Bernie Sanders

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bernie Sanders

Bernard (Bernie) Sanders (* 8. September 1941 in New York City) ist ein US-amerikanischer Politiker, der den Bundesstaat Vermont seit dem Jahr 2007 im US-Senat vertritt.

Sanders, der sozialistische Ansichten vertritt [1] [2], gewann am 7. November 2006 die Wahl zum US-Senator gegen den Kandidaten der Republikaner, Richard Tarrant, und trat im Januar 2007 die Nachfolge des bisherigen Senators von Vermont, Jim Jeffords, an, der nicht zur Wiederwahl angetreten war. Sanders ist der erste bekennende Sozialist in der Geschichte der USA, der in den Senat gewählt wurde.[3] Er ist parteilos, hat sich aber der Fraktion der Demokratischen Partei angeschlossen. Zuvor (1991 bis 2007) war Sanders das am längsten amtierende parteilose Mitglied des Repräsentantenhauses.

Werdegang[Bearbeiten]

Sanders wurde 1941 als Sohn polnisch-jüdischer Einwanderer in New York geboren, studierte am Brooklyn College und der University of Chicago und zog 1964 nach Vermont. Er war Mitglied der Liberty Union Party, die den Vietnamkrieg ablehnte. Sanders wurde 1981 zunächst Bürgermeister von Burlington, der größten Stadt Vermonts. In dieses Amt wurde er insgesamt dreimal wiedergewählt. 1986 trat Sanders bei der Wahl zum Gouverneur von Vermont an und belegte mit 14,5 Prozent der Stimmen den dritten Platz. 1988 bewarb er sich zunächst erfolglos um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus. Erst bei der Wahl 1990 konnte Sanders eine Mehrheit erreichen und besiegte Peter Plympton Smith, gegen den er zwei Jahre zuvor verloren hatte.

Sanders war von 1991 bis 2007 Mitglied des Repräsentantenhauses und damit der einzige und am längsten amtierende parteilose Kandidat. Er war Abgeordneter des Staates Vermont, der nur über einen Sitz im Repräsentantenhaus verfügt. Sanders wurde sechsmal wiedergewählt, teilweise mit über zwei Drittel der abgegebenen Stimmen (1992: 57,8 %, 1994: 49,9 %, 1996: 55,2 %, 1998: 63,4 %, 2000: 69,2 %, 2002: 64,3 %, 2004: 68,8 %). 2006 kandidierte er für den Senat und gewann als unabhängiger Kandidat mit 65,4 % der Stimmen die Wahl.[4] Im Jahr 2012 gelang ihm mit 71 Prozent der Stimmen gegen den Republikaner John MacGovern die Wiederwahl. Seit Januar 2013 führt er den Vorsitz im Kriegsveteranenausschuss des Senats.

Sanders unterstützte in der Vergangenheit stets die Präsidentschaftskandidaten der Demokraten. Er war gegen die Invasion des Irak durch US-amerikanische Truppen im Jahr 2003 und gilt als scharfer Kritiker des USA PATRIOT Act sowie staatlicher und kommerzieller Einflussnahme in der Medien- und Telekommunikationsbranche. Während der Präsidentschaft von Obama unterstützte er dessen (jedoch dann nur zu einem geringen Teil umgesetzte) Gesundheitsreform-Vorhaben zur Einführung einer allgemeinen Krankenversicherung und sprach sich weitergehend für eine Bürgerversicherung aus.

Größeres nationales Aufsehen erregte eine pausenlose achteinhalbstündige Filibuster-Rede Sanders vor dem US-Senat am 10. Dezember 2010, in der er sich kritisch mit der US-Politik der vergangenen Jahrzehnte auseinandersetzte. Anlass war der Kompromiss der Obama-Regierung mit den Republikanern, die unter George W. Bush erfolgten Steuerkürzungen für sehr hohe Einkommen beizubehalten. Sanders kritisierte dies und begründete eine alternative Steuerpolitik. Er thematisierte später in seiner Rede zudem unter anderem die US-Einkommensverteilung, Einflüsse durch Lobbyismus und Regulierungen/Deregulierungen. Die eigentlich nur vom Parlamentssender C-SPAN übertragene Rede verbreitete sich zahlreich im Internet und wurde daraufhin auch von den Medien aufgegriffen.[5][6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bernie Sanders – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Bernie Sanders – Zitate (Englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Democracy-Now 2006
  2. Forward (sozialistische jüdische Wochenzeitung)
  3. The Guardian: Democrats pile pressure on Bush as glitches hit US poll, 8. November 2006.
  4. Vermont State archives, Race – 2006 (PDF; 318 kB)
  5. Telepolis: Der Twitter-Präsident, 14. Dezember 2010
  6. New York Times, Media Decoder: With Filibuster, C-SPAN Has a Hit on Its Hands, 10. Dezember 2010