Afrikanische Union

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Afrikanische Union
AU

Emblem der Afrikanischen Union

Flagge der Afrikanischen Union

Mitgliedstaaten
Englische Bezeichnung African Union
Französische Bezeichnung Union africaine
Organisationsart Regionale Kooperation
Sitz der Organe
Vorsitz Mohamed Ould Abdel Aziz
(jährlich wechselnd)
Generalsekretär Nkosazana Dlamini-Zuma (Vorsitzende der Kommission)
Mitgliedstaaten 54
Amts- und Arbeitssprachen
Fläche 29.177.755 km²
Einwohnerzahl 960 Millionen (2009)[1]
Bevölkerungsdichte 32,5 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • 1.971 Mrd. US$ (2013, Schätzung, nominal)
  • 2.538 Mrd. US$ (2008, KKS)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner
  • 1.503 US$ (2008, nominal)
  • 2.622 US$ (2008, KKS)
Gründung
  • 25. Mai 1963 (als OAU)
  • 9. Juli 2002 (als AU)
Währungen

unterschiedliche Währungen, Einheitswährung Afro geplant

Hymne Let Us All Unite and Celebrate Together
Zeitzone UTC−1 bis UTC+4
Tochterorganisationen
  • Afrikanischer Gerichtshof für Menschenrechte und die Rechte der Völker(ACHPR)
  • Afrikanische Friedens- und Sicherheitsarchitektur (APSA)
  • AU-Kommission (AUC)
  • AU-Sicherheitsrat (PSC)
  • AU-Vertretungsausschuss (PRC)
  • AU-Wirtschafts-, Sozial- und Kulturrat (ECOSOCC)
  • AU-Wasserministerrat (AMCOW)
  • Afrikanische Zentralbank (ACB)
  • Afrikanischer Währungsfonds (AMF)
  • Afrikanische Investmentbank (AIB)
  • Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD)
www.au.int
Farbe entspricht dem jeweiligen Beitrittsjahr zur OAU, der Vorgängerorganisation der AU, bzw. zur AU

Die Afrikanische Union (arabisch ‏الاتحاد الأفريقي‎, englisch African Union, französisch Union africaine, portugiesisch União Africana)[2] ist eine Internationale Organisation, die 2002 die Nachfolge der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) angetreten hat und sich für Kooperation auf allen Gebieten einsetzen soll. Geplant ist unter anderem ein Afrikanischer Gerichtshof. Sitz der Organisation ist Addis Abeba (Äthiopien). Mitgliedstaaten der AU sind alle international allgemein anerkannten Staaten Afrikas außer Marokko, aber einschließlich Westsaharas.

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten]

Die Afrikanische Union ist ein Zusammenschluss von anfangs 53 afrikanischen Staaten (Westsahara ist Mitglied der Afrikanischen Union, sein völkerrechtlicher Status allerdings umstritten). Die Organisation wurde durch die förmliche Verabschiedung einer Gründungsabsichtserklärung auf der 4. OAU-Sondersitzung am 9. September 1999 im libyschen Sirte geschaffen. Das diesem Beschluss zugrundeliegende Dokument wird Sirte-Deklaration genannt.[3] In Lomé (Togo) beschlossen die Vertreter des 36. turnusgemäßen Gipfeltreffens am 11. Juli 2000 das Gründungsstatut (Constitutive Act of the African Union) der Afrikanischen Union.[4]

Der Maßnahmeplan des Übergangs zur neuen Organisation, definiert für den Zeitraum vom 11. Juli 2001 bis zum 10. Juli 2002, war ein Beschluss des Gipfeltreffens vom Juli 2001 in Lusaka (Sambia).[5] Mit dem gemeinsamen Gipfeltreffen (First Ordinary Session of the Assembly of Heads of State and Government of the AU) der Staatsoberhäupter in der Afrikanischen Union und der African Economic Community zwischen dem 9. und 11. Juli 2002 im südafrikanischen Durban nahm die Afrikanische Union ihre reguläre Arbeit auf.[6][4]

Die Afrikanische Union löste nach Willen der Unterzeichnerstaaten die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) ab und wurde mit mehr Kompetenzen als diese ausgestattet. Die Verträge, die die Auflösung der am 25. Mai 1963 gegründeten OAU beinhalten, waren zuvor schon von 45 der 54 Staaten ratifiziert worden. Marokko, das wegen des Konfliktes um die Demokratische Arabische Republik Sahara 1984 aus der Vorgängerorganisation OAU ausgetreten war, ist an einer Mitgliedschaft in der Afrikanischen Union zurzeit nicht interessiert.

Die Initiative zur Gründung der neuen Afrikanischen Union geht auf den libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi zurück. Er war vehement für die Idee einer Union eingetreten und hatte mit großem finanziellen Aufwand bei den afrikanischen Staatschefs dafür geworben. Der Gründungsvertrag der Afrikanischen Union (Constitutive Act) orientiert sich vor allem am Vorbild der Europäischen Union.[7] Weitere Gründungsakte enthalten unter anderem Erklärungen zur Achtung der Menschenrechte und zur Souveränität der Mitgliedstaaten, aber auch einen Absatz zum Eingreifen der Union in Mitgliedstaaten unter bestimmten Voraussetzungen. Artikel 30 des Gründungsvertrags knüpft an die innerstaatliche Legitimität der Staatsgewalt der Mitgliedstaaten an. Demnach sollen Regierungen, die verfassungswidrig an die Macht gekommen sind, von der Teilnahme an Aktivitäten der Afrikanischen Union ausgeschlossen werden.

Gemäß Art. 33 Abs. 1 des Gründungsvertrags ging zudem die Afrikanische Wirtschaftsgemeinschaft in der AU auf.

Organe und Organisationen[Bearbeiten]

Sitz der AU in Addis Abeba

Die Organe der Union sind in Artikel 5 der Gründungsakte aufgezählt und werden in weiteren Artikeln näher bestimmt. Neben den ausdrücklich genannten Organen – Unionsversammlung als oberstes Organ (Art. 6 ff.), Exekutivrat (Art. 10 ff.), Panafrikanisches Parlament (Art. 17), Gerichtshof (Art. 18), Kommission (Art. 20), ständiger Vertretungsausschuss (Art. 21), sieben spezielle Ausschüsse für Technik (Art. 14 f.), Wirtschafts-, Sozial- und Kulturrat (Art. 22) sowie die drei Finanzinstitutionen Afrikanische Zentralbank, Afrikanischer Währungsfonds und Afrikanische Investmentbank (Art. 19) – wird der Generalversammlung die Errichtung weiterer Organe vorbehalten.

Ergänzend gelten die Bestimmungen des Vertrages zur Gründung der Afrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft, so etwa Art. 18 in Bezug auf den Gerichtshof.

Der erste Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, der bisherige Generalsekretär der OAU und frühere Außenminister der Elfenbeinküste Amara Essy, wurde bei dem Gipfeltreffen in Lusaka (Sambia) in sein Amt gewählt.

Im Februar 2003 einigte sich die AU auf die Errichtung einer African Standby Force (ASF) und einen AU-Sicherheitsrat nach Vorbild der Vereinten Nationen mit Interventionsrecht, welcher am 25. Mai 2004 offiziell eingerichtet wurde. 2008 kam die ASF auf den Komoren zum Einsatz.

Im März 2004 wurde die erste Sitzung des Panafrikanischen Parlaments innerhalb der AU feierlich eröffnet. Erste Parlamentspräsidentin ist Gertrude Mongella aus Tansania. Das AU-Parlament hat beratende Funktion und hat seinen Sitz in der südafrikanischen Stadt Midrand, wo am 16. September 2004 auch die erste Arbeitssitzung stattfand.

Seit Dezember 2004 engagierte sich die AU drei Jahre lang mit der friedensüberwachenden Mission AMIS bzw. seit Dezember 2007 mit der UNAMID (gemeinsam mit den Vereinten Nationen) in der Krisenregion Darfur im Sudan.

Das wirtschaftliche Entwicklungsprogramm wird in der AU über die NEPAD geleitet. Die Afrikanische Union nutzt das Programm African Peer Review Mechanism zur gegenseitigen Evaluation der Qualität des Regierungshandelns.

Mitglieder der AU[Bearbeiten]

Mitgliedschaften der einzelnen Staaten

Durch die europäisch-koloniale Vergangenheit Afrikas werden in den meisten Mitgliedstaaten neben den traditionell verwendeten auch eine oder mehrere europäische Verkehrssprachen verwendet. Am verbreitetsten sind diesbezüglich Französisch (vor allem im Norden und Westen) und Englisch (vor allem im Osten und Süden), die auch als Arbeitssprachen der AU fungieren. Die größte Volkswirtschaft Afrikas ist Südafrika, die zusammen mit denen Nigerias, Ägyptens, Algeriens und Libyens knapp zwei Drittel des gesamten AU-Bruttoinlandsprodukts (Bruttoregionalprodukt) generiert. Die Bevölkerungen der Mitgliedsländer sind in ihrer Größe sehr unterschiedlich. Nigeria besitzt den höchsten Anteil an ihrer Gesamtzahl, gefolgt von Äthiopien, Ägypten, Kongo (Dem. Rep.) und Südafrika. Bis 2025 werden voraussichtlich 1,5 Mrd. Menschen auf dem Kontinent leben und bis 2050 noch einmal doppelt so viele. Die Lebenserwartung lag 2013 bei nur 59 Jahren und ist damit im globalen Vergleich sehr niedrig. Dementsprechend war der Anteil der über 60-Jährigen mit 4 % gering, wohingegen 41 % der Bevölkerung zu den unter 15-Jährigen zählten.[8]

Staat Hauptstadt Bevölkerung  % Fläche (km²)  % BIP[9] (Mio. USD)  %a Amtssprache
Flagge der afrikanischen Union Afrikanische Union Addis Abeba 931.955.311 100,00 30.093.154 100,00 1.970.594 100,00
AgyptenÄgypten Ägypten Kairo 80.000.000 8,85 1.001.449 3,33 262.030 9,99 Arabisch
AlgerienAlgerien Algerien Algier 32.000.000 3,43 2.381.741 7,91 131.568 10,28 Arabisch
AngolaAngola Angola Luanda 12.127.100 1,30 1.246.700 4,14 61.356 4,79 Portugiesisch
ÄquatorialguineaÄquatorialguinea Äquatorialguinea Malabo 501.000 0,05 28.051 0,09 17.080 0,82 Spanisch, Französisch
AthiopienÄthiopien Äthiopien Addis Abeba 88.000.000 8,98 1.127.127 3,75 47.335 1,52 Amharisch
BeninBenin Benin Porto Novo 8.532.000 0,92 112.620 0,37 8.359 0,42 Französisch
BotswanaBotswana Botswana Gaborone 1.640.150 0,18 582.000 1,93 15.532 0,96 Englisch, Setswana
Burkina FasoBurkina Faso Burkina Faso Ouagadougou 13.730.258 1,47 274.200 0,91 12.126 0,55 Französisch
BurundiBurundi Burundi Bujumbura 8.390.505 0,90 27.834 0,09 2.676 0,08 Französisch, Kirundi
DschibutiDschibuti Dschibuti Dschibuti 496.374 0,05 23.200 0,08 1.459 0,07 Arabisch, Französisch
ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste Yamoussoukro 18.700.000 2,01 322.461 1,07 28.284 1,53 Französisch
EritreaEritrea Eritrea Asmara 4.786.994 0,51 121.144 0,40 3.438 0,10 Arabisch, Tigrinya
GabunGabun Gabun Libreville 1.424.906 0,15 267.667 0,89 19.965 0,88 Französisch
GambiaGambia Gambia Banjul 1.546.400 0,17 11.295 0,04 896 0,05 Englisch
GhanaGhana Ghana Accra 22.409.572 2,40 238.537 0,79 45.546 1,16 Englisch
GuineaGuinea Guinea Conakry 9.690.222 1,04 245.857 0,82 6.544 0,37 Französisch
Guinea-BissauGuinea-Bissau Guinea-Bissau Bissau 1.442.029 0,15 36.125 0,12 880 0,03 Portugiesisch
KamerunKamerun Kamerun Yaoundé 18.467.692 1,98 475.442 1,58 27.883 1,61 Englisch, Französisch
Kap VerdeKap Verde Kap Verde Praia 426.998 0,05 4.033 0,01 1.955 0,11 Portugiesisch
KeniaKenia Kenia Nairobi 37.953.838 4,07 582.646 1,94 29.299 2,29 Englisch, Swahili
KomorenKomoren Komoren Moroni 614.000 0,07 1.862 0,01 658 0,03 Arabisch, Französisch, Komorisch
Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo Kinshasa 66.514.506 7,14 2.345.410 7,79 18.556 0,79 Französisch
Kongo RepublikRepublik Kongo Republik Kongo Brazzaville 3.900.000 0,42 342.000 1,14 14.253 0,60 Französisch
LesothoLesotho Lesotho Maseru 2.128.180 0,23 30.355 0,10 2.457 0,13 Englisch, Sesotho
LiberiaLiberia Liberia Monrovia 3.390.635 0,36 111.370 0,37 1.977 0,06 Englisch
LibyenLibyen Libyen Tripolis 6.173.579 0,66 1.775.500 5,90 70.924 4,46 Arabisch
MadagaskarMadagaskar Madagaskar Antananarivo 19.400.000 2,08 587.041 1,95 7.322 0,57 Französisch, Malagasy
MalawiMalawi Malawi Lilongwe 12.900.000 1,38 118.480 0,39 3.683 0,28 Chichewa, Englisch
MaliMali Mali Bamako 12.300.000 1,32 1.240.192 4,12 11.370 0,53 Französisch
MauretanienMauretanien Mauretanien Nouakchott 3.069.000 0,33 1.030.700 3,43 4.183 0,22 Arabisch
MauritiusMauritius Mauritius Port Louis 1.250.000 0,13 2.040 0,01 11.899 0,54 Englisch
MosambikMosambik Mosambik Maputo 20.300.000 2,18 801.590 2,66 14.669 0,59 Portugiesisch
NamibiaNamibia Namibia Windhoek 1.900.000 0,20 824.292 2,74 12.296 0,58 Englisch
NigerNiger Niger Niamey 13.000.000 1,39 1.267.000 4,21 7.304 0,33 Französisch
NigeriaNigeria Nigeria Abuja 140.003.542 15,02 923.768 3,07 292.028 13,03 Englisch
RuandaRuanda Ruanda Kigali 8.882.000 0,95 26.338 0,09 7.700 0,26 Englisch, Französisch, Kinyarwanda
SambiaSambia Sambia Lusaka 11.300.000 1,21 752.614 2,50 22.239 0,87 Englisch
Sao Tome und PrincipeSão Tomé und Príncipe São Tomé und Príncipe São Tomé 187.410 0,02 1.001 0,00 311 0,01 Portugiesisch
SenegalSenegal Senegal Dakar 12.853.259 1,38 197.722 0,66 15.355 0,87 Französisch
SeychellenSeychellen Seychellen Victoria 84.600 0,01 455 0,00 1.271 0,06 Englisch, Französisch, Seychellenkreol
Sierra LeoneSierra Leone Sierra Leone Freetown 5.226.221 0,56 71.740 0,24 4.607 0,13 Englisch
SimbabweSimbabwe Simbabwe Harare 11.750.000 1,26 390.757 1,30 10.482 0,05 Chewa, Chibarwe, Englisch, Kalanga, Koisan, Nambya, Ndau, Ndebele, Shangani, Sotho, Shona, Tonga, Tswana, Venda, Xhosa
SomaliaSomalia Somaliab Mogadischu 12.000.000 1,29 637.657 2,12 2.483 0,19 Arabisch, Somali
SudafrikaSüdafrika Südafrika Pretoria 47.850.700 5,13 1.219.912 4,05 353.911 22,08 Afrikaans, Englisch, Süd-Ndebele, isiXhosa, isiZulu, Nord-Sotho, Sesotho, Setswana, Siswati, Tshivenda, Xitsonga
SudanSudan Sudan Khartum 35.680.000 3,82 1.886.068 6,26 52.498
(ohne Südsudan)
3,61
(mit Südsudan)
Arabisch, Englisch
Sudan SudSüdsudan Südsudan Juba 8.270.000 619.745 11.772 Englisch
SwasilandSwasiland Swasiland Mbabane 1.100.000 0,12 17.363 0,06 3.807 0,23 Englisch, Siswati
TansaniaTansania Tansania Dodoma 36.766.356 3,95 945.087 3,14 31.940 1,26 Englisch, Swahili
TogoTogo Togo Lomé 5.858.673 0,63 56.785 0,19 4.299 0,20 Französisch
TschadTschad Tschad N’Djamena 7.600.000 0,82 1.284.000 4,27 13.589 0,55 Arabisch, Französisch
TunesienTunesien Tunesien Tunis 10.276.158 1,10 163.610 0,54 48.379 2,74 Arabisch
UgandaUganda Uganda Kampala 31.367.972 3,37 241.040 0,80 22.602 0,88 Englisch, Swahili
WestsaharaWestsahara Westsaharac El Aaiún (de jure) 405.210 0,05 266.000 0,9 Arabisch
Zentralafrikanische RepublikZentralafrikanische Republik Zentralafrikanische Republik
(Mitgliedschaft suspendiert)
Bangui 3.742.482 0,40 622.984 2,07 2.050 0,13 Französisch, Sango
MarokkoMarokko Marokkod Rabat 32.950.000 - 446.550 - 104.799 - Arabisch, Tamazight

a Anteil am BIP von 2009.
b Aufgrund des anhaltenden Bürgerkrieges sind Daten aus Somalia grob geschätzt.
c Anders als die AU als Ganzes erkennen die meisten Mitgliedstaaten die Republik nicht an (nur 19 AU-Staaten erkennen sie an, 17 weitere haben eine frühere Anerkennung zurückgezogen).
Das von einer Exilregierung in Algerien beanspruchte Staatsgebiet steht fast vollständig unter der Kontrolle Marokkos.
d Wird zum Vergleich aufgeführt.

Suspendierte Mitglieder[Bearbeiten]

Mitgliedstaaten (grün), derzeit suspendierte Mitglieder (hellgrün) und Nichtmitglieder (grau)

Aufgrund des Militärputsches in Mauretanien wurde dieser Mitgliedstaat am 5. August 2005 „bis zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung“ vorübergehend aus der AU ausgeschlossen, 2007 aber zunächst rehabilitiert. Nach einem weiteren Militärputsch am 6. August 2008 beschloss die AU, erneut Vorbereitungen für die Suspendierung der Mitgliedschaft des Landes zu treffen.

Im Dezember 2008 wurde auch Guineas Mitgliedschaft wegen eines Militärputsches suspendiert. Diese Suspendierung wurde im Dezember 2010 aufgehoben, da das Land wieder zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückgekehrt sei.[10]

Madagaskar wurde nach dem Umsturz 2009 suspendiert.[11] Die Afrikanische Union nahm Madagaskar nach neuen Wahlen am 28. Januar 2014 wieder als vollwertiges Mitglied auf. [12]

Im November 2009 berief Eritrea seinen Botschafter bei der AU ab. Im Mai desselben Jahres hatte die AU Sanktionen gegen Eritrea wegen dessen Unterstützung für Islamisten in Somalia gefordert.[13][14]

Am 20. Februar 2010 wurde Niger wegen des Militärputsches suspendiert.[15] Nach der Durchführung von Parlamentswahlen und der Wahl von Mahamadou Issoufou zum neuen Präsidenten Anfang 2011 hob die AU die Suspendierung im März 2011 wieder auf.[16]

Nach den Präsidentschaftswahlen in der Elfenbeinküste 2010 wurde die Mitgliedschaft der Elfenbeinküste ausgesetzt, solange Laurent Gbagbo die Präsidentschaft nicht an Alassane Ouattara übergäbe.[17]

Nach dem malischen Staatsstreich 2012 wurde Mali für einige Monate suspendiert.

Nach dem Putsch am 24. März 2013 wurde die Zentralafrikanische Republik am 25. März suspendiert. [18]

Nach dem ägyptischen Militärputsch 2013 wurde Ägypten am 5. Juli suspendiert. Bei Reetablierung „der verfassungsmäßigen Ordnung“ kann es wieder aufgenommen werden.[19]

Nichtmitglied[Bearbeiten]

Mitgliedschaftsanträge[Bearbeiten]

  • SomalilandSomaliland Somaliland, das sich 1991 von Somalia ohne internationale Anerkennung für unabhängig erklärte, hat 2005 einen Mitgliedschaftsantrag gestellt, der zunächst nicht bearbeitet wurde.[20]

Erklärung über die Afrikanische Souveränität[Bearbeiten]

Im Mai 2004 verkündete die AU-Kommission einen Strategieplan, in dem erstmals die Übergabe europäischer Überseegebiete an afrikanische Staaten gefordert wurde.[21]

Abhängige und unabhängige Gebiete Afrikas
Gebiet Mutterland beansprucht von
Azoren PortugalPortugal Portugal MarokkoMarokko Marokko
Madeira PortugalPortugal Portugal MarokkoMarokko Marokko
Kanarische Inseln SpanienSpanien Spanien MarokkoMarokko Marokko
Ceuta und Melilla und andere Plazas de soberanía SpanienSpanien Spanien MarokkoMarokko Marokko
Mayotte FrankreichFrankreich Frankreich KomorenKomoren Komoren
Réunion FrankreichFrankreich Frankreich MauritiusMauritius Mauritius
Britisches Territorium im Indischen Ozean Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich MauritiusMauritius Mauritius und SeychellenSeychellen Seychellen
St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich unbeansprucht

Präsidenten der Afrikanischen Union[Bearbeiten]

Muammar al-Gaddafi (rechts), führender Initiator der AU, zusammen mit Jakaya Kikwete (links) auf dem 12. AU-Gipfeltreffen (2009)
Amtszeit Präsident/in Mitgliedstaat
Juli 2002 – Juli 2003 Thabo Mbeki SudafrikaSüdafrika Südafrika
Juli 2003 – Juli 2004 Joaquim Alberto Chissano MosambikMosambik Mosambik
Juli 2004 – Januar 2006 Olusegun Obasanjo NigeriaNigeria Nigeria
Januar 2006 – Januar 2007 Denis Sassou-Nguesso Kongo RepublikRepublik Kongo Republik Kongo
Januar 2007 – Februar 2008 John Agyekum Kufuor GhanaGhana Ghana
Februar 2008 – Januar 2009 Jakaya Kikwete TansaniaTansania Tansania
Februar 2009 – Januar 2010 Muammar al-Gaddafi LibyenLibyen Libyen
Januar 2010 – Januar 2011 Bingu wa Mutharika MalawiMalawi Malawi
Januar 2011 – Januar 2012 Teodoro Obiang Nguema Mbasogo ÄquatorialguineaÄquatorialguinea Äquatorialguinea
Januar 2012 – Januar 2013 Boni Yayi BeninBenin Benin
Januar 2013 – Januar 2014 Hailemariam Desalegn AthiopienÄthiopien Äthiopien
seit 30. Januar 2014 Mohamed Ould Abdel Aziz MauretanienMauretanien Mauretanien

Vorsitzende der Kommission[Bearbeiten]

Amtszeit Vorsitzende/r[22] Mitgliedstaat
2002–2003 Amara Essy (Interim) ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste
2003–2008 Alpha Oumar Konaré MaliMali Mali
2008–2012 Jean Ping GabunGabun Gabun
seit 2012 Nkosazana Dlamini-Zuma SudafrikaSüdafrika Südafrika

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Yassin El-Ayouty (Hrsg.): The Organization of African Unity After Thirty Years. Westport/New York 1994.
  • Christof Hartmann: Demokratie als Leitbild der afrikanischen Staatengemeinschaft? Zur Theorie und Praxis demokratischer Schutzklauseln in der Afrikanischen Union. In: Verfassung und Recht in Übersee (VRÜ). 38. Jahrgang, 2005, ISSN 0506-7286, S. 201–220.
  • Christof Heyns, Evarist Baimu, Magnus Killander: The African Union. In: German Yearbook of International Law. Band 46, 2004, S. 252–283.
  • Konstantinos D. Magliveras, Gino J. Naldi: The African Union – A New Dawn for Africa? In: International and Comparative Law Quarterly. Band 51, 2002, S. 415–425.
  • Peter Meyns: Von der OAU zur „Afrikanischen Union“. Khadafis Engagement für die afrikanische Einheit. In: Internationale Politik. Heft 11/2001, S. 45–52.
  • Désiré Nzisabira: Von der Organisation der Afrikanischen Einheit zur Afrikanischen Union. Hamburg 2006.
  • Corinne A. A. Packer, Donald Rukare: The New African Union and Its Constitutive Act. In: American Journal of International Law. Band 96, 2002, S. 365–379.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Afrikanische Union – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Afrikanische Union – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DSW-Datenreport 2009
  2. Constitutive Act of the African Union
  3. Sirte declaration. auf www.au2002.gov.za
  4. a b Transition from the OAU to the African Union. auf www.au2002.gov.za
  5. Lusaka Summit, Juli 2001: Decision on the Implementation of the Sirte Summit Decision on the AU (PDF; 286 kB)
  6. African Union: AU in a Nutshell. auf www.au.int (abgerufen am 22. September 2013)
  7. Magliveras/Naldi (siehe unten unter Literatur), ICLQ 2002, S. 415.
  8. Länderdatenbank zur Weltbevölkerung, Zugriff am 28. Februar 2014
  9. Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt, Schätzung 2013, Zugriff am 27. Februar 2014
  10. African Union Suspends Ivory Coast, Reinstates Guinea, In: Voice of America News. 9. Dezember 2010.
  11. Pressure grows on Madagascar coup. In: BBC News. 20. März 2009
  12. http://www.neues-deutschland.de/artikel/922170.madagaskar-wieder-in-der-afrikanischen-union.html
  13. Eritrea breaks with African Union. In: afrol.com. 20. November 2009
  14. AU calls for sanctions on Eritrea. In: BBC News. 23. Mai 2009
  15. AU suspendiert Niger. sueddeutsche.de, 20. Februar 2010
  16. Beschluss des Friedens- und Sicherheitsrates der AU vom 16. März 2011 auf der Website der AU (englisch, französisch). Abgerufen am 6. November 2011.
  17. African Union suspends Ivory Coast over disputed poll. In: BBC News. 9. Dezember 2010
  18. African Union suspends Central African Republic after coup In: latimes.com. 25. März 2013
  19. Afrikanische Union wirft Ägypten raus. In: kleinezeitung.at. 5. Juli 2013
  20. Somaliland disappointed with African Union. In: afrol News. 3. Mai 2006
  21. Voir l’annexe 3 Site de l’Union africaine (französisch; PDF; 432 kB)
  22. AU, in: rulers.org

9.000833333333338.741944444444Koordinaten: 9° 0′ 3″ N, 38° 44′ 31″ O