Foundation-Zyklus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Foundation-Zyklus ist Teil des Werkes des Science-Fiction-Schriftstellers Isaac Asimov. Den bekanntesten und ursprünglich zentralen Teil bildet die Foundation-Trilogie, die den Untergang eines galaktischen Imperiums und den darauffolgenden Neuaufbau einer interstellaren menschlichen Zivilisation beschreibt. Zentrales Element ist die von dem Mathematiker Hari Seldon entwickelte fiktive Wissenschaft der Psychohistorik. Für den Aufbau der neuen Zivilisation wird das Tarnprojekt der Enzyklopädie-Foundation gegründet, deren vordergründiger Zweck die Sammlung allen Wissens in einer Encyclopaedia Galactica ist und die tatsächlich durch die Konzentration der besten Wissenschaftler ihrer Zeit Forschung und Entwicklung zu neuen Blüten treiben wird.

Später ergänzte Asimov die Foundation-Trilogie um weitere Werke, um sie mit seinen früheren Roboter- und Imperiumsromanen zu verbinden und einen kohärenten Foundation-Zyklus zu bilden. Nach seinem Tod wurde eine zweite Foundation-Trilogie von Gregory Benford, Greg Bear und David Brin geschrieben, die Asimovs Chronologie des Foundation-Universums ergänzt.

Inhaltsübersicht[Bearbeiten]

Der Zyklus umfasst, soweit die frühen Roboter-Geschichten berücksichtigt werden, einen Zeitraum von über 20.000 Jahren. Die eigentliche Hauptfigur des gesamten Zyklus ist der menschlich erscheinende Roboter R. Daneel Olivaw (das R zeigt an, dass es sich um einen Roboter handelt). Er tritt erstmals im zweiten Buch des Zyklus, Die Stahlhöhlen auf und existiert über den gesamten Zyklus. Olivaw lenkt hintergründig und für die Menschen weitgehend unsichtbar die Geschicke der Menschheit in der gesamten Galaxis. So löst er bspw. während einer Phase der Stagnation der Menschheit eine zweite Besiedlungswelle der Menschen auf der Erde in die Milchstraße aus, er steuert als Kanzler des galaktischen Imperiums mit sanfter Hand das Reich, initiiert die Erfindung der Psychohistorik durch Hari Seldon, beeinflusst sowohl die Foundation auf Terminus als auch auf Trantor und führt im letzten Buch die Weiterentwicklung der Menschheit zu einer Schwarmintelligenz auf dem Planeten Gaia herbei, die später die gesamte Galaxis umfassen soll.

Roboter-Kurzgeschichten[Bearbeiten]

Die Roboter-Kurzgeschichten führen in die Handlungsmuster und Denkweise der Roboter in Asimovs Romanen ein. Sie beschreiben die Entwicklung der Roboter und des sie herstellenden Unternehmens US Robot und Mechanical Brain A. G. (US Robots and Mechanical Men), die 1982[1] von Lawrence Robertson gegründet wurde. Die einzelnen Kurzgeschichten stellen dabei jeweils einen Aspekt, der sich aus den Robotergesetzen ergibt, in den Mittelpunkt. Dabei treten bevorzugt als Figuren die Roboterpsychologin Dr. Susan Calvin, der Leiter der Forschungsabteilung Dr. Alfred Lanning und sein Nachfolger Dr. Peter Bogert sowie die beiden Ingenieure Gregory Powell und Mike Donovan auf.

Die Roboter-Romane[Bearbeiten]

Die Roboter-Romane können auch als SF-Kriminalromane bezeichnet werden. Als zentrale Figur agiert der Kommissar der New Yorker Polizei Elijah Baley. Er löst auf der Erde und verschiedenen Welten Mordfälle, die immer im Zusammenhang mit Robotern stehen. Dabei trifft er auch gleich zu Beginn den Roboter R. Daneel Olivaw, der ihn zunächst als Assistent unterstützt und später zum Freund wird. Dieser Zeitabschnitt ist davon gekennzeichnet, dass die erste Besiedelungswelle von der Erde aus in den Weltraum stattgefunden hat. Dabei ist es zu einer Spaltung zwischen Erde und den besiedelten 50 Planeten, den Spacer-Welten gekommen. Die Spacer verstehen sich als die besseren Menschen und verhindern zunächst, dass weitere Welten durch die Menschen der Erde besiedelt werden. Durch die Manipulation von R. Giskard Reventlov, einem Roboter und Mentor von R. Daneel Olivaw, in deren Folge die Erde radioaktiv verseucht wird, startet eine zweite Besiedlungswelle der Menschen.

Die Imperium-Romane[Bearbeiten]

Die drei Imperium-Romane beschreiben die Zeit nach der weitgehenden Besiedlung der Galaxie durch die Menschen, die im Gegensatz zur ersten Besiedlungswelle weitgehend ohne Roboter stattfand. Es sind unterschiedliche Zivilisationen entstanden, die Ähnlichkeit mit der Zivilisation der ursprünglichen Erde schwindet ebenso wie die Kenntnis der Menschen um ihre Herkunft von nur einem einzigen Planeten. Es gibt Rivalitäten zwischen unabhängigen Machtblöcken, die jeweils Teile der Galaxis dominieren. Letztendlich entsteht das Galaktische Imperium, welches vom Planeten Trantor aus die gesamte besiedelte Galaxis beherrscht.

Die Foundation-Romane[Bearbeiten]

Die Foundation-Romane beschreiben eine Zeit ab dem Jahr 12.020 G. Ä. (Galaktische Ära)[2] und enden etwa 377 F. Ä. (Foundation-Ära),[3] wobei das Jahr 12.069 G. Ä. das 1 F. Ä.[4] darstellt.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Das galaktische Imperium steht vordergründig in seiner vollen Blüte und beherrscht die Milchstraße mit rund 50 Millionen besiedelten Welten und Billionen von Menschen. Die Geschichte beginnt mit dem ersten Erscheinen des 33-jährigen Hari Seldon im Jahr 12.020 G. Ä. Er besucht Trantor, den Hauptplaneten des Imperiums, um die ersten Ideen seiner neuen Wissenschaft vorzustellen. Gesteuert von R. Daneel Olivaw, der hier in zwei weiteren Figuren als Eto Demerzel und Chetter Hummin auftritt, wird Seldon motiviert und angeleitet, die Wissenschaft und Mathematik der Psychohistorik zur Reife zu entwickeln. Mit Hilfe der Psychohistorik erkennt Seldon, dass der Niedergang des Imperiums aufgrund vieler verschiedener, zusammenspielender Faktoren unausweichlich ist und die folgende Zeit des Chaos und der Barbarei etwa 30.000 Jahre umfassen würde. Seldon wird von dem Gedanken geplagt und motiviert, wie diese Entwicklung aufgehalten oder zumindest abgeschwächt werden könnte. Mittels der Psychohistorik beginnt er, vage an einem Plan zu arbeiten, mittels dessen die Zeit des Interregnums auf 600 Jahre begrenzt werden und gesichert ein stabileres, neues Imperium aufgebaut werden kann. Mit einer Kolonie von Wissenschaftlern, die die Geburtszelle des neuen Imperiums darstellen sollen, könnte diese Steuerung gelingen. Durch weitere, geschickte Manöver des R. Daneel Olivaw gelangt Seldon zunehmend in Positionen auf Trantor, von denen aus er seinen Plan ausbauen und schließlich in die Tat umsetzen kann.

Die Trilogie[Bearbeiten]

Die Trilogie setzt mit dem letzten Lebensjahr Hari Seldons auf Trantor ein. Geschickt motiviert Seldon die kaiserliche Hierarchie dazu, die Foundation auf Terminus, einem Planeten am Rande der von Menschen besiedelten Milchstraße zu gründen. 100.000 Wissenschaftler werden nach Terminus deportiert und arbeiten unwissentlich vorgeblich an der Enzyklopaedia Galactica. Durch den langsamen Niedergang des Imperiums lösen sich allmählich die äußeren Provinzen vom galaktischen Reich und Terminus steht isoliert da. Durch den Fokus auf Wissenschaft und nicht-militärische Lösungen im Angesicht stets wiederkehrender Konflikte gelingt es der Foundation, ihre Unabhängigkeit zu wahren und ihren Einfluss auf die umliegenden Königreiche und Republiken auszudehnen. In unregelmäßigen Abständen gelangen die Regierenden der Foundation an Aufzeichnungen Hari Seldons, der die stattfindenden Krisen aus der Vergangenheit heraus mittels der Psychohistorik beschreibt und den Weg zu deren Lösung weist. Infolgedessen gelingt es der Foundation, jeweils gestärkt aus Konflikten hervorzugehen, und sie begreift sich als Keimzelle des nächsten Imperiums.

In der gesamten Zeit beschäftigt die Foundation sich auch immer wieder mit der ihr unbekannten Zweiten Foundation, die angeblich auf Star's End beheimatet ist. Durch einen Mutanten (im Original Das Maultier, in einigen deutschen Ausgaben: Der Fuchs[5]), der in der Lage ist, Menschen über ihre Gefühle für ihn zu absolut treuen Anhängern zu machen, weicht die Entwicklung der Foundation von Seldons Plan ab und wird gefährdet. Da die Psychohistorik nur das Verhalten von Menschenmassen, aber nicht extrem machtvolle Fähigkeiten einzelner Individuen vorhersagen kann, war dies für Seldons Psychohistorik nicht zu kalkulieren. Um wieder auf den Weg des Seldon-Plans zu gelangen, muss die Zweite Foundation über das ursprünglich vorgesehene Maß aktiv werden und Das Maultier ausschalten. Dies wird letztlich durch einen - unbeeinflussten - Menschen erreicht, dabei eröffnet die zweite Foundation jedoch der Ersten Foundation ihre Existenz und regt dadurch intensive Nachforschungen an. Die instinktive Abwehr dagegen, von der Zweiten Foundation beherrscht zu werden, gefährdet nun deren offenbar gewordene Existenz und dadurch ebenfalls den Seldon-Plan. Es gelingt der Zweiten Foundation, dieses Problem zu lösen und die Erste Foundation von ihrer Vernichtung zu überzeugen. Damit bleibt am Ende des dritten Buches ca. im Jahr 377 F. Ä.[3] und somit nach rund der Hälfte des Interregnums immer noch die Aussicht auf ein Gelingen des Seldon-Planes.

Anmerkung: Die Trilogie und somit die Serie nahm ihren Anfang in einer Reihe von Kurzgeschichten. Inhaltlich von Edward Gibbons The History of the Decline and Fall of the Roman Empire inspiriert, werden Erklärungsmuster historischer Abläufe und ihre Deutungen behandelt. Zusammengestellt ergaben die Geschichten Der Tausendjahresplan, das erste Buch der Trilogie, danach folgten Der galaktische General und Alle Wege führen nach Trantor.

Fortsetzungen[Bearbeiten]

Die Fortsetzung setzt 498 Jahre nach der Entstehung der Foundation ein.[6] Hauptfigur der beiden Bücher ist Golan Trevize, der sich auf die Suche nach der Erde, dem Ursprung der Menschen, macht. Er wird dabei von dem Historiker Janov Pelorat begleitet. Auf dieser Suche treffen sie Gaia, eine Schwarmintelligenz, die einen gesamten Planeten umfasst. Die Schwarmintelligenz umfasst alle Menschen sowie alle belebte und unbelebte Natur des Planeten, die telepathisch miteinander verbunden sind. Jedes Teil dieser Schwarmintelligenz ist aber auch weiterhin als Individuum aktiv. Gaia nimmt durch eine Frau namens Ywonnobiarella, kurz Wonne, auch an der Suche teil.

Bei der Suche wird bald erkennbar, dass die Hinweise auf die Erde bewusst – und auch in jüngster Zeit – vernichtet wurden. Als weitere Person finden sie Fallom, das als Hermaphrodit weder Mann noch Frau ist. Neben dieser Zweigeschlechtlichkeit, die bewusst auf dem Planeten Solaria herbeigeführt wurde, hat Fallom weitere, besondere Fähigkeiten. Trotz aller Hindernisse finden die Vier schließlich die Erde: radioaktiv und völlig unbewohnbar. Auf dem Mond befindet sich aber eine Kolonie von Robotern, geführt von R. Daneel Olivaw. Er offenbart ihnen, dass er die Suche gewollt hat, sie durch die Vernichtung von Hinweisen gelenkt hat und auch für das Entstehen von Gaia verantwortlich ist. Er konnte aber nicht die Entscheidung treffen, ob der Weg der Menschheit der Übergang in eine Schwarmintelligenz oder des individuellen Daseins sein soll. Diese Entscheidung hat Trevize, auf Grund seiner besonderen Fähigkeit, richtige Entscheidungen zu treffen, zu Gunsten von Gaia getroffen. Mit Fallom beginnt nun die weitere Entwicklung der Menschheit von Gaia, einer Intelligenz auf einem Planeten, zu Galaxia, die verbundene Intelligenz der gesamten Galaxie.

Anmerkung: Gut 30 Jahre nach dem Erscheinen der ersten drei Bücher gab Asimov dem Druck seiner Fans nach und schrieb zwei Fortsetzungen: Die Suche nach der Erde (englisch Foundation’s Edge) und Die Rückkehr zur Erde (engl. Foundation and Earth). Allerdings gelang ihm kein wirklicher Abschluss; Andeutungen am Ende des letzten Bandes erlauben ganz neue Entwicklungen, die Asimov aber nicht weiterführte. Seine Witwe Janet Asimov schreibt in der Biographie über ihren Mann, dass ihm die Ideen ausgegangen seien. Dagegen gelang es ihm, den Foundation-Zyklus an seine früheren Roboter- und Imperium-Bücher anzubinden mit den beiden Büchern: Der Aufbruch zu den Sternen (engl. The Robots of Dawn) und Das galaktische Imperium (engl. Robots and Empire).
Da die ursprüngliche Trilogie nur 500 der 1.000 Jahre der Übergangszeit abdeckt, baten die Nachlassverwalter Asimovs Gregory Benford, einen weiteren Foundation-Roman zu schreiben. Hieraus wurde, zusammen mit je einem Roman von Greg Bear und David Brin, die zweite Trilogie, die chronologisch vor der ersten steht. In der Folgezeit haben auch andere Schriftsteller versucht, ihre Geschichten im Foundation-Universum anzusiedeln (Foundation’s Friends, Stories in Honor of Isaac Asimov).

Absolute Chronologie[Bearbeiten]

Im ersten Roman, in dem Daneel Olivaw geschaffen wird und erstmals mit Elijah Baley kooperiert (Der Mann von drüben; engl. The Caves of Steel), erfährt der Leser, dass New York seit 3.300 Jahren existiert.[7] Da New York im 17. Jahrhundert gegründet wurde, lebte Baley um das Jahr 5.000 unserer Zeitrechnung. Im letzten Band (Die Rückkehr zur Erde; engl. Foundation and Earth) teilt Daneel Golan Trevize mit, dass er seit 20.000 Jahren existiert.[8] Das Treffen der beiden findet also ungefähr im Jahr 25.000 statt.

Figuren[Bearbeiten]

  • Elijah Baley: Kommissar der New Yorker Polizei. Er löst verschiedene Mordfälle, ist der Vater von Bentley Baley und ist tausende Jahre später eine mythologische Figur der Geschichten der Galaxis.
  • Dr. Susan Calvin: Eine Roboter-Psychologin, die 1982 geboren ist und die Entwicklung der ersten Roboter begleitet.
  • Gladia Delmarre, später Gladia Solaria: Ist in zwei von Elijah Baleys Fälle verwickelt und unwissentlich an der radioaktiven Verseuchung der Erde beteiligt.
  • Fallom: Ein Hermaphrodit (sowohl Mann als auch Frau) vom Planeten Solaria mit weiteren, besonderen Fähigkeiten. Sie wird von Golan Trevize gefunden.
  • Han Fastolfe: Robotiker von Aurora, dem führenden Spacerplaneten. Erbauer von R. Daneel Olivaw.
  • Gaia: Eine Schwarmintelligenz auf dem Planeten Gaia, die sowohl die Menschen dort als auch alle belebte und unbelebte Natur umfasst.
  • Das Maultier, auch Magnifico: Ein Mutant, der die Emotionen von Menschen so verändern kann, dass sie seine Anhänger werden. Später wird erklärt, dass er wahrscheinlich von Gaia stammt.
  • Janov Pelorat: Ein Historiker, der sich mit der Erde beschäftigt. Zusammen mit Golan Trevize sucht und findet er die Erde.
  • R. Daneel Olivaw, auch Eto Demerzel oder Chetter Hummin: Ein Roboter, der von Roj Nemennuh Sarton und Dr. Han Fastolfe vom Planeten Aurora in Spacetown auf der Erde im Jahr 5.020 gebaut wurde. Er ist die eigentliche Hauptfigur des gesamten Zyklus. Er erklärt im letzten Buch alle noch fehlenden Zusammenhänge und gibt den Ausblick auf die weitere Entwicklung.
  • R. Giskard Reventlov: Ein Roboter, der die Fähigkeit hat, menschliches Handeln durch mentale Beeinflussung zu steuern. Als Mentor gibt er dieses Wissen an R. Daneel Olivaw weiter.
  • Hari Seldon: Der Gründer der Wissenschaft der Psychohistorik und Initiator der Kolonie der Foundation auf Trantor.
  • Golan Trevize: Ein Ratsherr um 500 F. Ä., der die Erde sucht und findet. Zudem entscheidet er aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten die weitere Entwicklung der Menschheit zur Schwarmintelligenz.
  • Ywonnobiarella, kurz Wonne: Eine Frau, die Teil der Schwarmintelligenz Gaia ist. Sie begleitet Golan Trevize.

Schauplätze[Bearbeiten]

Der Planet Terminus[Bearbeiten]

Der wichtigste Planet im Hauptgeschehen der Foundation-Romane ist der Planet Terminus („Endpunkt“, aber auch „Endstation“) als Sitz der Foundation. Kurz vor dem Beginn des Untergangs des Imperiums schaffte Hari Seldon unter dem Vorwand, die Encyclopedia Galactica zu verfassen, viele fähige Wissenschaftler auf dem erdähnlichen, jedoch rohstoffarmen Planeten Terminus. Dieser liegt in der äußersten Peripherie des Imperiums, woher auch der Name Terminus stammt. Dort sollten sie nach Seldons Plan die Wogen des drohenden Untergangs überstehen, um innerhalb der nächsten 1000 Jahre das Imperium wieder aufzubauen.

Sehr bald nach dem Beginn des Foundation-Projekts wurde Terminus tatsächlich vom Imperium politisch abgetrennt. Aufgrund seines technologischen Wissens (vornehmlich um die Atomenergie) erlangte Terminus schnell großen Einfluss in der lokalen Gruppe der Planeten - trotz der geringen Ressourcen, die zur Verfügung standen und der beständigen Angriffe seiner Nachbarn und des Imperiums.

Der Planet Trantor[Bearbeiten]

Die Hauptwelt des Galaktischen Imperiums in Isaac Asimovs Foundation-Zyklus und gleichzeitig Sitz des Kaisers ist der nahe dem galaktischen Zentrum gelegene Planet Trantor.

Der gesamte Planet wurde infolge des durch die fortschreitende Urbanisierung schlechter werdenden Klimas komplett überkuppelt. Einzige Ausnahme ist der Kaiserliche Distrikt, der nicht überdacht ist. Die Kuppeln sind im Durchschnitt nur wenige hundert Meter hoch, allerdings wurde bis zu mehreren Kilometern in die Tiefe gebaut.

Die Gesamtbevölkerung des Planeten zu Beginn der Foundation-Romane beträgt ca. 40 Milliarden, wobei sich die Bevölkerung in Distrikte aufteilt, die sehr verschiedene Kulturen und Dialekte aufweisen können. Größter und eigentlich wichtigster Distrikt ist der am Südpol gelegene Wye, der die überschüssige Niedertemperaturwärme der technischen Anlagen in den Weltraum abstrahlt. Neben den Wohnbezirken lassen sich Industrieanlagen genauso finden wie Parkanlagen und Lehreinrichtungen.

Der Planet ist Energieeigenproduzent, allerdings müssen wegen der hohen Bevölkerungszahl trotz hydroponischer Gärten Nahrungsmittel von Agrarplaneten eingeführt werden. Hauptenergielieferant ist, neben Solarsatelliten und Kernkraftwerken, die geothermale Energie. Diese wird über die „Glutsümpfe“ gewonnen. Die Menschen, die dort leben, werden im Allgemeinen wegen ihrer niederen Arbeit weniger geachtet als andere. Das Fehlen von Nahrungsmitteln ist einer der Schwachpunkte von Trantor, da Trantor somit vollkommen auf Hilfe von außen angewiesen ist. Allerdings sind auch die anderen Planeten ihrerseits auf Trantor angewiesen, da Trantor die Verwaltung des ganzen Imperiums beherbergt.

Star’s End[Bearbeiten]

Star’s End ist Sitz der Zweiten Foundation, die ebenfalls von Hari Seldon gegründet wurde. Der Planet soll sich, von Terminus aus gesehen, am anderen Ende der Galaxis befinden. Er soll die geisteswissenschaftliche Hälfte der Foundation sein, damit ein Gleichgewicht mit der technologischen ersten Foundation eintreten kann.

Tatsächlich ist Trantor der Sitz der zweiten Foundation und damit Star’s End. Der Trugschluss der Wissenschaftler von Terminus, dass „am anderen Ende“ in Wirklichkeit „auf der gegenüberliegenden Seite“ bedeutet und nicht das Gegenteil von „am Rande“, hat sie auf der Suche nach Star’s End jahrhundertelang im Dunkeln tappen lassen. Auf Star’s End perfektioniert die zweite Foundation die Psychohistorik, um die Geschehnisse innerhalb der ersten Foundation mit mathematischen Mitteln vorherzuberechnen.

Gaia[Bearbeiten]

Gaia ist ein Planet und gleichzeitig die Bezeichnung der dort existierenden Schwarmintelligenz. Dieser Schwarm umfasst neben den Menschen alle weitere Fauna und Flora des Planeten. Gaia entstand durch die Planung von R. Daneel Olivaw als Weiterentwicklung der Menschheit. Es stellt sich heraus, dass es aber auch nur ein Zwischenstadium ist. Die von R. Daneel Olivaw vorgesehene Zukunft sieht eine Schwarmintelligenz über die gesamte Galaxie vor.

Die Bücher des Foundation-Zyklus[Bearbeiten]

Eine Liste für die Zuordnung der Bücher zu dem Foundation-Zyklus wurde von Isaac Asimov in Vorbemerkung des Autors im Buch Die Rettung des Imperiums[9] zusammengestellt. Da aber die dort aufgeführte Liste offensichtlich fehlerhaft ist – sie widerspricht der Reihenfolge nach dem Inhalt, es fehlt ein Buch – orientiert sich die Zuordnung in diesem Artikel an den Inhalten.

Die Roboter-Kurzgeschichten[Bearbeiten]

Die Sammlung wird von Asimov als die erste in der Liste[9] aufgeführt, aber nicht den Roboter-Romanen zugeordnet.

  • Alle Robotergeschichten (The Complete Robot, 1982): Eine Sammlung von 31 Kurzgeschichten aus der Zeit von 1940 bis 1976.
    • Ich, der Robot 1952 (I, Robot, 1950)
    • Geliebter Roboter 1966 (Earth is Room Enough, 1957)
    • Der Zweihundertjährige 1978 (The Bicentennial Man And Other Stories, 1976)

Die Roboter-Romane[Bearbeiten]

  • Der Mann von drüben (The Caves of Steel, 1954) – deutsche Neuübersetzung als Die Stahlhöhlen
  • Die nackte Sonne (The Naked Sun, 1957)
  • Der Aufbruch zu den Sternen (The Robots of Dawn, 1983); in der Liste[9] von Asimov als Aurora oder Der Aufbruch zu den Sternen bezeichnet
  • Das galaktische Imperium (Robots and Empire, 1985)

Die Imperium-Romane[Bearbeiten]

  • Radioaktiv…! (Pebble in the Sky, 1950) – deutsche Neuübersetzung als Ein Sandkorn am Himmel
  • Sterne wie Staub (The Stars, Like Dust, 1951)
  • Der fiebernde Planet (The Currents of Space, 1952) – deutsche Neuübersetzung als Ströme im All
Anmerkung: Obwohl in Buchkatalogen immer die oben genannte Reihenfolge aufgezählt wird, lässt die Handlung der drei Romane eigentlich auf eine andere chronologische Reihenfolge schließen:
  • Sterne wie Staub: Es sind erst wenige Planeten der Galaxis besiedelt (einige tausend), die genaue Anzahl und die Reihenfolge der Besiedelung gelten als bekannt. Die besiedelten Planeten befinden sich alle noch mehr oder weniger in der Nähe der Erde, das Zentrum der Galaxis wurde noch nicht erreicht. Es gilt als allgemeiner Konsens, dass die Planeten von der Erde aus besiedelt wurden.
  • Der fiebernde Planet: Die Menschheit hat sich über einen Großteil der Galaxis ausgebreitet. Der Planet Trantor, der spätere Hauptplanet des Galaktischen Imperiums, ist ebenfalls besiedelt, und Trantor ist ein sehr bedeutendes Königreich. Das galaktische Imperium existiert jedoch noch nicht.
  • Radioaktiv...!: Spielt in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends des Galaktischen Imperiums, dessen Hauptplanet Trantor ist. Einige Archäologen versuchen zu beweisen, dass die Menschheit von der Erde stammt. Dies wird von der öffentlichen Meinung außerhalb der Erde jedoch als unsinnig angesehen.
In der Liste des Autors[9] wird als Reihenfolge Der fiebernde Planet, Sterne wie Staub und Radioaktiv…! angegeben.

Die Foundation-Romane[Bearbeiten]

Vorgeschichte der Foundation-Trilogie[Bearbeiten]

  • Die Rettung des Imperiums (Prelude to Foundation, 1988)
  • Das Foundation-Projekt (Forward the Foundation, 1991)

Die ursprüngliche Foundation-Trilogie[Bearbeiten]

  • Der Tausendjahresplan (Foundation, 1951)
  • Der galaktische General (Foundation and Empire, 1952)
  • Alle Wege führen nach Trantor (Second Foundation, 1953)

Fortsetzung der Foundation-Trilogie[Bearbeiten]

  • Die Suche nach der Erde (Foundation’s Edge, 1982)
  • Die Rückkehr zur Erde (Foundation and Earth, 1986)

Bücher um den Foundation-Zyklus[Bearbeiten]

Andere Autoren haben das Universum des Foundation-Zyklus aufgegriffen und dazu eigene Werke verfasst.

Die Caliban-Trilogie[Bearbeiten]

  • Isaac Asimov’s Caliban (1993) von Roger MacBride Allen
  • Isaac Asimov’s Inferno (1994) von Roger MacBride Allen
  • Isaac Asimov’s Utopia (1996) von Roger MacBride Allen

Die Romane um den Roboter Caliban liegen zeitlich nach Asimovs Roboterromanen und vor den Imperiumsromanen.

Die zweite Foundation-Trilogie[Bearbeiten]

  • Der Aufstieg der Foundation (Foundation’s Fear, 1997 von Gregory Benford)
  • Foundation und Chaos (Foundation and Chaos, 1998 von Greg Bear) (2006 unter Der Fall der Foundation neu aufgelegt)
  • Der Sieg der Foundation (Foundation’s Triumph, 1999 von David Brin)

Aktuelle Ausgaben[Bearbeiten]

Gegenwärtig werden die Foundation-Werke im deutschsprachigen Raum vom Heyne-Verlag und Bastei Lübbe vertrieben. Dabei sind die Romane in erzählchronologischer Reihenfolge in zehn Ausgaben zusammengefasst, von denen einige nicht mehr erhältlich sind:

  1. Alle Roboter-Geschichten, Bastei Lübbe (2007)
  2. Die Stahlhöhlen (enthält Die Stahlhöhlen sowie Die nackte Sonne), Heyne-Verlag (2003)
  3. Der Aufbruch zu den Sternen, aktuell vergriffen
  4. Das galaktische Imperium , aktuell vergriffen
  5. Die frühe Foundation-Trilogie (enthält Ein Sandkorn im Himmel, Sterne wie Staub und Ströme im All), Heyne-Verlag (2001)
  6. Die Rettung des Imperiums, Heyne-Verlag (erscheint am 13.10.2014)
  7. Das Foundation-Projekt, Heyne-Verlag (12.05.2014)
  8. Die Foundation-Trilogie (enthält Foundation, Foundation und Imperium und Zweite Foundation), Heyne-Verlag (09.05.2012)
  9. Die Suche nach der Erde, Heyne-Verlag (erscheint am 08.12.2014)
  10. Die Rückkehr zur Erde, Heyne-Verlag (erscheint am 09.05.2015)

Anmerkungen:

  • Bei der Hardcover-Ausgabe des Heyne-Verlags (Band 0608101-0608110) wurde das Buch „Das Foundation-Projekt“ fälschlicherweise als Band 5 (vor der frühen Foundation-Trilogie) eingeordnet.
  • Die Bücher der Foundation-Trilogie wurden auch als Der Tausendjahresplan, Der galaktische General und Alle Wege führen nach Trantor veröffentlicht.
  • Das Buch Ein Sandkorn im Himmel (enthalten in der „frühen Foundation-Trilogie“) wurde auch als Radioaktiv...! veröffentlicht.
  • Das Buch Ströme im All (enthalten in der „frühen Foundation-Trilogie“) wurde auch als Der fiebernde Planet veröffentlicht.

Verfilmung[Bearbeiten]

Sony/Columbia hat sich die Rechte für die Verfilmung der Foundation-Trilogie gesichert. Roland Emmerich hat die Regie übernommen. Der Film soll in 3D mit Motion Capture gedreht werden.[10][11]

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Bücher des Foundation-Zyklus spielen in Teilen auch in den Lehren der japanischen Ōmu Shinrikyō (in Europa auch Aum-Sekte genannt – bekannt geworden durch einen Giftgasanschlag auf die U-Bahn in Tokio 1995) eine Rolle.

Interessant ist auch, dass die arabische Übersetzung der Trilogie den Titel Al-Qaida (soviel wie Fundament, Basis oder im militärischen Sinne Stützpunkt) trägt. Zusammenhänge zwischen der gleichnamigen Terrororganisation Al-Qaida und der Trilogie sind aber nicht gegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Uwe Böker: Isaac Asimov: Foundation-Tetralogie. In: Hartmut Heuermann (Hrsg.): Der Science-Fiction-Roman in der angloamerikanischen Literatur. Interpretationen. Bagel, Düsseldorf 1986, S. 118–143. ISBN 3-590-07454-X

Rezensionen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Isaac Asimov: Einführung. In: Meine Freunde, die Roboter. Heyne 06/20, 1982, S. 13
  2. Isaac Asimov: Umschlagrückseite. In: Die Rettung des Imperiums. Heyne Allgemeine Reihe 01/7815, 1989, S. Umschlag
  3. a b Isaac Asimov: Ende des Krieges. In: Die Foundation-Trilogie; Zweite Foundation. Heyne Science Fiction & Fantasy 06/8209, 2002, S. 780
  4. Isaac Asimov: Seldon, Hari; Encyclopaedia Galactica. In: Das Foundation-Projekt. Heyne Allgemeine Reihe 01/9563, 1995, S. 447
  5. Die Übersetzung von The Mule als "Der Fuchs" gilt für die Originalausgaben des Heyne-Verlags. In der Neuausgabe Foundation (Heyne 06/79, drei Bücher in einem Band) wurde dieser Missgriff korrigiert.
  6. Isaac Asimov: Prolog. In: Auf der Suche nach der Erde. Lizenzausgabe der Bertelsmann Club GmbH Buch-Nr. 00170 1 , o. J., S. 11
  7. Isaac Asimov: The Caves of Steel, Frogmore, St Albans 1958, S. 22ff: "New York City ... was only three centuries old. To be sure, something had existed in the same geographic area before than that had been called New York. That primitive gathering of population had existed for three thousand years, not three hundred, but it hadnʼt been a City."
  8. Isaac Asimov: Foundation and Earth, Grafton Books: London 1987, S. 493
  9. a b c d Isaac Asimov: Vorbemerkung des Autors In: Die Rettung des Imperiums Heyne Allgemeine Reihe 01/7815, 1989, S. 7–9.
  10. Renington Steele: Roland Emmerich dreht Isaac Asimovs „Foundation“. www.fuenf-filmfreunde.de. 17. Januar 2009. Abgerufen am 25. Oktober 2009.
  11. Russ Fischer: Shocker! Roland Emmerich Will Film Asimov’s Foundation Trilogy as 3D Mo-Cap Epic. /Film, 11. Februar 2010, abgerufen am 12. Februar 2010.