Grand-Ethiopian-Renaissance-Talsperre

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Grand-Ethiopian-Renaissance-Talsperre

BW

Lage: Benishangul-Gumuz
Zuflüsse: Blauer Nil
Abflüsse: Blauer Nil
Größere Städte in der Nähe: Guba
Grand-Ethiopian-Renaissance-Talsperre (Äthiopien)
Grand-Ethiopian-Renaissance-Talsperre
Koordinaten 11° 12′ 51″ N, 35° 5′ 35″ O11.21416666666735.093055555556Koordinaten: 11° 12′ 51″ N, 35° 5′ 35″ O
Daten zum Bauwerk
Sperrentyp: RCC-Gewichtsstaumauer
Bauzeit: 2011-2017
Höhe des Absperrbauwerks: 145 m
Kronenlänge: 1800 m
Kraftwerksleistung: 5250 MW
Betreiber: Ethiopian Electric Power Corp
Daten zum Stausee
Wasseroberfläche 1680 km²[1]dep1
Speicherraum 63.000 Mio m³

Die Grand-Ethiopian-Renaissance-Talsperre, vorher bekannt als Millennium-Talsperre und manchmal auch bezeichnet als Hidase-Talsperre, ist ein in Bau befindliches Talsperrenprojekt mit einer Gewichtsstaumauer am Blauen Nil, das derzeit etwa 40 km östlich der sudanesischen Grenze in der äthiopischen Region Benishangul-Gumuz gebaut wird.[2] Mit 5250 Megawatt wird das angeschlossene Wasserkraftwerk das größte Afrikas sein, wenn es fertiggestellt ist.[3] Das Reservoir wird mit 63 Milliarden Kubikmetern eines der größten des Kontinents sein.[4]

Hintergrund[Bearbeiten]

Am 31. März 2011, einen Tag nachdem das Projekt öffentlich gemacht wurde, wurde ohne Ausschreibung ein Vertrag über 4,8 Milliarden US $ mit Salini Costruttori abgeschlossen und der Grundstein für die Talsperre am 2. April 2011 vom äthiopischen Premierminister Meles Zenawi gelegt.[5] Eine Felsbrechanlage und ein kleiner Flugplatz wurden gebaut. [6] Es wird erwartet, dass die Bauarbeiten 44 Monate dauern, bevor zwei der Generatoren in Betrieb gehen.[7] Ägypten, das flussabwärts liegt, opponiert gegen die Talsperre, die seiner Meinung nach die Wassermenge reduzieren wird, die es vom Nil bekommt.[8] Zenawi argumentiert, basierend auf einer ungenannten Studie, dass die Talsperre die Verfügbarkeit des Wassers im Unterlauf nicht reduzieren wird und das Wasser für die Bewässerung sogar regulieren werde.[7] Im Mai 2011 wurde angekündigt, dass Äthiopien die Blaupausen für die Talsperre Ägypten übergeben werde, so dass die Auswirkungen auf den Unterlauf abschätzbar sein würden.[9]

Die Talsperre hatte zuerst den Namen „Projekt X“, und nachdem der Vertrag bekanntgegeben war, wurde sie „Millennium-Talsperre“ genannt.[10] Am 15. April 2011 benannte sie der Ministerrat in "Grand Ethiopian Renaissance Dam" um.[11]

Planung[Bearbeiten]

Das Bauwerk wird aus einer 145 Meter hohen und 1800 Meter langen Gewichtsstaumauer aus Walzbeton sowie zwei Krafthäusern an beiden Seiten der Hochwasserentlastung bestehen. Das rechtsseitige Kraftwerk bekommt zehn 350-Megawatt-Francis-Turbinen-Generatoren und das linke fünf. Als Nebenbauwerk wird ein 5 Kilometer langer und 50 Meter hoher Seitendamm gebaut.[4] Der Stausee wird einen Speicherraum von 63.000 (nach abweichenden Abgaben 62.000 oder 67.000) Millionen Kubikmetern haben.[5] Die ersten Turbinen sollen im September 2014 in Betrieb gehen, die pro Jahr erzeugte Strommenge soll 15.000 Gigawattstunden betragen.

Kosten und Finanzierung[Bearbeiten]

Die äthiopische Regierung will die gesamten Kosten für die Talsperre selbst tragen. Sie hat Anleihen für Äthiopier im Inland und im Ausland herausgegeben.[7] Die Turbinen und die übrige elektrische Ausstattung für etwa 1,8 Milliarden US$ sollen Berichten zufolge von chinesischen Banken finanziert werden. Das würde bedeuten, dass 3 Milliarden US$ von der äthiopischen Regierung auf andere Art finanziert werden müssten. [12] Die geschätzten 4,8 Milliarden US$ Baukosten, offensichtlich ohne die Kosten für die Übertragungsleitungen, bedeuten mehr als 15 % des äthiopischen Bruttosozialprodukts von 31 Milliarden US$ im Jahr 2009.

Nutzen[Bearbeiten]

Der Hauptnutzen der Talsperre wird die Energieproduktion aus Wasserkraft sein. Die im Wasserkraftwerk erzeugte Elektrizität soll in Äthiopien und den Nachbarstaaten einschließlich Sudan und möglicherweise Ägypten verkauft werden. Der Verkauf des Stroms würde den Bau von starken Übertragungsleitungen zu den Verbrauchszentren wie der äthiopischen Hauptstadt Addis Ababa und der sudanesischen Hauptstadt Khartum erfordern, die beide mehr als 400 km entfernt liegen. Dies käme zu der Elektrizität hinzu, die in anderen großen Wasserkraftwerken erzeugt werden wird, die zurzeit in Äthiopien in Bau sind, wie zum Beispiel Gilgel Gibe III.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. About Grand Ethiopian Renaissance Dam
  2. Ethiopia’s biggest dam to help neighbours solve power problem, News One aufgerufen am ?. Juli 2011
  3. Ethiopia lays foundation for Africa’s biggest dam, aufgerufen am 6. Juli 2011, ERTA News vom 2. April 2011
  4. a b Salini will build the biggest dam in Africa, Salini Costruttori, 31. März 2011, aufgerufen am 6. Juli 2011
  5. a b Ethiopia Launched Grand Millennium Dam Project, the Biggest in Africa, Ethiopian News, 2. April 2011, aufgerufen am 17. April 2011
  6. Pawlos Belete, Great Millennium Dam moves Ethiopia, Capital Ethiopia, aufgerufen am 19. April 2011
  7. a b c Meles Launches Millennium Dam Construction on Nile River, New Business Ethiopia, 2. April 2011, aufgerufen am 19. April 2011
  8. Egypt Stays Opposed to Ethiopia’s Grand Millennium Dam Project, EZega, 11. April 2011, aufgerufen am 19. April 2011
  9. Egypt approves of Ethiopia’s Renaissance Dam in principle, Ethiopia News, 16. Mai 2011, aufgerufen am 29. Mai 2011
  10. A Nation Rallies Behind a Cause, Grand Millennium Dam, aufgerufen am 29. Mai 2011
  11. Council of Ministers Approves Regulation Establishing Council on Grand Dam, Ethiopian Government, 16 April 2011, aufgerufen am 29. Mai 2011
  12. The River Nile: A dam nuisance. Egypt and Ethiopia quarrel over water, The Economist, 20. April 2011, aufgerufen am 24. April 2011

Weblinks[Bearbeiten]