Gaspéit

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Gaspéit
Gillardite-Gaspeite-160515.jpg
Gaspéit (hellgrün) und Gillardit (dunkelgrün) aus der 132 North Mine, Widgiemooltha, Western Australia
Andere Namen
  • IMA 1965-029
Chemische Formel

Ni[CO3]

Mineralklasse Carbonate (und Verwandte)
5.AB.05 (8. Auflage: V/B.02) nach Strunz
14.01.01.08 nach Dana
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin ditrigonal-skalenoedrisch \ \bar 3  2/m
Farbe Hellgrün, Grasgrün, Olivegrün
Strichfarbe Gelbgrün
Mohshärte 4,5 bis 5
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,71(1) ; berechnet: 3,748[1]
Glanz Glasglanz, matt
Transparenz durchscheinend
Spaltbarkeit gut nach \lbrace 1 0 \bar{1} 1 \rbrace
Bruch uneben
Habitus rhombisches Kristalle,
Kristalloptik
Brechungsindex nω = 1,830 nε = 1,610[2]
Doppelbrechung
(optischer Charakter)
δ = 0,220[2]; einachsig negativ

Gaspéit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Carbonate (und Verwandte)“. Es kristallisiert im trigonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Ni[CO3] und entwickelt nur kleine, rhombenförmige Kristalle bis etwa 0,5 mm Länge in nierigen bis massigen Mineral-Aggregaten von hellgrüner, grasgrüner bis olivegrüner Farbe bei gelbgrüner Strichfarbe.

Gaspéit bildet eine lückenlose Mischreihe mit Magnesit (Mg[CO3]).

Besondere Eigenschaften[Bearbeiten]

Gaspéit ist unlöslich in Wasser und nur sehr schwach löslich in Salpetersäure und Salzsäure.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Gaspéit bei Mont-Albert in der kanadischen Grafschaft La Haute-Gaspésie auf der Halbinsel Gaspésie und 1966 beschrieben von Donald W. Kohls und John Landon Rodda[3], die das Mineral nach seiner Typlokalität benannten.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Siderit zur gemeinsamen Mineralklasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort zur Abteilung der „Wasserfreien Carbonate ohne fremde Anionen“, wo er zusammen mit Calcit, Magnesit, Otavit, Rhodochrosit, Siderit, Smithsonit, Sphärocobaltit und Vaterit die „Calcitgruppe“ bildete.

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz'schen Mineralsystematik ordnet den Siderit in die Klasse der „Carbonate und Nitrate“ (die Borate bilden hier eine eigene Klasse) und dort in die Abteilung der „Carbonate ohne weitere Anionen, ohne H2O“ ein. Diese Abteilung ist allerdings weiter unterteilt nach der Art der beteiligten Kationen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Erdalkali- (und andere M2+) Carbonate“ zu finden ist, wo es zusammen mit Calcit, Magnesit, Otavit, Rhodochrosit, Siderit, Smithsonit und Sphärocobaltit die „Calcitgruppe“ mit der System-Nr. 5.AB.05 bildet.

Die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Siderit wie die veraltete 8. Auflage der Strunz'schen Systematik in die gemeinsame Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort in die Abteilung der „Wasserfreien Carbonate“. Hier ist er zusammen mit Calcit, Magnesit, Siderit, Sphärocobaltit, Smithsonit, Otavit und Rhodochrosit in der „Calcitgruppe (Trigonal: R-3c)“ mit der System-Nr. 14.01.01 innerhalb der Unterabteilung der „Wasserfreien Carbonate mit einfacher Formel A+CO3“ zu finden.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Gaspéite bildet sich als seltenes Sekundärmineral in nickelsulfidhaltigen Adern in metamorph umgewandeltem kieselsäurehaltigen Dolomitgestein, möglicherweise auch als Umwandlungsprodukt in nickelreichen Meteoriten. Begleitminerale sind unter anderem Annabergit, Antigorit, Bunsenit, Chrysotil, Dolomit, Gersdorffit, Glaukosphaerit, Heazlewoodit, Jamborit, Liebenbergit, Magnesit, Mcguinnessit, Millerit, Nickelin, Nimit, Pecorait, Polydymit, Siderit, Spinell, Trevorit und Violarit.

Weltweit konnte Gaspéit bisher (Stand: 2011) an rund 20 Fundorten nachgewiesen werden, so unter anderem an mehreren Orten auf Tasmanien und in Western Australia in Australien; am Duboštica bei Vareš in Bosnien und Herzegowina; bei Richelsdorf in Deutschland; in der „Km-3 Mine“ bei Lavrio (Laurion) in der griechischen Region Attika; in der „Monteponi Mine“ bei Iglesias auf der italienischen Insel Sardinien; in der „Nakauri Mine“ bei Shinshiro auf der japanischen Insel Honshū; in der „Kempirsai Cr Lagerstätte“ bei Aqtöbe in Kasachstan; am Mabilikewe (Limpopo) und bei Bon Accord (Mpumalanga) in Südafrika; in der „Eugenia Mine“ bei Bellmunt del Priorat in der spanischen Provinz Tarragona und in der „Damba Lagerstätte“ bei Gweru in Simbabwe.[2]

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Gaspéit kristallisiert trigonal in der Raumgruppe R \bar{3} c (Raumgruppen-Nr. 167) mit den Gitterparametern a = 4,61 Å und c = 14,74 Å sowie 6 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Handbook of Mineralogy - Gaspéite (englisch, PDF 64,6 kB)
  2. a b c Mindat - Gaspéite (englisch)
  3. Nachruf für John Landon Rodda (englisch)
  4.  Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 286.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gaspéite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien