Bezirk Harburg

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Hamburger Bezirk Harburg; zum gleichnamigen Stadtteil siehe Hamburg-Harburg.
Wappen von Bezirk Harburg
Wappen von Hamburg
Bezirk Harburg
7. Bezirk von Hamburg
Bezirk Harburg Bezirk Altona Bezirk Eimsbüttel Bezirk Hamburg-Nord Bezirk Wandsbek Bezirk Bergedorf Bezirk Hamburg-Mitte Niedersachsen Schleswig-Holstein Neuwerk (zu Bezirk Hamburg-Mitte)Lage des Bezirks in Hamburg
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Koordinaten 53° 28′ 0″ N, 9° 59′ 0″ O53.4666666666679.983333333333320Koordinaten: 53° 28′ 0″ N, 9° 59′ 0″ O.
Höhe 20 m ü. NHN
Fläche 125,4 km²
Einwohner 155.548 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 1240 Einwohner/km²
Postleitzahl 20144–21079
Vorwahl 040
Adresse der
Verwaltung
Bezirksamt Hamburg-Harburg
Harburger Rathausplatz 1
21073 Hamburg
Website www.hamburg.de/harburg
Politik
Bezirksamtsleiter Thomas Völsch (SPD)
Sitzverteilung (Bezirksversammlung)
SPD CDU Grüne Linke Liberale AfD FDP
18 14 5 5 4 3 2
Verkehrsanbindung
Autobahn A1 A7 A253
Bundesstraße B4 B73 B75
Fernverkehr FFernverkehr
S-Bahn S3Hamburg S3.svg S31Hamburg S31.svg
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
Bezirke in Hamburg Bezirk Hamburg-Mitte Niedersachsen Cranz Neuenfelde Francop Neugraben-Fischbek Hausbruch Altenwerder Moorburg Heimfeld Eißendorf Marmstorf Sinstorf Langenbek Wilstorf Rönneburg Gut Moor Neuland HarburgGliederung des Bezirks Harburg
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Harburg ist der südlichste der sieben Bezirk der Freien und Hansestadt Hamburg.[1] Namensgebend ist der heutige gleichnamige Stadtteil als Zentrum des Bezirkes Harburg und der ehemals eigenständigen Stadt. Der 1951 entstandene Bezirk war bis zur Stadtteilreform 2008 (als Hamburg-Wilhelmsburg zum Bezirk Hamburg-Mitte umgegliedert wurde) der flächengrößte Bezirk Hamburgs.

An den Bezirk Harburg grenzen im Norden und Osten der Bezirk Hamburg-Mitte, im Süden der Landkreis Harburg und im Westen der Landkreis Stade (beide in Niedersachsen).

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Harburgs
Rathaus Harburg – Sitz des Bezirksamtes und der Bezirksversammlung

Nach dem Gesetz über die Bezirksverwaltung vom 21. September 1949 wurde die Gliederung Hamburgs in sieben Bezirke vorgenommen, deren Aufteilung unter Beteiligung von 7 Bezirksausschüssen (welche bei der Bürgerschaftswahl am 16. Oktober 1949 gewählt worden waren) am 11. Mai 1951 endgültig beschlossen wurde.

Einzig der Stadtteil Moorburg gehörte bereits vor 1937 zu Hamburg, die übrigen Gebiete des heutigen Bezirkes kamen damals durch das „Groß-Hamburg-Gesetz“ aus der preußischen Provinz Hannover in die Hansestadt Hamburg: Stadt und Stadtkreis Harburg-Wilhelmsburg, die seit 1927 aus den Städten Wilhelmsburg und Harburg (Elbe) mit den darin eingegliederten Gemeinden Heimfeld, Wilstorf, Lauenbruch und Eißendorf bestanden.

Ebenso die Gemeinden Altenwerder, Fischbek, Francop, Gut Moor, Langenbek, Marmstorf, Neuenfelde, Neugraben, Neuland, Rönneburg, Sinstorf aus dem Landkreis Harburg und Cranz aus dem Landkreis Stade.

Zum 1. April 1938 verloren die zum hamburgischen Staatsgebiet hinzugekommenen Städte und Gemeinden durch die Schaffung eines einzigen Stadtbezirkes und eines Landbezirkes ihre Selbständigkeit. Ein Jahr später wurde Hamburg in zehn und 1943 in sechs Kreise geteilt. Darunter der Kreis 8 = Wilhelmsburg, Harburg, Süderelbe, Finkenwerder.

Der Verwaltungssitz des Landkreises Harburg verblieb zunächst in Harburg. Am 21. November 1944 wurde die Harburger Innenstadt durch einen alliierten Luftangriff getroffen. Zerstört wurde dabei auch das Kreishaus als Sitz der Kreisverwaltung, die dann nach Winsen (Luhe) verlegt wurde. 1945 wurde der ehemalige Senator der Stadt Harburg Alfred Höhlein (SPD) erster Leiter des Bezirksamtes Harburg (bis 1954).

Wappen[Bearbeiten]

Das alte Harburger Wappen zeigt das Stadttor in rot mit blauer Turmhaube. Der Schild ist golden belegt mit einem blauen Löwen und roter Zunge. Mit dem Wappen wird an die Zugehörigkeit der Stadt Harburg zum Territorium der Herzöge zu Braunschweig-Lüneburg erinnert.

Als die beiden Städte Harburg und Wilhelmsburg zusammengeschlossen wurden, erhielten sie ein neues Stadtwappen. Das Harburger Wappen, ein weißes Torhaus auf weißem Grund mit drei Türmen, und geöffnetem Tor, in dem der braunschweigische Löwe steht, wurde um zwei Lilien auf den Zinnen der beiden Türme aus dem Wilhelmsburger Wappen ergänzt.

Heute hat das Harburger Wappen eher symbolischen Charakter und gilt nicht als offizielles Hoheitszeichen. Es wird jedoch noch heute auf Drucksachen der Harburger Bezirksversammlung verwendet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die folgende Übersicht zeigt die Volkszählungsergebnisse der Gemeinde Harburg nach dem jeweiligen Gebietsstand. Mit der Vereinigung 1927 zu Harburg-Wilhelmsburg überschritt die Einwohnerzahl der Gemeinde die Grenze von 100.000 und machte sie zur Großstadt. Bei der Zählung am 16. Juni 1933 hatte die Stadt 112.593 Einwohner. Seit dem 1. Januar 1938 ist sie Teil der Stadt Hamburg. Die Einwohnerzahlen beziehen sich ab 1861 auf die „ortsanwesende Bevölkerung“ und ab 1925 auf die Wohnbevölkerung.

Jahr Einwohner
3. Dezember 1861 12.200
3. Dezember 1864 13.500
3. Dezember 1867 14.200
1. Dezember 1875 17.100
1. Dezember 1880 19.100
1. Dezember 1885 22.341
1. Dezember 1890 35.081
2. Dezember 1895 42.579
Jahr Einwohner
1. Dezember 1900 49.153
1. Dezember 1905 55.676
1. Dezember 1910 67.025
1. Dezember 1916 57.009
5. Dezember 1917 55.842
8. Dezember 1919 65.933
16. Juni 1925 72.905
Einwohnerentwicklung von Harburg zwischen 1861 und 1925

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Der Bezirk Harburg besteht aus 17 Stadtteilen.

Für Einwohnerangelegenheiten gibt es neben dem Bezirksamt drei Kundenzentren, zwei für die früheren Ortsamtsbereiche Harburg und Süderelbe und eines für Ausländerangelegenheiten.

Politik[Bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 36,4 %
 %
40
30
20
10
0
38,6
26,6
13,5
8,9
6,0
4,4
2,1
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-9,4
+0,4
+3,5
+2,5
+6,0
-0,4
-0,6
-1,9
Sitzverteilung in der Bezirksversammlung
5
5
18
4
2
14
3
18 14 
Von 51 Sitzen entfallen auf:

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung Harburg wurde der Bezirk in die beiden Wahlkreise Harburg und Süderelbe eingeteilt, deren Grenzen jedoch nicht mit den vorhandenen Stadtteil- und Siedlungsstrukturen übereinstimmen.

Seit Januar 2012 ist Thomas Völsch (SPD) Bezirksamtsleiter von Hamburg-Harburg.

Für die Wahl zum Deutschen Bundestag gehört der Bezirk seit 2002 zum Bundestagswahlkreis Hamburg-Bergedorf – Harburg, zuvor zum Bundestagswahlkreis Hamburg-Harburg und wurde von 1949 bis heute lediglich von drei direkt gewählten Abgeordneten vertreten: Herbert Wehner (SPD) von 1949 bis 1983, Hans-Ulrich Klose (SPD) von 1983 bis 2013 und Metin Hakverdi seit 2013.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Bahnhof Hamburg-Harburg

Verkehr[Bearbeiten]

Durch den Bezirk Harburg verlaufen von Norden nach Süden die Bundesautobahn 7 und die Bundesautobahn 1. Vom Autobahnkreuz Hamburg-Georgswerder kommend geht die kurze Bundesautobahn 252 in die Wilhelmsburger Reichsstraße über, die Teil der Bundesstraßen 4 und 75 ist. Diese umgehen als Bundesautobahn 253 die Harburger Innenstadt und führen daran anschließend in südwestlicher Richtung bis zur Anschlussstelle Hamburg-Marmstorf an der A 7. Unmittelbar nördlich davon zweigt die Bundesautobahn 261 von der A 7 ab. Die Bundesstraße 73 durchquert den Bezirk in West-Ost-Richtung und endet an der Anschlussstelle Hamburg-Harburg-Mitte der A 253.

Am Bahnhof Hamburg-Harburg treffen die Eisenbahnstrecken Hamburg-Hannover und Hamburg-Bremen mit den Strecken nach Cuxhaven (Unterelbebahn) und nach Hamburg zusammen. Eine Strecke der Hamburger S-Bahn, auf der die Linien S3 und S31 verkehren, führt aus der Hamburger Innenstadt über Wilhelmsburg und die Harburger Innenstadt und weiter über Neugraben im Westen des Bezirks bis nach Buxtehude und Stade. Die S-Bahn wurde 1983 bis Harburg Rathaus, 1984 bis Neugraben und 2007 bis Stade eröffnet.

Der Stadtverkehr in Harburg wurde ursprünglich von Straßenbahnlinien der Hamburger Hochbahn AG getragen. In den 1920er-Jahren entstand ein privater und später kommunalisierter Omnibus-Betrieb, der sich jedoch nicht halten konnte. Gegen das Zugeständnis Harburgs, keinen eigenen Verkehrsbetrieb zu unterhalten, erweiterte die Hochbahn ihr Straßenbahnnetz, das zur Zeit seiner größten Ausdehnung folgendes Aussehen hatte:

  • Rönneburg (Radickestr.) – Wilstorfer Straße – Mühlenstr. (heute Schloßmühlendamm) – Hamburg
  • Bahnhof – Heimfeld
  • Bahnhof – Bostelbek
  • Bahnhof – Appelbüttel

Zusätzlich unterhielt die Hochbahn in den 30er Jahren die Buslinien 36 (Eißendorf) und 39 (Marmstorf–Innenstadt–Fleestedt).

Schon während des Krieges reiften Gedanken, den Verkehr auf den damals modischen Oberleitungsbus umzustellen. 1949 wurde schließlich die Obus-Linie Eißendorf–Innenstadt–Fleestedt eingerichtet, auf der sogar Doppeldeckerbusse verkehrten. Zu dieser Zeit wurde der gesamte HHA-Verkehr in Harburg elektrisch betrieben, ergänzt durch private Dieselbusse nach Marmstorf (Eggers), Altwiedenthal–Ehestorf (Meyer) und mehrere Bahnbusse (Waldfrieden, Neu Wulmstorf). Schon bald kam es jedoch zu einer Abkehr vom elektrischen Verkehr: Die Obusse verschwanden schon 1958, die Straßenbahnen bis 1971.

1967 war der Gemeinschaftstarif des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) eingeführt worden, so dass man mit nur einem Fahrschein die Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn zwischen Hauptbahnhof, Harburg, Neugraben und Maschen sowie die Busse der Hochbahn benutzen konnte. Auch dies führte zu Verkehrsverlagerungen von der Straßenbahn auf die jetzt als „S3“ bezeichnete Bahnverbindung, die in unregelmäßigen Abständen mit lokbespannten Zügen und Silberlingen verkehrte. Bis 1976 unterhielt die DB eine Bahnbus-Schnelllinie Harburg/Rathaus–Hamburg/ZOB.

Das Busnetz passte sich der Siedlungsentwicklung an und erhielt immer weitere Verästelungen in den Neubaugebieten. Es besteht heute, was das Kerngebiet Harburgs betrifft, aus sechs Durchmesserlinien (14, 141, 241, 142, 143, 443) und vier Radiallinien (144, 145, 245, 249), die mit Ausnahme der Linie 249 tagsüber mindestens alle 20 Minuten betrieben werden. Durch Überlagerungen ergeben sich teilweise Taktfolgen von 5 Minuten. Die Durchmesserlinien verbinden entweder die Eißendorfer mit der Winsener oder die Stader mit der Jägerstraße. Der Versuch, eine Tangentialverbindung einzurichten (Bostelbek–Lübbersweg–Marmstorf–Sinstorf, 444) scheiterte 1995. Hinzu kommen Linien der KVG Stade, die ländlichere Räume wie Neuland (149, 349), Altwiedenthal (340), Moorburg (157) oder Neuenfelde (257) anbinden. Im Bereich Süderelbe verkehren mehrere Buslinien der HHA, meist über den ZOB Neugraben. Einzelne HHA-Linien haben ihren Endpunkt auf niedersächsischem Gebiet.

Der Überlandbusverkehr ist in den letzten Jahrzehnten auf wenige, allerdings dichte Verbindungen zusammengeschrumpft. Die KVG Hittfeld betreibt sechs Überlandlinien nach Hittfeld (148), Hittfeld–Jesteburg–Hanstedt (4148), Vahrendorf–Nenndorf (4244), Tötensen–Nenndorf–Buchholz (ebenfalls 4244), Over–Winsen (149) und in die Hamburger Stadtteile Finkenwerder (146) und Moorburg. Von Neugraben verkehren KVG-Busse nach Hollenstedt und Jork. Die KVG übernahm diese Linien in den 80er Jahren von der Post. Verschwunden sind die Bahnbus-Fernlinien nach Verden, Soltau und Munster sowie private Linien nach Hollenstedt und Ohlendorf–Winsen. Bis zur Eröffnung der S-Bahn endeten die meisten Überlandbusse auf einem ZOB neben der damaligen Schwimmhalle am Harburger Rathausplatz.

Durch Harburg verläuft außerdem der Radfernweg Hamburg-Bremen und der Radfernweg Flensburg-Gießen.

Die S-Bahn-Haltestelle Harburg-Rathaus ist zugleich Hamburgs größter Atombunker.

Im Zuge des Baus der U-Bahnlinie 4 durch die Hamburger Hochbahn wurde auch eine Verlängerung über Wilhelmsburg nach Harburg diskutiert.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In Harburg befindet sich die Technische Universität Hamburg-Harburg und deren Universitätsbibliothek. Auf dem Campus der Hochschule ist auch das Northern Institute of Technology Management (NIT) ansässig.

Zu den bekannten Schulen in Harburg gehören das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, das Friedrich-Ebert-Gymnasium, die Goethe-Schule Harburg, die Lessing-Stadtteilschule und die Schule In der Alten Forst.

Medien[Bearbeiten]

Die Tageszeitung Harburger Anzeigen und Nachrichten (HAN) berichtete bis 2013 neben überregionalen Themen als Lokalzeitung Schwerpunktmäßig über den Bezirk Harburg, einschließlich Wilhelmsburg und den Landkreis Harburg, als auch über Hamburg und Niedersachsen. Sie erschien seit 1844 in Harburg und war damit die älteste Tageszeitung in Hamburg.

Das Hamburger Abendblatt berichtet in seiner regional erhältlichen Beilage, der Harburger Rundschau täglich über Harburg, Wilhelmsburg und die benachbarten Orte in Niedersachsen. Daneben gibt es diverse weitere Wochenblätter und Szenemagazine mit regionalem Schwerpunkt.

Daneben bieten die Internetzeitungen harburg-aktuell.de und besser-im-blick.de Neuigkeiten aus dem Bezirk in Texten, Fotos, und Videos.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Am Außenmühlenteich (angelegt von Herzog Otto II. 1565) liegt sowohl der Harburger Stadtpark als auch das „MidSommerland“ (großes Freizeitbad mit Wasserrutsche, Therme und Sauna). Hier entstand auch 1921 das erste Bootshaus des Wassersport-Vereins Außenmühle, mittlerweile der Wassersport-Verein Süderelbe. Hier findet heute nur noch das Jugendtraining statt, das Hauptbootshaus befindet sich an der Süderelbe.

Im Stadtteil Neuland liegt, nahe der Anschlussstelle Hamburg-Harburg der A1, der Neuländer See. Neben einem Badestrand und Liegewiesen gibt es hier auch eine Wasserskianlage.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Fest der Spiele, Rieckhof Hamburg 2005

Die Phoenix Art Kulturstiftung – gegründet im Sommer 2001 durch die Phoenix AG und dem international renommierten Kunstsammler Harald Falckenberg. Über zwei Stockwerke erstrecken sich die modernen Ausstellungsräume – 2001 gestaltet vom Frankfurter Architekten Roger Bundschuh – auf einer Fläche von mehr als 4000 Quadratmetern.

  • „PhoenixArt dürfte in den nächsten 10 Jahren der führende Ort für die Auseinandersetzung mit der Gegenwartskunst in Deutschland sein.“ (Rheinischer Merkur)
  • „Die Sammlung Falckenberg gehört zu den 200 Besten der Welt“ ARTNEWS (New York)

Von Plastiken – beeinflusst von der Berliner Schule Anfang des 20. Jahrhunderts – bis zur Minimal Concept Kunst ist bis heute ein interessanter Mix von „Kunst im öffentlichen Raum“ realisiert worden. Der "Kunstpfad Harburg" mäandert sich ausgehend vom Rathaus entlang an 26 Kunstwerken einmal quer durch die Harburger Innenstadt. Der Rieckhof ist ein Kulturzentrum, in dem regelmäßig Konzerte und andere Veranstaltungen (z. B. Volkshochschule) stattfinden.

Das Archäologische Museum Hamburg (Helms-Museum) ist zugleich Hamburger Museum für Archäologie und informiert über die Geschichte Harburgs (letztere war bis 2009 in einer alten Feuerwache in der Hastedtstraße zu finden). Im Hauptgebäude am Museumsplatz ist auch das Harburger Theater untergebracht.

Seit 2000 widmet sich der Kunstverein Harburger Bahnhof im Bahnhof Hamburg-Harburg (über Gleis 3/4 im ehemaligen Wartesaal) internationaler aber auch regionaler zeitgenössischer Kunst. Im gleichen Gebäude dieses „Kulturbahnhofes“ ist im ehemaligen Lehrstellwerk der Jazzclub im Stellwerk untergebracht.

Das Harburger Mahnmal gegen Faschismus von Esther und Jochen Gerz ist, wie von den Künstlern gewollt, nur noch durch eine Sichtluke im Eingang der S-Bahn Station Harburg-Rathaus zu sehen. Seit 2006 wird der Musikpreis Harburg vergeben, zunächst vom inzwischen aufgelösten Verein Musik im Gespräch, seit 2013 vom Archäologischen Museum Hamburg. Mit ihm werden Musiker für ihre Verdienste um den Bezirk Harburg geehrt und begabte Nachwuchskräfte gefördert. Die 1930 gegründete Musikgemeinde ist der größte nichtkommerzielle Konzertanbieter der Hansestadt und führt jährlich mindestens zwölf große Konzerte in der Friedrich-Ebert-Halle durch.

Einmal im Jahr findet seit 2004 das selbstorganisierteUmsonst & Draußen“-Musikfestival „Keine Knete – trotzdem Fete“ im Stadtpark an der Freilichtbühne statt.

Der Harburger Binnenhafen[Bearbeiten]

Binnenhafenfest Hamburg-Harburg, Hauptbühne, Juni 2008

Der Harburger Binnenhafen ist ein Überwinterungshafen für Segelschoner und urbanes, lebendiges Hafenquartier. Nach zum Teil sehr ausgedehnten Segeltouren mit Schwerpunkt Nord- und Ostsee kehren die Segelschiffe in das sichere – durch eine Schleuse tideunabhängige – Gewässer des Hafens zurück. Durch die Nähe zur Jöhnk Werft können Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden.

Am ersten Wochenende im Juni findet seit 2001 das Harburger Binnenhafenfest statt. Es wird vom Verein KulturWerkstatt Harburg veranstaltet.[2]

Parks[Bearbeiten]

  • Harburger Stadtpark mit Schulgarten und dem Außenmühlen-Teich (ca. 900 m lang) in Wilstorf.

In Harburg bekam Georg Hölscher (1866–1932), Inhaber einer großen Gärtnerei und bereits seit längerem nebenberuflich auch als Stadt-Obergärtner tätig, den Auftrag zur Planung eines Stadtparks an der Westseite des Außenmühlenteiches. Noch 1913 begannen die Arbeiten, 1924 wurde der Park eingeweiht. Denkmalbüste Hölschers von „Ernst Küster“ (1935) am Rande eines Plateus am sog. „Hockeyplatz“

Von gartenkünstlerischer Bedeutung sind im Stadtpark eine aus Hecken geformte Freilichtbühne sowie im ehemaligen Schulgarten die großzügige Hauptallee sowie eine kürzlich mit neuer Bepflanzung aufgewertete Themengartenfläche. Der Schulgarten ist eine Anlage aus den Jahren 1929–1932, deren Bestandteile heute nur noch in Ansätzen zu erkennen sind.[3]

Naturschutzgebiete/Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Neben anderweitig geschützten Gebieten (Landschaftsschutz) sind im Bezirk folgende Naturschutzgebiete zu finden:

Daneben sind die Bracks Gutsbrack, Uhlenbuschbracks (zwei kleine Bracks), Papenbrack, Callabrack und die Eibe (800 bis 1000 Jahre alt) am Neuländer Deich als Naturdenkmäler besonders geschützt.

Im Bezirk befinden sich eine Reihe von Erhebungen (siehe: Liste von Erhebungen in Hamburg)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Nach dem Jahr der Ernennung:[4]

(1) im Oktober 1945 auf Senatsbeschluss aberkannt

Söhne und Töchter Harburgs[Bearbeiten]

Bezirksamtsleiter[Bearbeiten]

Leiter des Bezirksamtes Harburg, früher Bezirksleiter. (Bürgermeister von Harburg und Wilhelmsburg siehe unter Stadtteil)

  • 1945–1954 Alfred Höhlein
  • 1954–1957 Werner Stelly
  • 1958–1968 Walter Mohr
  • 1968–1977 Hans Dewitz
  • 1977–1984 Helmut Raloff
  • 1984–1990 Jobst Fiedler
  • 1991–1998 Michael Ulrich
  • 1998–2004 Bernhard Hellriegel
  • 2004–2011 Torsten Meinberg
  • Seit 2012  Thomas Völsch

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste der Kulturdenkmäler im Hamburger Bezirk Harburg

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Becker, Axel Tiedemann: Harburg von A-Z. Medien-Verlag Schubert, ISBN 3-929229-82-X.
  • Wolfgang Becker, Gerhard Szczepaniak, Ralf Busch: Harburg von 1970 bis heute. Medien-Verlag Schubert, 2000, ISBN 3-929229-74-9.
  • Jürgen Ellermeyer (Hrsg.): Harburg. Von der Burg zur Industriestadt. Beiträge zur Geschichte Harburgs. 1288–1938. Christians Verlag, ISBN 3-7672-1033-9.
  • Sybille Küttner: Hamburg-Harburg. Sutton-Verlag, Erfurt, 3. Auf. 2005, ISBN 978-3-89702-727-5.
  • Dieter Bönig: Harburg Stadt und Land. Limosa, ISBN 978-3-86037-334-7.
  • Gerhard Szczepaniak, Uwe Schubert, Jürgen Ehlers: Harburg im Wandel. Medien-Verlag Schubert, ISBN 3-9802319-5-X.
  • Ivar Lethi, Matthias Bublitz: Gegen den Strom und mit der Zeit: Ein Harburger Leben zwischen Alltag, Anarchismus und Außenmühle. BoD; Auflage: 1 (20. Mai 2009), ISBN 978-3-8391-0261-9.
  • Hans Harms, Ronald Kunze, Dirk Schubert: Die Baugenossenschaften in Harburg-Wilhelmsburg. Hamburg-Harburg 1994.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bezirk Harburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Stadtteil und Bezirksstatistik 2012 (PDF) des Statistischen Amtes für Hamburg und Schleswig-Holstein. Auf den Seiten 7–19 befinden sich die Angaben für ganz Hamburg bzw Vergleiche der Bezirke. Von Seite 202 bis 232 findet man die Angaben für den Bezirk Harburg und seine Stadtteile.
  • Hamburg-Harburg in Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bezirksverwaltungsgesetz (BezVG) vom 6. Juli 2006. Freie und Hansestadt Hamburg. Abgerufen am 13. Oktober 2014.
  2. Website des Harbuger Binnenhafenfestes
  3. zur Geschichte von Stadtpark und Schulgarten (Projekt Netplanet-Harburg)
  4. Die Liste der Ehrenbürger aus: Ernst Christian Schütt et al.: Die Chronik Hamburgs. Dortmund (Chronik-Verlag/Harenberg), 1991, ISBN 3-611-00194-5.