Cockpit

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Teil eines Luftfahrzeuges. Weitere Bedeutungen sind unter Cockpit (Begriffsklärung) aufgeführt.
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Cockpit einer McDonnell Douglas DC-10 aus den 1970er Jahren mit Flugingenieur

Das Cockpit (auch: Pilotenkanzel oder Flight Deck) ist ein Teil eines Luftfahrzeuges und der Arbeitsplatz eines oder mehrerer Piloten und gegebenenfalls eines Flugingenieurs. Vom Cockpit aus wird die gesamte Steuerung vorgenommen. Ferner werden hier sämtliche fliegerischen und technischen Prozesse veranlasst und kontrolliert.

Lage und Aufteilung[Bearbeiten]

Modernes Cockpit eines Airbus A319 mit zwei Piloten
Cockpit einer Antonow An-24 während des Fluges
Blick auf das Cockpit einer Boeing 747-400 der Lufthansa.

Das Cockpit befindet sich an der Frontseite des Fahrzeuges hinter der Flugzeugnase und meistens direkt hinter der Radaranlage oder bei Frachtflugzeugen mit Bugladeklappe über der Flugzeugnase. Der Kapitän und eventuell sein Co-Pilot sitzen in Flugrichtung. In Starrflügelflugzeugen sitzt der Kapitän in der Regel links vom Co-Piloten, in Hubschraubern auf der rechten Seite. In den meisten Kampfflugzeugen sitzen der Pilot und der Waffensystemoffizier wegen Platzmangels hintereinander und verständigen sich über eine Sprechanlage.

Der Flugingenieur, sofern vorgesehen, sitzt bei großen Verkehrsmaschinen quer zur Flugrichtung, meist hinter dem Co-Piloten mit Blick auf seine Instrumente auf der Steuerbordseite. Der Navigator (den es bis vor einigen Jahrzehnten im Cockpit noch gab, ebenso wie einen Funker) saß dementsprechend noch ein Stück weiter hinten (um einen Durchgang frei zu lassen), meist hinter dem Kapitän, quer zur Flugrichtung mit Blick auf seine Instrumente an der Backbordseite.

Größere Fluggeräte haben ein abgetrenntes Cockpit, sodass Störungen bei der Arbeit vermieden werden. Das erste Flugzeug mit einer abgeschotteten Kabine war das 1913 gebaute Flugzeug The Grand von Igor Iwanowitsch Sikorski.

Ausstattung[Bearbeiten]

Im Cockpit eines modernen Verkehrsflugzeuges sind mehrere Hundert Bedien- und Kontrollelemente für den Betrieb, die Steuerung, die Kontrolle, die Navigation, die Kommunikation und den Betriebsablauf vorhanden. Das Cockpit der Boeing 747-300 beinhaltet beispielsweise 971 Bedienelemente und Anzeigen.[1] Mit dem Fortschreiten der Computertechnik ist die Anzahl immer kleiner geworden, sie liegt heute bei Großraumflugzeugen etwa bei 300. Es lassen sich heute mehr Informationen abrufen, jedoch werden nicht mehr alle gleichzeitig angezeigt. Viele Funktionen werden jetzt über die Menüstruktur der Flight Management Systeme bedient.

Steuerung[Bearbeiten]

Die wichtigsten Bedienelemente sind das Steuerhorn oder der Steuerknüppel, heute auch Sidesticks, für Höhen- und Querruder, Pedale für Seitenruder und Radbremsen, Gas- oder Schubhebel und Hebel zur Bedienung der Auftriebshilfen, der Störklappen und des Fahrwerks, sowie Handräder für die Bugradsteuerung beim Rollen am Boden. In älteren Modellen werden mechanische Elemente durch Seilzüge gesteuert, heute findet bei großen Flugzeugen Fly-by-Wire Anwendung.

Funk und Navigation[Bearbeiten]

Weiterhin finden sich im Cockpit die Bedieneinheiten der Funkgeräte, des Flight Management Systems, des Autopiloten und eventuell automatischer Schubregelanlagen, der Sicherungsautomaten, der Feuerlöschanlagen, der Sprechanlage, usw.

Instrumente[Bearbeiten]

Center Panel mit Triebwerks-Anzeigen einer BAe 146-100 während eines Fluges
Instrumente im Cockpit einer Twin Otter

Wichtige Instrumente sind der Fahrtmesser, der künstliche Horizont, der Höhenmesser, das Variometer, der Kurskreisel, der Kompass, der Drehzahlmesser, der Wendezeiger, der Radiokompass, der VOR-Anzeiger, die Tankmengenanzeige, die Öldruck- und Öltemperaturanzeige, die Ladedruckanzeige etc.

Sonstige Ausstattung[Bearbeiten]

Auch befinden sich im Cockpit Unterlagen wie Handbücher, Kartenmaterial, Funkfrequenzlisten und andere wichtige schriftliche Aufstellungen. Die bei Verkehrsflugzeugen zahlreichen Bordcomputer befinden sich in der Regel unter oder hinter dem Cockpit.

Die Anzeigen sind hauptsächlich frontal vor dem Körper unterhalb der Sichtachse der Piloten angeordnet, während sich die meisten Schalter und Kontrolllampen über dem Kopf oder quer zur Flugrichtung befinden.

Für Nachtflüge müssen sämtliche Anzeigen beleuchtet sein, zusätzlich ist mindestens eine funktionsbereite Taschenlampe mitzuführen. Moderne Cockpits sind mit Computertechnik ausgestattet; so findet man hier eine Vielzahl an großen und kleinen Monitoren vor. Die eigentlichen Computer der Avionik befinden sich in modernen Verkehrsflugzeugen meist in einem Raum unter dem Cockpit. Der neueste Stand der Technik sind "Glascockpits", auch Elektronisches Fluginformationssystem genannt.

Piloten tragen in der Regel Kopfhörer oder Headsets, die zur Minderung des Umgebungslärms und zur Entlastung des Gehörs der Piloten oft als geräuschreduzierende Kopfhörer ausgestaltet sind. Zum Schutz vor Luftpiraten sind die Türen zur Kabine bei Passagierflugzeugen heute verriegelt und gepanzert. In Kampfflugzeugen sind die Sitze der Piloten als Schleudersitz ausgestaltet. Bei der Auslösung wird die Glaskuppel weggesprengt. Notausstiege gibt es meist nur in größeren Flugzeugen.

Fenster[Bearbeiten]

Die Fenster des Cockpits sind entspiegelt, können teilweise mit einer wasserabweisenden Flüssigkeit, dem „Rain Repellent“ benetzt werden und haben häufig Scheibenwischer an den Frontscheiben. Ferner gibt es Sonnenblenden zur Front und zur Seite. Die Seitenfenster können bei vielen Mustern geöffnet werden. Manche Flugzeugtypen haben auch eine Sicht nach unten seitlich und frontal.

Einige Militärflugzeugtypen haben Fenster im Boden, damit der Bordschütze von unten angreifende feindliche Jäger (siehe auch Schräge Musik) sehen und mit Bordwaffen bekämpfen kann. Oft sind diese Fenster unterhalb des Cockpits eingebaut, beispielsweise bei der Boeing AL-1.

Etymologie des Begriffs Cockpit[Bearbeiten]

Der Ausdruck Cockpit stammt von den Kriegsschiffen des 18. Jahrhunderts; hier wurde das Lazarett, das sich bei größeren Schiffen in der Regel auf dem Orlopdeck ganz vorne im Bug, direkt bei der 2. Kammer des Schiffarztes, befand, so genannt. Da normalerweise viel Blut bei den Verletzten floss, bürgerte sich auf den englischen Schiffen die scherzhafte Bezeichnung Cockpit ein (in Anlehnung an Hahnenkämpfe, die bekanntlich sehr blutig sein können).

Cock (englisch: Hahn) und pit (englisch: Grube) bedeuten eigentlich Hahnengrube, wobei mit der „Grube“ die Kampfarena für Hahnenkämpfe gemeint war. (Im gleichen Sinn wurde das Wort „pit“ auch für die Kampfarena für Hundekämpfe benutzt, woher z. B. die Rassebezeichnung Pit-Bullterrier stammt.)

Daher geht eine viel einfachere Erklärung für die Bezeichnung Cockpit dahin, dass im Ersten Weltkrieg, als der Begriff Cockpit geprägt wurde, dieses tatsächlich ein Loch im Rumpf der (damals offenen) Flugzeuge war, in die sich der Kampfhahn, also der Kampfpilot, setzte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Boeing 747 www.airguideonline.com (PDF-Datei, englisch; 74 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cockpit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Cockpit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen