Hamburg-Marmstorf

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Wappen von Hamburg
Marmstorf
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 26′ 9″ N, 9° 58′ 7″ O53.43599.96851Koordinaten: 53° 26′ 9″ N, 9° 58′ 7″ O
Fläche 5,8 km²
Einwohner 8801 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 1517 Einwohner/km²
Postleitzahl 21077
Vorwahl 040
Bezirk Harburg
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
Marmstorf um den Ernst-Bergeest-Weg aus der Luft (13. August 2007)

Marmstorf ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Harburg. Zum Stadtteil gehören die im Westen liegenden Ortsteile Appelbüttel und Lürade.

Geographie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Marmstorf grenzt im Nordwesten an Eißendorf, im Nordosten an Wilstorf, im Osten an Langenbek, im Südosten an Sinstorf sowie im Süden an den Landkreis Harburg.

Geographische Gestalt[Bearbeiten]

Marmstorf liegt in einer Niedergebirgslandschaft, die weiter westlich in die Harburger Berge übergeht. Der erhaltene historische Dorfkern befindet sich in einem Tal, die neueren Siedlungsteile auf höherem Gelände. Es gibt für Hamburger Verhältnisse ungewöhnliche Steigungen. Marmstorf wird an mehreren Seiten von Wald- und Wiesenflächen begrenzt. Als besonders markant gilt das Appelbütteler Tal.

Die Bebauung lässt sich einteilen in den historischen Dorfkern mit Bauernhäusern und Kopfsteinpflaster, die massive Hochbebauung um den Ernst-Bergeest-Weg und eine relativ dichte Einzel- und Reihenhausbebauung, die von einzelnen Mehrfamilienhäusern durchsetzt ist. Dies trägt zu einer sozialen Durchmischung des Stadtteils bei.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet von Marmstorf bestand eine eisenzeitliche Begräbnisstätte. Die Grabinventare des aufgefundene Urnengräberfeldes befinden sich in der Ohut des Archäologischen Museums Hamburg in Harburg, wo das Grabinventar der Kriegerbestattung Grab 216 eines der Glanzlichter der archäologischen Dauerausstellung darstellt. Der Name Marmstorf verweist auf den Ursprung durch eine sächsische Siedlung mit einem Dorfgründer namens Marbold oder Maribald. 1196 wurde es als Marboldesthorp erstmals urkundlich erwähnt.

Während der Franzosenzeit brannten die Besatzer das Dorf am 29. März 1814 nieder.

Zwischen 1852 und 1859 wurde Marmstorf selbstständige Gemeinde des preußischen Landkreises Harburg. Seit dem 1. April 1937 gehört Marmstorf durch das Groß-Hamburg-Gesetz zu Hamburg.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Der Stadtteil Marmstorf ist überaltert. 27,7 % der Einwohner sind über 65 Jahre alt (im Vergleich Bezirk Harburg 17,9 und Hamburg 18,2 %).

Politik[Bearbeiten]

Die Bürgerschaftswahl 2011 für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung brachte in Marmstorf folgendes Ergebnis[1]:

Wahlberechtigte: 6.755, Wahlbeteiligung: 66,2 %

  1. SPD 50,1 %
  2. CDU 27,9 %
  3. GAL 7,4 %
  4. FDP 5,7 %
  5. Die Linke 4,6 %
  6. Übrige 4,3 %


Sport[Bearbeiten]

  • Seit 1920: SV Grün-Weiß Harburg (bis zur Fusion mit dem TSV Sinstorf als VfL Marmstorf)
  • Harburger SC (1970 entstanden aus der Fusion von Borussia und Rasensport Harburg)
  • SG Harburg Baskets
  • Seit 1931: Schachklub Marmstorf (jetzt als Sparte im SV Grün-Weiß Harburg)
  • Seit 1897: Schützenverein Marmstorf

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • jährlich am letzten Januarsonntag: Teichwette. Der amtierende Schützenkönig und ein prominenter Wettpartner treffen sich trockenen Fußes auf der Mitte des Feuerteiches. Wetterlös zu Gunsten eines wohltätigen Zweckes.
  • jährlich am 1. Mai: Aufstellen des Maibaums vor dem Schützenhof
  • jährlich an einem Dienstag im Juni: Ackerfete. Größte Abiturientenfeier in Norddeutschland, im Appelbüttler Tal.
  • jährlich am ersten Juliwochenende (Freitag bis Montag): Marmstorfer Vogelschießen (Schützenfest)
  • jährlich am Sonnabend vor der Zeitumstellung Sommerzeit auf Winterzeit: Großer Laternenumzug durch den "Märchenwald" mit anschließendem Höhenfeuerwerk. Veranstalter Schützenverein Marmstorf

Verkehr[Bearbeiten]

Marmstorf liegt an der Bundesautobahn 7. Der nächste Fern- und Regionalbahnhof ist Hamburg-Harburg. Auch der S-Bahnhof Harburg Rathaus liegt in der Nähe von Marmstorf.

Öffentlichen Verkehr gibt es seit der Zwischenkriegszeit. 1939 betrieb die Hamburger Hochbahn eine Buslinie 39 (Marmstorf - Harburg - Fleestedt), die im Krieg eingestellt wurde. Nach dem Krieg übernahm der Privatunternehmer Eggers den Busverkehr, bis die HHA Anfang der 60er Jahre Einspruch erhob und eine eigene Linie (45) einführte. Mit der Großbebauung am Ernst-Bergeest-Weg wurde um 1970 die bis heute gültige Regelung eingeführt: Die Linie 145 fährt von Harburg zum Jägerfeld, die 245 von Harburg zum Beutnerring; abends und sonntags werden beide Linien vom gleichen Bus bedient, der eine Stichfahrt in den Ernst-Bergeest-Weg unternimmt. Seit damals gibt es auch Nachtverbindungen, allerdings mit Umwegen über Lübbersweg (644) bzw. Einhausring (643). Von 1993 bis 1995 bestand probeweise eine Quer-Buslinie Sinstorf - Marmstorf - Bostelbek. Eine gewisse Bedeutung für Marmstorf hat auch die ehemalige Straßenbahnlinie nach Appelbüttel, die heute als Buslinie 144 bedient wird.

Bildung[Bearbeiten]

In Marmstorf gibt es die Grundschule Marmstorf, neben der Grundschule befindet sich eine Kindertagesstätte. Am Weg nach Sinstorf finden sich die Stadtteilschule Sinstorf und das Immanuel-Kant-Gymnasium.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Johann Christoph Eddelbüttel (* 6. Juli 1856, † 22. Juni 1930), langjähriger Gemeindevorsteher, wurde 1929 zum Ehrenbürger ernannt. Ihm zu Ehren trägt der Eddelbüttelkamp in Marmstorf seit 1932 seinen Namen (von 1932 bis 1950: Eddelbüttelweg).[2][3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Endgültiges Ergebnis der Bürgerschaftswahl 2011 (mit Briefwahl).
  2. Hamburg von Altona bis Zollenspieker, Hoffmann und Campe Verlag Hamburg, 1. Auflage 2002, S. 675, ISBN 3-455-11333-8
  3. Hamburgs Straßennamen erzählen Geschichte von Christian Hanke, Medien-Verlag Schubert, Hamburg 2006, 4. Auflage, S. 159, ISBN 3-929229-41-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Marmstorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien