Green New Deal

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Der Begriff Green New Deal bezeichnet Konzepte für eine ökologische Wende des Kapitalismus. Dabei werden insbesondere arbeits- und wirtschaftspolitische Maßnahmen kombiniert mit einem ökologischen Umbau der Industriegesellschaft. Durch die seit 2007 eingetretene Wirtschafts- und Finanzkrise haben diese Konzepte an Bedeutung gewonnen.

Ursprünge[Bearbeiten]

Green New Deal nimmt den von der Regierung Franklin D. Roosevelts geprägten Begriff New Deal auf, mit dem diese auf die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre reagierte. Ursprünglich bedeutet der aus dem Kartenspiel kommende Begriff „new deal“, dass die Karten neu verteilt werden, d.h. dass ein Neuanfang stattfindet. Bei „Green New Deal“ wird dies erweitert um das Projekt einer ökologischen Wende der Industriegesellschaft.

Benutzt wurde der Begriff in zwei Aufsätzen des angesehenen Journalisten Thomas L. Friedman, die 2007 in der New York Times erschienen.[1][2] Anschließend wurde das Konzept von der Green New Deal Group aufgegriffen,[3] deren Bericht am 21. Juli 2008 erschien.[4]

Zu einer weiten Verbreitung des Begriffs und Konzepts trug das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) bei. Am 22. Oktober 2008 kündigte der Direktor des UNEP Achim Steiner die Initiative Global Green New Deal an. Die Vorstellung dabei ist, verstärkt Arbeitsplätze in „grünen“ Industrien zu schaffen, dadurch die Wirtschaft anzukurbeln und gleichzeitig den Klimawandel zu bremsen.[5]

In Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland haben vor allem Bündnis 90/Die Grünen Begriff und Konzept aufgenommen.[6][7][8][9] Neben Ökologen unterstützen aber auch eine Reihe von Wirtschaftswissenschaflern sowie Politiker anderer Parteien diesen Ansatz, da sie darin eine Stärkung des Standorts Deutschland sehen.[10] In dem vom Worldwatch Institute und der Bündnis 90/Die Grünen nahestehenden Heinrich-Böll-Stiftung herausgegebenen Strategiepapier Auf dem Weg zu einem Green New Deal haben Hilary French, Michael Renner und Gary Gardner versucht, nationale und internationale Ansätze für einen solchen grundlegenden Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft zu verfeinern.[11]

Grundsätzliche Kritik der bestehenden Konzepte des Green New Deal ist u.a. von der Bundestagsabgeordneten Yvonne Ploetz (Die Linke) formuliert worden, wobei sie ihn „mit den immer noch dominierenden wirtschaftsliberalen Politikmodellen gut vereinbar" und damit sozial- und wirtschaftspolitisch fragwürdig darstellt und darauf verweist, dass die aktuellen Ausarbeitungen überwiegend technokratische Züge tragen und zu wenig auf die Gesellschaft eingehen.[12]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Thomas L. Friedman: The Power of Green. In: The New York Times Magazine. 15. April 2007
  2. Thomas L. Friedman: A Warning From The Garden. In: The New York Times. 19. Januar 2007
  3. Mark Lynas: A Green New Deal. In: New Statesman. 17. Juli 2008
  4. Larry Elliott, Colin Hines, Tony Juniper, Jeremy Leggett, Caroline Lucas, Richard Murphy, Ann Pettifor, Charles Secrett & Andrew Simms: A Green New Deal: Joined-up policies to solve the triple crunch of the credit crisis, climate change and high oil prices. new economics foundation, Juli 2008 (PDF; 2,66 MB)
  5. Paul Eccleston: UN announces green „New Deal“ plan to rescue world economies. In: The Daily Telegraph. 22. Oktober 2008
  6. Bündnis 90/Die Grünen: Bundestagswahlprogramm 2009. S. 24–59 (PDF; 1,27 MB)
  7. Bündnis 90/Die Grünen: Was ist der Green New Deal? 16. April 2009
  8. Bündnis 90/Die Grünen: Green New Deal konkret. 7. Juli 2010
  9. Bauforum24 TV: Reinhard Bütikofer beim VDMA im Interview. 4. November 2011 (Video; 3:21 min)
  10. Serie: Green New Deal. In: Die Zeit
  11. Hilary French, Michael Renner & Gary Gardner: Auf dem Weg zu einem Green New Deal. Die Klima- und Wirtschaftskrise als transatlantische Herausforderung. Ein Strategiepapier. Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin 2009, ISBN 978-3-86928-003-5 (PDF; 796 KB)
  12. Yvonne Ploetz & Stefan Kalmring: Zukunft: Instabile Reformblase. In: der Freitag. 11. August 2010