Friedhof Ohlsdorf

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Die Friedhofsverwaltung

Der Friedhof Ohlsdorf (bis 1991 Hauptfriedhof Ohlsdorf) im Hamburger Stadtteil Ohlsdorf wurde am 1. Juli 1877 eingeweiht und ist mit 391 Hektar der größte Parkfriedhof der Welt. Über das gesamte Areal verteilen sich 235.000 Grabstätten. Auf dem Ohlsdorfer Friedhof haben seit seiner Gründung über 1,4 Millionen Beisetzungen stattgefunden. Zum Vergleich: Der Wiener Zentralfriedhof hat eine Größe von 250 Hektar mit 330.000 Grabstellen.[1] Die Anlage ist bestimmt durch den Parkcharakter mit einigen hundert Laub- und Nadelgehölzarten sowie Teichen und Bächen und einer Landschaft, die sich durch eine Mischung aus historischen Bauten, Gartendenkmälern und modernen Themengrabstätten auszeichnet. Neuere Anlagen sind unter anderem Schmetterlingsgräber, Kolumbarien und Paar-Anlagen. Der Friedhof wird zudem vielfach von Touristen besucht, besonders zur Rhododendrenblüte Ende April bis Mitte Mai.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Friedhof Ohlsdorf verfügt über vier Einfahrten. Im Uhrzeigersinn seien hier genannt die Haupteinfahrt Fuhlsbüttler Straße im Westen, Borstels Ende im Norden, Einfahrt Bramfeld im Osten und Seehof im Süden. Zusätzlich gibt es fünf Fußgängereingänge, den Eingang Bahnhof Ohlsdorf und den Nebeneingang am Krematorium, beide an der Fuhlsbüttler Straße, den Eingang Kleine Horst sowie den Eingang Hoheneichen im Norden und den Eingang Eichenlohweg im Süden.

Das Gelände ist durch ein für den Kraftfahrzeugverkehr zugelassenes Straßennetz von insgesamt 17 Kilometern erschlossen, die weiteren Erschließungswege haben eine Gesamtlänge von 80 Kilometern. Der Durchgangsverkehr über den Friedhof ist nicht erwünscht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 30 km/h. Durch den nahe gelegenen Bahnhof Hamburg-Ohlsdorf der S 1 und U 1, die nördlicher gelegenen S-Bahn-Stationen Kornweg und Hoheneichen der S 1 sowie die U-Bahn-Station Klein Borstel der U 1 ist der Friedhof an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Zudem verkehren die Buslinien 170 und 270 des Hamburger Verkehrsverbundes innerhalb des Friedhofs und haben zusammen mehr als 20 Haltestellen. Die Buslinie 270 führt vom Haupteingang zum Eingang Seehof. Die Buslinie 170 vom Haupteingang zum Eingang Bramfeld. Alle Kapellen liegen in der Nähe von Bushaltestellen.

Struktur[Bearbeiten]

Der Ohlsdorfer Friedhof hat eine Fläche von 391 Hektar, erstreckt sich in West-Ost-Richtung über eine Länge von 3,5 Kilometer und von Nord nach Süd mit durchschnittlich 1,5 Kilometern bei einer längsten Ausdehnung von 2,2 Kilometern. Sein Umfang beträgt 11,5 Kilometer. Als Hauptfriedhof unterstand er bis 1991 der Baubehörde, dann wurde er zusammen mit dem Friedhof Öjendorf unter die Verwaltung des Landesbetriebs Friedhöfe gestellt, der 1995 als Anstalt des öffentlichen Rechts in die Hamburger Friedhöfe AöR überging.

Bereits 1892 wurde der erste Friedhofsplan herausgegeben, um Besuchern eine Orientierungshilfe zu geben. Dabei legte man ein bis heute gültiges Koordinatennetz an.[2] In der Anlage deutlich unterscheidbar sind der ältere Cordesteil, mit dem geschwungenen Wegenetz eines Landschaftsgartens und die Linneteil genannte Erweiterung mit der klaren, geometrischen Wegführung. Die Hauptverkehrsachse von West nach Ost bildet vom Haupteingang bis zur Kapelle 10 die Cordesallee, sie führt von dort als Mittelallee zunächst in einem Bogen, dann weiter in gerader Linie nach Osten bis zur Kapelle 13. Die Benennung der Straßen im Cordesteil richtet sich in der Regel nach den topographischen Gegebenheiten, wie unter anderem Bergstraße, Talstraße, Teichstraße aber auch Norderstraße, Westring oder Kapellenstraße. Im Linneteil sind die Wege meist nach den Baumarten benannt, mit denen sie am Rand bepflanzt sind, wie unter anderem Eichenallee, Eschenallee oder Kirschenallee. Auch die Sorbusallee ist entsprechend benannt, aber mit dem lateinischen Namen der Baumart. Im offiziellen Plan sind 22 Straßennamen verzeichnet, davon nur 6 im Linneteil, 3 im Bereich der Grenze zwischen den beiden Teilen und 13 im Cordesteil.

Die Parkpflege sowie die Grabanlagen sind Aufgaben von acht Gärtnermeistereien, die über das Gelände verteilt jeweiligen Kapellenrevieren zugeordnet sind. Sie haben ihre Standorte an den Kapellen 1, 4, 7, 9, 10, 11, 12 und 13. An der Einfahrt Bramfeld ist zudem ein Gärtnerischer Betriebshof eingerichtet. Die Wasserversorgung erfolgt über 120 Kilometer Wasserleitungen und 700 Schöpfbrunnen. Zudem stehen in der Gesamtanlage 2800 Sitzbänke.

Die Geschäftsberichte der Hamburger Friedhöfe AöR dokumentieren den stetig sinkenden Flächenbedarf für Grabstellen, durch den die Bewirtschaftung zunehmend erschwert wird. Besonders der Trend zu Urnengemeinschaftsanlagen sowie auch zunehmende See- und Waldbestattungen stellen besondere Herausforderungen zur Sicherung der Friedhofsunterhaltung dar.[3]

Eigener Friedhofspastor[Bearbeiten]

Mit Gründung des Friedhofs wurde auch ein eigenes Friedhofspfarramt eingerichtet. Die konfessionelle Begleitung der Beerdigungen wird gewöhnlich von den zuständigen Ortspastoren vorgenommen. Auf Wunsch, und wenn der Verstorbene von außerhalb überführt wird, nimmt aber auch der evangelische Friedhofspastor die konfessionelle Begleitung vor. Monatlich hält er auch einen Gottesdienst im Bestattungsforum.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Der Cordesbrunnen

Bis Ende des 18. Jahrhunderts beerdigte man die Toten in Hamburg in der Regel auf Begräbnisplätzen und in Gruften bei den Kirchspielen. Aus Platz- und Hygienegründen wurden 1812 innerstädtische Beisetzungen generell verboten, zum Ersatz waren vor den Toren der Stadt ausgedehnte Friedhöfe angelegt worden. So ab 1789 der St.-Jacobi-Kirchhof vor dem Steintor, bei der heutigen Kirchenallee, und ab 1793 die Dammtorfriedhöfe auf dem Gelände vor dem Dammtor, bei dem heutigen Messegelände und Planten un Blomen bis hin zur Sternschanze.[5] Aufgrund des enormen Bevölkerungswachstums und der geplanten Erweiterungen der Stadt erwiesen sich diese Anlagen schon kurze Zeit später als zu eng, so dass der Hamburger Senat ab 1854 Überlegungen zur weiteren Verlagerung und zur Schaffung eines neuen Großfriedhofs anstellte.

Konkrete Planungen wurden ab 1870 aufgenommen, sie waren geprägt von einem gravierenden Umbruch der Sitten und Traditionen im Beerdigungswesen. Dieses sollte aus der Hoheit der Kirchen genommen, unter kommunale Verwaltung gestellt und damit im Zeichen der Säkularisierung für die Toten aller Religionen und Konfessionen geöffnet werden. Einher ging diese Entwicklung mit einem Bedürfnis nach einer Ästhetisierung der Friedhöfe, die steinernen Kirchhöfe sollten abgelöst werden durch die Einbettung der Gräber in Grünanlagen. Humanistische Grundgedanken forderten eine Pietät für alle und damit auch für die armen Bevölkerungsschichten Einzelgräber statt Massengräber.[6] Zudem war die Auflösung aller innerstädtischen Einzelfriedhöfe und damit die Schaffung eines Zentralfriedhofs vorgesehen.

1873 gründeten je drei Mitglieder des Senats und der Bürgerschaft die Commission für die Verlegung der Begräbnißplätze. Ein Jahr später kaufte die Stadt etwa 130 Hektar Wiesen- und Feldflächen zwischen der Fuhlsbüttler Straße und der preußischen Grenze Richtung Bramfeld, damals weit außerhalb der städtischen Wohnbereiche gelegen. Die Grundzüge der Friedhofsgestaltung gehen auf einen vorläufigen Generalplan des Oberingenieurs Franz Andreas Meyer aus dem Jahr 1875 zurück, mit dem festgelegt wurde, dass die „Gesamtanlage der Umgebung entsprechend parkartig und landschaftlich gehalten werden müsse, wobei jedoch eine beschränkte architektonische Ausschmückung keineswegs ausgeschlossen sein solle“.[7]

Anlage des Friedhofs[Bearbeiten]

Das Denkmal für die Zuerstbeerdigten

Mit der konkreten Ausarbeitung des Generalplans und der Umsetzung beauftragte die Stadt 1876 den Architekten Johann Wilhelm Cordes. 1879 wurde er zum Friedhofsverwalter, 1898 zum Friedhofsdirektor ernannt, er hatte dieses Amt bis zu seinem Tod 1917 inne. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit, schon vor der Erstellung des endgültigen Konzepts, wurde die Belegung eines „aptirten Theil“ notwendig. Diese provisorische Beerdigungsfläche umfasste zunächst ein Gebiet von sechs Hektar nördlich der heutigen Kapelle 1.

Am 1. Juli 1877 erfolgte in einem feierlichen Akt die Friedhofseröffnung, in die die ersten drei Beisetzungen eingebunden waren. Es handelte sich dabei um Verstorbene aus dem Allgemeinen Krankenhaus St. Georg, die aus einer Bevölkerungsschicht kamen, deren Angehörige sich bis dato keine individuellen Grabstätten leisten konnten. So wurden diese ersten Beerdigungen dem Anspruch gerecht, dass auf dem neuen Friedhof durch günstige Preise die Anlagen von wiederauffindbaren Einzelgräbern für Jedermann ermöglicht werden sollten.[8] 1902 wurde an diesem Platz das Denkmal für die Zuerstbeerdigten aufgestellt, es ist ein Findling mit eingelassener Bronzetafel. (→Lage53.62304722222210.038625: U 9)

Mit dem Ankauf der Ohlsdorfer Ländereien hatte die Stadt auch das Bauernhaus des Vorbesitzers Hein Hinrich Schwen erworben, das zu einer provisorischen Kapelle umgebaut wurde. Es enthielt zudem ein Büro und eine Wohnung für den Friedhofsaufseher, die ehemalige Diele diente als Feierraum und eine abseits gelegene Scheune wurde zur Leichenaufbewahrung genutzt. Das ehemalige Schwen'sche Bauernhaus wurde 1896 für die Anlage des bis heute bestehenden Haupteingangs abgebrochen.

Im Verlauf seiner fast 40 Jahre dauernden Amtszeit gestaltete Wilhelm Cordes maßgeblich den westlichen, nach ihm so benannten Cordesteil des Friedhofs. Seine Vorbilder waren amerikanische Parkfriedhöfe und englische Landschaftsgärten mit der Natur nachempfundenen Hügel- und Gewässerformen, Wegführungen und Pflanzungen. Auch ein großer Teil der Bauten gehen auf Cordes zurück, so stammen von ihm die ersten acht zwischen 1880 und 1912 erbauten Kapellen, von denen sechs erhalten sind. Ebenso wurde das Verwaltungsgebäude 1909/1910 nach seinen Plänen errichtet, es bildet gemeinsam mit dem Pförtnerhäuschen und zwei Retiradengebäuden am Haupteingang ein repräsentatives neobarockes Ensemble.

Erweiterungen[Bearbeiten]

Durch weitere Ankäufe wurde der Friedhof beständig erweitert, so kamen um 1900 die Ohlsdorfer und die Borsteler Feldmark hinzu, eine Fläche von gut 60 Hektar, heute durch den West-, Nord- und Ostring erschlossen, und ab 1913 Flächen der Bramfelder Feldmark im Osten von 156 Hektar. Bis 1919 erfolgte die Erweiterung in mehreren Schritten bis zur Bramfelder Chaussee, damit wurden Gelände über das Hamburger Staatsgebiet hinaus einbezogen, die auf vormals preußischem Gebiet lagen.

1919 übernahm der Gartenbaudirektor Otto Linne das Amt des Friedhofsdirektors. Er änderte die Planung für das östliche Erweiterungsgelände grundlegend und orientierte sich an den Ideen der Friedhofsreformbewegung. Deutlich sichtbar ist die Abkehr von dem landschaftlichen Gestaltungsprinzip zugunsten einer sachlichen und geometrischen Anlage mit klarer Linienführung des heute so genannten Linneteils. 1928 kam als letzte Erweiterung die Anlage des Prökelmoorteichs östlich des Eingangs Kornweg hinzu. 1930 war das Gelände mit seiner größten Ausdehnung von etwa 400 Hektar, die in etwa noch der heutigen Größe entspricht, erschlossen.

Bereits 1929 wurde erwartet, dass sich die Kapazität des Friedhofes in den 1940er Jahren erschöpfen würde, da keine Erweiterung mehr möglich war. Die Stadt kaufte Flächen in Öjendorf für die Anlage eines weiteren Zentralfriedhofs, doch aufgrund der Veränderungen durch den Zweiten Weltkrieg wurde der Friedhof Öjendorf erst 1966 eröffnet.

Friedhofskultur[Bearbeiten]

Nach 1930 fanden Veränderungen nur noch innerhalb des Friedhofsgeländes durch Aufhebung und Ersetzung alter Gräberfelder statt. Die Entwicklung der ästhetischen Friedhofsgestaltung vom bürgerlichen Grabmalkult zur strengen Standardisierung wurde in der Zeit des Nationalsozialismus fortgesetzt. Mit dem Erlass neuer Bestimmungen für die Schmückung der Gräber und Ascheplätze und der Ersetzung der Grabmalgenehmigungs- und -beratungsstelle durch den Friedhofskulturdienst, die unter Einfluss der Reichskulturkammer stand, wurden die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten weiter eingeschränkt. Auch das Friedhofsgesetz von 1948 ließ wenig Spielräume, wenngleich in den 1950er und 1960er Jahren neue Impulse für die Grabmalgestaltung gesetzt wurden. Erst mit den Veränderungen in der Trauerkultur ab den 1970er Jahren setzte eine Entwicklung zur „friedhofskulturellen Diversifikation“ ein, neben den Feldern für herkömmliche Sarg- und Urnengräber entstanden Bereiche für Rasengräber, Paargrabstätten, Gemeinschaftsgrabanlagen und anonyme Urnenhaine.[9] Eine deutliche Abkehr vom standardisierten Gräberfeld ist der im Jahr 2006 nördlich der Kapelle 11 angelegte Ohlsdorfer Ruhewald, in dem in einer naturbelassenen Fläche Urnen unter Bäumen beigesetzt werden. (→Lage53.63078333333310.075108333333: Bx 64/Bw 64)

Die Gesamtanlage[Bearbeiten]

Der Margarethenbrunnen, erschaffen anlässlich der Bundesgartenschau 1953

Konkretisiert wurde die Gesamtanlage 1881 durch einen von Wilhelm Cordes erarbeiteten Generalplan, der bis 1919 Gültigkeit hatte und im heute so genannten Cordesteil umgesetzt wurde. Für die Erweiterungen im östlichen Teil wurden die Planungen, nach den Vorstellungen von Otto Linne, grundlegend geändert und fanden bis 1930 ihre Realisierung in dem heute so genannten Linneteil.

Cordesteil[Bearbeiten]

Vorbild für die Neuanlage des Ohlsdorfer Friedhofs waren die während des frühen 19. Jahrhunderts in den USA entstandenen rural cemetries, wie der 1831 entstandene Mount Auburn Cemetery bei Boston, die sich wiederum in der Gestaltung am Konzept des englischen Landschaftsgartens orientierten. Elemente darin sind eine unregelmäßige Wegführung, gestaltete Hügel- und Teichanlagen und waldartige Bereiche. Wilhelm Cordes sah in den Ausführungen allerdings die Schwierigkeit, dass bei derartigen Neuanlagen auf den eigentlichen Zweck, die Beerdigungen, zunächst keine Rücksicht genommen und so die schönen Parkanlagen durch die Belegung mit Gräbern wieder zerstört wurden. Dieses Problem verstärkt sich durch den damals neu aufkommenden Anspruch, für Jedermann ein Einzelgrab zu schaffen, so dass von vorneherein etwa 70 Prozent der Fläche für eng in Reihen angeordnete Allgemeine Gräber vorgesehen war. Cordes formulierte für seine Planungen die Vorgabe, dass die Eigenart des Friedhofswesens in die Gestaltung einbezogen, die verschiedenen Ansprüche gegeneinander abgemessen und in künstlerischer Form wiedergegeben werden müssen, „nur dann wird die Anlage praktisch und zugleich schön sein.“[10]

Den Ausgleich zwischen Park und Friedhof schuf Cordes durch die Begrenzung der Reihengräber mit dichter Randbepflanzung und vorgesetzten kleineren Familiengräbern, die von den ringartig angelegten Umfahrungsstraßen nicht einsehbar sind und in Landschaftsszenerien eingebettet wurden. Auch die künstlerischen Ausgestaltungen wurden von Zweckmäßigkeiten bestimmt, Teiche wurden an Stellen angelegt, die durch lehmige Bodenschichten für Beerdigungen ungeeignet waren, zusammen mit künstlichen Bachläufen bilden sie zugleich ein ausgeklügeltes Drainagesystem. Die in der Geestlandschaft vorhandenen Hügel bezog Cordes in die Gestaltung ein und ließ sie teilweise mit Alpenflora bepflanzen.

Familiengrabanlagen[Bearbeiten]

Kurz nach der Eröffnung wurden zunächst nur Menschen aus den armen Bevölkerungsschichten in Ohlsdorf, damals weit draußen vor der Stadt, beerdigt. Doch der Plan von Cordes bot den reichen Hamburger Familien die Möglichkeit, große abgeschirmte Grabflächen zu belegen und als Ort der Erinnerung über mehrere Generationen zu schaffen. Sie konnten individuell angelegt, durch Pflanzungen von Nachbargräbern abgeschirmt und über eigene Wege zugänglich gemacht werden. Die Gestaltung unterlag dabei nur wenigen Regelungen und ließ viel künstlerische Freiheit. Die erste derartige landschaftliche Familiengrabanlage nahm 1881 die Familie Laeisz mit ihren Verwandten Canel, Hanssen und Meerwein in Besitz. (→Lage53.62353888888910.037266666667: V 8) und löste unter den Hanseaten einen regelrechten Trend der Abkehr von der herkömmlichen steinernen Gruft aus.

Es entwickelte sich ein Grabkult, der im Kontext stand mit der zeitgenössischen Denkmalbegeisterung, Architekten wurden mit der Schaffung exklusiver Grabbauten beauftragt, repräsentative Grabkapellen, Mausoleen und Säulenhallen geschaffen. Insbesondere das Gelände am Nordteich und der waldartig bepflanzte nördliche Bereich wurden mit teilweise großflächigen Familienanlagen oder imposanten Bauwerken belegt und ausgeschmückt mir Statuen, Plastiken, Grabmalwänden, Pflanzenarrangements, Mauern und Treppchen. Unter den namhaften Künstlern, die diese Werke schufen, befanden sich unter anderem Xaver Arnold, Ernst Barlach, Arthur Bock, Hans Dammann, Richard Kuöhl, Hugo Lederer, Albert Leistner, Gerhard Marcks, Heinrich Pohlmann und Stephan Sinding.[11] Mit dieser Grabart „wurde das neue Ideal der Bestattung an einem lieblichen Ort inmitten der Natur umgesetzt, auf dem zudem noch die bürgerliche Privatsphäre gewahrt blieb.“[12]

Althamburgischer Gedächtnisfriedhof[Bearbeiten]

Grabstätte Althamburger Gedächtnisfriedhof

Zwischen 1896 und 1905 wurde gegenüber dem Haupteingang der Althamburgische Gedächtnisfriedhof, damals unter dem Namen Ehrenfriedhof, angelegt.(→Lage53.620710.0363: P 6) Seine Struktur ist die des Parterres eines Barockgartens mit symmetrisch angeordneter Wegführung und säulenförmig geschnittenen Eiben. Oberhalb des Garten an einer Treppenanlage ist eine überlebensgroße, weithin sichtbare Christusstatue aus weißem Marmor aufgestellt. Sie ist ein Werk des Bildhauers Xaver Arnold und wurde 1905 von dem Reeder Friedrich Wencke (1842–1905) gestiftet. Der Ehrenfriedhof gilt als „stadtgeschichtliches Gedächtnis Hamburgs“, da hier Menschen beerdigt wurden, „deren Wirken für Hamburg bedeutsam war“. Insbesondere in den ersten Jahren seines Bestehens sowie ab 1926 wurden bedeutende Persönlichkeiten von den aufgelösten alten Friedhöfen hierher umgebettet, in den 1960er Jahren kamen die Gebeine von den Friedhöfen in Hamm und in Wandsbek hinzu. Seit 1998 bettete man weitere Personen, deren Ruhezeit in ihren ursprünglichen Grabstätten abgelaufen war, hierher um. Die Ruhezeit für diese Gräber im öffentlichen Interesse ist unbeschränkt.[13]

Die Grabmale sind entlang der Wegachsen nach Berufs- und Bedeutungsgruppen angeordnet, dabei handelt es sich um 74 Sammelgräber, zum Beispiel für Bürgermeister, Senatoren, Kaufleute, Juristen, die Pastoren der Hauptkirchen, Dichter und Schriftsteller, Musiker, Schauspieler, Lehrer verschiedener Schulen oder Architekten, und sechs Familiengräber, so für die Familie Anderson und Rodenborg, die Familie des Malers Philipp Otto Runge, Familie von Struve, Familie Anckelmann, Kellinghusen, Overdiek und Rodriga, Familie Merck und für die Familie Gossler. Im Bereich Domkapitel und Adel liegen die ehemals im Hamburger Dom beigesetzten Mitglieder der Familie von Kielmansegg, darunter Friedrich Christian Kielman von Kielmansegg.[14] Außerdem befinden sich zehn Einzelgräber in dieser Anlage, 1905 vom Friedhof St. Georg umgebettet wurden der Gelehrte und Lehrer am Johanneum Vincent Placcius (1642–1699) und der Archivar Johann Martin Lappenberg (1794–1865). Ebenfalls hierher verlegt wurden der Baumeister Alexis de Chateauneuf (1799–1853), der Theaterdirektor Friedrich Ludwig Schröder (1744–1816) und der Übersetzer Johann Diederich Gries (1775–1842), direkt beerdigt wurden der Direktor der Kunsthalle Alfred Lichtwark (1852–1914), die Malerin Anita Rée (1885–1933), der Schauspieler Robert Nhil (1858–1938), die Architekten Fritz Schumacher (1869–1947) und Gustav Oelsner (1879–1956). Am östlichen Rand finden sich zudem die Gräber von Ida Ehre (1900–1989) und Gustaf Gründgens (1899–1963).

Die Gartenanlage war ab den 1950er Jahren verfallen und wurde 1998 mithilfe von Spenden teilrekonstruiert, doch die ehemaligen Rosenpflanzungen konnten nicht erhalten oder wiederaufgenommen werden. Einzig am Grabmal von Alfred Lichtwark wächst ein Rosenstock der Sorte Rosa venusta pendula.

Garten der Frauen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Garten der Frauen

Der Garten der Frauen ist ein im Cordesteil des Friedhofs angelegtes Gräberfeld und eine Gedenkstätte, in der an Frauen, die in der Hamburger Geschichte bedeutend waren, erinnert wird. Es handelt sich um ein gut tausend Quadratmeter großes Gelände nordöstlich des Wasserturms (→Lage53.62043611111110.051727777778: O-P 27), das im Juli 2001 eröffnet wurde und auf dem sich etwa hundert Gräber, Grabsteine und Gedenksteine befinden. Betreut wird das Areal von dem im Jahr 2000 auf Initiative der Historikerinnen Rita Bake, Helga Diercks-Norden und Silke Urbanski gegründeten Verein Garten der Frauen e.V.. In diesem Garten können sich Frauen auch bestatten lassen.

Jüdischer Friedhof Ilandkoppel[Bearbeiten]

Bereits während der Planungsphase zum zentralen Begräbnisplatz bat der Vorstand der hamburgischen deutsch-israelitischen Gemeinde den Senat um Teilhabe an dem Gelände für die ebenfalls zentrale Anlage eines jüdischen Friedhofs. Nach einigen Verhandlungen fand sich ein Kompromiss zwischen dem Anliegen aus der jüdischen Religion auf ewige Totenruhe und der von der Stadt zugesagten Überlassung auf Zeit. So wurde der Friedhof Ilandkoppel auf einem 10 Hektar großen Gelände in direkter Nachbarschaft und ebenfalls nach Plänen des Architekten Johann Wilhelm Cordes gestaltet und 1883 eingeweiht. Er löste den Grindelfriedhof, auf dem 1909 die letzte Beerdigung stattfand, als vornehmlichen Bestattungsplatz ab. Die Aussegnungshalle, entworfen durch den Architekten August Pieper, wurde ebenfalls im Jahr 1883 erbaut.

Linneteil[Bearbeiten]

Die ab 1920 angelegte östliche Erweiterung unter dem Friedhofsdirektor Otto Linne stellt eine deutliche Abkehr von den vorherigen Gestaltungsprinzipien dar. Die gesellschaftlichen Umbrüche nach dem Ersten Weltkrieg wirkten sich auch auf das Friedhofs- und Bestattungswesen aus. Ein Grundgedanke der Friedhofsreformbewegung, entstanden aus der Kritik an der großbürgerlichen Grabmalkultur, war, den Gemeinschaftsbezug der Gesellschaft im Gesamtbild sichtbar werden zu lassen.[15] Diesem entsprechend ist die Anlage des Linneteils an einem sachlichen und funktionalistischen Grundriss orientiert. Die Linie der Übergänge vom Cordesteil zieht sich westlich der Einfahrt Borstels Ende, entlang der langen Reihen der Soldatengräber des Ersten Weltkriegs und knickt dann bei der Bushaltestelle Mittelallee in östliche Richtung ab. Die Gesamtfläche von etwa 200 Hektar ist in gartenartige Grabquartiere unterteilt, abgetrennt durch Hecken- und Baumreihen. Die Wege, Gartenelemente aber auch Teiche sind mit klarer Linienführung angelegt und bilden geometrische Grundformen. Auch die Grabgestaltung wurde angepasst, Art und Gestaltung von Grabmalen unterlagen einschränkenden Vorschriften, so dass die repräsentativen Familiengrabanlagen, wie sie im Cordesteil zu finden sind, in diesem Teil des Friedhofs nicht vorkommen.

Die Kapelle 9 und 10 entstanden 1918 als provisorische Notkapellen im Rahmen der Friedhofserweiterung, die Nr. 9 ist bis heute erhalten geblieben, Nr. 10 brannte 1980 ab und wurde durch einen Neubau ersetzt. Der Standort der Kapelle 11 war ebenfalls für die Errichtung einer Notkapelle reserviert, der heutige Bau stammt jedoch aus den Jahren 1950/1951. Kapelle 12 konnte 1923[16] eingeweiht werden, sie geht auf Planungen der Architekten Zauleck und Hormann zurück und ist ein mit Ziermauerwerk ausgefachter Holzständerbau im Heimatschutzstil.[16] Die Kapelle 13 ist ein Entwurf Fritz Schumachers und korrespondiert mit seiner strengen Backsteinausführung und den hohen, kleinteiligen Buntglasfenstern mit der geometrischen Friedhofsanlage des Linneteils. Sie wurde 1929 als östlicher Abschluss der Mittelallee fertiggestellt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Kapellen[Bearbeiten]

Für Trauerfeiern stehen auf dem Friedhofsgelände zwölf von Grabfeldern umgebene Kapellen, die fortlaufend durchnummeriert sind und auch mit den Nummern genannt werden. Diese Nummern verdeutlichen annähernd die Reihenfolge, in der sie erbaut und die zu ihnen gehörenden Grabfelder bei den Friedhofserweiterungen erschlossen wurden. Die Kapellen 1 bis 8 liegen im alten, dem westlichen Teil (Cordes-Teil), die Kapellen 9 bis 13 im neuen, dem östlichen Teil (Linne-Teil). Die Kapellen 1 bis 4 stehen dabei im älteren Friedhofsteil. Die Kapelle 5 brannte 1940 wegen Überhitzung eines Ofens ab und wurde nicht mehr ersetzt. Sie war den heutigen Kapellen 3, 4 und 6 bis 8 ähnlich und stand auf dem sogenannten Kreisel, wo heute der Ostring, die Kapellenstraße und die Krieger-Ehrenallee zusammentreffen (→Lage53.62398210.054529: W–X 30).[17] Die Kapellen 6 bis 8 befinden sich im nördlichen Waldbereich, die Kapelle 10 am Ende der Cordesallee und die Kapellen 9 sowie 11 bis 13 im östlichen Teil. Die Nummer 11 war für eine dritte Notkapelle freigehalten worden und wurde erst 1950 erbaut, die 1 und die 10 haben Vorgänger, und die allererste Kapelle stand auf dem Gebiet des Verwaltungsgebäudes und wurde vor dem Bau von Kapelle 4 abgerissen.

Kapelle Lage Anmerkung Abbildung
Kapelle 1 Kapellenstraße
Lage: T 9 (→Lage53.62239722222210.03855)
Ursprünglich 1880 als provisorische Holzkapelle aus einem ehemaligen Bauernhaus errichtet; 1965 durch einen Neubau, entworfen von Ursula Suhr, ersetzt, 1995 saniert. Sie umfasst 70 Sitzplätze.
Kapelle 1 - Friedhof Hamburg-Ohlsdorf.jpg
Kapelle 2 Nebenallee
Lage: V 18 (→Lage53.62327510.045002777778)
Ältestes steinernes Gebäude des Friedhofs; 1886 nach Plänen von Wilhelm Cordes im Stil Neugotik der Hannoverschen Schule errichtet, im Jahr 2000 saniert. Sie umfasst 52 Sitzplätze
Kapelle 2 - Friedhof Hamburg-Ohlsdorf.jpg
Kapelle 3 Oberstraße
Lage: H–J 19–20 (→Lage53.61766666666710.046302777778)
Mit 53 Sitzplätzen die kleinste Kapelle; 1894 nach Plänen von Wilhelm Cordes errichtet.
3264Kapelle 3 Friedhof Ohlsdorf.JPG
Kapelle 4 Bergstraße
Lage: F 12 (→Lage53.61661944444410.04095)
1898 nach Plänen von Wilhelm Cordes errichtet; aus baulichen Gründen wurde 1996 der Dachreiter entfernt. Sie umfasst 70 Sitzplätze
1342Kapelle 4,Ohlsdorf.JPG
Kapelle 6 Nordring / Ostring
Lage: AD–AE 30 (→Lage53.62714722222210.054513888889)
1905 nach Plänen von Wilhelm Cordes und Albert Erbe im Heimatstil errichtet. Sie umfasst 60 Sitzplätze
1339Kapelle 6,Ohlsdorf.JPG
Kapelle 7 Westring
Lage: AE–AF 20 (→Lage53.62761111111110.046694444444)
1907/08 nach Plänen von Wilhelm Cordes errichtet. Wie bei Kapelle 4 wurde auch hier der Dachreiter entfernt. Sie umfasst 60 Sitzplätze.
Kapelle 7 - Friedhof Hamburg-Ohlsdorf.jpg
Kapelle 8 Westring
Lage: AE 8–9 (→Lage53.62734444444410.038088888889)
Erstes Kolumbarium
Letztes geplantes Gebäude von Wilhelm Cordes und größte seiner sechs Kapellen im ähnlichen Stil (Kapellen 3, 4, 5, 6, 7 und 8); 1998 saniert und zu einem Kolumbarium umgebaut und täglich geöffnet. Sie umfasst 70 Sitzplätze
3246 Kapelle 8 Friedhof Ohlsdorf.JPG
Kapelle 9 Friedhofsweg
Lage: AB–AC 40 (→Lage53.62622777777810.061916666667)
1918 als Notkapelle in Holzbauweise errichtet und 1997 grundlegend saniert. Sie umfasst 40 Sitzplätze.
1338Kapelle 9,Ohlsdorf.JPG
Kapelle 10 Südallee
Lage: M–N 30–31 (→Lage53.61953055555610.054738888889)
Wie Kapelle 9 als Notkapelle in Holzbauweise errichtet; 1980 brannte diese ab und wurde 1983 durch den heutigen Bau ersetzt. Sie umfasst 151 Sitzplätze.
1325Kapelle 10, Ohlsdorf.JPG
Kapelle 11 Eschenallee
Lage: Bw 66–67 (→Lage53.62982510.075144444444)
Zweites Kolumbarium
1950/51 vom Hochbauamt geplant und als roter Klinkerbau mit Glasfront ausgeführt. Die Belichtung erfolgt durch einen Innenhof, dessen östlicher Teil 2004 zu einem Kolumbarium umgebaut wurde. Sie umfasst 80 Sitzplätze.
1335Kapelle 11,Ohlsdorf.JPG
Kapelle 12 Lärchenallee
Lage: Bk 62–63 (→Lage53.62302222222210.070341666667)
Von den Architekten Zauleck und Hormann geplant im Vierländer Heimatstil mit Ziermauerwerk und 1923[16] eingeweiht. 1985/86 grundlegend saniert und dafür 1990 mit einem Preis für vorbildliche Denkmalpflege ausgezeichnet. Sie umfasst 48 Sitzplätze.
Friedhof Hamburg-Ohlsdorf - Kapelle12.jpg
Kapelle 13 Mittelallee
Lage: Bm 69 (→Lage53.62445555555610.077252777778)
Entworfen von Fritz Schumacher und 1929 als monumentaler Rundbau in Norddeutscher Backsteinarchitektur fertiggestellt. Sie enthält viele kleinteilige Buntglasfenster, entworfen von Fritz Hussmann. 1996 wurde der Bau saniert. Sie umfasst 151 Sitzplätze.
Friedhof Hamburg-Ohlsdorf - Kapelle13.jpg

Mausoleen[Bearbeiten]

Auf dem Friedhof, ausschließlich im Cordesteil, stehen insgesamt 21 Mausoleen in Form von Grabkapellen, Gruftbauten und Säulenhallen, von denen 16 in der Zeit zwischen 1887 und 1926 und fünf zwischen 2005 und 2008 entstanden. Da nach 1900 ein ausgewählter Bereich am Nordrand des Friedhofs für die Errichtung zugewiesen wurden, finden sich am Westring, in der Umgebung der Kapelle 7, zehn dieser Grabanlagen. Weitere Grabbauten befinden sich östlich und südöstlich der Kapelle 8 im Bereich der Norderstraße und Waldstraße und östlich der Kapelle 2 an der Kapellenstraße. Bei vielen der alten Mausoleen sind die Nutzungsrechte der Familien der Bauherren abgelaufen; seit etwa 2000 wurden diese in Patenschaften von neuen Nutzern übernommen.

Mausoleum Lage Anmerkung Abbildung
Mausoleum Braun Östlich der Waldstraße, südlich der Kapellenstraße (Grablage S 25)
→Lage53.62211110.050516
Im Jahr 2007 nach Plänen des Architekten Jürgen Quast errichteter rechteckiger Bau aus rötlichem Granit mit antikisierenden Elementen.
Mausoleum Braun (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).1.ajb.jpg
Mausoleum Campe Westlich der Teichstraße am Einmündungsbereich Norderstraße / Waldstraße (Grablage Y 13)
→Lage53.62466910.041161
1915 nach Plänen des Architekten Alexander Rudeloff für die Familie des Verlegers Julius Campe errichtet. Ein hoher schmaler Zentralbau aus Muschelkalk bildet Eingang zu vier unterirdischen Grüften. 1997 durch die Campe'sche Kulturstiftung restauriert.
Mausoleum Campe.jpg
Gruftbau Cazalli Südlich der Norderstraße am Einmündungsbereich Teichstraße / Waldstraße (Grablage Z 12, am Weg)
1921 errichteter Gruftbau, sichtbar ist nur die Grabstätte mit einem hohlen Grabstein und einer sarkophargähnlichen Gruftplatte. Sie ist der Eingang zu einer gemauerten Gruft mit Platz für vier Särge, die als eine abgewandelte Form eines Mausoleums gilt.[18]
Grabkapelle Friedrich Am östlichen Ende der Nebenallee (Grablage V 25-26)
→Lage53.62337710.051675
1908 nach Plänen der Architekten Wünsche und Würdemann für die Familie von Louis Christfried Friedrich errichtet, neogotischer Bau mit einem Andachtsraum, in dem vier Urnen untergebracht sind.
Grabkapelle Friedrich (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).2.ajb.jpg
Mausoleum Gundlach nördlich von Kapelle 7 (Grablage AG 19)
→Lage53.62856510.0449
Im Jahr 2008 errichteter Betonkubus in der Größe 3×3×3 Meter mit zwei sich gegenüberliegenden offenen Seiten, nach dem Entwurf des Architekten Roland Popensieker für den Fotografen F. C. Gundlach.
Mausoleum Gundlach (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).ajb.jpg
Mausoleum Hoefele nördlich von Kapelle 7, am Friedhofszaun (Grablage AH 20)
→Lage53.62888110.046461
1911 für den Kaufmann Johann Josef Hoefele errichteter Kuppelbau in geschlossene Bauweise, mit zwei Anbauten. Im Innern sitzt auf einem Postament die Marmorskulptur Weinendes Mädchen des Bildhauers Hans Dammann. 2001 übernahm die Familie Carsten die Patenschaft.
Mausoleum Hoefele (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).ajb.jpg
Mausoleum Höpfner nordwestlich von Kapelle 7 (Grablage AH 16-17)
→Lage53.62886944444410.044052777778
Von 1909 bis 1910 nach Plänen von Edmund Gevert in geschlossener Bauweise errichteter Zentralbau mit aufwändiger Bauplastik; seit 1989 Patenschaft Loncar
Mausoleum Höpfner (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).ajb.jpg
Mausoleum Jenisch nordwestlich von Kapelle 7 (Grablage AH 17)
→Lage53.62876111111110.044313888889
1908 von Gustav Berger errichteter Nachbau des Mausoleums der Familie Jenisch auf dem Katharinen-Begräbnisplatz der alten Hamburger Friedhöfe. Jenes stammte aus dem Jahr 1828 und wurde 1910 abgebrochen. Der Thanatos vor dem Bau wurde von dem alten Platz hierher versetzt.
Mausoleum Jenisch (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).ajb.jpg
Mausoleum Nugent in der Nähe von Kapelle 1 (Grablage T 12)
→Lage53.622510.040388888889
1890 für die Familie Rolfing in offener Bauweise mit Zentralfigur errichtet und 2002 durch Familie Nugent übernommen.
Säulenhalle Nugent (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).ajb.jpg
Mausoleum August Freiherr von Ohlendorff Südlich der Kapelle 7 (Grablage AA-AB 22, nördlich des Erdwalls)
→Lage53.62582710.048317
1911 nach Friedrich J. Schünemann errichteter neoklassischer Gruftbau mit geschlossener Front und sechs Gruftzellen, wird auch der kleine Ohlendorff genannt
Mausoleum A. von Ohlendorff (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).ajb.jpg
Mausoleum Heinrich Freiherr von Ohlendorff südwestlich von Kapelle 7, nördlich der Waldstraße (Grablage AA 21-22)
→Lage53.62564444444410.047913888889
monumentale Grabanlage, von 1899 bis 1900 mit einer architektonisch-landschaftlichen Raumkonzeption von Martin Haller errichtet. Am Ende einer von bewachsenen Erdwällen mit Gruftzellen umgebenen Absenkung ist eine tempelartige Säulenhalle in offene Bauweise errichtet, hinter deren Gittern zwei Granitsärge stehen. Beigesetzt sind hier Heinrich Ohlendorff und seiner Frau Elisabeth.
Mausoleum von Ohlendorff (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).1.ajb.jpg
Mausoleum Ortlepp/Froböse nördlich von Kapelle 7, am Friedhofszaun (Grablage AJ 19-20)
→Lage53.62899610.046461
1912 errichtetes sechs Meter hohes Bauwerk mit zwei übereinanderliegenden Gruftzellen; seit 2001 Patenschaft Strial
Mausoleum Ortlepp-Froböse (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).1.ajb.jpg
Mausoleum Peper/Hegel nördlich von Kapelle 7 (Grablage AH 19)
→Lage53.62875410.045956
über drei Grüfte aus dem Jahr 1925 wurde 1929 eine tempelartige Halle errichtet; seit 2001 Patenschaft Uhlig
Mausoleum Peper-Hegel (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).ajb.jpg
Grabkapelle Philipp Westlich der Teichstraße im Einmündungsbereich Norderstraße (Grablage Y 13, direkt am Weg)
→Lage53.62473910.041128
Dieser 1887 von Martin Haller errichtete Bau war das erste Mausoleum auf Ohlsdorf und bildet einen auf drei Seiten mit Mauern umgebenen Grabbezirk in klassizistischer Form. Seit 2000 besteht die Patenschaft Dantzer.
Grabkapelle Philipp (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).1.ajb.jpg
Mausoleum von Puttkamer/Heymann nördlich der Kapelle 7 (Grablage AH-AJ 19)
→Lage53.62897710.046117
1913/1914 nach Entwürfen der Architekten Ludwig Raabe und Otto Wöhlicke errichteter Kuppelbau mit vorgelagerter Pfeilerhalle, seit 2000 Patenschaft Baumann
Mausoleum von Puttkamer-Heymann (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).ajb.jpg
Mausoleum Riedemann östlich der Kapelle 8, oberhalb des anonymen Urnenhains (Grablage AD 11)
→Lage53.62685833333310.040075
1905/1906 nach Entwürfen von Martin Haller und Hermann Geißler für Wilhelm Anton Riedemann in geschlossener Bauweise errichtet. Die Anlage besteht aus einem künstlich aufgeworfenem Hügel mit eingelassener Krypta und einer aufgesetzten Grabkapelle mit dem Zugang über ein Stufenportal. Seit 2000 besteht eine Patenschaft durch die Familie Isernhagen.
Riedemann-Mausoleum Ansicht.jpg
Mausoleum Ritterbusch süd-östlich der Kapelle 2, südlich der Kapellenstraße (Grablage S 22)
→Lage53.62196510.04837
2005 nach Plänen des Architekten Axel Mikolajek für die Familie Ritterbusch errichtet, angelehnt an das Prinzip eine antiken Antentempels in moderner Bauweise. Im Dreiecksgiebel ist die Inschrift hora ventura est (die Stunde wird kommen) eingelassen.[19]
Mausoleum Ritterbusch (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).2.ajb.jpg
Mausoleum Sanne östlich des Nordteichs, nördlich der Waldstraße (Grablage AA 18)
→Lage53.62580810.044937
2007 nach Plänen des Ingenieurs Axel Bobis errichtet, zweifach gestufter Bau aus bossierten hellen Steinquadern und abgesetzten Dreiecksgiebeln mit dunklen Quadern.
Mausoleum Sanne (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).1.ajb.jpg
Mausoleum von Schröder nordwestlich der Kapelle 7, am Westring (Grablage AG-A 19)
→Lage53.62851666666710.046138888889
1906/07 erbaut von Edmund Gevert auf einem achteckigen Grundriss im neoromanischen Stil für Johann Heinrich Schröder. Der geschlossene Monumentalbau aus roten Mainsandstein mit Säulenportal und reicher Ausstattung ist das größte Mausoleum des Friedhofs.
Nach Ablauf des Nutzungsrecht der Familie von Schröder übernahm Klausmartin Kretschmer die Patenschaft.[20]
Mausoleum von Schröder (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).ajb.jpg
Grabkapelle Schütt nördlich der Waldstraße, süd-östlich des Norderteichs (Grablage Z-AA 18, an der Straße)
→Lage53.62536910.045516
1892 im klassizistischen Stil errichtet, offener Innenraum mit seitlichen Holzbänken, rosettengeschmückter Decke und gemustertem Kachelfußboden. Die zugehörigen Gräber befinden sich vor der Kapelle. Seit 2002 hat die Familie Rohlfs die Patenschaft übernommen.
Grabkapelle Schütt-Rohlfs (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).2.ajb.jpg
Mausoleum Stupakoff an der Kapellenstraße östlich von Kapelle 2 (Grablage T 23)
→Lage53.62233510.049097
1916 errichteter tempelartiger Bau im neoklassizistischem Stil.
Mausoleum Stupakoff (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).ajb.jpg
Mausoleum Trumm Östlich der Waldstraße, südlich der Kapellenstraße (Grablage R 25)
→Lage53.62148110.050838
2007 durch den Architekten Jürgen Quast aus hellem Sandsteinquadern errichter Bau mit unauffälligem Vorbau auf schmalen Säulen.
Mausoleum Trumm (Friedhof Hamburg-Ohlsdorf).1.ajb.jpg

Krematorien[Bearbeiten]

Als letztes Projekt realisierte Fritz Schumacher das „Neue Krematorium“ und zwei Feierhallen im Klinkerstil am Haupteingang Ohlsdorf, bevor er 1933 von den Nationalsozialisten abgelöst wurde. Die 30 Seitenfenster und vorderen und hinteren Fensterbänder aus farbigem Glas in der großen Feierhalle (bisher "Halle B", seit November 2011 "Fritz-Schumacher-Halle") schuf der in Ungarn geborene Ervin Bossányi. Die dritte Feierhalle »C« und die Verstorbenenhalle wurden Anfang der 1950er Jahre ergänzt.

Schumachers Neubau ersetzte das Alte Krematorium, das 1892 von Ernst Paul Dorn im Auftrag des Vereins für Feuerbestattung errichtet wurde. Es ist eines der ältesten erhaltenen Krematoriumsgebäude Deutschlands, umfasste zunächst auch ein Kolumbarium, ab 1901 und 1904 auch zwei Urnenfriedhöfe (→Lage53.61836111111110.027666666667). Es liegt etwas abseits des Friedhofsgeländes in der Alsterdorfer Straße. 1997 wurde das Gebäude umfassend saniert. 1998 bis 2003 wurde es unter dem Namen „Alsterpalais“[21] und ab 2003 unter anderem Namen als Gourmet-Restaurant genutzt. Am Tag des offenen Denkmals 2008 war es vollständig ausgeräumt zu besichtigen[22] und seit 2009 wird es als Schule genutzt.

Die Einäscherungen der Verstorbenen für die gesamte Metropolregion Hamburg fanden seit 1996 im „Krematorium Hamburg“ auf dem Friedhof Öjendorf statt, weil das Neue Krematorium die Grenzwerte der 27. BImSchV nicht einhalten konnte und ein Umbau des denkmalgeschützten Schumacherbaus damals wegen der hohen Kosten nicht sinnvoll erschien. Die Kapazität des nicht denkmalgeschützten Krematoriums in Öjendorf, das bereits die Grenzwerte einhielt, wurde daher erweitert.[23] Die Trauerhallen in Ohlsdorf wurden aber weiter genutzt.[24]

Da diese Situation schon länger als unbefriedigend angesehen wurde, weil Zeremonien in Ohlsdorf nach der Trauerfeier mit dem Sarg vor der Beisetzung der Urne für die Einäscherung in Öjendorf unterbrochen werden mussten, wurde am 24. März 2010 der Grundstein für das „Bestattungsforum Ohlsdorf“ gelegt.[25] Im Zusammenhang mit dessen Eröffnung im November 2011 wurde das Neue Krematorium Ohlsdorf wieder in Betrieb genommen. Die Urne wird dann etwa 1½ Stunden nach der Trauerfeier zur Beisetzung zur Verfügung stehen, sodass Trauerfeier und Beisetzung wie vor 1996 am selben Tag stattfinden können.[26]

Ehemaliger Wasserturm[Bearbeiten]

Der im historistischen Baustil 1898 errichtete ehemalige Wasserturm bildet einen beeindruckenden Orientierungspunkt an der Cordes-Allee.

Kriegsgräberstätten[Bearbeiten]

Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft[Bearbeiten]

Unter dem Titel Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft werden verschiedene Grabfelder und Gedenkorte zusammengefasst, die den Menschen gewidmet sind, die durch Kriegseinwirkungen zu Tode kamen oder Opfer nationalsozialistischer Gewaltmaßnahmen, Verschleppung und Vertreibung wurden. Nach dem Gesetz über die Erhaltung dieser Gräber, haben sie ein dauerhaftes Ruherecht und dienen dazu, „der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in besonderer Weise zu gedenken und für zukünftige Generationen die Erinnerung daran wach zu halten, welche schrecklichen Folgen Krieg und Gewaltherrschaft haben.“[27]

Zu ihnen zählen die deutschen Soldatengräber beider Weltkriege, die Gräber und Ehrenanlagen der verschiedenen Nationen, die Bombenopfer-Gräber, die Gräber jüdischer Opfer, die Holocaust-Gedenkstätte und die Gedenkstätten für die Widerstandskämpfer.[28]

Darunter befinden sich insgesamt sechs Gedenkstätten für die Opfer aus der Zeit des Nationalsozialismus: die Gedenkstätte für die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung, das Mahnmal Fahrt über den Styx für die Opfer des Feuersturms, der Ehrenhain für die Hamburger Widerstandskämpfer, zudem das 1961 auf Veranlassung der Sophie-Scholl-Stiftung eingerichtete Ehrenfeld Hamburger Widerstandskämpfer, das Gräberfeld für die ausländischen Opfer, 1977 für das Gedenken an die KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter eingerichtet, und die im Jahr 2002 eingeweihte Erinnerungsspirale im Garten der Frauen als Gedenkort für Opfer und Gegnerinnen des NS-Regimes. Eine weitere Gedenkstätte befindet sich seit 1951 auf dem benachbarten jüdischen Friedhof Ilandkoppel, das Mahnmal für die ermordeten Hamburger Juden.[29].

Gedenkstätte für die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung[Bearbeiten]

Gegenüber dem Neuen Krematorium liegt die Gedenkstätte für die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung. Sie wurde 1949 als Mahnmal mit einer Stele und einer vor dem Denkmal liegenden Marmorplatte eingerichtet, graviert sind die Namen von 25 Konzentrationslagern. Auf dem Gräberfeld befindet sich in 105 ober- und 29 unterirdischen Urnengefäßen die Asche von Opfern und Erde aus deutschen Konzentrationslagern. Sie ist hervorgegangen aus der bereits im November 1945 während einer Trauerwoche eingeweihten Erinnerungsstätte.

Internationale Kriegsgräberstätte[Bearbeiten]

An der Sorbusallee ruhen etwa 3800 Menschen aus mehr als dreißig verschiedenen Ländern.[30]

Kriegsgräberstätte für die Bombenopfer des Zweiten Weltkriegs[Bearbeiten]

Die Kriegsgräberstätte Bombenopfer Hamburg-Ohlsdorf umfasst das kreuzförmig angelegte Bombenopfer-Sammelgrab mit Mahnmal mit 36.918 Opfern und die Bombenopfer-Einzelgrabanlage mit 2.282 Opfern. Das Bombenopfer-Sammelgrab mit Opfern der Operation Gomorrha vom 25. Juli bis 3. August 1943 liegt in der Nähe der Kapelle 13 zwischen Eichenallee und Kirschenallee. Im Jahr 1952 wurde im Mittelpunkt des Sammelgrabs ein Mahnmal von Gerhard Marcks eingeweiht, ein monumentaler quadratischer Sandsteinblock umschließt die Figurengruppe Fahrt über den Styx.[31][32]

Die Einzelgrabanlage für die Bombenopfer befindet sich in der Nähe der Kapelle 10.

Ehrenhain Hamburgischer Widerstandskämpfer[Bearbeiten]

Rechts vom Haupteingang an der Bergstraße (→Lage53.61859810.0357) befindet sich seit dem 8. September 1946 der Ehrenhain Hamburger Widerstandskämpfer 1933–1945, die Begräbnisstätte für 55 hingerichtete oder an den Haftfolgen verstorbene Antifaschisten. Die 1953 von dem Hamburger Bildhauer Richard Steffen (1903–1964) geschaffene Bronzeplastik „Der Redner“ stand bis zu ihrem Diebstahl im März 2011 am Eingang des Ehrenhains.[33] Auf der eingrenzenden Steinwand stehen die Worte des 1943 hingerichteten tschechischen Widerstandskämpfers Julius Fučík: „Menschen, wir hatten Euch lieb, seid wachsam“.

Soldatengräber[Bearbeiten]

Auf dem Gelände befinden sich Soldatengräber mehrerer Nationen:[34]

Gräber bekannter Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Auf dem Ohlsdorfer Friedhof sind eine Vielzahl internationaler, nationaler und Hamburger Persönlichkeiten bestattet.[37][38][39][40] Für manche Gräber von Prominenten können keine Angehörigen mehr sorgen. Sie fallen der Vergessenheit anheim.[41]

Schauspieler[Bearbeiten]

  • Hans Albers (1891-1960), Filmschauspieler in Stumm- und Tonfilmen
  • Monica Bleibtreu (1944-2009), Schauspielerin
  • Aline Bußmann (1889-1968), Volksschauspielerin, Hörspielsprecherin und Publizistin
  • Heinz Erhardt (1909-1979), Schauspieler, Humorist in Rundfunk und Film
  • Helmut Griem (1932-2004), Schauspieler und Regisseur
  • Jupp Hussels (1901–1984), Schauspieler, Rundfunksprecher und Unterhalter
  • Heinz Lanker (1916-1978), Volksschauspieler, Autor, Hörspielsprecher und Regisseur
  • Hanns Lothar (1929-1967), Bühnen-, Film- und Fernsehschauspieler
  • Otto Lüthje (1902-1977), Volksschauspieler, Mittelschullehrer, Hörspielsprecher und -regisseur
  • Inge Meysel (1910-2004), Schauspielerin
  • Witta Pohl (1937-2011), Schauspielerin
  • Henry Vahl (1897-1977), Volksschauspieler und Hörspielsprecher

Regisseure und Theatermacher[Bearbeiten]

  • Ida Ehre (1900-1989), Schauspielerin und Intendantin
  • Hans Freundt (1892-1953), Schauspieler, Regisseur und Rundfunkpionier
  • Gerda Gmelin (1919-2003), Schauspielerin, Regisseurin und Intendantin
  • Helmuth Gmelin (1891-1959), Schauspieler, Regisseur und Intendant
  • Gustaf Gründgens (1899-1963 in Manila), Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter
  • Cord Hachmann[42] (1848–1905), Theaterschauspieler und -regisseur
  • Willy Maertens (1893–1967) Schauspieler, Regisseur und Intendant
  • Richard Ohnsorg (1876-1947), Direktor und Schauspieler der niederdeutschen Bühne
  • Hans Tügel (1894-1984), Schauspieler, Regisseur und Autor
  • S. O. Wagner (1902-1975), Schauspieler, Regisseur und Autor

Weitere[Bearbeiten]

Gemeinschaftsgrabanlagen[Bearbeiten]

Mahnmal und Grabstätten der Sturmflutopfer von 1962

Opfer des Untergangs der Primus[Bearbeiten]

In der Nähe der Straßen Kapellenstraße und Mittelallee sind 78 Opfer des 1902 auf der Elbe untergegangenen Ausflugraddampfers Primus bestattet.

Sturmflutopfer von 1962[Bearbeiten]

Die Sturmflutopfer von 1962, die nicht identifiziert werden konnten, die keine Angehörigen mehr hatten und die gemeinschaftlich beigesetzt werden sollten, haben ihre Ruhestätte an der Verlängerung der Sorbusallee zwischen Kirschenallee und Inselkanal gefunden.(→Lage53.62694110.070354). Ergänzend erinnert seit Ende November 2012 ein Gedenkstein mit zwei Tafeln an die Namen der 221 Toten, die nicht in Ohlsdorf beigesetzt sind.[43][44]

Seeleute[Bearbeiten]

Für die in Hamburger Krankenhäusern verstorbenen Seeleute gibt es die Gemeinschaftsgrabstätte „Unseren Seeleuten“, gekennzeichnet durch einen großen schwarzen Anker.[45][46]

Paar-Anlagen[Bearbeiten]

Dies sind Zier-Gartenflächen mit Rasenflächen, auf denen keine Bepflanzungen, Grabschmuck oder Grabeinfassungen zugelassen sind. Für die Beisetzungen sind die Rasenflächen vorgesehen. Dort können sich Paare und Lebensgemeinschaften beisetzen lassen.

Gedenkplatz für nicht beerdigte Kinder[Bearbeiten]

Für die Eltern totgeborener Kinder wurde ein Gedenkplatz geschaffen, der durch eine abstrakte weiße Marmorskulptur auf Sockel der Schweizer Bildhauerin Beatrice Charen markiert wird.[47] Diese Skulptur wurde im Oktober 2012 von Unbekannten teilweise zerstört.[48][49]

Denkmäler und freie Skulpturen[Bearbeiten]

Friedhofsmuseum[Bearbeiten]

Aus dem Museumsarchiv: Grabbrief von 1904 (Detail)

Das „Museum Friedhof Ohlsdorf“ besteht seit 1996.

Träger ist das Unternehmen Hamburger Friedhöfe AöR, die ehrenamtliche Betreuung obliegt dem Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e. V. In einem kleinen historischen Gebäude nahe dem Haupteingang wird auf 60 m² Fläche die Vielfalt der hamburgischen Friedhofs- und Bestattungskultur gezeigt. Außerdem finden Sonderausstellungen mit wechselnden Themen zur Friedhofs- und Trauerkultur statt. Das Museum dient auch als Auskunftsstelle für kulturell interessierte Friedhofsbesucher. Dazu steht ein Archiv des Förderkreises zur Verfügung. Es umfasst:

  • eine Präsenzbibliothek mit etwa 700 Titeln von Büchern, Broschüren und Zeitschriften. Sie sind in einer Datenbank erfasst und nach Themenbereichen und Autoren sortiert,
  • eine Kartei über bildende Künstler, die auf dem Ohlsdorfer Friedhof wirkten,
  • eine Sammlung von Zeitungsausschnitten und Abbildungen zu Leben und Wirken bekannter Persönlichkeiten, die auf dem Ohlsdorfer Friedhof bestattet wurden. Die Sammlung datiert z. T. zurück bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts,
  • eine Sammlung von Aktenauszügen, Fachaufsätzen, Gesetzestexten, Pressemeldungen, Zeitungsausschnitten und dergleichen.

Bildergalerie[Bearbeiten]


Biomasseerzeugung und -Nutzung[Bearbeiten]

An Biomasse fallen auf dem Ohlsdorfer Friedhof pro Jahr an:

  • ca. 60 m³ Holzhackschnitzel aus Baum- und Strauchschnitt,
  • ca. 5500 m³ Laub,
  • ca. 1400 m³ krautige Pflanzenbestandteile sowie Rasenschnitt.[50]

Etwa 40 % der Holzhackschnitzel werden verbrannt, etwa 10 % des entfernten Laubes wird als Mulchmaterial an anderer Stelle wieder aufgebracht, der überwiegende Rest wird vor Ort kompostiert. Die krautigen Pflanzenteile sowie der Rasenschnitt haben ein besonders hohes Potenzial zur regenerativen Energieerzeugung mithilfe von Vergärungstechnologien.[51]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rita Bake, Brita Reimers: Stadt der toten Frauen. Frauenportraits und Lebensbilder vom Friedhof Hamburg Ohlsdorf. Dölling und Galitz Verlag, München 1997, ISBN 3-930802-56-2.
  • Herbert Diercks: Friedhof Ohlsdorf – Auf den Spuren von Naziherrschaft und Widerstand. Ergebnisse Verlag, Hamburg 1992, ISBN 3-87916-012-0.
  • Barbara Leisner, Heiko K. L. Schulze, Ellen Thormann: Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. 2 Bände und eine Übersichtskarte 1:4000, Hans Christians, Hamburg 1990, ISBN 3-7672-1060-6.
  • Barbara Leisner, Helmut Schoenfeld: Der Ohlsdorf-Führer. Spaziergänge über den größten Friedhof Europas. Christians Verlag, Hamburg 1991, ISBN 3-7672-1177-7.
  • Barbara Leisner, Norbert Fischer: Der Friedhofsführer – Spaziergänge zu bekannten und unbekannten Gräbern in Hamburg und Umgebung. Christians Verlag, Hamburg 1994, ISBN 3-7672-1215-3.
  • Helmut Schoenfeld, Norbert Fischer, Barbara Leisner, Lutz Rehkopf: Der Ohlsdorfer Friedhof. Ein Handbuch von A–Z. Edition Temmen, Bremen 2006, ISBN 3-86108-086-9.
  • Eberhard Kändler: Begräbnishain und Gruft: die Grabmale der Oberschicht auf den alten Hamburger Begräbnisplätzen, Ausgabe Nr. 17 von Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Hamburg, Verlag Christians, 1997, ISBN 3767212943, 9783767212947

Übersichtsplan[Bearbeiten]

  • Hamburger Friedhöfe – AöR -: Friedhof Ohlsdorf. Informationen. Der weltgrößte Parkfriedhof stellt sich vor. Hamburg, 8. Auflage 2009. (Faltplan des Friedhofs, Verzeichnis besonderer Areale).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hauptfriedhof Ohlsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Jüdischer Friedhof Ohlsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Friedhöfe Wien GmbH – Zentralfriedhof
  2. Plan des Ohlsdorfer Friedhofs (PDF; 782 kB) Die in diesem Artikel verwendeten Lagebeschreibungen beziehen sich auf dieses offizielle Netz.
  3. Geschäftsbericht 2010 der Hamburger Friedhöfe AöR
  4. Abschied vom Friedhof. In: Hamburger Wochenblatt vom 30. Oktober 2013, S. 4.
  5. Barbara Leisner, Norbert Fischer: Der Friedhofsführer. Spaziergänge zu bekannten und unbekannten Gräbern in Hamburg und Umgebung. Hamburg 1994, S. 31 ff.
  6. Barbara Leisner, Norbert Fischer: Der Friedhofsführer. Spaziergänge zu bekannten und unbekannten Gräbern in Hamburg und Umgebung. Hamburg 1994, S. 48.
  7. Helmut Schoenfeld: Der Ohlsdorfer Friedhof. Ein Handbuch von A-Z. Hamburg 2010, S. 34.
  8. Barbara Leisner, Norbert Fischer: Der Friedhofsführer. Spaziergänge zu bekannten und unbekannten Gräbern in Hamburg und Umgebung. Hamburg 1994, S. 48.
  9. Helmut Schoenfeld: Der Ohlsdorfer Friedhof. Ein Handbuch von A-Z. Hamburg 2010, S. 59.
  10. Johann Wilhelm Cordes im Generalplan zur Gestaltung des Centralfriedhofs, 1881, zitiert nach: Markwart Herzog und Norbert Fischer (Hrsg.): Nekropolis: Der Friedhof als Ort der Toten und der Lebenden, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-17-018508-X, S. 72.
  11. Barbara Leisner: Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf: Geschichte und Grabmäler. S. 37, 77.
  12. Johann Wilhelm Cordes im Generalplan zur Gestaltung des Centralfriedhofs, 1881, zitiert nach: Markwart Herzog, Norbert Fischer (Hrsg.): Nekropolis: Der Friedhof als Ort der Toten und der Lebenden. Stuttgart 2006, S. 73.
  13. Helmut Schoenfeld: Der Ohlsdorfer Friedhof. Ein Handbuch von A-Z. Hamburg 2010, S. 71.
  14. Friedhof Ohlsdorf
  15. Helmut Schoenfeld: Der Ohlsdorfer Friedhof. Ein Handbuch von A-Z. Hamburg 2010, S. 118.
  16. a b c „Kapelle 12 in der Lärchenallee“ auf Friedhof-Hamburg.de, abgerufen am 16. November 2011
  17. Postkarte Die Kapellen und Hauptwege des Friedhofes zu Ohlsdorf, um 1900.
  18. Helmut Schoenfeld: Der Ohlsdorfer Friedhof. Ein Handbuch von A-Z. Hamburg 2010, S. 80.
  19. Bauwelt (Zeitschrift), Ausgabe 20/2009, S. 22–27.
  20. Artikel Hamburger Abendblatt vom 5. Mai 2009
  21. „Die Wandlungen eines Krematoriums“ aus „Ohlsdorf – Zeitschrift für Trauerkultur“, abgerufen am 24. Oktober 2011
  22. „Das Alte Krematorium in der Alsterdorfer Straße“ auf fredriks.de, abgerufen am 24. Oktober 2011
  23. „Wo der Schornstein nicht mehr raucht“ aus „Ohlsdorf – Zeitschrift für Trauerkultur“, abgerufen am 24. Oktober 2011
  24. „Hamburger Krematorium eins-zwei-drei“ aus „Ohlsdorf – Zeitschrift für Trauerkultur“, abgerufen am 24. Oktober 2011
  25. Norbert Fischer: Zur Krematoriums-Geschichte in Hamburg. In: Ohlsdorf – Zeitschrift für Trauerkultur Nr. 115, IV – 2011
  26. Bestattungsforum auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg
  27. Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz) vom 9. August 2005, online einsehbar als pdf-Datei, abgerufen am 14. Juli 2011
  28. Helmut Schönfeld: Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft auf dem Friedhof Ohlsdorf, Mai 2005, abgerufen am 14. Juli 2011
  29. Wegweiser zu den Gedenkstätten in Hamburg (PDF; 1,1 MB), S. 49–55, abgerufen am 13. Juli 2010
  30. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Landesverband Hamburg: Einladung vom 16. April 2012 zur Gedenkveranstaltung am 8. Mai 2012.
  31. Friedhof Ohlsdorf: Mahnmal »Fahrt über den Styx« für die Opfer des »Feuersturms« In: KZ-Gedenkstätte Neuengamme und Landeszentrale für politische Bildung Hamburg (Hrsg.): Gedenkstätten in Hamburg. Ein Wegweiser zu Stätten der Erinnerung an die Jahre 1933 bis 1945. Hamburg 2008. S. 53, abgerufen am 19. Mai 2013
  32. Das Bombenopfermahnmal Hamburg, Ohlsdorfer Friedhof
  33. Pressemeldung Friedhof Ohlsdorf vom 31. März 2011 Die ASCE, der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof und der World Monuments Fund, abgerufen am 30. November 2012
  34. Michael Wassenberg: Fotos der Soldatengräber auf dem Friedhof Ohlsdorf
  35. Bert C. Biehl: Klarstellung längst überfällig. In: Hamburger Wochenblatt vom 23. Januar 2013, S. 4
  36. Webseite der Niederländischen Oorlogsgravenstichting
  37. Genaue Auflistung der Gräber Prominenter auf www.friedhof-hamburg.de
  38. Bilder von Gräbern bekannter Persönlichkeiten auf dem Friedhof Ohlsdorf
  39. Annabel Trautwein: Wo Prominente ihre letzte Ruhe finden. In: Hamburger Abendblatt vom 8. August 2012, S. 13
  40. Hamburger Friedhöfe -AöR- (Hrsg.): Ausgesuchte Prominentengräber auf dem Friedhof Ohlsdorf. Faltblatt 8/2009
  41. Das Trauerspiel um die berühmten Toten
  42. Cord Hachmann bei billiongraves.com
  43. Feierliche Enthüllung eines neuen Gedenksteins. In: Hamburger Abendblatt vom 24. November 2012, S. 24
  44. Gedenken an Flutopfer. In: Hamburger Wochenblatt vom 5. Dezember 2012, S. 2.
  45. Grabstätte „Unseren Seeleuten“ für die in Krankenhäusern Hamburgs verstorbenen Seeleute
  46. Seemannsfriedhof auf dem Friedhof Ohlsdorf (zwei Fotos)
  47. Susanne Schniering: Worte für „unsichtbare“ Mütter. In: Hamburger Abendblatt vom 12. Mai 2012, S. 30.
  48. Daniel Herder: Ort des Gedenkens von Unbekannten geschändet In: Hamburger Abendblatt von 10. Oktober 2012.
  49. Foto des Gedenkplatzes vom 19. Oktober 2012.
  50. Biomasse mobilisieren, Energie gewinnen, Studie zum Biomassepotenzial in der Freien und Hansestadt Hamburg, S. 15. (PDF; 3,2 MB)
  51. Andreas Morgenroth: Die Energiewende auf dem Friedhof. Erzeugung und Nutzung regenerativer Energien auf Friedhofsfreiflächen. (PDF; 6,3 MB)

53.62472222222210.061666666667Koordinaten: 53° 37′ 29″ N, 10° 3′ 42″ O