Hannibal Rising – Wie alles begann

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Filmdaten
Deutscher Titel Hannibal Rising – Wie alles begann
Originaltitel Hannibal Rising
Produktionsland Vereinigtes Königreich, Tschechien, Frankreich, Italien
Originalsprache Englisch, Deutsch
Erscheinungsjahr 2007
Länge Unrated: ca. 126 Minuten
Kinoversion: ca. 116 Minuten
Gekürzte Fassung: ca. 103 Minuten
Altersfreigabe FSK 18[1] (Uncut-Fassung)
16 (geschnittene Fassungen)
Stab
Regie Peter Webber
Drehbuch Thomas Harris
Produktion Tarak Ben Ammar
Martha De Laurentiis
Dino De Laurentiis
Musik Ilan Eshkeri
Shigeru Umebayashi
Kamera Ben Davis
Schnitt Valerio Bonelli
Pietro Scalia
Besetzung

Hannibal Rising – Wie alles begann (Hannibal Rising) ist ein US-amerikanisch-britisch-französischer Thriller von Peter Webber aus dem Jahr 2007. Das Drehbuch schrieb Thomas Harris anhand des eigenen Romans Hannibal Rising. Der Film ist ein Prequel zum Roman Roter Drache.

Handlung[Bearbeiten]

Litauen im Jahre 1944: Die Rote Armee ist auf dem Vormarsch nach Westen und befindet sich im Krieg mit der Wehrmacht. Hannibal Lecter und seine Schwester Mischa verlassen mit ihren Eltern ihr heimisches Schloss, um im Wald in einer Hütte Schutz zu suchen. Ein russischer Panzer macht an der Hütte halt und wird dort von einem Sturzkampfflugzeug gesichtet und angegriffen. Der Panzer erwidert das Feuer, worauf das Flugzeug auf den Panzer stürzt und beide in Flammen aufgehen. Die Besatzungen sowie Hannibals Eltern werden dabei getötet.

Hannibal und seine Schwester sind nun in der Hütte im kalten Winter auf sich alleine gestellt. Marodeure kommen des Weges und nutzen die Hütte als Unterschlupf. Als auch nach Tagen nichts Essbares aufzutreiben ist, töten sie Mischa und essen deren Fleisch. Hannibal muss die Szene beobachten, wird sich aber in der Folge nicht mehr bewusst daran erinnern können. Später wird er, ziellos umherwandernd und stumm, von sowjetischen Soldaten gefunden, die ihn zurück in die ehemalige Burg Lecter bringen, welche jetzt eine Waisenunterkunft des Volkes ist. Nach acht Jahren flüchtet Hannibal aus der Waisenunterkunft nach Frankreich. Von alten Briefen weiß er, dass dort sein Onkel Robert Lecter wohnen soll.

In Frankreich angekommen, erfährt er, dass sein Onkel bereits verstorben ist. Er kommt auf dem Anwesen seines Onkels unter, wo er zusammen mit seiner japanischen Tante Murasaki lebt. Als seine Tante auf dem Markt von einem Metzger beleidigt wird, prügelt er sich mit dem Mann. Später sucht er den Mann auf um ihn mit dem japanischen Langschwert (Katana) seiner Tante zu töten. Er köpft diesen und bringt seiner Tante den Kopf. Da der Polizei bekannt war, dass er sich mit dem Metzger gestritten hatte, wird er vorgeladen und verhört. Den Lügendetektortest besteht er jedoch, da er keine Emotionen zeigt.

Als hohe Erbschaftssteuern auf den Nachlass des Onkels fällig werden, ist man gezwungen das Schloss des Onkels zu verkaufen. Lecter zieht zusammen mit Tante Murasaki nach Paris und nimmt dort ein Medizinstudium auf. Um mehr über die Mörder seiner Schwester herauszufinden, unternimmt er eine Reise zurück nach Litauen. Dort findet er in der ehemaligen Hütte tatsächlich noch die alten Erkennungsmarken der Marodeure und kennt nun so ihre Namen. Einen kann er direkt noch vor Ort ausfindig machen und tötet ihn. Zurück in Frankreich sucht er nach und nach alle anderen auf und tötet sie ebenso. Der damalige Anführer erzählt ihm vor seinem Tod noch, dass auch er selbst, ohne es zu wissen, von dem Fleisch seiner Schwester gegessen hatte. Den letzten Mörder seiner Schwester findet und tötet er dann in Kanada.

Kritiken[Bearbeiten]

Hannibal Rising stieß überwiegend auf negative Kritiken und konnte auch finanziell nicht an den großen Erfolg der vorhergehenden Filme anschließen.[2] Auf Rotten Tomatoes wird der Film - basierend auf 143 ausgewerteten Kritiken - mit 15 von 100 Punkten bewertet. Als zusammenfassender Konsens heißt es dort: "Hannibal Rising reduziert die Horrorikone zu einer Ansammlung alltagspsychologischer Eigenschaften."[3]

Michael Rechtshaffen schrieb in der Zeitschrift The Hollywood Reporter vom 9. Februar 2007, der Regisseur Peter Webber schaffe es nicht, die Romanvorlage richtig umzusetzen. Rechtshaffen kritisierte die „plumpen“ („awkward“) Darstellungen und die „steifen“ Dialoge. Der Film schwanke zwischen „fürchterlich albern“ („awfully silly“) und „fürchterlich langweilig“ („awfully boring“).[4]

James Berardinelli hielt 2007 in auch sonst überaus deutlichen Worten fest: „[…] schlechtes Buch, schlecht gespielt, schlechte Regie […] Es ist kein Stil ersichtlich.“[5]

„Vor den Filmen Roter Drache und Das Schweigen der Lämmer angesiedeltes Prequel, das die Motivation des monströsen Serienkillers ausloten soll. Ein formal perfekter, visuell höchst drastischer Thriller, der durch die klug in der Schwebe gehaltene Ambivalenz gegenüber dem verabscheuungswürdigen "Helden" nachhaltig irritiert.“

Lexikon des Internationalen Films[6]

Der Film wurde für den Negativpreis Goldene Himbeere in den Kategorien "Schlechtester Horrorfilm" und "Schlechtestes Prequel oder Sequel" nominiert.[7]

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Handlung spielt zwar in Litauen und in Paris, der Film wurde aber in Tschechien und im Vereinigten Königreich gedreht. Als Kulisse für das Familienschloss der Lecters diente Burg Kost in Tschechien, als Residenz von Grutas wurde die Villa Tugendhat in Brünn verwendet. Die Produktionskosten betrugen ca. 50 Millionen US-Dollar.[8] Der Kinostart in den USA, Deutschland und Österreich war im Februar 2007.[9] In den USA spielte der Film knapp 27,7 Millionen US-Dollar ein, im Ausland zudem weitere 55,5 Millionen. Mit einem Gesamteinspielergebnis von knapp 83,2 Millionen US-Dollar wurden zwar die Produktionskosten übertroffen, jedoch bedeutet die reine Kinoauswertung für den Verleiher bzw. Produzenten somit einen Verlust von etwa 8 Millionen US-Dollar plus Marketing- und Vertriebskosten.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 83 kB) der FSK
  2. http://www.imdb.com/title/tt0367959/business?ref_=tt_dt_bus
  3. http://www.imdb.com/title/tt0367959/business?ref_=tt_dt_bus
  4. Kritik von Michael Rechtshaffen auf hollywoodreporter.com (anmeldepflichtig)
  5. Kritik von James Berardinelli auf reelviews.net
  6. Hannibal Rising – Wie alles begann im Lexikon des Internationalen Films
  7. http://www.imdb.com/title/tt0367959/awards
  8. Box office / business für Hannibal Rising
  9. Starttermine für Hannibal Rising
  10. Informationsseite zum Film auf der Box-Office-Seite boxofficemojo.com