H-Blockx

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H-Blockx
Die H-Blockx auf dem Sziget 2003
Die H-Blockx auf dem Sziget 2003
Allgemeine Informationen
Genre(s) Crossover
Gründung 1990
Website http://www.hblx.de/
Gründungsmitglieder
Henning Wehland
Tim „Tinte“ Humpe (geb. Tenambergen)
Stephan „Gudze“ Hinz
Johann-Christoph „Mason“ Maass (bis 1997)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre, Keyboard
Henning Wehland
Bass
Stephan „Gudze“ Hinz (bis 2003 und seit 2007)
Gitarre
Tim „Tinte“ Humpe
Schlagzeug
Steffen Wilmking (von 1999 bis 2001 und seit 2003)
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Dave Gappa (von 1992 bis 2000 und 2003 bis 2005)
Schlagzeug
Marco Minnemann (von 1998 bis 1999)
Schlagzeug
Martin „Dog“ Kessler (von 2001 bis 2003)
Bass
Fabio Trentini (von 2003 bis 2007)

H-Blockx ist eine deutsche Rockband, die 1990 von Henning Wehland am Gymnasium Wolbeck im westfälischen Münster gegründet wurde. Sie gelten als deutsche Vorreiter der Stilrichtung Crossover.[1] Neben den sieben Alben und einem Best-Of-Album schrieben sie unter anderem den Soundtrack zu dem deutschen Kinofilm Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding.

Der Bandname leitet sich vom Begriff „H-Block“ ab, mit dem die charakteristisch geformten Gebäude des Gefängnisses „HMP Maze“ während des Nordirlandkonflikts bezeichnet wurden.[2][3]

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Die erste Single Risin’ High, die sich 1995 in einer zweiten Veröffentlichung in den Charts etablieren konnte, verkaufte sich bereits 1993, ohne explizit beworben zu werden, allein durch Mundpropaganda 10.000 Mal und bildete einen soliden Grundstein für das Debütalbum Time to Move. Dieses avancierte mit 62 Chartwochen nicht nur zu dem deutschen Album des Jahres, sondern erreichte zudem mit über 750.000 verkauften Exemplaren Goldstatus. Darüber hinaus wurden die H-Blockx 1994 bei den MTV Europe Music Awards als German Local Hero ausgezeichnet.[4] Durch die große Beliebtheit des Musikstils im Snowboard-Genre gastierte die Band im Dezember 1995 beim ausverkauften Air & Style Contest in Innsbruck neben Clawfinger. Zudem wurden sie 1995 für den „MTV Breakthrough Artist Award“ nominiert.[3]

Im folgenden Jahr wurde Risin’ High mit dem VIVA-Cometen für das beste nationale Video des Jahres prämiert und eine erste ausgedehnte Tournee durch Europa gestartet. Nach Veröffentlichung des zweiten Albums Discover My Soul 1996 traten die H-Blockx als Vorgruppe von Bon Jovi bei diversen Open-Air-Konzerten auf und gingen erneut auf Europatournee.[4][3]

1997 verließ Schlagzeuger Mason die H-Blockx aus gesundheitlichen wie auch privaten Gründen; er wurde 1998 durch Marco Minnemann von den Freaky Fukin Weirdoz ersetzt. Das dritte Studioalbum Fly Eyes wurde im selben Jahr fertiggestellt, und die Band trat auf der Warped Tour innerhalb Europas auf. Nach nur einem Jahr mit neuem Drummer stand die Band erneut ohne Schlagzeuger da, nachdem Marco Minnemann die H-Blockx 1999 wieder verlassen hatte. Diese Lücke konnte durch Steffen Wilmking von Thumb geschlossen werden, so dass noch im selben Jahr der Soundtrack zur deutschen Actionkomödie Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding geschrieben und eingespielt werden konnte, in der die Bandmitglieder zudem in kleineren Rollen zu sehen sind.[5] Auch in den USA konnten die H-Blockx Erfolge feiern als sie 1999 auf der Warped Tour neben namhaften Künstlern wie Eminem, Ice-T, blink-182 und den Suicidal Tendencies auftraten. Mit Oh Hell Yeah steuerten sie den Titelsong zum offiziellen World Wrestling Federation-Sampler Vol. 4 bei, der sich 1,4 Millionen Mal verkaufte und Platz 4 der Billboard Charts erreichte. Das zugehörige Musikvideo wurde in Los Angeles unter Beteiligung des US-Wrestlers Steve Austin gedreht. Im Anschluss gingen die H-Blockx als Support von Biohazard erneut auf eine sechswöchige US-Tournee.[4]

Im Oktober 2000 verließ Dave Gappa die Band, 2001 ersetzte Dog den Schlagzeuger Steffen Wilmking. 2002 wurde die Single Get in the Ring zur offiziellen „Walk-In-Hymne“ des Boxweltmeisters Sven Ottke. 2003 trat Henning Wehland in der Folge „Das Konzert“ der Comedieserie Axel! von Axel Stein auf, in der den H-Blockx die Rolle des Headliners des „SMASH Festivals“ zukam.[6] Weitere Single- und Alben-Veröffentlichungen konnten sich ebenfalls stets in den Charts platzieren. Dass die H-Blockx jedoch auch bei Live-Konzerten ihre Fans begeistern können, zeigten mehrere Tourneen und Auftritte bei Rock am Ring und Rock im Park.[4] Das erste Best-of-Album erschien 2004 unter dem Titel More Than A Decade, dessen CD-Cover das Ostgebäude der National Gallery of Art zeigt.

Dabei hat die Band trotz ihres Erfolgs ihren Ursprung keinesfalls vergessen, sondern konnte für einen Auftritt zu ihrem 15-jährigen Bühnenjubiläum am 7. Mai 2005 beim so genannten Eurocityfest auf dem Domplatz ihrer Heimatstadt Münster gewonnen werden.[7]

H-Blockx auf dem Domplatz in Münster

Beim sechsten Studioalbum Open Letter to a Friend konnten sich Band und Management über den Sound des Albums sowie dessen Vermarktung nicht einigen. Im Verlauf der Verhandlungen kommt es zu einer Wette: „Einmalig in der Geschichte der deutschen Plattenindustrie bietet sich eine Band an, sowohl die kreative, als auch finanzielle Verantwortung zu übernehmen.“[8] Die Vereinbarung besagte, dass die Plattenfirma nur dann für die entstehenden Marketing-Kosten aufkomme, falls das Video der ersten Single Countdown to Insanity bei YouTube mindestens 100.000 Aufrufe verzeichne oder sich die Single unter den Top 10-Titeln der deutschen Single-Charts platzieren könne. Am 6. August 2007 wurde bei YouTube der 100.000ste Aufruf des Videoclips verzeichnet, wodurch die H-Blockx die Wette gewannen.

Sie machten ihr Versprechen wahr und gaben am 8. September 2007 vor rund 5.000 Zuschauern eine Gratis-Show auf dem Domplatz ihrer Heimatstadt Münster. Als Bühne diente ihr Guerilla-Tour-Bus.

Am 25. Mai 2012 erschien das siebte Studioalbum unter dem Titel HBLX, der aus einer Idee aus den 1990er entstand, da bei der Beschriftung von 2-Zollbändern für Tonbandgeräte häufig auf Abkürzungen zurückgegriffen werden musste.[9] Am selben Tag wurde mit Hi Hello die erste Single von diesem Album veröffentlicht, das ab Juli 2011 in drei Wochen im Studio aufgezeichnet worden war.[9]

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Time to Move
  DE 14 03.10.1994 (62 Wo.)
  AT 11 19.02.1995 (21 Wo.)
  CH 8 6.02.1995 (24 Wo.)
Discover My Soul
  DE 7 14.10.1996 (16 Wo.)
  AT 5 13.10.1996 (11 Wo.)
  CH 15 13.10.1996 (8 Wo.)
Fly Eyes
  DE 19 05.06.1998 (19 Wo.)
  AT 20 14.06.1998 (14 Wo.)
  CH 44 07.06.1998 (3 Wo.)
Get in the Ring
  DE 14 25.01.2002 (10 Wo.)
  AT 21 27.01.2002 (9 Wo.)
  CH 45 27.01.2002 (7 Wo.)
No Excuses
  DE 14 21.06.2004 (8 Wo.)
  AT 23 20.06.2004 (5 Wo.)
  CH 53 20.06.2004 (4 Wo.)
More Than a Decade
  DE 66 08.11.2004 (1 Wo.)
Open Letter to a Friend
  DE 14 04.09.2007 (7 Wo.)
  AT 43 07.09.2007 (2 Wo.)
  CH 51 09.09.2007 (2 Wo.)
HBLX
  DE 31 08.06.2012 (… Wo.)
  AT 66 08.06.2012 (… Wo.)
  CH 85 10.06.2012 (… Wo.)
Singles
Move
  DE 34 19.12.1994 (18 Wo.)
Risin’ High
  DE 34 13.03.1995 (16 Wo.)
How Do You Feel?
  CH 28 29.09.1996 (1 Wo.)
Ring of Fire
  DE 13 26.04.2000 (17 Wo.)
  AT 10 14.05.2000 (13 Wo.)
  CH 42 14.05.2000 (12 Wo.)
C’mon
  DE 83 19.11.2001 (1 Wo.)
The Power
  DE 48 18.02.2002 (7 Wo.)
  AT 51 24.02.2002 (5 Wo.)
Leave Me Alone!
  DE 55 07.06.2004 (7 Wo.)
  AT 59 06.06.2004 (4 Wo.)
Celebrate Youth
  DE 42 13.09.2004 (8 Wo.)
Countdown to Insanity
  DE 35 24.08.2007 (9 Wo.)

Alben[Bearbeiten]

  • 1994: Time to Move
  • 1996: Discover My Soul
  • 1998: Fly Eyes
  • 1999: Bang Boom Bang – Soundtrack
  • 2002: Get in the Ring
  • 2002: Live
  • 2004: No Excuses
  • 2004: More Than a Decade Best of H-BLOCKX
  • 2007: Open Letter to a Friend
  • 2012: HBLX

CD-ROM & Bonus CDs[Bearbeiten]

  • 1995: The CD-ROM
  • 1999: World Wrestling Federation Vol. 4 / Song: „Oh Hell Yeah“

DVDs[Bearbeiten]

  • 2002: Live
  • 2004: More Than a Decade Best of H-BLOCKX

Singles[Bearbeiten]

  • 1993: Risin’ High
  • 1994: Move
  • 1995: Go Freaky
  • 1995: Little Girl
  • 1996: How Do You Feel?
  • 1996: Gimme More
  • 1996: Step Back
  • 1998: Fly
  • 1998: Take Me Home
  • 1999: Time of My Life
  • 2000: Ring of Fire
  • 2001: C’mon
  • 2002: The Power
  • 2002: Get in the Ring
  • 2002: Little Girl – Live / Promo Single
  • 2004: Leave Me Alone!
  • 2004: Celebrate Youth
  • 2007: Countdown to Insanity
  • 2012: Hi Hello

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Comet
    • 1995: für „Video des Jahres“ (Risin’ High)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. planet-interview.de, Interview von Jakob Buhre und Stefan Lätzer mit Henning Wehland, 8. Dezember 2000
  2. handfest-online.de (Version vom 28. September 2007 im Internet Archive) Interview: Ausbildung Rock´n´Roll, 12. Juli 2002, S. 12f.
  3. a b c Bonus-Material der DVD Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding: Rubrik „Musik“
  4. a b c d H-Blockx (Version vom 12. März 2007 im Internet Archive), Biographie bei Gun Records
  5. Bonus-Material der DVD „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“: Rubrik „Notizen“
  6. „Axel! − Das Konzert“ bei der Internet Movie Database
  7. presse-service.de. „Eurocityfest: Von H-Blockx bis Elvis – Drei Tage Musik-Mix, Programm auf acht Bühnen lässt keine Wünsche offen“, 27. April 2005, Stadt Münster, Presse- und Informationsamt
  8. H-Blockx – Die Wette // The Bet, hblockx.wordpress.com, 11. Juni 2007
  9. a b MySpace: H-Blockx: Immer in Veränderung, um sich selbst treu zu bleiben – Harte Riffs und eine klare Linie, 24. Mai 2012
  10. H-Blockx „Time To Move“ in der IFPI-Datenbank DE AT CH

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: H-Blockx – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien