Greg Bear

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Greg Bear (2005)

Greg Bear (* 20. August 1951 in San Diego, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Autor. Er ist der Schwiegersohn von Poul Anderson.

Werk[Bearbeiten]

Sein Werk handelt von galaktischen Konflikten (in den Schmiede Gottes-Büchern), künstlichen Universen (in der Thistledown-Serie) und beschleunigter Evolution (in den Romanen Blutmusik, Das Darwin-Virus und Die Darwin-Kinder).

Während die umfangreiche und detaillierte Darstellung von Wissenschaft in seiner Arbeit ihn als Autor der „harten“ Science Fiction ausweist, wird die Plausibilität einiger seiner wissenschaftlichen Ideen doch gelegentlich in Frage gestellt. Zum Beispiel wurde darauf hingewiesen, dass es schwer vorstellbar sei, dass die Bakterien in Blutmusik genügend Information verarbeiten könnten, um Bewusstsein zu entwickeln. Aber es wurde auch die Theorie vertreten, dass die Bakterien zwar einzeln kaum Informationen verarbeiten, jedoch als Kolonien Bewusstsein entwickeln könnten.

In Schmiede Gottes sowie Der Amboß der Sterne bietet Bear eine mögliche Lösung des Fermi-Paradoxons: Junge planetarische Zivilisationen können nur überleben, wenn sie sich still verhalten und so nicht die Aufmerksamkeit zerstörerischer Sonden auf sich lenken. Der erste Teil, die Schmiede Gottes thematisiert die Zerstörung der Erde durch eine Killer-Zivilisation und die Errettung weniger Auserwählter durch freundlich gesinnte Außerirdische. In Der Amboß der Sterne wird ein Raumschiff mit jugendlichen Überlebenden ausgeschickt, um das galaktische Gesetz zu erfüllen und die Killer-Zivilisation zu vernichten.

Neuere Arbeiten wie die beiden Erzählungen Das Darwin-Virus und Die Darwin-Kinder handeln vom Einfluss einer viralen Krankheit, die evolutionäre Übergänge verursacht, und halten sich dabei eng an aktuelle Erkenntnisse der Molekularbiologie von Viren und der Evolution. Während einige ziemlich spekulative Ideen in erster Linie unterhalten (schließlich ist es Fiktion), werden sie auf solch drastische und disziplinierte Art auf dem neuesten Stand dieser Disziplinen eingeführt, dass Das Darwin-Virus im Wissenschaftsmagazin Nature gelobt wurde und die deutschten Erstveröffentlichungen in dem Fachbuchverlag Spektrum Akademischer Verlag erschienen.

Ein Aspekt, der sich wie ein roter Faden durch viele Romane Bears zieht, sind die Gesellschaften, in denen seine Geschichten spielen. Wie selbstverständlich bettet er seine Handlung von Anfang an in akribisch gezeichnete ungewöhnliche Gesellschaftsstrukturen, die sich dem Leser aber erst im Laufe des Romans erschließen und wodurch diese oft erst plausibel werden.

Während das meiste im Werk von Bear Science-Fiction ist, sind zwei seiner frühen Arbeiten, The Infinity Concerto und The Serpent Mage, eher der Fantasy-Literatur zuzuordnen.

Werke[Bearbeiten]

  • Psychlone, 1979 (auch: Lost Souls)
  • Die Obelisken von Hegira, 1981, ISBN 3-8118-3554-8, Hegira, 1979
  • Beyond Heaven's River, 1980
  • Die Macht der Steine, 1996, ISBN 3-453-10947-3, The Strength of Stones, 1981
  • Blutmusik, 1988, ISBN 3-453-01014-0, Blood Music, 1985
  • Country of the Mind, 1988
  • Sleepside Story, 1988
  • Songs of Earth and Power, 1994 (besteht aus The Infinity Concerto und The Serpent Mage)
  • Dinosaur Summer, 1998
  • Jäger 2006, ISBN 3-453-52194-3, Vitals, 2002
  • Stimmen, 2004, ISBN 3-453-40011-9, Dead Lines, 2004
  • Die Stadt am Ende der Zeit, 2009, ISBN 3-453-52341-5, City at the End of Time, 2008
  • Das Schiff, 2011, ISBN 978-3-453-53375-2, Hull Zero Three, 2010

Storysammlungen[Bearbeiten]

  • The Wind from a Burning Woman, 1983
  • Early Harvest, 1988
  • Tangenten, 1997, ISBN 3-453-11951-7, Tangents, 1989
Enthält die folgenden Erzählungen:
Blutmusik (Blood Music) (Erzählung von 1983, die den Nebula Award und Hugo Award gewann und 1985 zum Roman erweitert wurde)
Die Hure (Sleepside Story. 1988)
Webster (Webster)
Ein Marsianischer Ricorso (A Martian Ricorso)
Totenfuhre (Dead Run)
Schrödingers Seuche (Schrödingers´s Plague)
Die Strasse ins Nirgendwo (Through road non whither)
Tangenten (Tangents. 1986)
Schwestern (Sisters)
Die Unterhaltungsmaschinerie - Ein Bericht aus den Trickstudios über die Medien der Zukunft (The machineries of joy)
  • Bear’s Fantasies: Six Stories in Old Paradigms, 1992
  • The Venging, 1992
  • The Collected Stories of Greg Bear, 2002
  • W3: Women in Deep Time, 2003
  • Sleepside: The Collected Fantasies of Greg Bear, 2004

Reihen[Bearbeiten]

Der Sidhe-Zyklus[Bearbeiten]

Thistledown[Bearbeiten]

Forge of God[Bearbeiten]

Darwin-Reihe[Bearbeiten]

Halo - Die Blutsväter-Saga[Bearbeiten]

Quantico[Bearbeiten]

Einige Romane mit gemeinsamer Historie und einigen gemeinsamen Charakteren[Bearbeiten]

Einzelromane in anderen Reihen[Bearbeiten]

Neben eigenen Romanreihen verfasste Bear auch Romane in Reihen anderer Autoren und Franchising-Romane.

Kritik[Bearbeiten]

  • Michael Nagula über Blutmusik: „Die besondere Bedeutung gerade dieses Romans von Bear, der davor und danach in seinen Werken nicht mehr wesentlich von einem visionären Technizismus klassischer Machart abrückt, liegt in seiner offensichtlichen Ambivalenz. Blutmusik ist gefangen zwischen den Forderungen an eine Welt, in der der Mensch seinen Platz erst noch finden muß, und der Vorstellung, daß ihm die Rückkehr in ein Paradies, auf die jede Philosophie von Technik aufbaut, für immer verwehrt bleiben wird… Der Biochemiker Ulam rettet zwar stellvertretend für die Wissenschaft die Welt – doch indem er sie zerstört.“[1]
  • John Sladek über Schmiede Gottes: „Das Buch weist nur gelegentlich Schwächen auf, an jenen Stellen, wo es seine filmischen Prämissen außer acht läßt und sich zu ‚Wissenschaftlichkeit‘ auswächst... Man sehnt sich bald nach einem naiveren Betrachtungsmodus, nach jemandem, dem einfach nur bewußt wird, daß einfach der Teufel losgelassen ist und alles kaputtgeht. Jedoch die Erde fetzt weiter so glatt auf ihr unvermeidliches Ende zu, und die Geschichte flutscht glatt weiter zu einem Überraschungsende.“[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Albrecht Fritzsche: Alles fing mit den Büchern an. Greg Bear, und warum nicht jeder Science Fiction schreiben kann. In: Die Welten der Science Fiction. 15 Annäherungen an das erfolgreichste Genre unserer Zeit, Corian-Verlag, Meitingen 1988, ISBN 3-89048-313-5.
  • Usch Kiausch: „A Country Of The Mind“, ein Land der inneren Vorstellung. Ein Gespräch mit Greg Bear. In: Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 1997. Wilhelm Heyne Verlag, München, ISBN 3-453-11896-0, S. 642–661.
  • Usch Kiausch: Wir stehen am Anfang einer gewaltigen Revolution. Ein Gespräch mit Greg Bear, in: Sascha Mamczak und Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2009. München 2009, S. 615–636. ISBN 978-3-453-52554-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. In: Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 1989. Wilhelm Heyne Verlag, München, ISBN 3-453-03139-3, S. 524.
  2. Vgl. Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 1991. Wilhelm Heyne Verlag, München, ISBN 3-453-04471-1, S. 649 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Greg Bear – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien