Gob Squad

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Dieser Artikel behandelt die deutsch-britische Performancegruppe Gob Squad. Für die gleichnamige dänische Punkband, siehe Gob Squad (Band).

Gob Squad ist ein deutsch-britisches Performance-Kollektiv, das 1994 an der Nottingham-Trent-Universität gegründet wurde. Mit anfangs ausschließlich an realen Orten stattfindenden Performances entwickelte die Gruppe ihren eigenen Stil Realität und Theatrales miteinander zu verbinden. Seit dem Jahr 2000 spielen Passanten oder Zuschauer in den Stücken von Gob Squad eine große Rolle und machen so jede Aufführung einmalig. Außer Theater-Performances benutzt die Gruppe auch das Format von Hörspielen, Internet-Performances, Filmen und Videos.

Performances[Bearbeiten]

  • Work (1995) durational Performance, bei der Gob Squad in einem Büro eine Woche von Zuschauern beobachtet wird.
  • 15 Minutes To Comply (1997) 15minütige Performance auf einem Bahnsteig einer U-Bahn-Station in Kassel. Entstanden im Rahmen der documenta X in Kassel. In Zusammenarbeit mit Stefan Pucher.
  • Close Enough to Kiss (1997) erste Performance in einem Theater in einer Art verspiegelten Glasbox.
  • Calling Laika - a secret meeting under the stars (1998) vom Theater am Turm in Frankfurt am Main produziertes Stück, bei dem aus 30 im Kreis geparkten Autos heraus, einer Art Séance abgehalten wird, in der die Performer versuchen Nachrichten ins All zu senden.
  • What Are You Looking At? (1998) durational Performance, bei der die Performer in einer verspiegelten Box eingeschlossen eine Party feiern.
  • Safe (1999) Gob Squads erste Bühnenshow, in der die Gruppe versucht eine Rockband zu sein.
  • Say It Like You Mean It (2000) Performance in der Gob Squad mit den Zuschauern zusammen den ersten Abend nach dem Weltuntergang verbringt.
  • The Great Outdoors (2001) eine Arbeit für das Podewil in Berlin, wo die Performer nacheinander die Bühne verlassen und über Handys und Video Nachrichten ins Theater schicken.
  • Room Service (Help Me Make It Through The Night) (2003) spielt in einem Hotel, in dem Gob Squad, alleine in ihren Zimmern, sich eine Nacht lang von Kameras beobachten lässt (entstanden als Koproduktion zwischen dem Theater Kampnagel in Hamburg und dem Podewil in Berlin).
  • Super Night Shot (2003), ein Video-Film der direkt nach seiner Entstehung auf der Straße im Theater gezeigt wird. Produziert von der Volksbühne Berlin
  • In diesem Kiez ist der Teufel eine Goldmine (2004) Gob Squads erster Versuch ein Theaterstück zu inszenieren, René Polleschs dritten Teil der Prater Saga. Statt selber den Text zu sprechen, castet Gob Squad live Passanten auf der Straße für die Hauptrollen. Ebenfalls von der Volksbühne Berlin produziert.
  • King Kong Club (2005) entstand in Koproduktion mit dem niederösterreichischen Donaufestival und dem Hebbel-Theater Berlin die Show, bei der die Zuschauer in Affenkostümen bei Dreharbeiten mitwirken und sich nachher den entstandenen Film angucken.
  • Me the Monster (2006) von der Volksbühne Berlin produziertes Stück, eine Art Reintegrations-Programm für Monster.
  • Gob Squad's Kitchen (You've never had it so good) (2007) in Koproduktion mit Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin, donaufestival, Nottingham Playhouse und Fierce!, Live-Film-Event auf den Spuren Andy Warhols und der 1960er Jahre.
  • Live Long and Prosper (2009) ein Film
  • Revolution Now! (2010) in Koproduktion mit dem Donaufestival Niederösterreich, Schauspiel Köln und Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.
  • Before Your Very Eyes (2011)
  • We Are Gob Squad and So Are You (Adventures In Remote Lecturing) (2012)
  • Dancing About (2013) in Koproduktion mit Volksbühne Berlin und Schauspiel Köln, ein aus mehreren Teilen und verschiedenen Tänzen bestehendes Stück aus Versatzstücken von Nachtclub, ritueller Zeremonie, Ausdruckstanz und Therapiesitzung
  • Western Society (2013)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Beim Theaterfestival Impulse 2009 in Düsseldorf gewann die Gruppe für ihr Stück Saving the World den Preis des Goethe-Instituts und damit Unterstützung für eine internationale Gastspieltour.

2012 wurde das Stück Gob Squad's Kitchen (You've Never Had It So Good) in New York City mit dem Drama Desk Award als "best unique theatrical experience" ausgezeichnet.

Mitglieder[Bearbeiten]

Ständige Mitglieder sind: Johanna Freiburg, Sean Patten, Berit Stumpf, Sarah Thom, Bastian Trost und Simon Will. Bis 2001 waren auch AlexandLiane - Liane Sommers und Alex Large bei Gob Squad. Außerdem haben folgende Künstler mit Gob Squad zusammengearbeitet: Stefan Pucher, Elyce Semenec, Miles Chalcraft, Laura Tonke, Till Müller-Klug, Nina Tecklenburg, Daniel Haaksman u.a..

Literatur[Bearbeiten]

  • The Making Of A Memory - 10 Jahre Gob Squad erinnert in Wort und Bild 2005 Synwolt Verlag Berlin ISBN 3-937065-06-7
  • Barker, Clive / Trussler, Simon: New Theatre Quarterly 62: Volume 16, Part 2, 2000
  • Burger, Julia Elisabeth: Rekonstruktion im Theater von Rimini Protokoll – der Moment der Erinnerung, Diplomarbeit, 2008
  • Dreysse, Miriam: Wohnzimmer, U-Bahnhöfe, Parkplätze und Selbstbespiegelungen. Zu den frühen Arbeiten von Gob Squad. In: Forum Modernes Theater. Hrsg. von Günter Ahrends et al., Heft 1/2006, Band 21, Tübingen 2006.
  • Evert, Kerstin: Verortung’ als Konzept: Rimini-Protokoll und Gob Squad. In: Klein, Gabriele; Sting, Wolfgang (Hg.): Performance. Positionen zur zeitgenössischen szenischen Kunst. Bielefeld 2005.
  • Fischer, Erika: The Transformative Power of Performance: A New Aesthetics, 2008
  • Förster, Sascha: Gob Squads Wege in der Stadt. Über die performative Erfahrung des städtischen Raums in den Arbeiten von Gob Squad. Theaterwissenschaftliche Magisterarbeit, FU Berlin 2007/2008
  • Freiburg, Johanna: Sprechende Räume sind banal. In: Zeichen 9. Räumungen. Von der Unverschämtheit, Theater für ein Medium der Zukunft zu halten. Hg. von / ed. by Ralph Hammerthaler und Elisabeth Schweeger. Berlin 1999, p. / S. 44-53
  • Gerstmeier, Joachim: Gob Squad. In: Dissimile. Prospektionen: Junge europäische Kunst. Hg. von / ed. by Ludger Hünnekens und Matthias Winzen. Baden-Baden 2002, p. / S. 60-65
  • Gob Squad & Aenne Quinones (Hg.): The Making of a Memory – 10 years remembered in words and pictures, Berlin 2005
  • Gob Squad im Gespräch mit Aenne Quinones: What do you want, certainty? In Pollesch, René: Prater Saga. Alexander Verlag, Berlin. 2005, S. 129 – 185
  • Gob Squad: Desire. In: 100 Jahre Hebbel-Theater. Angewandtes Theater-Lexikon nach Gustav Freytag. Hrsg. vom Hebbel am Ufer, Berlin 2008.
  • Göpel, Thilo: Theater auf Monitoren. Über das Zuschauer-Performer-Verhältnis bei zwei Performances von Gob Squad. Theaterwissenschaftliche Arbeit, FU Berlin 2003/2004
  • Goldberg, RoseLee: Performance: Live Art since the 60’s. London 1998, p. / S. 86
  • Govan/Normingto: Making A Performance. 2007, S. 173-188
  • Henne, Claudia: Learning by doing. Eine Forschungsreise durch das ‘Live.Performance.Art’ – Festival ‘Home & Away’ in Hannover In: Theater heute no. / Nr. 12, 12/1999, p. / S. 32-39
  • Hoffmann, Jens: Aperto Performance In: Flash Art. The World’s Leading Art Magazine. Vol. XXXIII no. / Nr. 214, 10/2000, p. / S. 49-51
  • i-D Magazine no. / Nr. 200, 08/2000, p. / S. 142-144
  • Klein, Gabriele im Gespräch mit Johanna Freiburg und Bastian Trost: Straßenszenen, Theaterorte. In: Klein, Gabriele (Hg.): Stadt. Szenen. Künstlerische Praktiken und theoretische Positionen. Wien 2005.
  • Kunstforum International Bd. 143/Jan.-Feb. 1999. p. / S. 294 + p. / S. 142-144
  • Lehmann, Hans-Thies: Postdramatisches Theater. Frankfurt am Main 1999, p. / S. 25 & 216f.
  • Matzke, Annemarie: Come in and look at my live: Selbst-Inszenierung als Versuchsaufbau” In: Forum Modernes Theater vol. / Band 17, issue / Heft 1 2002, p. / S. 19-27.
  • Matzke, Annemarie: Testen, Spielen, Tricksen, Scheitern. Formen szenischer Selbstinszenierung im zeitgenössischen Theater. Hildesheim, Zürich, New York 2005.
  • Matzke, Annemarie: Touristen, Passanten, Mitbewohner. Strategien des zeitgenössischen ‚Site-Specific-Theatre. In: Roesner, David; Wartemann, Geesche; Wortmann, Volker (Hg.): Szenische Orte – Mediale Räume. Hildesheim, Zürich, New York 2005.
  • Renfordt, Wilma: Künstlich vs. bzw. gleich authentisch? Zur Darstellung von Gefühlen in der Inszenierung Prater Saga 3. In diesem Kiez ist der Teufel eine Goldmine im Prater der Volksbühne Berlin (Text: René Pollesch, Inszenierung: Gob Squad), Theaterwissenschaftliche Arbeit FU Berlin, 2004
  • Schulz, Christoph / Gob Squad: Roomservice In: Schnitt. Das Filmmagazin Nr. 32 Herbst 2003, p. / S. 20f
  • Stumpf, Berit und Patten, Sean: Live is Life’. Berit Stumpf und Sean Patten im Gespräch mit Kathrin Tiedemann. In: TheaterKulturVision. Arbeitsbuch von Theater der Zeit. Ed. by / hg. von Therese Hörnigk, Bettina Masuch, Frank M. Raddatz. Berlin 1998, p. / S. 34-38
  • Tecklenburg, Nina: A Story of Gob Squad. In: TDR Summer 2012, Vol. 56, No. 2.
  • The Gob Squad interviewed by exUrban Festival crew. In: Frakcija, Performing Arts Journal, no. / Nr. 33/34. Winter 2004/2005
  • Wesemann, Arnd: Braucht der Tanz die Kunst? Und wie fruchtbar ist das Crossover zwischen Tanz und Bildender Kunst wirklich? In: ballettanz 01/1999, p. / S. 26-33

Weblinks[Bearbeiten]