GfK (Unternehmen)

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GfK SE
Logo der GfK SE
Rechtsform Societas Europaea
ISIN DE0005875306
Gründung 1934
Sitz Nürnberg, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 12.678 (31. Dezember 2012)[1]
Umsatz 1.514,7 Mio. EUR (2012)[1]
Gewinn 64,4 Mio. EUR (2012)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Bilanzsumme 1.880,5 Mio. EUR (31. Dezember 2012)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Marktforschung
Website www.gfk.com

Die GfK SE mit Sitz in Nürnberg ist das größte deutsche Marktforschungsinstitut, derzeit weltweit die Nummer vier der Branche und im mehrheitlichen Besitz (57 %) des GfK-Vereins.[2]

Das Unternehmen erhebt die Einschaltquoten für das Fernsehen in der Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeinde Haßloch dient als durchschnittlicher Ort als Testmarkt für das Instrument GfK BehaviorScan, mit dem vor allem die Wirkung von Fernsehwerbung untersucht und die Neueinführung von Produkten simuliert wird. Vom Unternehmen wird unter anderem auch der GfK-Konsumklimaindex errechnet.

Geschichte[Bearbeiten]

GfK-Gebäude am Nordwestring in Nürnberg

Die GfK wurde im Februar 1935 als „GfK-Nürnberg Gesellschaft für Konsumforschung e. V.“ von Nürnberger Hochschullehrern, darunter dem späteren deutschen Wirtschaftsminister und Bundeskanzler Ludwig Erhard, gegründet. Das Konzept wurde vom Mitbegründer Wilhelm Vershofen gestaltet.[3]

1984 wurden die kommerziellen Aktivitäten in die „GfK GmbH“ ausgegliedert, diese wurde am 23. Januar 1990 zur „GfK AG“ umfirmiert.[4] Zu diesem Zeitpunkt beschränkte sich der „GfK-Verein“ auf die Förderung der Markt- und Absatzforschung. Im September 1999 vollzog die „GfK AG“ ihren Börsengang und wurde mit Wirkung zum 20. März 2000 in den MDAX aufgenommen.[5] Am 24. März 2003 stieg das Unternehmen in den SDAX auf.[6] Im Jahr 2009 folgte die Umwandlung in eine Europäische Gesellschaft (SE).

Akquisitionen und Beteiligungen[Bearbeiten]

  • 17. September 2012: Übernahme des US-amerikanischen Unternehmen für User Experience-Forschung User Centric (jetzt GfK User Centric)
  • 2. Juli 2012: Aufstockung der Anteile an nurago und SirValUse Consulting auf 100 Prozent (jetzt GfK nurago / GfK SirValUse Consulting).
  • 2. März 2012: Übernahme des britischen Healthcare-Marktforschers Bridgehead International (jetzt GfK Bridgehead)
  • 9. Dezember 2011: Übernahme des US-amerikanischen Unternehmens für Online-Forschung Knowledge Networks Inc.
  • 1. Januar 2011: Aufstockung der Anteile an SirValUse Consulting auf 60 Prozent.
  • 2. November 2010: Übernahme des US-amerikanischen Beratungsunternehmens Interscope
  • 8. Juli 2010: Übernahme der GfK Mode in Indien und vollständige Übernahme der dmrkynetec (jetzt: GfK Kynetec)
  • 6. Mai 2010: Beteiligung an dem Deutschen Unternehmen SirValUse Consulting
  • 1. April 2009: Übernahme des britischen Marktforschungsinstituts Ascent Market Intelligence (Ascent-MI)
  • 1. März 2009: Aufstockung der Anteile an der IFR Monitoring Group um 24,2 Prozent auf 100 Prozent
  • 1. Februar 2009: Die Beteiligung an dmrkynetec wurde auf nunmehr 75 Prozent der Anteile ausgebaut.
  • 7. August 2008: Die GfK Gruppe übernahm die US-amerikanische Arbor Strategy Group (ASG) zu 100 Prozent. Die ASG, die zu den führenden Beratungsunternehmen im Bereich strategischer Markenentwicklung gehört, firmiert als GfK Strategic Innovation.
  • 15. Juli 2008: Im Sektor Custom Research beteiligte sich die GfK an dem Unternehmen dmrkynetec in Großbritannien. Außerdem erhöhte die GfK Gruppe ihre Anteile an Chart-Track, Großbritannien und der GfK Danmark, Dänemark. Mit der neu gegründeten GfK Albania, Albanien, kam ein neues GfK-Tochterunternehmen in der Region Zentral- und Osteuropa hinzu.
  • 9. April 2008: GfK hat das Marktforschungsunternehmen Bilesim International in der Türkei sowie die restlichen 34 Prozent der Anteile an dem schweizerischen Unternehmen GfK Research Matters erworben
  • 21. September 2006: GfK Macon, GfK Prisma und GfK Regionalforschung schlossen sich zu GfK GeoMarketing zusammen. Das neue GfK-Tochterunternehmen war damit einer der größten Geomarketing-Anbieter Europas.
  • 15. April 2005: GfK erwarb die Marktforschungsgruppe NOP World vollständig vom britischen Medienkonzern United Business Media
  • 11. Mai 2005: Komplette Übernahme des Geomarketing-Spezialisten GfK Macon AG; Erwerb von jeweils 51 Prozent an dem kanadischen Unternehmen Research Dynamics Inc. und an Adimark S. A. in Chile
  • 13. Juni 2005: 33 Prozent an der Research Matters AG erworben
  • 1. Juli 2005: Vollständige Übernahme des amerikanischen Unternehmens GfK V2

Konzernstruktur[Bearbeiten]

Die GfK SE ist in den drei Sektoren Custom Research, Retail and Technology und Media aktiv. Seit 1999 ist die GfK Aktiengesellschaft an der Börse vertreten. Sie stellt eine Holding für 120 Tochterunternehmen, darunter auch Media Control, dar und unterhält Beteiligungen in über 100 Ländern.

Kennzahlen[Bearbeiten]

Geschäftsjahr Umsatz in Mio. € Mitarbeiter (weltweit)
(per Ende des jew. Berichtsjahres)
Mitarbeiter (Deutschland)
(per Ende des jew. Berichtsjahres)
2001 506,0 4.653 1.443
2002 559,0 4.879 1.465
2003 590,0 5.032 1.459
2004 660,0 5.484 1.502
2005 937,3 7.515 1.577
2006 1.112,2 7.903 1.628
2007 1.162,1 9.070 1.714
2008 1.220,4 9.692 1.746
2009 1.164,5 10.058 1.790
2010 1.294,2 10.546 1.831

Stand: 31. Dezember 2010

Messung der Einschaltquoten[Bearbeiten]

Anzeige-Display eines GfK-Meter

Innerhalb Deutschlands ist die GfK vor allem dafür bekannt, dass sie mit der Messung der Einschaltquoten des Fernsehens beauftragt ist. Dafür benutzt sie spezielle Messgeräte (GfK-Meter), die an den Fernsehapparat angeschlossen werden.

Die Entwicklung der GfK-Meter geht zurück in das Jahr 1963. Das erste Fernseh-Meter, Tammeter genannt, wurde von der britischen „Television Audience Measurement“ (TAM) entwickelt. Die ARD und ZDF gründeten mit der „Infratam“ mit Sitz in Wetzlar eine gemeinsame Tochtergesellschaft und führten von 1963 bis 1974 die ersten kontinuierlichen Quotenmessungen durch. Das Tammeter maß dabei minutengenau, lieferte die Ergebnisse (Geräteeinschaltung, Kanal, Uhrzeit) aber erst vier Wochen später und nur für den kompletten Fernsehhaushalt.

1975 wurde das Tammeter vom Teleskomat (ebenfalls von Infratam) abgelöst, welches personenbezogene Ergebnisse aus 1.200 Haushalten im 30-Sekunden-Takt bis zu sechs Programme und bis zu sieben Personen im Haushalt erfasste und über Nacht über die Telefonleitung an den Zentralrechner lieferte. Einen weiteren Fortschritt stellte das Telecontrol (TC 3, TC 6, TC XL) dar, das bei der Messung der Einschaltquote alle Programme, alle Personen, die an der jeweiligen Fernsehübertragung beteiligt sind, berücksichtigt und mit Hilfe der Telefonleitung die Daten ins GfK-Daten-Center übermittelt.

Seit 1985 wird die Fernsehnutzung von 5500 repräsentativ ausgewählten Haushalten sekundengenau mittels der GfK-Meter in Deutschland gemessen. Zusätzlich wurden 2001 noch 140 Haushalte aus der Europäischen Union hinzugefügt. Das System (GfK-Meter) besteht aus drei Teilen: dem eigentlichen Messgerät, einer Fernbedienung, mit der alle Personen des Haushalts sich individuell an- und abzumelden haben, sowie einer Anzeige. Nachts werden die Daten über Telefonleitung zur GfK nach Nürnberg geschickt, dort ausgewertet und stehen am nächsten Morgen den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung zur Verfügung.[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Bräuer: Die Verpackung als absatzwirtschaftliches Problem. Eine absatzwirtschaftliche und werbepsychologische Untersuchung des deutschen Verpackungswesens. Dissertation vom 15. Mai 1957 an der Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Nürnberg. (Kallmünz über Regensburg), 1958, 271 S. (Marktwirtschaft und Verbrauch. Band 9, Schriftenreihe der Gesellschaft für Konsumforschung e. V., Nürnberg)
  • Georg Bergler: Das Schrifttum über den Markenartikel. 4. auf den neuesten Stand gebrachte Auflage. Nürnberg: Gesellschaft für Konsumforschung, 1960, 332 S. (Marktwirtschaft und Verbrauch, Band 12, Schriftenreihe der Gesellschaft für Konsumforschung e. V.)
  • Ludwig Berekoven: Die Werbung für Investitions- und Produktionsgüter, ihre Möglichkeiten und Grenzen. (Marktwirtschaft und Verbrauch, Schriftenreihe der GfK-Gesellschaft für Konsumforschung e. V. Band 16). München: Moderne Industrie 1961, 178 S.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Geschäftsbericht 2012 (PDF; 1,9 MB)
  2. http://www.gfk.com/group/investor_information/shares/shareholder_structure/index.de.html
  3. Schindelbeck, Dirk: Hanns W. Brose. In: Trödler & Sammler Journal, Heft 4/2002, S. 203
  4. GfK SE: Börsengang. Abgerufen am 9. April 2011.
  5. Deutsche Börse AG: Deutsche Börse aktualisiert Zusammensetzung der Aktienindizes. 8. Februar 2000, abgerufen am 9. April 2011.
  6. GfK SE: Geschäftsbericht 2003. S. 55, abgerufen am 9. April 2011 (PDF; 3,7 MB).
  7. Gabriele Trost: Fernsehquote. Planet Wissen. 1. Juni 2009. Abgerufen am 9. Januar 2014.