Gilbert Collard

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Collard 2010

Gilbert Collard (* 3. Februar 1948 in Marseille) ist ein französischer Politiker des rechtsextremen Front National. Er ist seit 2012 Abgeordneter der Nationalversammlung.

Collard wuchs im Schloss Château de la Madone nahe Marseille auf und studierte in Aix-en-Provence Jura. Nach dem Abschluss seines Studiums arbeitete er ab 1971 in Marseille als Anwalt. Er hatte sich Ende der 1960er Jahre der Freimaurerbewegung angeschlossen und trat später in die Grande Loge Nationale Française ein. 1981 gehörte Collard, der bereits seit seiner Jugend Mitglied der Parti socialiste war, dem Unterstützungskomitee des Präsidentschaftskandidaten François Mitterrand an. Nach seiner Ankündigung, Bernard Notin, angeklagt wegen Negationismus, zu verteidigen, wurde er 1990 aus dem Mouvement contre le racisme et pour l’amitié entre les peuples ausgeschlossen und trat gleichzeitig aus diesem aus. 1992 verließ er zudem die Parti socialiste. Im Jahr 2001 bewarb er sich um das Amt des Bürgermeisters von Vichy und bezeichnete sich dabei als Kandidat der mitte-rechts Partei Démocratie Libérale. 2005 bezeichnete er sich im Interview als Anhänger von Jacques Chirac, dem gaullistischen Präsidenten, und lehnte politischen Extremismus ab. Er kandidierte 2008 erneut in Vichy, dieses Mal für das Nouveau Centre, scheiterte als Dritter jedoch erneut. Weil er im Scheidungsprozess von Pierrette Le Pen, Mutter von Marine Le Pen, diese gegen ihren ehemaligen Ehemann Jean-Marie Le Pen vertrat, erlangte Collard ein enges Verhältnis zur rechtsextremen Politikerin Marine Le Pen. 2011 wurde er der Vorsitzende ihres Unterstützerkomitees für die anstehende Präsidentschaftswahl und trat im Mai desselben Jahres dem Front National bei. Bei den Parlamentswahlen 2012 kandidierte er selbst im Département Gard. Mit 42,8 % konnte er sich in der zweiten Runde gegen die Sozialistin Katy Guyot (41,6 %) und den bisherigen konservativen Abgeordneten Étienne Mourrut (15,6 %) durchsetzen.[1][2] Damit war er neben Marion Maréchal-Le Pen einer von zwei FN-Kandidaten, denen der Einzug ins Parlament gelang.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. M. Gilbert Collard: Assemblée Nationale, assemblee-nationale.fr
  2. Biographie de Gilbert COLLARD, monsieur-biographie.com

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gilbert Collard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien