Hamburg-Cranz

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Wappen von Hamburg

Cranz
Stadtteil von Hamburg

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Koordinaten 53° 32′ 13″ N, 9° 46′ 50″ O53.536889.78042Koordinaten: 53° 32′ 13″ N, 9° 46′ 50″ O
Fläche 1,3 km²
Einwohner 423 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte 325,4 Einwohner/km²
Postleitzahl 2....
Vorwahl 040
Bezirk Harburg
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Hamburg-Cranz ist ein Hamburger Stadtteil im äußersten Westen des Bezirks Harburg. Cranz liegt unmittelbar südlich der Elbe.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Geografische Lage [Bearbeiten]

Der Ort liegt an Unterelbe und Este und ist geographisch der östlichste Ort der Zweiten Meile des Alten Landes, die von der Lühe bis zur Este reicht. Entsprechend ist die Ortskultur auch vom Obstbau geprägt. Cranz ist wie das umliegende Alte Land ein beliebtes Ausflugsziel der Hamburger.

Die Bebauung befindet sich fast ausschließlich an und auf den Deichen von Elbe und Este. Das Hinterland dient dem Obstbau.

Geschichte [Bearbeiten]

Cranz um 1905
Cranz in 2012

Cranz wurde erstmals 1341 urkundlich erwähnt. Der Name weist auf die Eigentümlichkeit der Siedlung hin, die Häuser direkt an die Deiche zu bauen, so dass sie in kranzartiger Weise an den Ufern der Flüsse Este und Lühe lag.[1] Im dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf 1645 schwedisch, bevor 1712 die Dänen die Herrschaft übernahmen. Nach dem deutsch-dänischen Krieg kam Cranz 1863 zum Königreich Hannover, mit dem es 1866 von Preußen annektiert wurde.

Aufgrund des Groß-Hamburg-Gesetzes von 1937 wurde Cranz als einziger Ort der Zweiten Meile des Alten Landes nach Hamburg eingemeindet (die Dritte Meile östlich der Este wurde komplett hamburgisch). Zuvor gehörte es zum preußischen Regierungsbezirk Stade.

In den 1970er Jahren wurde im äußersten Süden des Stadtteils die viergeschossige Siedlung Estebogen erbaut, in der vorwiegend Werftarbeiter türkischer Herkunft der nahegelegenen Sietas-Werft in Neuenfelde leben.

Politik [Bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Cranz zum Wahlkreis Süderelbe. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis[2]:

  1. SPD 46,2 % (+9,2)
  2. CDU 21,6 % (-22,3)
  3. GAL 14,6 % (+8,0)
  4. FDP 7,2 % (-0,1)
  5. Die Linke 5,3 % (+0,7)
  6. Übrige 5,1 % (+4,5)

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Estesperrwerk mit halbgeöffneter Klappbrücke

Bauwerke [Bearbeiten]

Nach der Sturmflut 1962 wurde das Estesperrwerk erbaut, das heute das einzige Gebäude von nennenswerter architektonischer Relevanz im Ort ist. Das Sperrwerk wurde in den Jahren 1996 bis 2000 durch einen Neubau ersetzt und verfügt über eine lichte Durchfahrtsbreite von 40 m.[3]

Sport [Bearbeiten]

Am Estebogen spielt der Verein SV Este 06/70, der nach dem gleichnamigen Fluss benannt ist. Obwohl ansässig in einem nicht einmal 1000-Einwohner-Stadtteil, spielt er 2011/12 in der Hamburger Landesliga, welches die zweithöchste Spielklasse im Hamburger Fußball und sechsthöchste in Deutschland insgesamt ist.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Fischfang 2006 auf der Unterelbe vor Cranz. Links die Sietas-Werft in Neuenfelde und die Hubbrücke am Este-Sperrwerk. (Blick von Blankenese)

Verkehr [Bearbeiten]

Cranz ist unter anderem mit der Elbfähre von Blankenese aus erreichbar. Außerdem fährt die HVV-Buslinie 150 über Finkenwerder nach Altona. Die HVV-Buslinie 2357 verbindet Cranz mit dem niedersächsischen Teil des Alten Landes und fährt über Jork, Steinkirchen und Hollern-Twielenfleth nach Stade.

Bildung [Bearbeiten]

Mit der Schule Cranz am Estebogen gibt es in Cranz eine Grundschule, die seit dem Schuljahr 2010/2011 eine Ganztägige Bildung und Betreuung (GBS) anbietet.

Literatur [Bearbeiten]

  • Hamburg von Altona bis Zollenspieker, Hoffmann und Campe, Hamburg, 2002. Stadtteilartikel über Cranz.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Cranz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten. Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 28.
  2. Ergebnis bei www.statistik-nord.de
  3. Stadt Hamburg - Geotouristische Objekte: Estesperrwerk, abgerufen am 22. Januar 2012