Bezirk Harburg
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Bezirk Harburg Bezirk von Hamburg |
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| Koordinaten | 53° 28′ 0″ N, 9° 59′ 0″ O53.4666666666679.983333333333320Koordinaten: 53° 28′ 0″ N, 9° 59′ 0″ O | ||||||||||||
| Höhe | 20 m ü. NHN | ||||||||||||
| Fläche | 125,4 km² | ||||||||||||
| Einwohner | 153.196 (31. Dez. 2011) | ||||||||||||
| Bevölkerungsdichte | 1222 Einwohner/km² | ||||||||||||
| Postleitzahl | 20144–21079 | ||||||||||||
| Vorwahl | 040 | ||||||||||||
| Adresse der Verwaltung |
Bezirksamt Hamburg-Harburg Harburger Rathausplatz 1 21073 Hamburg |
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| Website | www.hamburg.de/harburg | ||||||||||||
| Politik | |||||||||||||
| Bezirksamtsleiter | Thomas Völsch (SPD) | ||||||||||||
| Sitzverteilung (Bezirksversammlung) | |||||||||||||
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| Verkehrsanbindung | |||||||||||||
| Autobahn | |||||||||||||
| Bundesstraße | |||||||||||||
| Fernverkehr | |||||||||||||
| S-Bahn | |||||||||||||
| Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein | |||||||||||||
Der Bezirk Harburg ist ein Bezirk im Süden der Freien und Hansestadt Hamburg. Namensgebend ist der heutige Stadtteil Hamburg-Harburg als Zentrum des Bezirkes Harburg und der ehemals eigenständigen Stadt. Der 1951 entstandene Bezirk war bis zur Stadtteilreform 2008 (als Hamburg-Wilhelmsburg zum Bezirk Hamburg-Mitte ausgegliedert wurde) der flächengrößte Bezirk Hamburgs.
An den Bezirk Harburg grenzen im Norden und Osten der Bezirk Hamburg-Mitte, im Süden der Landkreis Harburg und im Westen der Landkreis Stade (beide in Niedersachsen).
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Nach dem Gesetz über die Bezirksverwaltung vom 21. September 1949 wurde die Gliederung Hamburgs in sieben Bezirke vorgenommen, deren Aufteilung unter Beteiligung von 7 Bezirksausschüssen (welche bei der Bürgerschaftswahl am 16. Oktober 1949 gewählt worden waren) am 11. Mai 1951 endgültig beschlossen wurde.
Einzig der Stadtteil Moorburg gehörte bereits vor 1937 zu Hamburg, die übrigen Gebiete des heutigen Bezirkes kamen damals durch das „Groß-Hamburg-Gesetz“ aus der preußischen Provinz Hannover in die Hansestadt Hamburg: Stadt und Stadtkreis Harburg-Wilhelmsburg, die seit 1927 aus den Städten Wilhelmsburg und Harburg (Elbe) mit den darin eingegliederten Gemeinden Heimfeld, Wilstorf, Lauenbruch und Eißendorf bestanden.
Ebenso die Gemeinden Altenwerder, Fischbek, Francop, Gut Moor, Langenbek, Marmstorf, Neuenfelde, Neugraben, Neuland, Rönneburg, Sinstorf aus dem Landkreis Harburg und Cranz aus dem Landkreis Stade.
Zum 1. April 1938 verloren die zum hamburgischen Staatsgebiet hinzugekommenen Städte und Gemeinden durch die Schaffung eines einzigen Stadtbezirkes und eines Landbezirkes ihre Selbständigkeit. Ein Jahr später wurde Hamburg in zehn und 1943 in sechs Kreise geteilt. Darunter der Kreis 8 = Wilhelmsburg, Harburg, Süderelbe, Finkenwerder.
Der Verwaltungssitz des Landkreises Harburg verblieb zunächst in Harburg. Am 21. November 1944 wurde die Harburger Innenstadt durch einen alliierten Luftangriff getroffen. Zerstört wurde dabei auch das Kreishaus als Sitz der Kreisverwaltung, die dann nach Winsen (Luhe) verlegt wurde. 1945 wurde der ehemalige Senator der Stadt Harburg Alfred Höhlein (SPD) erster Leiter des Bezirksamtes Harburg (bis 1954).
Wappen [Bearbeiten]
Das alte Harburger Wappen zeigt das Stadttor in rot mit blauer Turmhaube. Das Schild ist golden belegt mit einem blauen Löwen und roter Zunge. Mit dem Wappen wird an die Zugehörigkeit der Stadt Harburg zum Territorium der Herzöge zu Braunschweig-Lüneburg erinnert.
Als die beiden Städte Harburg und Wilhelmsburg zusammengeschlossen wurden, erhielten sie ein neues Stadtwappen. Das Harburger Wappen, ein weißes Torhaus auf weißem Grund mit drei Türmen, und geöffnetem Tor, in dem der braunschweigische Löwe steht, wurde um zwei Lilien auf den Zinnen der beiden Türme aus dem Wilhelmsburger Wappen ergänzt.
Heute hat das Harburger Wappen eher symbolischen Charakter und gilt nicht als offizielles Hoheitszeichen. Es wird jedoch noch heute auf Drucksachen der Harburger Bezirksversammlung verwendet.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Die folgende Übersicht zeigt die Volkszählungsergebnisse der Gemeinde Harburg nach dem jeweiligen Gebietsstand. Mit der Vereinigung 1927 zu Harburg-Wilhelmsburg überschritt die Einwohnerzahl der Gemeinde die Grenze von 100.000 und machte sie zur Großstadt. Bei der Zählung am 16. Juni 1933 hatte die Stadt 112.593 Einwohner. Seit dem 1. Januar 1938 ist sie Teil der Stadt Hamburg. Die Einwohnerzahlen beziehen sich ab 1861 auf die „ortsanwesende Bevölkerung“ und ab 1925 auf die Wohnbevölkerung.
Verwaltungsgliederung [Bearbeiten]
Der Bezirk Harburg besteht aus 17 Stadtteilen.
- ehemaliges Kerngebiet Harburg mit dem Stadtteilen Eißendorf, Gut Moor, Harburg, Heimfeld, Langenbek, Marmstorf, Neuland, Rönneburg, Sinstorf und Wilstorf;
- ehemaliger Ortsamtsbereich Süderelbe mit den Stadtteilen Altenwerder, Cranz, Francop, Hausbruch, Moorburg, Neuenfelde und Neugraben-Fischbek.
Für Einwohnerangelegenheiten gibt es neben dem Bezirksamt drei Kundenzentren, zwei für die früheren Ortsamtsbereiche Harburg und Süderelbe und eines für Ausländerangelegenheiten.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Durch den Bezirk Harburg verlaufen von Norden nach Süden die Bundesautobahn 7 und die Bundesautobahn 1. Vom Autobahnkreuz Hamburg-Georgswerder kommend geht die kurze Bundesautobahn 252 in die Wilhelmsburger Reichsstraße über, die Teil der Bundesstraßen 4 und 75 ist. Diese umgehen als Bundesautobahn 253 die Harburger Innenstadt und führen daran anschließend in südwestlicher Richtung bis zur Anschlussstelle Hamburg-Marmstorf an der A7. Unmittelbar nördlich davon zweigt die Bundesautobahn 261 von der A7 ab. Die Bundesstraße 73 durchquert den Bezirk in West-Ost-Richtung und endet an der Anschlussstelle Hamburg-Harburg-Mitte der A253.
Am Bahnhof Hamburg-Harburg treffen die Eisenbahnstrecken Hamburg-Hannover und Hamburg-Bremen mit den Strecken nach Cuxhaven (Unterelbebahn) und nach Hamburg zusammen. Eine Strecke der Hamburger S-Bahn, auf der die Linien S3 und S31 verkehren, führt aus der Hamburger Innenstadt über Wilhelmsburg und die Harburger Innenstadt und weiter über Neugraben im Westen des Bezirks bis nach Buxtehude und Stade. Die S-Bahn wurde 1983 bis Harburg Rathaus, 1984 bis Neugraben und 2007 bis Stade eröffnet.
Der Stadtverkehr in Harburg wurde ursprünglich von Straßenbahnlinien der Hamburger Hochbahn AG getragen. In den 20er Jahren entstand ein privater und später kommunalisierter Omnibus-Betrieb, der sich jedoch nicht halten konnte. Gegen das Zugeständnis Harburgs, keinen eigenen Verkehrsbetrieb zu unterhalten, erweiterte die Hochbahn ihr Straßenbahnnetz, das zurzeit seiner größten Ausdehnung folgendes Aussehen hatte:
- Rönneburg (Radickestr.) – Wilstorfer Straße – Mühlenstr. (heute Schloßmühlendamm) – Hamburg
- Bahnhof – Heimfeld
- Bahnhof – Bostelbek
- Bahnhof – Appelbüttel
Zusätzlich unterhielt die Hochbahn in den 30er Jahren die Buslinien 36 (Eißendorf) und 39 (Marmstorf–Innenstadt–Fleestedt).
Schon während des Krieges reiften Gedanken, den Verkehr auf den damals modischen Oberleitungsbus umzustellen. 1949 wurde schließlich die Obus-Linie Eißendorf–Innenstadt–Fleestedt eingerichtet, auf der sogar Doppeldeckerbusse verkehrten. Zu dieser Zeit wurde der gesamte HHA-Verkehr in Harburg elektrisch betrieben, ergänzt durch private Dieselbusse nach Marmstorf (Eggers), Altwiedenthal–Ehestorf (Meyer) und mehrere Bahnbusse (Waldfrieden, Neu Wulmstorf). Schon bald kam es jedoch zu einer Abkehr vom elektrischen Verkehr: Die Obusse verschwanden schon 1958, die Straßenbahnen bis 1971.
1967 war der Gemeinschaftstarif des HVV eingeführt worden, so dass man mit nur einem Fahrschein die Nahverkehrszüge der DB zwischen Hauptbahnhof, Harburg, Neugraben und Maschen sowie die Busse der Hochbahn benutzen konnte. Auch dies führte zu Verkehrsverlagerungen von der Straßenbahn auf die jetzt als „S3“ bezeichnete Bahnverbindung, die in unregelmäßigen Abständen mit lokbespannten Zügen und Silberlingen verkehrte. Bis 1976 unterhielt die DB eine Bahnbus-Schnelllinie Harburg/Rathaus–Hamburg/ZOB.
Das Busnetz passte sich der Siedlungsentwicklung an und erhielt immer weitere Verästelungen in den Neubaugebieten. Es besteht heute, was das Kerngebiet Harburgs betrifft, aus sechs Durchmesserlinien (14, 141, 241, 142, 143, 443) und vier Radiallinien (144, 145, 245, 249), die mit Ausnahme der Linie 249 tagsüber mindestens alle 20 Minuten betrieben werden. Durch Überlagerungen ergeben sich teilweise Taktfolgen von 5 Minuten. Die Durchmesserlinien verbinden entweder die Eißendorfer mit der Winsener oder die Stader mit der Jägerstraße. Der Versuch, eine Tangentialverbindung einzurichten (Bostelbek–Lübbersweg–Marmstorf–Sinstorf, 444) scheiterte 1995. Hinzu kommen Linien der KVG Stade, die ländlichere Räume wie Neuland (149, 349), Altwiedenthal (340), Moorburg (157) oder Neuenfelde (257) anbinden. Im Bereich Süderelbe verkehren mehrere Buslinien der HHA, meist über den ZOB Neugraben. Einzelne HHA-Linien haben ihren Endpunkt auf niedersächsischem Gebiet.
Der Überlandbusverkehr ist in den letzten Jahrzehnten auf wenige, allerdings dichte Verbindungen zusammengeschrumpft. Die KVG Hittfeld betreibt sechs Überlandlinien nach Hittfeld (148), Hittfeld–Jesteburg–Hanstedt (4148), Vahrendorf–Nenndorf (4244), Tötensen–Nenndorf–Buchholz (ebenfalls 4244), Over–Winsen (149) und in die Hamburger Stadtteile Finkenwerder (146) und Moorburg. Von Neugraben verkehren KVG-Busse nach Hollenstedt und Jork. Die KVG übernahm diese Linien in den 80er Jahren von der Post. Verschwunden sind die Bahnbus-Fernlinien nach Verden, Soltau und Munster sowie private Linien nach Hollenstedt und Ohlendorf–Winsen. Bis zur Eröffnung der S-Bahn endeten die meisten Überlandbusse auf einem ZOB neben der damaligen Schwimmhalle am Harburger Rathausplatz.
Durch Harburg verläuft außerdem der Radfernweg Hamburg-Bremen und der Radfernweg Flensburg-Gießen.
Die S-Bahn-Haltestelle Harburg-Rathaus ist zugleich Hamburgs größter Atombunker.
Im Zuge des Baus der U-Bahnlinie 4 durch die Hamburger Hochbahn wurde auch eine Verlängerung über Wilhelmsburg nach Harburg diskutiert.
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
- Beiersdorf AG mit tesa Werk Hamburg GmbH (u. a. Nivea und Pflaster) (2003: über 1500 Arbeitsplätze) in Hausbruch.
- Daimler AG mit ihrem Werk in Bostelbek (Stadtteil Heimfeld) ehemals Tempo-Werk, (2003: über 2600 Arbeitsplätze).
- Handelshof (Großhandelsunternehmen) ist ein C&C Großhandel, ehem. Behn & Behn.
- Harburg-Freudenberger (ehem. Thyssen Krupp) (2005: 460 Arbeitsplätze) in Harburg.
- Heidelberger Druckmaschinen Vertrieb Deutschland GmbH.
- Holborn Europa Raffinerie. (Ehemals Esso Raffinerie. Seit 1987 Holborn Europa Raffinerie GmbH)
- Gummiwerke Phoenix AG, seit 1. Januar 2005 zur Continental AG gehörend (seit 2007 ContiTech) (850 Arbeitsplätze) in Harburg.
- Phoenix-Center, ein von ECE Projektmanagement verwaltetes Einkaufszentrum (seit 2004).
- Shell Deutschland Oil GmbH
- J. J. Sietas-Werft in Neuenfelde (2009: 900 Arbeitsplätze)
- Süderelbe AG im Harburger Binnenhafen, die die wirtschaftliche Entwicklung in der südlichen Metropolregion Hamburg fördert.
Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]
In Harburg befindet sich die Technische Universität Hamburg-Harburg und deren Universitätsbibliothek. Auf dem Campus der Hochschule sind auch die Kühne School of Logistics and Management und das Northern Institute of Technology (NIT) ansässig.
Zu den bekannten Schulen in Harburg gehören das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Harburg, das Friedrich-Ebert-Gymnasium, die Goethe-Schule Harburg, die Lessing-Stadtteilschule und die Schule In der Alten Forst.
Medien [Bearbeiten]
Die Tageszeitung Harburger Anzeigen und Nachrichten (HAN) berichtet neben überregionalen Themen als Lokalzeitung Schwerpunktmäßig über den Bezirk Harburg, einschließlich Wilhelmsburg und den Landkreis Harburg, als auch über Hamburg und Niedersachsen. Sie erscheint seit 1844 in Harburg und ist damit die älteste Tageszeitung in Hamburg.
Auch das Hamburger Abendblatt berichtet in seiner regional erhältlichen Beilage, der Harburger Rundschau täglich über Harburg, Wilhelmsburg und die benachbarten Orte in Niedersachsen. Daneben gibt es diverse weitere Wochenblätter und Szenemagazine mit regionalem Schwerpunkt.
Daneben hat sich die Internetzeitung harburg-aktuell.de im Bereich neue Medien etabliert, die täglich Neuigkeiten aus dem Bezirk in Text und Foto, aber auch in Form von Videos anbietet.
Freizeit- und Sportanlagen [Bearbeiten]
Am Außenmühlenteich (angelegt von Herzog Otto II. 1565) liegt sowohl der Harburger Stadtpark als auch das „MidSommerland“ (großes Freizeitbad mit Wasserrutsche, Therme und Sauna). Hier entstand auch 1921 das erste Bootshaus des Wassersport-Vereins Außenmühle, mittlerweile der Wassersport-Verein Süderelbe. Hier findet heute nur noch das Jugendtraining statt, das Hauptbootshaus befindet sich an der Süderelbe.
Im Stadtteil Neuland liegt, nahe der Anschlussstelle Hamburg-Harburg der A1, der Neuländer See. Neben einem Badestrand und Liegewiesen gibt es hier auch eine Wasserskianlage.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Die Phoenix Art Kulturstiftung – gegründet im Sommer 2001 durch die Phoenix AG und dem international renommierten Kunstsammler Harald Falckenberg. Über zwei Stockwerke erstrecken sich die modernen Ausstellungsräume – 2001 gestaltet vom Frankfurter Architekten Roger Bundschuh – auf einer Fläche von mehr als 4000 Quadratmetern.
- „PhoenixArt dürfte in den nächsten 10 Jahren der führende Ort für die Auseinandersetzung mit der Gegenwartskunst in Deutschland sein.“ (Rheinischer Merkur)
- „Die Sammlung Falckenberg gehört zu den 200 Besten der Welt“ ARTNEWS (New York)
Von Plastiken – beeinflusst von der Berliner Schule Anfang des 20. Jahrhunderts – bis zur Minimal Concept Kunst ist bis heute ein interessanter Mix von „Kunst im öffentlichen Raum“ realisiert worden. Der Rieckhof ist ein Kulturzentrum, in dem regelmäßig Konzerte und andere Veranstaltungen (z. B. Volkshochschule) stattfinden.
Das Archäologische Museum Hamburg (Helms-Museum) ist zugleich Hamburger Museum für Archäologie und informiert über die Geschichte Harburgs (letztere war bis 2009 in einer alten Feuerwache in der Hastedtstraße zu finden). Im Hauptgebäude am Museumsplatz ist auch das Harburger Theater untergebracht.
Seit 2000 widmet sich der Kunstverein Harburger Bahnhof im Bahnhof Hamburg-Harburg (über Gleis 3/4 im ehemaligen Wartesaal) internationaler aber auch regionaler zeitgenössischer Kunst. Im gleichen Gebäude dieses „Kulturbahnhofes“ ist im ehemaligen Lehrstellwerk der Jazzclub im Stellwerk untergebracht.
Das Harburger Mahnmal gegen Faschismus von Jochen Gerz ist nur noch durch eine Sichtluke im Eingang der S-Bahn Station Harburg-Rathaus zu sehen.
Einmal im Jahr findet seit 2004 das selbstorganisierte „Umsonst & Draußen“-Musikfestival „Keine Knete – trotzdem Fete“ im Stadtpark an der Freilichtbühne statt.
Der Harburger Binnenhafen [Bearbeiten]
Der Harburger Binnenhafen ist ein Überwinterungshafen für Segelschoner und urbanes, lebendiges Hafenquartier. Nach zum Teil sehr ausgedehnten Segeltouren mit Schwerpunkt Nord- und Ostsee kehren die Segelschiffe in das sichere – durch eine Schleuse tideunabhängige – Gewässer des Hafens zurück. Durch die Nähe zur Jöhnk Werft können Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden.
Am ersten Wochenende im Juni findet seit 2001 das Harburger Binnenhafenfest statt. Es wird vom Verein KulturWerkstatt Harburg veranstaltet.[1]
Parks [Bearbeiten]
- Harburger Stadtpark mit Schulgarten und dem Außenmühlen-Teich (ca. 900 m lang) in Wilstorf.
In Harburg bekam Georg Hölscher (1866–1932), Inhaber einer großen Gärtnerei und bereits seit längerem nebenberuflich auch als Stadt-Obergärtner tätig, den Auftrag zur Planung eines Stadtparks an der Westseite des Außenmühlenteiches. Noch 1913 begannen die Arbeiten, 1924 wurde der Park eingeweiht. Denkmalbüste Hölschers von „Ernst Küster“ (1935) am Rande eines Plateus am sog. „Hockeyplatz“
Von gartenkünstlerischer Bedeutung sind im Stadtpark eine aus Hecken geformte Freilichtbühne sowie im ehemaligen Schulgarten die großzügige Hauptallee sowie eine kürzlich mit neuer Bepflanzung aufgewertete Themengartenfläche. Der Schulgarten ist eine Anlage aus den Jahren 1929–1932, deren Bestandteile heute nur noch in Ansätzen zu erkennen sind.[2]
- Alter Friedhof in Harburg mit historischen, teils verfallenen Grabdenkmälern
- Schwarzenbergpark mit historischem jüdischen Friedhof
- Göhlbachtal mit Lohmühlenteich, Graupenmühlenteich und Walkmühlenteich in Eißendorf.
- Meyers Park
Naturschutzgebiete/Naturdenkmäler [Bearbeiten]
Neben anderweitig geschützten Gebieten (Landschaftsschutz) sind im Bezirk folgende Naturschutzgebiete zu finden:
- NSG Schweenssand in Neuland
- NSG Fischbeker Heide (beinhaltet auch die Neugrabener Heide)
- NSG Moorgürtel
- NSG Finkenwerder Süderelbe
- NSG Mühlenberger Loch/Neßsand
Daneben sind die Bracks Gutsbrack, Uhlenbuschbracks (zwei kleine Bracks), Papenbrack, Callabrack und die Eibe (800 bis 1000 Jahre alt) am Neuländer Deich als Naturdenkmäler besonders geschützt.
Im Bezirk befinden sich eine Reihe von Erhebungen (siehe: Liste von Erhebungen in Hamburg)
Politik [Bearbeiten]
Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung Harburg wurde der Bezirk in die beiden Wahlkreise Harburg und Süderelbe eingeteilt, deren Grenzen jedoch nicht mit den vorhandenen Stadtteil- und Siedlungsstrukturen übereinstimmen.
In der Bezirksversammlung Harburg verfügt die SPD seit der Bezirksversammlungswahl 2011 über eine absolute Mehrheit. Es sind fünf Fraktionen in der Bezirksversammlung vertreten: SPD 26 Sitze, CDU 14 Sitze, GAL 5 Sitze, LINKE 3 Sitze, FDP 3 Sitze.
Für die Wahl zum Deutschen Bundestag gehört der Bezirk seit 2002 zum Bundestagswahlkreis Hamburg-Bergedorf – Harburg, zuvor zum Bundestagswahlkreis Hamburg-Harburg und wurde von 1949 bis heute lediglich von 2 direkt gewählten Abgeordneten vertreten: Herbert Wehner (SPD) von 1949 bis 1983 und Hans-Ulrich Klose (SPD) von 1983 bis laufend. Seit Januar 2012 ist Thomas Völsch (SPD) Bezirksamtsleiter von Hamburg-Harburg.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Ehrenbürger [Bearbeiten]
Nach dem Jahr der Ernennung:[4]
- 1849: Johann Heinrich Blohm, Wasserbaudirektor
- 1859: Eberhard Christian Compe, Oberamtmann
- 1868: Christian Ernst Jochheim, Kaufmann
- 1868: Georg Friedrich Steinike, Rechnungsrat
- 1876: Adolf Göschen, Generalsuperintendent
- 1897: Friedrich Ludwig Weusthoff, Kaufmann
- 1897: Ludwig Heinrich Bernhard Bornemann, Gerichtsrat
- 1897: Rudolf von Bennigsen, Oberpräsident der Provinz Hannover
- 1899: Julius Ludowieg, Oberbürgermeister 1885–1899
- 1924: Heinrich Denicke, Oberbürgermeister 1899–1924
- 1926: Hermann Maul, Senator
- 1926: Theodor Nöldeke, Orientalist
- 1926: Eduard Weinlig, Senator
- 1927: Friedrich Thörl, Kommerzienrat
- 1934: Wilhelm Weber, Kommerzienrat
- 1934: Otto Telschow, Gauleiter von Ost-Hannover(1)
(1) im Oktober 1945 auf Senatsbeschluss aberkannt
Söhne und Töchter Harburgs [Bearbeiten]
- Christian Friedrich Weichmann (1698–1770), Jurist, Publizist, Dichter
- Dietrich Georg von Kieser (1779–1862), Mediziner, Politiker
- Friedrich Ludwig Wilhelm Meyer (1758–1840), Schriftsteller
- Christian Heinrich Tramm (1819–1861), Architekt, Hofbaumeister
- Hermann Helmer (1849–1919), Architekt
- Hans Gerhard Creutzfeldt (1885–1964), Neurologe (Creutzfeld-Jakob-Krankheit)
- Carl Hagemann (1871–1945), Intendant des Mannheimer Nationaltheater 1906–1910 und 1915–1920
- Lieselotte Pongratz (1923–2001), Soziologin und Kriminologin
- Heino Jaeger (1938–1997), Maler, Dichter und Kabarettist
- Horst Meyer (* 1941), Ruderer, der 1968 Olympiasieger mit dem Achter wurde
- Volker Rühe (* 1942), Politiker, ehem. Verteidigungsminister
- Carsten Pape (* 1956), Sänger und Songwriter
- Heinz Strunk, eigentlich Mathias Halfpape (* 1962), Entertainer
- Jens Matthies (* 1977), Fußballspieler
- Eren Şen (* 1984), Fußballspieler
Bezirksamtsleiter [Bearbeiten]
Leiter des Bezirksamtes Harburg, früher Bezirksleiter. (Bürgermeister von Harburg und Wilhelmsburg siehe unter Stadtteil)
- 1945–1954 Alfred Höhlein
- 1954–1957 Werner Stelly
- 1958–1968 Walter Mohr
- 1968–1977 Hans Dewitz
- 1977–1984 Helmut Raloff
- 1984–1990 Jobst Fiedler
- 1991–1998 Michael Ulrich
- 1998–2004 Bernhard Hellriegel
- 2004–2011 Torsten Meinberg
- Seit 2012 Thomas Völsch
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Wolfgang Becker, Axel Tiedemann: Harburg von A-Z. Medien-Verlag Schubert, ISBN 3-929229-82-X.
- Wolfgang Becker, Gerhard Szczepaniak, Ralf Busch: Harburg von 1970 bis heute. Medien-Verlag Schubert 2000, ISBN 3-929229-74-9.
- Jürgen Ellermeyer (Hrsg.): Harburg. Von der Burg zur Industriestadt. Beiträge zur Geschichte Harburgs. 1288–1938. Christians Verlag, ISBN 3-7672-1033-9.
- Sybille Küttner: Hamburg-Harburg. Sutton-Verlag, Erfurt, 3. Auf. 2005, ISBN 978-3-89702-727-5.
- Dieter Bönig: Harburg Stadt und Land. Limosa, ISBN 978-3-86037-334-7.
- Gerhard Szczepaniak, Uwe Schubert, Jürgen Ehlers: Harburg im Wandel. Medien-Verlag Schubert, ISBN 3-9802319-5-X.
- Ivar Lethi, Matthias Bublitz: Gegen den Strom und mit der Zeit: Ein Harburger Leben zwischen Alltag, Anarchismus und Außenmühle. BoD; Auflage: 1 (20. Mai 2009), ISBN 978-3-8391-0261-9.
- Hans Harms, Ronald Kunze, Dirk Schubert: „Die Baugenossenschaften in Harburg-Wilhelmsburg“. Hamburg-Harburg 1994
Weblinks [Bearbeiten]
- Stadtteil und Bezirksstatistik 2012 des Hamburger Statistikamtes als PDF. Auf den Seiten 7–19 befinden sich die Angaben für ganz Hamburg bzw Vergleiche der Bezirke . Von Seite 202 bis 232 findet man die Angaben für den Bezirk Harburg und seine Stadtteile.
- Harburg auf Hamburg.de
- Hamburg-Harburg in Bildern
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Website des Harbuger Binnenhafenfestes
- ↑ zur Geschichte von Stadtpark und Schulgarten (Projekt Netplanet-Harburg)
- ↑ a b Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, abgerufen am 7. März 2011
- ↑ Die Liste der Ehrenbürger aus: Ernst Christian Schütt et al.: Die Chronik Hamburgs. Dortmund (Chronik-Verlag/Harenberg), 1991, ISBN 3-611-00194-5.
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