscheint um 1617 als herzoglich-liegnitzscher Geheimrat und Landesältester. Sein Enkel Friedrich von Falkenhayn (* 1649) kam als kurbraunschweig-lüneburgischer Geheimrat und Gesandter am kaiserlichen Hof zuerst nach Österreich. Er trat in kaiserliche Dienste, wurde Hofkriegsrat und Kämmerer. Sein Sohn aus zweiter Ehe mit Maria Elisabeth Gräfin von Abensperg-Traun, Nicolaus Norbert Graf von Falkenhayn († 1777), war ebenfalls kaiserlicher Kämmerer und niederösterreichischer Regierungsrat. Er war verheiratet mit Maria Franziska Gräfin von Kollonitz. Von ihren beiden Söhnen Ernst August Graf von Falkenhayn und Eugen Graf von Falkenhayn stammen alle weiteren Grafen von Falkenhayn ab.

Eugen Isidor Graf von Falkenhayn (* 1792; † 1853), Sohn des 1826 verstorbenen Grafen Eugen von Falkenhayn, war Geheimrat und Feldzeugmeister. Er besaß die Herrschaften Girines, Droß, Ottenschlag und Rechberg. Sein Bruder Johann Graf von Falkenhayn wurde kaiserlicher Kämmerer und Feldmarschallleutnant. In Schlesien war die Familie unter anderem mit Royn, Rothkirch, Rüstern, Seichau und Gassendorf besitzlich. Bis in neuerer Zeit gehörte ihnen auch das Gut Raschwitz im Landkreis Falkenberg O.S. Eine schlesische Linie nannte sich von Falkenhayn und Brauchitschdorf.

Bedeutende Angehörige aus neuerer Zeit waren Graf Julius von Falkenhayn (* 1829; † 1899), österreichischer Militär und Politiker. Er war zunächst kaiserlicher Kämmerer, Rittmeister und Adjutant des Kaisers, quittierte aber bereits 1857 seinen Dienst. 1871 wurde er Landeshauptmann von Oberösterreich und ab 1879 Landwirtschaftsminister, ein Ressort, das er in mehreren Kabinetten bis 1893 wahrnahm. Er vertrat eine rechts-konservative Politik, erwarb sich aber auch Verdienste mit seinem Forstgesetznovellen zum Schutz der Wälder, der Karstaufforstung und Wildbachverbauung.

Einer der bekanntesten Vertreter der Familie war der preußische General, Kriegsminister und Chef des Generalstabes Erich von Falkenhayn (* 1861; † 1922). Er war Militärberater in China, wo er als Generalstabsoffizier des Ostasiatischen Expeditionskorps an der Niederschlagung des Boxeraufstandes 1901 beteiligt war. Im Juli 1913 wurde er preußischer Kriegsminister und im September 1914 Chef des Generalstabs. Er gehörte zu den Schlüsselfiguren um den Ausbruch des Ersten Weltkrieges und war an der Planung der Schlacht von Verdun im Jahr 1916 beteiligt.

Am 8. Oktober 1905 wurde ein Familienverband gegründet.

Standeserhebungen[Bearbeiten]

Friedrich von Falkenhayn, kaiserlicher Hofkriegsrat und Generalkriegskommissar, erhielt am 1. August 1682 zu Wien den böhmischen Freiherrenstand. Damit verbunden war eine Wappenvereinigung mit dem erloschenen Geschlecht von Holzapfel. Am 9. Dezember 1689 zu Augsburg wurde er in den böhmischen Grafenstand und am 9. März 1690 zu Wien in den Reichsgrafenstand mit einer Wappenbesserung erhoben.

Ernst August Graf von Falkenhayn wurde am 7. April 1718 in den niederösterreichischen Herrenstand aufgenommen. Am 25. November 1867 wurden Angehörige der Familie erbliche Mitglieder im Herrenhaus des österreichischen Reichsrates.

Wappen[Bearbeiten]

Stammwappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber ein rotes Jagdhorn (mittelalterliche Form: Hifthorn) ohne Beschlag und Band. Auf dem Helm das Horn vor fünf natürlichen Reiherfedern. Die Helmdecken sind rot-silbern. Das Wappen wurde nach einem Beschluss des Geschlechtsverbandes vom 11. Oktober 1930 als einheitliches Wappen angenommen. (Vorher variierten die Abbildungen, die Schallöffnung des Horns war mal rechts- mal linksgerichtet, mal ohne, mal mit (schwarzen) Beschlägen und Schnur dargestellt; auf dem Helm wurden statt der Reiher- auch Pfauenfedern gezeigt und teilweise fiel dort das Horn als Helmzier weg.)

Gräfliches Wappen[Bearbeiten]

Das böhmische Grafenwappen, verliehen 1689, ist geviert und belegt mit einem silbernen Mittelschild, darin ein rotes Jagdhorn (Stammwappen). 1 und 4 in Blau drei schräggestellte goldene Äpfel (Wappen der erloschen Familie von Holzapfel), 2 in Rot ein einwärtsgekehrter silberner Löwe (Wappen von Böhmen), 3 von Silber und Schwarz geteilt, darin ein fischgeschwänztes einwärtssehendes Einhorn in verwechselten Farben (Wappen derer von Nimptsch). Das Wappen hat drei Helme mit rot-silbernen Helmdecken. Auf dem rechten und linken ein rotes Jagdhorn, die Mündung auswärts gekehrt mit je einem grauen Reiherbusch besteckt (Stammhelm). Auf dem mittleren der Löwe wachsend.

Stammwappen derer von Falkenhayn (Märkische Linie) im Siebmacher 1605

Namensträger[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. P. Kehr (Bearb.): Urkundenbuch des Hochstifts Merseburg, 1. Teil (962–1357), Halle, 1899 (= Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete, 36), S. 137.
  2. P. Kehr (Bearb.): Urkundenbuch des Hochstifts Merseburg, 1. Teil (962–1357), Halle, 1899 (= Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete, 36), S. 899.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Falkenhayn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien