Gustav Eduard von Hindersin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
General von Hindersin
Restitutions-Grabstein für Gustav Eduard von Hindersin auf dem Invalidenfriedhof Berlin (Zustand 2013)

Gustav Eduard von Hindersin (* 18. Juli 1804 in Wernigerode; † 25. Januar 1872 in Berlin), war ein preußischer General aus der ursprünglich schottischen Familie Hindersin.

Leben[Bearbeiten]

Hindersin trat 1820 in die 2. Artilleriebrigade ein, besuchte zwischen 1830 und 1837 die Allgemeine Kriegsschule und war während dieser Zeit auch bei der Topographischen Abteilung des Generalstabs. 1842 wurde er Hauptmann und 1846 Major. Dann leitete Hindersin die Topographische Abteilung des Generalstabs.

Im Anschluss an die Revolution von 1848/49 wurde er zur Niederschlagung der badischen Revolutionäre dem vereinigten Bundeskorps unter Eduard von Peucker zugeteilt, zunächst als Generalstabsoffizier und später als Chef des Generalstabs. Bei Ladenburg wurde er von den Badenern gefangen genommen und nach Rastatt transportiert, dort aber bevor die Stadt fiel, freigelassen.

Hindersin wurde zum Generalleutnant befördert und erhielt im Krieg gegen Dänemark die Oberleitung des Artillerieangriffs gegen die Düppeler Schanzen. Nach dem Krieg wurde er zum Generalinspekteur der Artillerie ernannt. 1865 wurde er in den Adel erhoben und erhielt ein Wappen mit Elementen des Wappens der schottischen Familie Henderson. Als Generalinspekteur versuchte er, die Bewaffnung der Truppe mit gezogenen Geschützen umzusetzen. Ehe dies erreicht war, brach der Deutsch-Österreichische Krieg von (1866) aus.

Hindersin wurde in das Hauptquartier des Königs Wilhelm I. kommandiert. Hier analysierte er zutage getretene Mängel und initiierte die Einrichtung einer Artillerieschießschule.

1866 wurde Hindersin zum General der Infanterie und 1868 zum Mitglied der Landesverteidigungskommission ernannt. Im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) nahm er an den Schlachten von Gravelotte und Sedan sowie an der Belagerung von Paris teil.

Gustav Eduard von Hindersin wurde auf dem Invalidenfriedhof Berlin beigesetzt. Sein Grab ist bis heute erhalten.

Ehrungen[Bearbeiten]

In seiner Geburtsstadt Wernigerode wurde er 1871 Ehrenbürger und bis 1945 trug die heutige Albert-Bartels-Straße seinen Namen. 1872 wurde in Berlin-Tiergarten die Hindersinstraße nach ihm benannt, in deren Nummer 4a er gewohnt hatte und die in der Nähe des Großen Generalstabs am Königsplatz (heute Platz der Republik) lag; sie wurde 1972 wegen Totalzerstörung des Spreebogens eingezogen. Schließlich wurde das Fort Hindersin (1879–1881) – später Gambetta – der Festung Metz nach ihm benannt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]