Französisches Komitee für die Nationale Befreiung

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Das Komitee für die Nationale Befreiung (französisch: Comité français de la Libération nationale, kurz CFLN) wurde am 3. Juni 1943 in Algier von Charles de Gaulle und dem ranghöheren General Henri Giraud auf amerikanischen Druck als anfangs gleichberechtigte Präsidenten gegründet. Es ist nicht zu verwechseln mit dem 1940 von de Gaulle in London gegründeten „Komitee Freies Frankreich“.

Mit dem CFLN wurden das „Komitee Freies Frankreich“ und die bereits von den Alliierten befreiten Franzosen in Nordafrika unter dem Kommando Girauds zu einer Exilregierung zusammengefasst. Damit sollten diese zwei existierenden Autoritäten Frankreichs als Ansprechpartner der Alliierten verschmolzen werden. De Gaulle strebte die politische Leitung an und überließ Giraud die militärische Leitung. Nach zähen Verhandlungen wurden die Juden diskriminierenden Gesetze Pétains abgeschafft sowie die Pressefreiheit wiederhergestellt. Als Kommissar (einem Minister vergleichbar) für Inneres gehörte der Gaullist André Philip, für Äußeres der Gaullist René Massigli, für Bewaffnung Jean Monnet, für Gefangene, Deportierte und Flüchtlinge der Résistant Henri Frenay und als Staatsminister General Alphonse Georges dem CFLN an.

Mit der Gründung des CFLN wurden auch die Reste des Deuxième Bureau, der Service de Renseignement von Oberst Louis Rivet, mit dem Bureau Central de Renseignements et d“Action (BCRA) von André Dewavrins zu einer neuen Struktur, der Direction Générale des Services Spéciaux (DGSS) unter Leitung von Jacques Soustelle zusammengeschlossen.

Im November 1943 verlor Giraud sein Amt, weil er bis zuletzt dem CFLN seinen Plan zur Befreiung Korsikas verheimlicht und den kommunistischen Front National bewaffnet hatte. Ein Jahr nach seiner Gründung am 3. Juni 1944 erklärte sich das Komitee zum Gouvernement provisoire de la République Française (GPRF).

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