Friedl Volgger

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Friedl Volgger (* 4. September 1914 in Ridnaun; † 15. Mai 1997 in Bozen)[1] war ein Südtiroler Politiker.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

1914–1945[Bearbeiten]

Friedl Volgger hat in Innsbruck Germanistik studiert (Abschluss 1939). Zuvor hatte Volgger einige Jahre Theologie studiert und den Priesterberuf angestrebt. Nachdem er den Anschluss Österreichs miterleben musste, wurde er zum überzeugten Gegner des Nationalsozialismus und entschied sich in der Option (1939) für das Bleiben.

Mit anderen führenden Dableibern wie Kanonikus Michael Gamper, Erich Amonn und Josef Mayr-Nusser gründete Volgger noch im selben Jahr den Andreas-Hofer-Bund (AHB), dessen Vorsitz er bis 1943 innehatte.

1943 wurde Volgger wegen seines Einsatzes im AHB inhaftiert und in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Volgger konnte erst nach Kriegsende zurückkehren, und war deshalb nicht bei der Gründung der Südtiroler Volkspartei (SVP) im Mai 1945 dabei, übernahm aber sofort nach seiner Rückkehr die Aufgabe des Parteisekretärs.

Als Antifaschist erwirkte er noch 1945 die Erlaubnis der Amerikanischen Militärverwaltung, den Südtiroler Alpenverein (AVS) wiederzugründen.

1946–1997[Bearbeiten]

Als SVP-Funktionär war Friedl Volgger diplomatisch unterwegs und hat in Belgrad und Wien Verhandlungen für die Rückkehr Südtirols zu Österreich geführt. Volgger nahm als Teil der österreichischen Delegation auch an den Autonomieverhandlungen zum Gruber-De-Gasperi-Abkommen in Paris teil. Von 1948 bis 1953 war er Mitglied der italienischen Abgeordnetenkammer (erste Legislatur nach Inkrafttreten der republikanischen Verfassung). Anschließend wurde Volgger Redakteur der von Michael Gamper geleiteten Tageszeitung Dolomiten und dort nach dessen Tod 1956 Chefredakteur. Nach dem Führungswechsel in der SVP (1957) wurde Volgger Parteiobmannstellvertreter und enger Vertrauter des neuen Vorsitzenden Silvius Magnago. In dieser Zeit wurde er wegen angeblicher Verbindung zu Bombenattentaten inhaftiert, nach internationalen Protesten und aus Mangel an Beweisen jedoch bald wieder freigelassen. 1960 nahm er (wieder mit der österreichischen Delegation) als Beobachter und Chronist an den UN-Verhandlungen zur Südtirolfrage teil. Im selben Jahr wurde er auch in den Südtiroler Landtag gewählt.

1961 wurde er Chefredakteur des Südtiroler Volksboten (Wochenblatt aus dem Haus Athesia und Parteizeitung der SVP). Um sich auf den Wahlkampf für den Senat vorzubereiten, trat Volgger 1967 von seinem Landtagsmandat zurück. Darauf wurde er 1968 (bis 1972) zum Senator gewählt. Zwischen 1969 und 1973 war er auch Vorsitzender der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen.

1978 gründete Friedl Volgger in Bozen mit Giancarlo Bertagnolli und anderen den Verein La Strada – Der Weg, der sich um Drogensüchtige und anderweitig ausgegrenzte Menschen kümmert. Seine Tochter Burgi war lange Vorsitzende des Vereins.

Bedeutung für Südtirol[Bearbeiten]

Friedl Volgger wurde seit der Optionszeit immer mehr zum Vorkämpfer für die Anliegen Südtirols. Er konnte die Anliegen Südtirols wiederholt in der Welt voranbringen. Volgger war in den 1960er Jahren einer der wichtigsten Kämpfer für das Südtirol-Paket.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Mit Südtirol am Scheideweg: erlebte Geschichte. Haymon, Innsbruck 1984, ISBN 3-85218-168-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.autonomia.provincia.tn.it/hanno_detto/pagina15.html