Ferdinand Dorsch

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Ferdinand Dorsch (voller Name Ferdinand Franz Engelbert Dorsch; * 10. Dezember 1875 in Fünfkirchen, Ungarn; † 13. Januar 1938 in Dresden-Blasewitz, Sachsen) war ein deutscher Maler und Graphiker. Er war Gründungsmitglied der Elbier, Vorstandsmitglied des Sächsischen Kunstvereins und Professor an der Kunstakademie Dresden.

Leben[Bearbeiten]

Dorsch wurde 1875 im ungarischen Fünfkirchen geboren und wuchs ab 1888 in Wien auf. Aufgrund eines Stipendiums des Fürsten Reuß konnte er ab 1891 an der Dresdner Akademie studieren, unter anderem bei Leon Pohle und Ferdinand Pauwels. An die Ausbildung bei Gotthardt Kuehl von 1895 bis 1898 schloss sich eine lebenslange Freundschaft der beiden.

Er kehrte 1898 nach Wien zurück und machte Bekanntschaft mit dem Secessionisten Carl Moll, seit 1899 war Dorsch selbst Mitglied der Wiener Secession. In dieser Zeit führte er neben Foto-Retuschen an Porträtvergrößerungen auch Porträt-Aufträge aus. Aber schon 1901 ging Ferdinand Dorsch wieder nach Dresden zurück, wo er 1902 Gründungsmitglied der Künstlergruppe Die Elbier war, die er auch leitete und mit ihr bis 1912 im Wiener Hagenbund gastierte. Mit seinem Freund, dem Impressionisten Gotthard Kuehl unternahm er von 1903 bis 1907 mehrere Reisen nach Überlingen am Bodensee, er wandte sich zunehmend selbst dem Impressionismus zu.

In Dresden unterhielt Dorsch von 1904 bis 1916 eine eigene Malschule, die er aus Mangel an Aufträgen gründete. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Marianne Britze, Annemarie Heise und Conrad Felixmüller, mit dem ihn bis zu seinem Weggang nach Berlin eine Freundschaft verband. Ab 1914 hatte Dorsch eine Professur an seiner einstigen Ausbildungsstätte, der Dresdner Akademie, inne und gab 1916 seine Malschule auf. Zu seinen dortigen Schülern zählten neben Otto Dix, Franz Lenk und Georg Siebert auch Walter Tanau, Theodor Rosenhauer, Robert Liebknecht, Günter Schmitz und Paul Sinkwitz. Er war 1926/1927 und ab 1935 Rektor der Akademie.

Dorsch war von 1906 bis 1921 Vorstandsmitglied des Sächsischen Kunstvereins, seit 1918 als stellvertretender Vorsitzender. Er erwarb sich große Verdienste um das Dresdner Ausstellungsleben und beteiligte sich selbst an Ausstellungen neben Dresden auch in Berlin, Düsseldorf, Mannheim, München und weiteren Orten. In Berlin wurde 1935 eine Sonderausstellung seiner Werke abgehalten. Er hatte ab 1916 ein eigenes Malatelier und von 1922 bis 1935 ein gemeinsames mit seinem Kollegen Max Feldbauer, was zu einer stilistischen Annäherung der beiden führte.

Ferdinand Dorsch starb am 13. Januar 1938 im Dresdner Villenstadtteil Blasewitz. Er wurde auf dem Johannisfriedhof beigesetzt; das Grab ist erhalten.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

  • 1896: große silberne Medaille der Dresdner Akademie
  • 1898: kleine goldene Medaille der Dresdner Akademie für das Triptychon Ein deutsches Lied
  • 1904: Goldmedaille der Großen Kunst-Ausstellung in Dresden für das Gemälde Schumannsche Träumerei (1904)
  • 1909: Goldmedaille auf der Internationalen Kunst-Ausstellung München und der Akademie-Ausstellung Dresden für das Gemälde Lampionfest (1909)
  • 1913: Bronze-Medaille im Londoner Crystal Palace
  • 1914: Wasaorden 1. Klasse, verliehen durch Gustav V. von Schweden
  • 1918: Ritterkreuz des Albrechts-Ordens

Sammlungen[Bearbeiten]

Ferdinand Dorschs Gesamtwerk ist bislang nicht vollständig erfasst. Neben Werken der Malerei finden sich untergeordnet auch lithographische Arbeiten; neben Einzelporträts entstand 1926/1927 auch das Gruppenbildnis Der Senat der Technischen Hochschule Dresden.

Museen und Galerien, in denen sich Dorschs Werke befinden, sind unter anderem:

Literatur[Bearbeiten]

  • Ferdinand Dorsch 1875–1938: Ein Künstlerleben in Dresden. Ausstellungskatalog und Dokumentation der Galerie von Abercron, Köln 1976, mit Beiträgen u.a. von Georg Siebert und Conrad Felixmüller. DNB 770560237
  • Dresden, ein Traum. Lithographien und Zeichnungen von Ferdinand Dorsch. Dieter Hoffmann (Hrsg.), Hellerau-Verlag: Dresden 1993. DNB 941811921
  • Ausstellung der Absolventen der Hochschule für Bildende Künste Dresden 1995. Arbeiten auf Papier I. Dresden 1995.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ferdinand Dorsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien