Ōmu Shinrikyō

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Ōmu Shinrikyō (jap. オウム真理教; zu Deutsch etwa „Om-Lehre der Wahrheit“), heutiger Name Aleph (アーレフ, Ārefu), in der deutschsprachigen Presse häufig als „Aum-Sekte“ bezeichnet, ist eine ursprünglich in Japan entstandene neureligiöse Gruppierung, die insbesondere in Russland stark vertreten war. Sie wurde weltbekannt durch ihren Giftgasanschlag in der Tokioter U-Bahn am 20. März 1995.

Bezeichnungsproblematik[Bearbeiten]

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Der Eigenname Aum ist im Deutschen irreführend: Um das japanische オウム (ōmu, auf Deutsch eigentlich Om, das bekannteste hinduistische Mantra) annähernd korrekt auszusprechen, wurde es in der englischsprachigen Presse mit Aum umschrieben, zumal Ōmu Shinrikyō sich selbst 1987 in New York unter dem Namen Aum USA Company Ltd. hatte registrieren lassen.[1] Diese Schreibweise wurde nach dem Terroranschlag 1995 von deutschsprachigen Medien übernommen und führte zu der gebräuchlichen aber falschen Aussprache a-um.

Mittlerweile hat sich die Organisation Ōmu Shinrikyō in Aleph umbenannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Entstehung (1984 bis 1987)[Bearbeiten]

In Japan sind (per 31. Dezember 2006) 182.868 Religionsgesellschaften (宗教法人, shūkyō hōjin), also Religionsgemeinschaften (宗教団体, shūkyō dantai) mit dem Status juristischer Personen nach dem Gesetz über die Religionsgesellschaften (宗教法人法, shūkyō hōjinhō) von 1951 anerkannt; davon sind 182.468 einzelne, unabhängige Tempel, Schreine, Kirchen und sonstige Gemeinschaften.[2] Nach der Etablierung der „klassischen“ buddhistischen und Shintō-Sekten und einer Welle von Gründungen jüngerer Kultgruppen in den 1950ern und 1960ern kam es ab Mitte der 1970er Jahre zu einer dritten Gründungswelle von Glaubensgemeinschaften.[3] Die dritte Gründungswelle, zu der auch Ōmu Shinrikyō gezählt wird, unterscheidet sich dabei von der zweiten Welle durch den höheren Status und größeren Reichtum der Sektenmitglieder.[3]

1984 gründete der stark sehbehinderte Chizuo Matsumoto unter dem Namen Ōmu Shinsen no Kai (オウム神仙の会; „Versammlung der Om-Einsiedler“) mit zunächst 15 Mitgliedern einen Verein für Yoga-Übungen, die psychische Kräfte aktivieren sollen.[4] Zu dieser Zeit ändert Matsumoto auch seinen Namen in Shōkō Asahara.[4] Nachdem er 1986 nach eigenen Angaben im Himalaja „die höchste Wahrheit“ erhalten habe, nannte er im Folgejahr den Verein in Ōmu Shinrikyō (Om-Lehre der Wahrheit) um.[4] Ōmu Shinrikyō nahm nun allmählich die Form einer religiösen Gruppierung an.

1985 traf Asahara in Dharamsala zum ersten Mal den Dalai Lama, welcher ihm offizielle Empfehlungsschreiben gegeben haben soll. Dieses Treffen und die Dokumente wurden als Referenz bei der Anwerbung von neuen Mitgliedern und bei den Bemühungen um den steuerfreien Status einer Religionsgemeinschaft benutzt.[5]

Konsolidierung, internationale Expansion und Radikalisierung (1987 bis 1995)[Bearbeiten]

In den Jahren nach der Entstehung expandierte Ōmu Shinrikyō sowohl innerhalb Japans als auch über seine Grenzen hinaus. Gleichzeitig fand eine ideologische Radikalisierung statt.

Konsolidierung in Japan[Bearbeiten]

In Japan etablierte sich Ōmu Shinrikyō als kleinere Minderheitenreligion. Im August 1989 erkannte die Präfektur Tokio Ōmu Shinrikyō als Religionsgesellschaft nach dem Gesetz über die Religionsgesellschaften von 1951 an,[1][6] obwohl Eltern von Mitgliedern vor der Organisation warnten.

Bereits in dieser Zeit begann die Organisation zu Gewalt zu greifen. Im November 1989 wurde in Yokohama der japanische Rechtsanwalt Tsutsumi Sakamoto, der Angehörige von Anhängern vertrat, zusammen mit seiner Frau und seinem einjährigen Sohn getötet.[7] Im Folgejahr gründete Asahara unter dem Namen Shinritō ("Wahrheit") eine politische Vertretung Ōmu Shinrikyōs und kandidierte zusammen mit 24 Anhängern für das japanische Parlament.[8] Während der Wahlkampagne trugen die Shinritō-Kandidaten ungewöhnliche Kleidung, so zum Beispiel Kapuzen, die Elefantenköpfe darstellten.[8] Bei der Wahl selbst erhielten Asahara und seine Anhänger in ihren Wahlkreisen jeweils die wenigsten Stimmen, woraufhin Asahara den Behörden Wahlbetrug vorwarf.[8] Nach der Wahl geriet Ōmu Shinrikyō in finanzielle Probleme, viele Mitglieder verließen die Organisation.

Internationale Expansion[Bearbeiten]

Ab Herbst 1987 expandierte Ōmu Shinrikyō über die Grenzen Japans hinaus. Zunächst ließ man sich in New York unter dem Namen Aum USA Company Ltd. als steuerbefreite religiöse Organisation registrieren[1] und publizierte 1988 unter diesem Verlagsnamen Shoko Asahara: "Supreme Initiation".[9] Später wurden eine Niederlassung in Bonn unter dem Namen „Buddhismus- und Yoga-Center“ sowie in Sri Lanka weitere Dependancen eröffnet.[10] Hauptrekrutierungsfeld wurde jedoch Russland, wo Asahara 1992 mit einigen seiner Mitstreiter vom damaligen Parlamentspräsidenten Ruslan Chasbulatow empfangen wurde. Nach gängigen Schätzungen wuchs Ōmu Shinrikyō bis 1995 auf etwa 40.000 Anhänger an, von denen ca. 10.000 auf Japan und ca. 30.000 auf Russland entfielen; außerdem gab es zu diesem Zeitpunkt noch einige Dutzend Anhänger in Deutschland und den USA.[11]

Radikalisierung[Bearbeiten]

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In der Expansions- und Konsolidierungsphase radikalisierte sich Ōmu Shinrikyō sowohl auf der ideologischen als auch auf der Handlungsebene. Zunächst radikalisierte Ōmu Shinrikyō sich in Hinblick auf eine apokalyptische Ideologie; Asahara, der sich als Reinkarnation von Shiva und Jesus Christus bezeichnete, datierte den Weltuntergang auf 1997.[12][13] Ein Nuklearangriff der USA würde Japan verwüsten und 90 % der Bevölkerung töten, so Asahara.[13] Im Zuge dessen begann die Organisation mit der Vorbereitung terroristischer Handlungen.

Forschungen für die Produktion biologischer Kampfstoffe wurden aufgenommen. 1994 stellte Ōmu Shinrikyō erstmals erfolgreich das Nervengas Sarin her. Ein Anschlag auf das Parlamentsviertel in Tokio im April schlug jedoch fehl. Am 27. Juni erfolgte in Matsumoto ein Sarin-Anschlag auf die Richter eines Grundstücksprozesses, in den die Organisation verwickelt war. Bei diesem ersten zivilen Sarin-Attentat der Welt starben 7 Menschen, ohne dass der Verdacht zunächst auf Ōmu Shinrikyō fiel.

Giftgasanschlag in der Tokioter U-Bahn (1995)[Bearbeiten]

Die größte Zäsur in der Geschichte der Organisation ereignete sich 1995: Durch ein Attentat auf die Tokioter U-Bahn wurde Ōmu Shinrikyō global bekannt.

Tathergang[Bearbeiten]

U-Bahnhof Kasumigaseki

Am 20. März 1995 wurden von fünf Ōmu-Shinrikyō-Mitgliedern zur morgendlichen Hauptverkehrszeit in fünf im Bahnhof Kasumigaseki zusammentreffenden Pendlerzügen von drei Tokioter U-Bahn-Linien in Zeitungspapier eingewickelte Kunststoffbeutel deponiert, die das Nervengift Sarin enthielten.[14] Unmittelbar vor dem Aussteigen bohrten die Täter mit Regenschirmen Löcher in die 11 verteilten Beutel, um das flüssige Sarin freizusetzen.[15] Die Attentäter entkamen zunächst mittels an ihren Aussteigestationen bereitgestellten Fluchtautos samt Fahrer.[16] Die austretenden Dämpfe verbreiteten sich in den betroffenen U-Bahnen und circa 15 U-Bahn-Stationen.[17] Durch den Anschlag starben insgesamt 13 Menschen (neun sofort, einer später am selben Tag, einer zwei Tage später, zwei weitere nach einigen Wochen), es gab etwa 1.000 Verletzte, 37 davon schwer (5.000 meldeten sich in Krankenhäusern).[18][19] 2010 wurde die Zahl der Opfer durch die Polizei auf 6.252 revidiert.[20]

Die Gründe für die verhältnismäßig geringe Anzahl von Todesopfern waren die relativ schlechte Qualität des Sarins, die wenig effektive Methode der Ausbreitung und die effiziente Reaktion der japanischen Sicherheitsbehörden und Spezialisten für die Abwehr chemischer Kampfführung.

Unmittelbare Folgen[Bearbeiten]

Die japanische Polizei verhaftete infolge des Attentats zahlreiche Mitglieder Ōmu Shinrikyōs. Am 23. April wurde Hideo Murai, „Wissenschafts- und Technologieminister“ Ōmu Shinrikyōs, vor der Tokioter Niederlassung vor laufenden Fernsehkameras von einem 29-Jährigen erstochen. Bis heute ist immer noch unklar, wie die Männer an das Nervengas herankamen.

Verurteilungen[Bearbeiten]

In der Folge des Sarin-Attentats wurden zwölf Mitglieder Ōmu Shinrikyōs zum Tode verurteilt.[21] Darunter befanden sich die Attentäter, von denen Tōru Toyodas und Kenichi Hiroses Urteile mittlerweile rechtskräftig geworden sind,[22] sowie Masato Yokoyama und Yasuo Hayashi.[23] Des Weiteren wurden die Hersteller des Sarins, die beiden Forscher Seiichi Endō und Masami Tsuchiya,[24] und der Mediziner Tomomasa Nakagawa, zum Tod verurteilt.[25] Schließlich wurde Shōkō Asahara sowohl als Drahtzieher in diesem Attentat als auch bei dem Gasanschlag in Matsumoto verurteilt.[21]

Eine Reihe anderer Tatbeteiligter wurde zu geringen Strafen verurteilt.

Einige weitere Todesurteile standen nicht in direktem Zusammenhang mit dem Attentat, sondern die jeweiligen Tatumstände wurden im Zuge der Ermittlungen zu jenem erst ermittelt. Dies betrifft insbesondere den 1989 begangenen Mord an der Familie des Anti-Ōmu-Shinrikyō-Rechtsanwalts, für den drei führende Ōmu-Shinrikyō-Mitglieder zum Tode verurteilt wurden. Neben Satoru Hashimoto und Kiyohide Hayakawa, die im Juli 2000 in getrennten Verfahren verurteilt wurden,[7] betrifft dies das geständige Gründungsmitglied Kazuaki Okazaki, das nunmehr rechtskräftig am 22. Oktober 1998 ebenfalls für den Mord an einem Ōmu-Shinrikyō-Mitglied, das die Organisation verlassen wollte, verantwortlich gesprochen wurde.[26]

Am 15. Juni 2012 nahm die japanische Polizei mit Katsuya Takahashi den letzten flüchtigen Verdächtigen des Anschlags in Tokio fest. Wenige Tage zuvor war ein weibliches Sektenmitglied festgenommen worden, das an der Produktion des Giftgases beteiligt gewesen sein soll.[27]

Nach dem Giftgasanschlag: Untergrundarbeit und Wiederaufbau (seit 1995)[Bearbeiten]

Unter dem Eindruck des weltweit verurteilten Attentats verlor Ōmu Shinrikyō die Mehrzahl seiner Mitglieder und wurde staatlicherseits streng überwacht.

Von Ōmu Shinrikyō zu Aleph[Bearbeiten]

Ōmu-Shinrikyō-Niederlassung in Yokohama im Juli 1995

Die Organisation verlor infolge des Attentats einen Großteil ihrer Mitglieder und ihres Vermögens, das von staatlichen Stellen konfisziert wurde. Russland fror bereits am 28. März 1995, drei Tage nach dem Attentat, sämtliche liquiden Mittel der Organisation ein und konfiszierte ihr Eigentum.[28]

In Japan sank die Mitgliederzahl Ōmu Shinrikyōs von etwa 10.000 am Tag des Attentats bis auf 5.000 im Jahr 1998.[29]

Ōmu Shinrikyō sagte sich zwar im Jahr 2000 offiziell von ihrem Gründer und Gewalt los, hält nach Meinung der Journalistin Shōko Egawa allerdings weiterhin an seinen Lehren fest.[30] Tatsuko Muraoka wurde zur neuen Repräsentantin. Erst Ende 1999 bat Muraoka im Namen Ōmu Shinrikyōs öffentlich für das Giftgasattentat um Entschuldigung.[31]

Im Januar 2000 benannte sich Ōmu Shinrikyō in Aleph um. Sie steht unter ständiger Überwachung durch die Staatsbehörden und hat noch ca. 1.500 bis 2.000 Anhänger. Am 16. Februar 2004 durchsuchte die japanische Polizei bei der größten Razzia seit der Umbenennung in Aleph elf Anwesen der Organisation; die Mitgliederzahl wurde von offizieller Seite auf 1.650 in Japan und 300 in Russland geschätzt.

2007 gründete Fumihiro Jōyū eine Abspaltung von Aleph namens Hikari no Wa (ひかりの輪, wörtlich: „Rad des Lichts“, engl. Eigenname: The Circle of Rainbow Light) und nahm dabei etwa ein Viertel aller Aleph-Mitglieder mit.[32]

Reaktionen von staatlicher Seite[Bearbeiten]

Die Reaktionen verschiedener Staaten auf das Attentat waren recht unterschiedlich und keinesfalls proportional zur tatsächlichen Betroffenheit der Staaten: Während viele Staaten die Gruppe verboten, konfiszierte Japan lediglich ihr Eigentum. Allgemein waren die Reaktionen von staatlicher Seite zunächst sehr repressiv, erlaubten aber eine Neuorientierung und den Wiederaufbau der Organisation.

Japan[Bearbeiten]

In Japan entzog das Tokioter Bezirksgericht (東京地方裁判所, Tōkyō chihō saibansho) in der Folge des Attentats Ōmu Shinrikyō auf Grund von Artikel 81 des Gesetzes über die Religionsgesellschaften am 30. Oktober 1995 zunächst den Religionsstatus und konfiszierte das Eigentum des Vereins.[29][33] Diese Entscheidung wurde am 19. Dezember desselben Jahres zunächst vom Obergericht Tokio und in letzter Instanz am 31. Januar 1996 vom Obersten Gerichtshof bestätigt.[33]

Parallel zu den gerichtlichen Folgen erließ das japanische Parlament am 15. Dezember 1995 zum ersten Mal eine Novelle des Gesetzes über die Religionsgesellschaften. Die neue Fassung des Gesetzes, die in der Phase ihrer Entstehung auf massiven Widerstand sowohl von den etablierten als auch den neuen religiösen Gruppierungen in Japan stieß, sah nun unter anderem vor, das Bildungsministerium als zentralstaatliche Registrierungsinstanz einzuschalten, sobald eine Religionsgesellschaft über eine Präfektur hinaus aktiv tätig wird; strengere Untersuchungsbestimmungen in Bezug auf die finanziellen Unterlagen einer Religionsgesellschaft; erweiterte staatliche Befugnisse zur Hinterfragung und Untersuchung von Religionsgesellschaften bei Verdacht auf Verstoß gegen das Gesetz. Diese Änderungen gelten aber nicht nur als Antwort auf die Terroranschläge von Ōmu Shinrikyō, sondern auch als politisches Instrument zur Steuerung von Gruppen wie Sōka Gakkai, die zu dieser Zeit gerade im Verbund mit der Partei Shinshintō an politischer Macht gewann.[33]

1997 beschloss die „Prüfungskommission für Öffentliche Sicherheit“ (kōan shinsa iinkai), Ōmu Shinrikyō nicht auf Grundlage des Gesetzes gegen subversive Aktivitäten zu verbieten, da keine Gefahr mehr von ihr ausginge. Seizaburo Satō, Forschungsdirektor des Japanischen Instituts für Internationale Politikstudien, glaubt, dass Politiker aufgrund des hohen Wählermobilisierungspotenzials japanischer Sekten vor harscheren Maßnahmen zurückschrecken.[29]

Im Jahr 1999 verabschiedete das Parlament das „Gesetz in Bezug auf die Kontrolle von Gruppierungen, die Akte wahllosen Massenmords verübt haben“ (無差別大量殺人行為を行った団体の規制に関する法律), wegen seiner offenbaren Bezugnahme auf Ōmu Shinrikyō auch als „Neues Ōmu-Gesetz“ (オウム新法)[34] bezeichnet. Auf dessen Grundlage genehmigte die „Prüfungskommission“ im Jahr 2000 die Überwachung von Ōmu Shinrikyō, im selben Jahr in Aleph umbenannt, durch die Public Security Intelligence Agency (PSIA).[35] Die Erlaubnis zur Überwachung wurde dreimal um je drei weitere Jahre verlängert, zuletzt im Januar 2009. Die Beobachtung durch die PSIA erstreckt sich auch auf die 2007 gegründete Abspaltung Hikari no Wa.[36][37]

Im erzwungenen Insolvenzverfahren von Ōmu Shinrikyō wurden die Vermögenswerte der Organisation ab 1996 liquidiert. Sondergesetze aus den Jahren 1998[38] und 1999[39] räumten der Entschädigung der Opfer Priorität vor staatlichen Ansprüchen ein und stellten sicher, dass auch das Eigentum der Nachfolgeorganisationen von Ōmu Shinrikyō in das Verfahren einbezogen werden konnten. Das Ende des Verfahrens wurde im November 2008 verkündet: Insgesamt wurden 1,54 Milliarden Yen (rund 12 Mio. Euro) als Entschädigung ausgezahlt, das entspricht 40 % der den Opfern zugesprochenen Summe von 3,8 Milliarden Yen. Ein neues Sondergesetz soll ermöglichen, den verbleibenden Betrag aus Steuermitteln bereitzustellen.[40]

Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion[Bearbeiten]

Russland – wie auch die Ukraine und Kasachstan – verboten die Organisation gänzlich, sie konnte aber, auch unter Rückgriff auf verschlüsselte Internetkommunikation, im Untergrund überleben.[29]

Europäische Union[Bearbeiten]

Die Europäische Union führte die Organisation bis 2011 auf ihrer Liste Terroristischer Vereinigungen.[41][42]

Organisationsstruktur[Bearbeiten]

Ōmu Shinrikyō besteht aus kleinen Freiwilligengruppen, die sich weitgehend von der Außenwelt abschotten.[43]

Rekrutierungspool[Bearbeiten]

Wie viele neuere religiöse Bewegungen in Japan und Russland hat Ōmu Shinrikyō seine Mitglieder vornehmlich aus den neuen Mittelschichten rekrutiert, insbesondere ist die Zahl der Jungakademiker überdurchschnittlich groß.[44] Ōmu Shinrikyō rekrutierte dabei vor allem naturwissenschaftliche Studierende an den Universitäten, alle fünf Attentäter von Tokio hatten Abschlüsse von den prestigeträchtigsten Universitäten Japans.[16]

Ideologie[Bearbeiten]

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Ōmu Shinrikyōs eklektische Lehre bezieht sich primär auf hinduistische Yoga-Traditionen und Tibetischen Buddhismus.[45] Außerdem benutzt die apokalyptische Ideologie Elemente aus pseudowissenschaftlichen Traditionen, Nostradamus-Weissagungen, chiliastischem Christentum, Hinduismus sowie dem Foundation-Zyklus des Science-Fiction-Schriftstellers Isaac Asimov. Einige Ideen waren auch aus der Anime-Serie Uchū Senkan Yamato entnommen.[46][13][47] Die zentrale Gottheit für die Sekte ist der Hindugott Shiva, und wahre Erleuchtung ist nur innerhalb der abgeschlossenen Gemeinschaft möglich. Die „äußere Welt“ wird als korrupt und verdorben betrachtet und muss notfalls gewaltsam bekämpft werden.

Einer der zentralen Punkte der Doktrin ist die kontroverse buddhistische Vorstellung von poa (vermutlich Phowa), in der unter bestimmten Bedingungen ein Mord demnach sowohl das Opfer als auch den Täter der Erleuchtung näher bringen kann:

“One concept in Tantra Vajrayana is that referred to by Asahara as poa, in which the spirits of the dead are transferred to a higher status through secret rites based on the power of the guru. The absolutization of this power can give rise to the perverted logic that if a person of low spiritual status is murdered by one with gedatsu then the former person’s karma improves, making the murder a good deed. It would not be surprising if a notion of this type was secretly taught in Aum.”

„In einem Konzept im Tantra Vajrayana, das Asahara poa nennt, werden die Geister der Toten durch geheime Riten, die auf der Kraft des Gurus beruhen, in einen höheren Zustand versetzt. Die Verabsolutierung dieser Kraft kann dann zu der perversen Logik führen, dass wenn eine Person von niedrigen spirituellem Status von einem Jivan Mukta ermordet wird sich das Karma von ersterem verbessert, so dass der Mord eine gute Tat wird. Es wäre nicht überraschend, wenn eine solche Auffassung insgeheim in der Aum-Sekte gelehrt wurde.[48]

Susumu Shimazono:  In the Wake of Aum. The Formation and Transformation of a Universe of Belief. In: Japanese Journal of Religious Studies. Vol. 22, Nr. 3/4, 1995.

Rezeption[Bearbeiten]

Ōmu Shinrikyō wird als ein herausragendes Beispiel charismatischer Führung und blinder Gefolgschaft betrachtet; dabei entstehe eine quasi-totalitäre Gruppenstruktur.[49] Robert J. Lifton beschrieb Ōmu Shinrikyō als Beispiel eines neuen, von nichtstaatlichen Gruppen ausgehenden internationalen Terrorismus.[50] Durch gezielte Anwendung von Meditationstechniken wie schnellem Atmen seien die Mitglieder in einen Zustand religiöser Erregung versetzt und an die Gruppe gebunden worden. Sie hätten mit der Zeit eine „Aum-Identität“ entwickelt, zu der es gehört habe, Gewaltanwendung der Gruppe nicht wahrzunehmen und mögliche, von ihrer „Nicht-Aum-Identität“ ausgehende Fragen zu unterdrücken. Von den Versuchen Asaharas, Chemie- und Nuklearwaffen zu beschaffen, hätten sie deshalb keine Kenntnis gehabt.[51]

Der Giftgasanschlag in Tokio wird, zusammen mit dem Massenselbstmord Heaven’s Gates 1997 und den (Selbst-)Morden der Sonnentempler 1994–97, als wichtigster Auslöser einer Reihe administrativer und legislativer Maßnahmen gegen nicht-etablierte religiöse Gruppierungen in den späten 1990er Jahren in mehreren europäischen Ländern, insbesondere Belgien,[52] angesehen.[53] Unterstützt wird diese Gesetzgebung durch Studien, die im apokalyptischen Teil des „kultischen Milieus“ eine Reihe gewaltbereiter Personen konstatieren.[54]

Auch die Vereinigten Staaten reagierten auf den Giftgasanschlag, aber nicht mit einer Verschärfung des Religionsrechts; stattdessen wurde die Forschung nach Gegenmitteln gegen Biowaffen intensiviert, obwohl der Anschlag gezeigt hatte, dass terroristische Gruppen wie Ōmu Shinrikyō auch mit viel Geld keine besonders effektiven Biowaffen herstellen können.[55]

Das Attentat wurde von dem Schriftsteller Haruki Murakami mit einer Serie von Interviews mit Überlebenden, Angehörigen der Toten und Mitgliedern der Sekte literarisch aufgearbeitet.[56]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c Ballingrud, David: "An Unheeded Warning?" St. Petersburg Times 14. Oktober 2001, S. 1D.
  2. Agency for Cultural Affairs: Religious Juridical Persons and Administration of Religious Affairs (PDF-Datei, 52 KB, Englisch)
  3. a b Metraux, Daniel A. (1996): "Religious Terrorism in Japan: The Fatal Appeal of Aum Shinrikyo", Asian Survey 35(12): 1140-1154, S. 1141.
  4. a b c Metraux, Daniel A. (1996): "Religious Terrorism in Japan: The Fatal Appeal of Aum Shinrikyo", Asian Survey 35(12): 1140-1154, S. 1147.
  5. Klaus Antoni: Rituale und ihre Urheber: Invented Traditions in der japanischen Religionsgeschichte', 21.-23. März 1996, S.270.
  6. Jackie Fowler: “Aum Shinrikyo (Version vom 29. August 2006 im Internet Archive)” im Religious Movements Homepage Project der University of Virginia - Englisch
  7. a b N.N.: "Court sentences Aum's Hayakawa to death", The Daily Yomiuri, 29. Juli 2000.
  8. a b c Kin, Kwan Weng: "From religious group to public enemy No. 1", The Straits Times 4. Juni 1995, S. 12.
  9. An Empirical Spiritual Science for the Supreme Truth, Translated from the Japanese by Jaya Prasad Nepal and Yoshitaka Aoki; Edited by Fumhiro Joyu, Aum USA Company Ltd, New York ISBN 0-945638-00-0
  10. Haworth, Abigail: "Cults: Aum Shinrikyo", The Observer 14. Mai 1995, S. 16.
  11. Kaplan, David A. (2000): “Aum Shinrikyo,” S. 207–226 in Jonathan B. Tucker (Hrsg.): Toxic Terror. Cambridge, MA: MIT Press, S. 209.
  12. Ken Rafferty: Shoko Tactics. In: The Guardian, 16. Mai 1995.
  13. a b c Arthur Goldwag. Cults, conspiracies, and secret societies: the straight scoop on Freemasons, the Illuminati, Skull & Bones, Black Helicopters, the New World Order, and many, many more. Vintage, New York 2009, ISBN 978-0-307-39067-7, S. 15–17.
  14. Pangi, Robyn (2002): "Consequence Management in the 1995 Sarin Attacks on the Japanese Subway System," Studies in Conflict and Terrorism 25(6): 421-448, S. 424.
  15. Bork, Henrik: "Der schwarze Blitz der Erinnerung: Keine Fürsorge, kein Geld, keine Antwort — die Opfer werden mit ihren Sorgen allein gelassen und erleiden jetzt die Albträume von 1995 noch einmal", Süddeutsche Zeitung 5. November 2001, S. 3.
  16. a b Fazackerley, Anna. "A Graphic Warning From Japan", The Times Higher Education Supplement, 15. Juli 2005, S. 16.
  17. Barr, Cameron W.: "Japan Hunts for Culprits In Tokyo Subway Attack", Christian Science Monitor, 21. Mai 1995, S. 1.
  18. Kaplan, David A.: "So long, Shoko," U.S. News & World Report, 19. September 2006.
  19. Additional Death Counted in Tokyo Sarin Attack, Global Security Newswire, 9. März 2010
  20. Victims of 1995 Aum Tokyo subway sarin gas attack near 6,300, Kyodo News, 11. März 2010
  21. a b Köckritz, Angela: "Zehn Jahre bis zum Urteil: Aum-Sekten-Chef soll für Gasanschlag von Tokio gehängt werden", Süddeutsche Zeitung 16. September 2006, S. 14
  22. N.N.: "Death Sentence Upheld for Former Cult Members", San Jose Mercury News, 29. Juli 2004, S. 10A.
  23. N.N.: "Two Sentenced to Death for 1995 Gas Attack on Tokyo Subways", The New York Times, 18. Juli 2000, S. A10.
  24. N.N.: "Aum's Tsuchiya gets death: Court rules cultist willingly participated in fatal gas attacks", The Daily Yomiuri, 31. Januar 2004, S. 2.
  25. Lewis, Leo: "Eight years on, gas attack trial nears end", The Times 31. Oktober 2003, S. 23.
  26. N.N.: "Ex-Cultist Loses Top Court Appeal", The Asahi Shimbun 8. April 2005.
  27. Sektenmitglied nach 17 Jahren gefasst. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 15. Juni 2012, abgerufen am 15. Juni 2012 (deutsch).
  28. Ford, Peter: "Sect Sends 'Salvation' to Russian Musicians — by Paycheck", Christian Science Monitor, 30. März 1995, S. 8.
  29. a b c d Miller, Judith: "Some in Japan Fear Authors of Subway Attack Are Regaining Ground", The New York Times 11. Oktober 1998, S. A12.
  30. Onishi, Norimitsu: "After 8-Year Trial in Japan, Cultist Is Sentenced to Death", The New York Times 28. Februar 2004, S. A3.
  31. BBC World News: "Japan sect apologises for gas attack, 1. Dezember 1999, <http://news.bbc.co.uk/1/low/world/asia-pacific/544847.stm> letzter Zugriff 27. März 2007.
  32. N.N.: "Japanse Aum-sekte valt uit elkaar", Provinciale Zeeuwse Courant, 6. März 2007, S. 8.
  33. a b c Robert J. Kisala: “Living in a Post-Aum World”, in: Bulletin of the Nanzan Institute for Religion & Culture 20/1996, pp. 7–18.
  34. Liste der Gesetzesabkürzungen bei der staatlichen Onlinedatenbank für Gesetzestexte (Japanisch)
  35. Kōanchōsa-chō: 無差別大量殺人行為を行った団体の規制に関する法律の施行状況 (Japanisch: „Stand der Anwendung des Gesetzes in Bezug auf die Kontrolle von Gruppierungen, die Akte wahllosen Massenmords verübt haben“, enthält die Überwachungsanträge der PSIA, die Entscheidungen der Kommission und jährliche Berichte an das Parlament)
  36. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Formatオウム観察処分、3回目の更新請求 公安調査庁. In: Nihon Keizai Shimbun. 1. Dezember 2008, abgerufen am 13. Dezember 2008 (japanisch).
  37. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Formatオウム観察処分、3度目の更新…「ひかりの輪」も対象. In: Yomiuri Shimbun Online. 23. Januar 2009, abgerufen am 29. Januar 2009 (japanisch).
  38. オウム真理教に係る破産手続における国の債権に関する特例に関する法律
  39. 特定破産法人の破産財団に属すべき財産の回復に関する特別措置法
  40. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBankruptcy process at Aum ends; taxpayers to foot rest of redress. In: Japan Times. 27. November 2008, abgerufen am 13. Dezember 2008 (englisch).
  41.  Beschluss 2010/386/GASP des Rates vom 12. Juli 2010 zur Aktualisierung der Liste der Personen, Vereinigungen und Körperschaften, auf die die Artikel 2, 3 und 4 des Gemeinsamen Standpunkts 2001/931/GASP über die Anwendung besonderer Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus Anwendung finden. In: Amtsblatt der Europäischen Union. Nr. L 178, 13. Juli 2010, S. 0028-0030 (Online bei EUR-Lex).
  42.  Beschluss 2011/430/GASP des Rates vom 18. Juli 2011 zur Aktualisierung der Liste der Personen, Vereinigungen und Körperschaften, auf die die Artikel 2, 3 und 4 des Gemeinsamen Standpunkts 2001/931/GASP über die Anwendung besonderer Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus Anwendung finden. In: Amtsblatt der Europäischen Union. Nr. L 188, 19. Juli 2011, S. 0047-0049 (Online bei EUR-Lex).
  43. Metraux, Daniel A. (1996): "Religious Terrorism in Japan: The Fatal Appeal of Aum Shinrikyo", Asian Survey 35(12): 1140-1154, S. 1142.
  44. Hielscher, Gebahard: "Die Aum-Sekte - Suche nach Erklärungen Der blinde Guru und seine Jungakademiker", Süddeutsche Zeitung 20. April 1995.
  45. Metraux, Daniel A. (1996): "Religious Terrorism in Japan: The Fatal Appeal of Aum Shinrikyo", Asian Survey 35(12): 1140-1154, S. 1144.
  46. Japan: Erhabene Wahrheit. In: Der Spiegel, 22. April 1996.
  47. John Parachini: Aum Shinrikyo. In: John C. Baker: Aptitude for Destruction: Case Studies of Organizational Learning in Five Terrorist Groups. RAND Corporation, Santa Monica (CA) 2005, ISBN 0-8330-3764-1, S. 11 f.
  48. Stark gekürzte englische Übersetzung durch Robert Kisala von  Susumu Shimazono: Aum Shinrikyō no Kiseki. Iwanami Booklet, Tokio 1995 (Originaltitel: オウム真理教の軌跡), ISBN 4-00-003319-0.
  49. Benjamin Beit-Hallahmi: Death, Fantasy, and Religious Transformations in Jerry S. Piven (Hrsg.): The psychology of death in fantasy and history, Praeger Publishers/Greenwood Publishing Group, Westport CT 2004, S. 87-117
  50. Robert J. Lifton: Destroying the World to Save It: Aum Shinrikyo, Apocalyptic Violence and the New Global Terrorism, Henry Holt & Co, New York 1999, ISBN 0-8050-6511-3
  51. Interview mit Lifton in: Conversations with History, Institute of International Studies, University of California Berkeley, 1999
  52. Willy Fautré: Belgium’s Anti-Sect War, Social Justice Research 12(4), 1999, S. 377-397
  53. Massimo Introvigne: “There Is No Place for Us to Go but Up”: New Religious Movements and Violence, Social Compass 49(2), 2002, S. 213-224
  54. Bradley C. Whitsel: Catastrophic New Age Groups and Public Order, Studies in Conflict and Terrorism 23(1), 2000, S. 21-36
  55. Milton Leitenberg: Aum Shinrikyo’s Efforts to Produce Biological Weapons: A Case Study in the Serial Propagation of Misinformation, Terrorism and Political Violence 11(4), 1999, S. 149-158
  56. Haruki Murakami: Untergrundkrieg, DuMont, Köln 2002

Literatur[Bearbeiten]

  • Kaplan, David E. & Andrew Marshall. 1998. AUM, Eine Sekte greift nach der Welt. Hamburg: Ullstein. ISBN 3-548-35717-2
  • Lifton, Robert J.: Terror für die Unsterblichkeit. Erlösungssekten proben den Weltuntergang. München & Wien: Hanser Verlag. ISBN 3-446-19879-2
  • Reader, Ian. 2000. Religious Violence in Contemporary Japan: The Case of Aum Shinrikyo. Honolulu, HI: University of Hawaii Press. ISBN 0-8248-2340-0
  • Repp, Martin. 1997. Aum Shinrikyō: Ein Kapitel krimineller Religionsgeschichte. Marburg: DiagonalVerlag. ISBN 3-927165-46-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ōmu Shinrikyō – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien