Goldene Himbeere

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Logo der Razzie Awards
29. Verleihung der Goldenen Himbeere, 2009

Die Goldene Himbeere, im amerikanischen Original Golden Raspberry Award (kurz Razzie Award) ist ein Filmpreis, entworfen als eine Art Gegen-Oscar, der seit 1981 als Negativpreis in verschiedenen Kategorien für die jeweils schlechteste Leistung des Jahres traditionell am Abend vor der Oscar-Verleihung vergeben wird.

Hinter dem Preis steht die von dem Cineasten John Wilson gegründete Golden Raspberry Award Foundation (G.R.A.F.), der 2007 über 750 Filmkritiker, Journalisten und Filmschaffende aus 42 US-Staaten und mehr als zwölf Ländern angehörten. Aus Deutschland benennt die Münchner Filmwerkstatt 50 Personen, die an der Abstimmung teilnehmen.

Die Preis-Statue besteht aus einer Kunststoffhimbeere, die auf eine Super-8-Filmrolle aus Aluminium geklebt ist. Das Ganze ist mit Goldfarbe überzogen. Der Materialwert lag 2007 bei 4,97 Dollar.[1] Er ist in den letzten Jahren um gut ein Viertel gestiegen, da die alten Filmrollen schwerer zu bekommen sind.

Aus dem Cockney Rhyming Slang stammt der englische Ausdruck to blow a raspberry für das Flattern der Lippen auf der herausgestreckten Zunge, welches ein Zeichen der Verhöhnung ist.[2] Da englisch raspberry ,Himbeere‘ heißt, wurde dieser Name für den Preis gewählt.

Die 34. Golden Raspberry Awards wurden am 1. März 2014, dem Vorabend der Oscarverleihung, in den IgnitedSpaces im kalifornischen Hollywood, Los Angeles vergeben.

Jährliche Preisvergabe[Bearbeiten]

Kategorien[Bearbeiten]

Ältere und unregelmäßig erscheinende Kategorien[Bearbeiten]

Einmalige, aus besonderem Anlass vergebene Kategorien[Bearbeiten]

Sonderpreisvergaben[Bearbeiten]

Rückblickend auf ein Jahrzehnt werden an besonders schlechte Filmwerke und Filmschaffende nochmals Goldene Himbeeren verliehen, so geschehen für die 1980er, 1990er und 2000er Jahre. Während der Preisverleihung zur Goldenen Himbeere 2000 wurden des Weiteren für das 20. Jahrhundert die schlechteste Schauspielerin und der schlechteste Schauspieler des Jahrhunderts gekürt. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Goldenen Himbeere wurden auf der Preisverleihung 2005 Trophäen für das Schlechteste aus 25 Jahren verliehen.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Die Gewinner nehmen den Preis nur in den seltensten Fällen persönlich entgegen: Bisher holten unter anderem Tom Green (Freddy Got Fingered), Robert Conrad (Wild Wild West), Showgirls-Regisseur Paul Verhoeven, Halle Berry und Sandra Bullock (Verrückt nach Steve) ihre Himbeeren ab. Berry hatte in einem Interview kurz vor der Verleihung 2005 verkündet, sie würde sich ihren Preis auch abholen, wenn sie gewänne. Sie sagte dazu: „Wenn ich eine Himbeere bekomme, gehe ich auf jeden Fall zur Verleihung. Ich finde, wer zu den Oscars geht, sollte auch zu den Razzies kommen.“ Dieses Versprechen hielt sie und nahm im Jahr 2005 den Preis persönlich für den Film Catwoman entgegen. In ihrer Rede nahm sie sich selbst – in Anspielung auf ihre Dankesrede bei der Oscarverleihung im Jahr 2002 – auf die Schippe.
  • Adam Sandlers Film Jack und Jill erhielt 2012 mit zehn Stück die bisher meisten goldenen Himbeeren in der Geschichte des Preises.[4] Der Film gewann zugleich als erster in allen zu vergebenden Kategorien und löste damit den bisherigen Rekordhalter Battlefield Earth ab, der bei der Goldenen Himbeere 2001 sieben von möglichen neun Auszeichnungen erhielt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Goldene Himbeere – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung der Golden Raspberry Award Foundation zur Goldenen Himbeere 2007
  2. Die schlechtesten Filme aller Zeiten. Telepolis, abgerufen 22. Januar 2013
  3. 2003 RAZZIE® Nominees & "Winners". In: razzies.com. 4. Dezember 2005, abgerufen am 9. Januar 2013.
  4. Adam Sandler stellt Schmähpreis-Rekord auf. Spiegel Online