Isabella d’Este

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Leben nach der Regentschaft (Aufenthalt in Rom 1527, Rolle im Sacco di Roma, Rückkeht)

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Verjüngendes Porträt Isabella d'Este 1536 von Tizian. Zu dieser Zeit war Isabella bereits 62 Jahre alt und verlangte von Tizian ein Jugendbild basierend auf einem Porträt von Francesco Raibolini, gen. Francia, das dieser bereits 1511 auf einer fremden Vorzeichnung (wahrscheinlich von Lorenzo Costa oder Leonardos berühmte Profilzeichnung) und gemäß mündlicher Beschreibung ihrer Halbschwester angefertigt hatte - ohne Modellsitzung.[1] Die Augenfarbe (hellgrau) weicht von den anderen Porträts (braun) ab; die Identifizierung wird von einigen Tizian-Experten angezweifelt.[2]
Porträt Isabellas von Leonardo da Vinci

Isabella d’Este (* 18. Mai 1474 in Ferrara; † 13. Februar 1539 ebenda) war eine der wichtigsten Personen in der Kultur und Politik der italienischen Renaissance.

Leben[Bearbeiten]

Isabella d’Este war die Tochter von Ercole I. d’Este, Herzog von Ferrara, und Leonora von Neapel, der Tochter von König Ferdinand I. von Neapel. Antonio Tebaldeo war ihr Erzieher. Ihre jüngere Schwester war Beatrice d’Este, Herzogin von Mailand als Ehefrau von Ludovico Sforza, ihre jüngeren Brüder waren der Herzog Alfonso I. d’Este von Ferrara, Modena und Reggio nell’Emilia und der Kardinal Ippolito I. d’Este.

Isabella d’Este hatte – wie ihre umfangreiche Korrespondenz aus Mantua zeigt – eine sehr gute Bildung erfahren. Dafür sorgte schon ihre gebildete Mutter, die nicht nur die Harfe spielen konnte und mit großer Leidenschaft die Bilder der bekanntesten Maler sammelte, sondern auch eine kleine Bibliothek besaß. Unterrichtet wurde Isabella wie ihre Geschwister in Latein, Musik (sie konnte perfekt die Laute und die Flöte spielen und soll eine herrliche Singstimme besessen haben), in Tanz, in der griechischen und römischen Geschichte und in der klassischen Literatur. Mit besonderem Interesse studierte sie Landkarten und beschäftigte sich mit der Astrologie. Ihre Zeitgenossen beschrieben sie schließlich als äußerst redebegabt, hochintelligent, sehr belesen, schlagfertig, sehr temperamentvoll und als eine leidenschaftliche Schach- und Kartenspielerin. Sie konnte sich fließend in Latein unterhalten. Sie wird als ausgesprochen schön beschrieben, neigte aber wie ihre Mutter zur Korpulenz.

Sie wurde später eine leidenschaftliche, fast gierige Sammlerin römischer Skulpturen und Auftraggeberin für moderne Skulpturen im antiken Stil.

Im Alter von 16 Jahren, am 12. Februar 1490, wurde sie mit Gianfrancesco II. Gonzaga, Markgraf von Mantua, verheiratet. Sie verstand sich sehr gut mit der Familie ihres Mannes, jedoch nicht so gut mit ihrem misstrauischen und seit 1512 schwer an der Syphilis leidenden Gemahl.

Am 31. Dezember 1493 brachte Isabella ihr erstes Kind auf die Welt, eine Tochter, die sie nach ihrer kurz davor verstorbenen Mutter Eleonora nannte. Ihre Enttäuschung, dass sie keinen Sohn geboren hatte, war sehr groß, die Beziehung zu ihrer Tochter, dem späteren Liebling ihres Vaters, blieb stets kühl. Ihre zweite Tochter, Margherita, verstarb nach zwei Monaten.

Am 17. Mai 1500 gebar sie ihren ersehnten Sohn Federico II. Gonzaga, der nach dem Großvater benannt wurde.

1502 kam Livia (starb als Kind) und 1503 Ippolita zur Welt, zu denen sie ebenfalls gefühlsmäßig keinen Zugang fand. Im November 1505 und im Januar 1507 gebar sie ihre Söhne Ercole (ab 1527 Kardinal) und Ferrante (Feldherr unter Kaiser Karl V. und Begründer der Herzöge von Guastalla). 1508 wurde ihr letztes Kind Livia (nach ihrer Schwester benannt, die im gleichen Jahr starb) geboren. Ihre Söhne liebte sie über alles, aber Spötter behaupteten, dass bei ihr noch ihre Hunde vor ihren Töchtern kämen.

Ihre älteste Tochter musste aus politischen Gründen Francesco Maria I. della Rovere heiraten, den Neffen des Papstes Julius II., Ippolita und Livia mussten Nonnen werden.

Erst im Alter versöhnte sie sich mit ihren Töchtern und bedachte sie auch in ihrem Testament. Vor allem das unglückliche Leben ihrer ältesten Tochter ging ihr sehr nahe.

Wirken als Mäzenin[Bearbeiten]

Isabella und ihr Mann unterstützten Ludovico Ariosto als Mäzene, während er seinen Orlando Furioso schrieb, und beide wurden stark von Baldassare Castiglione, dem Autor von Il Cortigiano (Der Höfling), als Vorbild für aristokratisches Verhalten für die nächsten 200 Jahre, beeinflusst. Auf Castiglione ist es auch zurückzuführen, dass Giulio Romano nach Mantua gerufen wurde, um das Castello und andere Bauwerke zu erweitern. Unter ihrer Schirmherrschaft wurde der Hof zu Mantua einer der kultiviertesten in ganz Europa. Unter den Künstlern, Autoren, Gelehrten und Musikern, die angezogen wurden, waren Raffael, Andrea Mantegna und die Komponisten Bartolomeo Tromboncino und Marchetto Cara. Tizian malte sie zweimal, Leonardo da Vincis Porträtzeichnung von ihr hängt im Louvre. Ihr Studierzimmer (studiolo) ließ sie mit Zyklen von Mantegna, Perugino, Lorenzo Costa und Correggio ausmalen. Ihr Ehrgeiz bezüglich der Ausstattung ihres studiolo machte allerdings auch nicht davor Halt, sich Kunstobjekte vertriebener Verwandten anzueignen.

Wirken als Regentin[Bearbeiten]

Während der Abwesenheit ihres Ehemanns als Militärkommandeur in Diensten Venedigs (1489 bis 1498) regierte Isabella Mantua für ihn, desgleichen während seiner venezianischen Gefangenschaft (1509/1510), die sie erfolgreich mit diplomatischen Mitteln beendete, sowie nach seinem Tod am 29. März 1519 für ihren Sohn Federico II. Gonzaga. Sie begann, eine wichtige Rolle in der italienischen Politik zu spielen, in der sie ständig Mantuas Position verbesserte. Ihren Fähigkeiten ist es auch zu verdanken, dass Mantua 1530 zum Herzogtum erhoben wurde sowie ihr jüngerer Sohn Ercole 1527 zum Kardinal ernannt wurde. Sie bewies großes diplomatisches Geschick in ihren Verhandlungen mit Cesare Borgia, der den Ehemann ihrer Freundin und Schwägerin Elisabetta Gonzaga, Guidobaldo da Montefeltro, den Herzog von Urbino, 1502 enteignet hatte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sally Hickson, G. F. Zaninello of Ferrara and the portrait of Isabella d'Este by Francesco Francia, Renaisance Studies Vol. 23 No. 3 (2009), S. 288-310
  2. Corrado Cagli, Tizian, Rizzoli Editore, Mailand 1969

Literatur[Bearbeiten]

  • Gli studioli d'Isabelle d’Este. Paris 1975 (Ausstellungskatalog).
  • V. Brosio: La rosa e la spada. Isabella d’Este e Francesco Gonzaga. Turin 1980.
  • Sylvia Ferino-Pagden: „La prima donna del mondo“ Isabella d’Este. Fürstin und Maezenatin der Renaissance. Kunsthistorisches Museum, Wien 1994 (Ausstellungskatalog).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Isabella d'Este – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien