HMS Glowworm (H92)

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Glowworm
HMS Glowworm (H92).jpg
p1
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich (Seekriegsflagge) Vereinigtes Königreich
Schiffstyp Zerstörer
Klasse G-Klasse
Bauwerft Thornycroft, Woolston
Stapellauf 22. Juli 1935
Indienststellung 22. Januar 1936
Verbleib Am 8. April 1940 versenkt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
98,45 m (Lüa)
Breite 10,05 m
Tiefgang max. 3,78 m
Verdrängung Standard: 1.350 ts
Maximal: 1.854 ts
 
Besatzung 145 Mann
Maschine
Maschine 3 Admirality-3-Trommel-Dampfkessel
2 Parsons-Turbinen mit Einfachgetriebe
Maschinen-
leistung
34.000 PS (25.007 kW)
Geschwindigkeit max. 36 kn (67 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung

HMS Glowworm (H92) war ein Zerstörer der G-Klasse der britischen Royal Navy im Zweiten Weltkrieg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Schiff lief am 22. Juli 1935 als Teil einer Klasse von acht Zerstörern bei Thornycroft in Woolston, Southampton, vom Stapel. In Dienst gestellt wurde es am 22. Januar 1936.

Der Zerstörer wurde zunächst gemeinsam mit der Mehrzahl seiner Schwesterschiffe in der 1. Zerstörerflottille in den Gewässern rund um die britischen Inseln eingesetzt.

Am 8. April 1940 gehörte die Glowworm zu einem Verband um den Schlachtkreuzer Renown, der im Rahmen der Operation Wilfred mehrere Zerstörergruppen deckte, die Minen in norwegischen Gewässern legen sollten.

Auf der Suche nach einem über Bord gegangenen Besatzungsmitglied begegnete der Zerstörer dem im Rahmen des Unternehmens Weserübung zur Besetzung von Trondheim fahrenden deutschen Flottenverband mit mehreren Zerstörern und dem Schweren Kreuzer Admiral Hipper.

Lieutenant Commander Gerard Roope

Obwohl hoffnungslos unterlegen, nahm die Glowworm den ungleichen Kampf auf, legte eine Nebelwand und schoss, schwerem Artilleriefeuer ausgesetzt, Torpedos auf die Admiral Hipper, die jedoch nicht trafen. Mehrmals von der überlegenen Artillerie der Admiral Hipper schwer getroffen, versuchte der Zerstörer schließlich in einem letzten verzweifelten Versuch, die Admiral Hipper durch Rammen zu versenken oder zumindest schwer zu beschädigen. Bei der Kollision wurde der Kreuzer erheblich am Bug beschädigt, während die Glowworm unter den Bug des Kreuzers geriet und dadurch ihr gesamtes Vorschiff bis zum Brückenaufbau verlor. Brennend trieb der Zerstörer einige Minuten neben der Admiral Hipper, kenterte dann und sank nach mehreren Kesselexplosionen. Nur 40 Überlebende konnten aus dem Wasser gerettet werden, von denen zwei später an Bord starben. Einige der Verletzten wiesen schwere Vergiftungen durch ausgelaufenes Heizöl auf.[1]

Der Kommandant der Glowworm, Lieutenant Commander (Korvettenkapitän) Gerard Roope, der mit seinem Schiff unterging, erhielt postum als erster britischer Soldat im Zweiten Weltkrieg das Victoria-Kreuz, die höchste britische Tapferkeitsauszeichnung. Hervorzuheben ist, dass dies unter anderem auf „Empfehlung“ von Kapitän zur See Hellmuth Heye, des Kommandanten der Admiral Hipper, geschah, der über das Rote Kreuz einen sehr lobenden Bericht über Roopes Tapferkeit an die britische Admiralität übermittelte.

Technische Beschreibung[Bearbeiten]

Die Glowworm erhielt als einziges Schiff seiner Klasse zur praktischen Anwendung des Fünffach-Torpedorohrsatzes zur Erhöhung der Torpedobreitseite zwei solche Torpedorohrsätze vom Typ PR Mk I statt solche mit vier Rohren vom Typ Mk VIII.[2] Dabei wurden 10 Tonnen[3] Mehrgewicht und zwei weitere Mann für die Bedienung durch Verringerung der Heizölkapazität auf 455 t (statt 470 t) ausgeglichen.[4] Als Torpedo wurde der Mk IX geführt.[2]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Kriegstagebuch Schwerer Kreuzer Admiral Hipper - NARA-Rolle T1022_4269, PG-48092
  2. a b M.J.Whitley: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg. Motorbuch Verlag, 1995, ISBN 3-613-01426-2 (engl. Original: Destroyers of World War Two. Arms & Armours Press, London), Seite 105
  3. Laut M.J.Whitley: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg (Motorbuch Verlag, 1995, ISBN 3-613-01426-2) 10 ts statt 10 t
  4. Harald Fock: Z-vor! Internationale Entwicklung und Kriegseinsätze von Zerstörern und Torpedobooten, Bd. 1. 1914 bis 1939. Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg 2001, ISBN 3-7822-0762-9, Seite 120