Gerhard Amendt

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Gerhard Amendt (* 8. Juni 1939 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Soziologe und war bis zu seiner Emeritierung 2003 Professor am Institut für Geschlechter- und Generationenforschung der Universität Bremen. Der Sozialwissenschaftler Günter Amendt war sein Zwillingsbruder.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Amendt erwarb die Hochschulreife auf dem Zweiten Bildungsweg am Hessenkolleg in Frankfurt am Main. Er studierte Soziologie in Frankfurt am Main (u.a. bei Adorno) und in London. Während seiner Studienzeit engagierte er sich im Sozialistischen Deutschen Studentenbund.

Einer von Amendts Arbeitsschwerpunkten ist die Väterforschung, als Teil der Geschlechter- und Generationenforschung. In seiner Studie Scheidungsväter hat er erstmals empirische Untersuchungen zur Lage von Scheidungsvätern unternommen. Untersucht wurden Felder wie Trennungsgeschichte, Unterhaltszahlungen, Umgangshäufigkeiten, Gewalthandlungen, Gesundheit, soziale Lage, Arbeitslosigkeit, Mitgliedschaft in Väterorganisationen. Die Studie wurde von einem anonymen Mäzen finanziert. Amendt kommt zu dem Ergebnis, dass „die Studie durch Konfrontation mit der empirisch dokumentierten Wirklichkeit die Greuelmärchen über Scheidungsväter [widerlegt].“

Daneben hat Amendt Bücher und Aufsätze zum Kindeswohl, vor allem zur homosexuellen Elternschaft, Pädophilie und anderen Themen u.a. in angesehenen sozialwissenschaftlichen Zeitschriften publiziert.

[Bearbeiten] Kritik

An Amendts Schriften ist verschiedentlich Kritik geübt worden. Unter anderem soll er eine frauenfeindliche Position vertreten haben. Unterstellt wurde auch eine pseudowissenschaftliche Methode.[1] Kritisiert wurde seine Forderung nach einer Schließung der Frauenhäuser als „ein Hort des Männerhasses"[2] sowie sein Gewaltbegriff, weil er nicht zwischen kleineren Handgreiflichkeiten und schweren körperlichen Verletzungen differenziere.[3] Er fordert hingegen Familienhäuser als ein Netz von Beratungsstellen für Familien mit Gewaltproblemen.

[Bearbeiten] Schriften

  • Rassismus und Klassenkampf. Eine Analyse amerikanischer Minderheitenpolitik. Diss. Gießen 1972
  • Die Gynäkologen. Konkret, Hamburg 1982, ISBN 3-922144-23-3
    • überarbeitete Neuausgabe als: Die bevormundete Frau oder die Macht der Frauenärzte. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-596-23769-6
  • Der Neue Klapperstorch. Die psychischen und sozialen Folgen der Reproduktionsmedizin. März, Herbstein 1986, ISBN 3-88880-066-8
  • Die bestrafte Abtreibung. Argumente zum Tötungsvorwurf. Ikaru, Bremen 1988, ISBN 3-927076-01-5
  • Das Leben unerwünschter Kinder (mit Michael Schwarz). Universität Bremen 1990; Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-596-11079-3
  • Wie Mütter ihre Söhne sehen. Ikaru, Bremen 1993, ISBN 3-927076-00-7; Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-596-12481-6
  • Du oder Sie. 1945 – 1968 – 1995. Ikaru, Bremen 1995, ISBN 3-927076-04-X
  • Vatersehnsucht. Annäherung in elf Essays. IGG, Bremen 1999, ISBN 3-88722-452-3
  • Scheidungsväter. Wie Männer die Trennung von ihren Kindern erleben. IGG, Bremen 2004; Campus, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-593-38216-4

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Rolf Pohl: Männer – das benachteiligte Geschlecht? Weiblichkeitsabwehr und Antifeminismus im Diskurs über die Krise der Männlichkeit. In: Mechthild Bereswill und Anke Neuber (Hg.): In der Krise? Männlichkeiten im 21. Jahrhundert. Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2010, S. 9-10.
  2. Brigitte Schröttle (2010). "Kritische Anmerkungen zur These der Gendersymmetrie bei Gewalt in Paarbeziehungen". Gender, Heft 1, S. 133-151.
  3. Thomas Gesterkamp (März 2011). "Argumente zum Thema Männerbenachteiligung". In: Ebenfeld, M.; Köhnen, M. (Hrsg.) Gleichstellungspolitik kontrovers Eine Argumentationshilfe. Expertise im Auftrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung, S. 20.

[Bearbeiten] Weblinks


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