Geschoss

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Geschoss (Begriffsklärung) aufgeführt.
Geschoss & Kartusche, deutsches 80-cm-Eisenbahngeschütz Schwerer Gustav

Geschoss[1] (Waffentechnik) – im weitesten Sinne Sammelbezeichnung für alle Arten von Wurfkörpern, im engeren Sinne waffenkundlich Spezialbezeichnung für einen festen Körper, der aus einer Schusswaffe verfeuert wird und sich auf einer ballistischen Flugbahn (Geschossbahn) ohne Eigenenergie oder Steuerung fortbewegt; auch als Projektil bezeichnet. Maßstab für die Größenordnung eines Geschosses ist das Kaliber.[2]

Grundlagen[Bearbeiten]

Die charakterisierenden Eigenschaften des Geschosses sind:

  • es hat keinen eigenen Antrieb, sondern wird von außen beschleunigt. Dabei wird dem Körper eine Initialenergie zugeführt;
  • es benötigt eine Abwurf- beziehungsweise Abschusseinrichtung, die nicht mit auf die Flugbahn geht;
  • es hat nach Verlassen dieser Einrichtung eine ballistische Flugbahn, auf der es dann wie ein geworfenes Objekt fliegt.

Damit steht das Geschoss im Gegensatz zur Rakete: Während das Geschoss von einer Treibladung beschleunigt wird und dann in einer ballistischen Kurve fällt, wird die Rakete von der Treibladung beschleunigt und fliegt dadurch. Sobald die Treibladung ausgebrannt ist, verhält sich auch die Rakete ab diesem Moment wie ein Geschoss und fällt in einer ballistischen Kurve. Allerdings wird diese Abgrenzung durch Base-Bleed-Geschosse zunehmend unscharf. Diese Geschosse enthalten einen gaserzeugenden pyrotechnischen Satz, der durch Verringerung der Heckverwirbelung die ballistischen Eigenschaften verbessert. Je nach Stärke der Gaserzeugung ist eine klare Unterscheidung schwierig. Die Treibladung des Geschosses ist in den allermeisten Fällen ein pyrotechnischer Satz. Geschossen werden kann aber auch mit Druckluft, mittels elektromagnetischer Schussanlagen (z. B. Railgun), rein mechanisch über Federn und elastische Materialien oder mit anderen Energieerzeugern.

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten]

Der Abschuss selbst ist in den Grundlagen eine Frage der Energiebilanz (Thermodynamik) und Reibung (Mechanik). Mit den speziellen Problemstellungen von aus Rohren geschossenen Objekten beschäftigt sich die Innenballistik.

Charakteristische Kenngrößen für das Geschoss sind:

Konstruktion eines Geschosses[Bearbeiten]

Die äußere Form eines Geschosses soll möglichst wenig Luftwiderstand bieten. Der innere Aufbau richtet sich nach der beabsichtigten Wirkung.

In der Waffentechnik ist das etwa die Wirkung beim Aufschlag im Treffpunkt. Sie werden dafür als massive Geschosse, Zerlegungsgeschosse, Sprenggeschosse oder als Trägergeschosse für den Transport zum Beispiel chemischer Waffen ausgeführt.

Beispiele[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schweiz: Geschoss mit langem Vokal "o"; Österreich: ebenfalls mit langem Vokal "o", geschrieben "Geschoß".
  2. BROCKHAUS, Die Enzyklopädie in 24 Bänden (1796–2001), Band 8: 3-7653-3668-8, S. 445, Definition: Geschoss (Waffentechnik)