Herzöge von Teck

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Wappen der Tek in der Zürcher Wappenrolle (ca. 1340)
Wappen der Herzöge von Teck
Scheiblersches Wappenbuch 1450–1480

Die Herzöge von Teck waren eine von etwa 1187 bis 1439 bestehende Seitenlinie der Zähringer. Nach deren Aussterben fiel der Herzogstitel 1495 an das Haus Württemberg. Im 19. Jahrhundert wurde der Titel dann wiederum an eine unebenbürtige Seitenlinie dieses Hauses vergeben, die in die britische Königsfamilie einheiratete.

Geschichte[Bearbeiten]

Adalbert, Sohn Konrads von Zähringen, erbte zähringische Besitzungen um die Burg Teck zwischen Kirchheim und Owen. Nach dem Tod seines Bruders Berthold IV. nannte sich Adalbert Herzog von Teck.

Einige Historiker glauben, dass Konrad II. von Teck nach dem Tod Rudolfs I. von der österreichisch-schwäbisch-pfälzischen Partei am 30. April 1292 in Weinheim zum deutschen König gewählt worden sei. Konrad wurde auf der Reise nach Frankfurt am Main – wo er nach dieser Theorie hoffte, am 2. Mai auch von den dort versammelten weiteren wahlberechtigten Fürsten gewählt zu werden – wahrscheinlich in der Nacht zuvor aus dem Gefolge einer gegnerischen Partei ermordet.

Zu den Ministerialen der Herzöge von Teck zählten u.a. die Herren von Späth, die Schwelher von Wielandstein, die Schilling, die Herren zu Kirchheim, die Herren zu Neidlingen, die Herren zu Lichteneck, die Herren zu Wernau, die Herren zu Lenningen, die Herren von Sperberseck, die Schwenzlin von Hofen, die Herren von Bruggon, die Herren von Tachenhausen, die Kiver von Tiefenbach, die Herren von Mansberg und die Maier von Waseneck.

Der Herrschaftsbereich der Herzöge von Teck erstreckte sich über das Lautertal mit den Ortschaften Gutenberg, Lenningen, Owen, Dettingen unter Teck und Kirchheim unter Teck, über Bissingen an der Teck, Boll (bis 1321), Dürnau, Gammelshausen (bis 1321), Sehningen (bis 1321), Lotenberg mit Burg Lotenberg (bis 1321) bis nach Heiningen (bis 1321). Des Weiteren Marbach am Neckar (bis 1302), Lauffen am Neckar (bis 1302), Zazenhausen, Zwiefalten, Ostdorf, Rosenfeld, Schiltach, Hornberg, Schramberg, Oberndorf am Neckar, Sulzbach, Lauterbach, Kirnbach, Sulgen und Göttelbach.

Linien[Bearbeiten]

Im 13. Jahrhundert teilte sich die Linie in Teck-Oberndorf (mit Sitz in Oberndorf am Neckar) und Teck-Owen. Die Linie Teck-Oberndorf starb 1363 verarmt aus. Die Herrschaft wurde vom erbenden Friedrich von Teck-Owen 1374 an die Grafen von Hohenberg verkauft. Die Linie Teck-Owen erwarb 1365 die Herrschaft Mindelheim, musste aber bereits 1386 das Stammland um die Burg Teck an Württemberg verkaufen. Bei der Schlacht bei Sempach am 9. Juli 1386 fiel Herzog Konrad V. von Teck.[1] Dessen Wappen ist in der dortigen Schlachtkapelle unter jenen der gefallenen Adelsgeschlechter mit aufgeführt. Mit Ludwig von Teck, von 1412 bis zu seinem Tode Patriarch von Aquileja, starben die Herzöge von Teck 1439 aus.

1495 erhielt Eberhard I. von Württemberg im Zuge seiner Erhebung in den Herzogstand von Kaiser Maximilian den Titel eines Herzogs von Teck verliehen. Der Titel verblieb in den folgenden Jahrhunderten in der württembergischen Herzogsfamilie.

Hauptartikel: Teck/Cambridge-Familie

Im 19. Jahrhundert entstand dann eine neue Nebenlinie: Franz von Hohenstein, unebenbürtiger Sohn des Prinzen Alexander von Württemberg und dessen morganatischer Gemahlin Claudine Rhédey von Kis-Rhéde wurde 1863 zum Fürsten und 1871 zum Herzog von Teck erhoben. Er heiratete in den britischen Hochadel ein; seine Tochter Mary wurde schließlich als Ehefrau von George V. Königin. Die Familie benannte sich im Ersten Weltkrieg in Cambridge um, verzichtete auf den deutschen Herzogstitel von Teck und starb schließlich in männlicher Linie 1981 aus. Der Titel wurde seit 1917 nicht mehr verwendet und ist nach deutschen Recht seit 1919 abgeschafft.

Das Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen ist von Schwarz und Gold schräglinks geweckt („Teckschen Wecken“). Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken eine wie der Schild geweckte wachsende Bracke.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • M. Koch: Die Ritterburgen und Bergschlösser im Königreich Württemberg. Verlag E. F.Richter, Cannstatt 1828
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XIV, Band 131 der Gesamtreihe, S. 352–353, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2003, ISSN 0435-2408
  • Rolf Götz: Die Herzöge von Teck - Herzöge ohne Herzogtum. Stadtarchiv, Kirchheim unter Teck 2009, ISBN 978-3-925589-49-2 (Schriftenreihe des Stadtarchivs Kirchheim unter Teck ; Band 33)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Europäische Stammtafeln, Bd. I.2 (1999), Tafel 274; hier wird zudem als alternatives Todesdatum zum 10. Juli 1386, dem Tag nach der Schlacht, auch der 29. Oktober 1385 genannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Herzöge von Teck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien