Friedhof Am Palastweiher

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Der Friedhof Am Palastweiher (auch Alter Friedhof genannt) ist einer von drei Friedhöfen im Ortszentrum von Königswinter, einer Stadt im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis. Er geht auf das Jahr 1808 zurück und steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[1]

Lage[Bearbeiten]

Der Friedhof liegt am Rande der Altstadt unmittelbar östlich der rechtsrheinischen Eisenbahnstrecke zwischen der namensgebenden Straße Am Palastweiher im Westen und der Winzerstraße im Osten. Südlich grenzt das städtische Wilhelm-Auguste-Viktoria-Haus, nordwestlich grenzen Industrieflächen an.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Friedhof wurde 1808 aufgrund einer unter französischer Besatzung erlassenen Verordnung angelegt und löste den Friedhof an der Pfarrkirche ab, von dem einige Grabkreuze hierher versetzt wurden.

Die Eintragung des Friedhofs in die Denkmalliste der Stadt Königswinter erfolgte am 1. August 1988. Seit der Schließung des Friedhofs Oberweingartenweg am Eingang des Nachtigallentals zum Jahresbeginn 2011 ist der Friedhof Am Palastweiher der einzige für Neubelegungen offene Friedhof der Königswinterer Altstadt.[2]

Beschreibung[Bearbeiten]

Die ältesten erhaltenen Grabstätten sind unter anderem einige als qualitätvoll geltende in neogotischen Formen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu den bekanntesten gehören neben dem mit einem Grabkreuz erhaltenen des letzten Mönchs der Abtei Heisterbach Aloys Olzem (1771–1859)[3] und den Familiengräbern der Industriellenfamilie Mülhens sowie der Familie Leonhart-Kurtzrock die Gräber von Stephan von Sarter (1833–1902), Erbauer von Schloss Drachenburg, sowie eines späteren Besitzers dieses Anwesens, Paul Spinat († 1989). Die Familie Lemmerz, aus der der Gründer des gleichnamigen Königswinterer Felgenwerks entstammt, ist auf dem Friedhof mit einer als tempelartige Marmorhalle ausgeführten Grabstätte vertreten, die in neoklassizistischen Formen gehalten ist. Eine neogotische Grabkapelle geht auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Die Friedhofskapelle ist ein neoromanischer Putzbau aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts.

Am Nordrand des Friedhofs befindet sich ein Soldatenfriedhof mit Gräbern von Gefallenen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg nebst Kriegerdenkmal.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedhof Am Palastweiher – Sammlung von Bildern
  • Erwinn Bidder: Geschichte(n) auf dem Gottesacker. In: Rheinkiesel, 15. Jahrgang, November 2011 (PDF; 1,9 MB), S. 4–6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Denkmalliste der Stadt Königswinter, Nummer A 76
  2. „Keine Zentralisierung der Friedhöfe“, Kölnische Rundschau, 9. September 2010
  3. Das Grabmal des letzten Mönchs von Heisterbach, Virtuelles Brückenhofmuseum

50.6767547.196386Koordinaten: 50° 40′ 36″ N, 7° 11′ 47″ O