Galeazzo Maria Sforza

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Galeazzo Maria Sforza, Portrait von Piero del Pollaiuolo (1471)

Galeazzo Maria Sforza (* 24. Januar 1444; † 26. Dezember 1476) war Herzog von Mailand. Er gehörte zur Familie Sforza und war der Sohn von Francesco I. Sforza und Bianca Maria Visconti.

Leben[Bearbeiten]

Galeazzo Maria war als Patron von Kunst und Musik bekannt, allerdings auch für seinen wollüstigen, grausamen und tyrannischen Charakter. Durch sein Engagement wurde sein Hoforchester eines der bekanntesten und historisch wichtigsten in Europa. Komponisten aus dem Norden, vor allem aus Flandern und den Niederlanden kamen an seinen Hof, darunter Alexander Agricola, Johannes Martini, Loyset Compère, Gaspar van Weerbeke, vor allem aber Josquin des Prez, der der berühmteste Komponist der Zeit in Europa wurde.

Galeazzo Maria wurde am 26. Dezember 1476, nach seiner Rückkehr von einer Strafaktion gegen den Herzog von Burgund, in der Kathedrale von Mailand von drei Adligen ermordet. Angestiftet wurden sie von Cola de Montana, der von Galeazzo öffentlich ausgepeitscht worden war. Bisher gingen die Historiker davon aus, dass es sich bei dem Mordkomplott um einen Umsturzversuch handelte, der jedoch scheiterte. Gregory Lubkin erkennt vorwiegend Loyalitätsverluste, stellt neben politische Gründe jedoch das allgemeine Sozialverhalten, beispielsweise Promiskuität.[1] Neuere Forschungen weisen jedoch darauf hin, dass der Mord letztendlich von seinem jüngeren Bruder Ludovico Sforza initiiert wurde; für diese These einer planvollen Usurpation im Herzogtum Mailand spräche die Tatsache, dass der Sohn Galeazzo Marias, Gian Galeazzo Sforza, der seinem Vater auf dem Thron nachfolgte, 1494 einem Giftanschlag zum Opfer fiel, der seinem Onkel Ludovico angelastet wurde.

Familie[Bearbeiten]

Die Ermordung von Galeazzo Maria Sforza

Galeazzo Maria heiratete 1466 in erster Ehe Dorotea Gonzaga, Tochter des Luigi III. Gonzaga, Markgraf von Mantua, die aber bereits nach zwei Jahren (1468) kinderlos starb. Noch in ihrem Todesjahr, am 6. Juli 1468, heiratete er Bona von Savoyen (1449–1503), eine Tochter des Herzogs Ludwig. Sie ist die Mutter seiner Kinder:

Mit seiner Geliebten Lucrezia Landriano hatte er zumindest eine uneheliche Tochter:

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Gregory Lubkin: A Renaissance court. Milan under Galeazzo Maria Sforza. University of California Press, Berkeley/Los Angeles/London 1994, S. 240 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Galeazzo Maria Sforza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Francesco Sforza Herzog von Mailand
1466–1476
Gian Galeazzo Sforza