Hat Yai

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หาดใหญ่
Hat Yai
Hat Yai (Thailand)
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Koordinaten 7° 1′ N, 100° 28′ O7.02100.46Koordinaten: 7° 1′ N, 100° 28′ O
Basisdaten
Staat Thailand

Provinz

Songkhla
Webauftritt www.hatyaicity.go.th/index.php
Politik
Bürgermeister Prai Pattano
Hatyaicity1.jpg

Hat Yai (auch Haad Yai, Thai: หาดใหญ่) ist die größte Stadt in Südthailand. Sie liegt in der Provinz Songkhla und ist die Hauptstadt des Landkreises (Amphoe) Hat Yai. Seit 1995 hat sie den Status einer Großstadt (Thesaban Nakhon).

Der Name Hat Yai ist abgeleitet von Mahat Yai (มะหาดใหญ่), was übersetzt „Großer Mahat-Baum“ (Artocarpus lacucha) heißt.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Süden des Landes, etwa 55 Kilometer von der Grenze zu Malaysia und 30 Kilometer von der Provinzhauptstadt Songkhla am Golf von Thailand entfernt. Mit etwa 157.359 Einwohnern (Bevölkerungsstatistik 2008) ist Hat Yai die größte Stadt der Provinz Songkhla, allerdings nicht deren Hauptstadt. Sie ist sogar die größte Stadt der gesamten Südregion Thailands. Darüber hinaus hat die Kernstadt Hat Yai noch ein sehr dicht besiedeltes Umland: In der Vorstadt Kho Hong leben weitere 45.052, in Khuan Lang 41.548, in Khlong Hae 31.603 Einwohner.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Südlinie der Thailändischen Staatseisenbahn, die von Bangkok durch Malaysia nach Singapur führt. Der internationale Bahnhof von Hat Yai ist der größte in Süd-Thailand. Hier werden pro Tag 28 Züge abgefertigt, 26 Züge der SRT (State Railway of Thailand) und zwei (Ekspres Langawi) der malaysischen KTMB.

Am Stadtrand befindet sich der internationale Flughafen Hat Yai (IATA-Code: HDY).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Hat Yai

Bis zum Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1922 war Hat Yai nur ein kleiner Ort, der ursprünglich Khok Samet Chun hieß. Zu jener Zeit hatte Khok Samet Chun nur vier Einwohner, aber durch Investitionen von Khun Niphat-Chin-Nakhon (Thai: ขุนนิพัทธ์จีนนคร, chinesisch 謝枢泗, Jia Gi Si, *30. Oktober 1886, † 10. Dezember 1972, ein Hokkien-Chinese, Unternehmer für die Eisenbahn-Verbindung von Nakhon Si Thammarat nach Pattani) wuchs es schnell zu einer kleinen Stadt heran.[1]

Die Abzweigung der Bahnstrecke Bangkok - Padang Besar (Malaysia) nach Songkhla lag ursprünglich bei Khlong U Tapao, etwa 3 km nördlich des heutigen Hat Yai. Da dieser Ort aber oft Überschwemmungen ausgeliefert war, verlegte die RSR (Royal Siamese Railway, die heutige State Railway of Thailand) die Abzweigung an den heutigen Ort, U Tapao wurde zum Haltepunkt der Bahn nach Songkhla „degradiert“, am 1. Juli 1978 wurde die Bahnstrecke nach Songkhla ganz geschlossen. Reste der Gleisanlagen sind noch heute zu sehen [1]

Ab 1922 wurde Hat Yai stetig größer, maßgeblich aufgrund seiner Rolle als Umschlagplatz im florierenden Handel mit Kautschuk. Es wurde 1928 zunächst zum Sukhaphiban (Sanitärbezirk) erklärt, 1935 zur Thesaban Tambon (Kleinstadt). Im Jahre 1949 wurde ihr der Stadt-Status (Thesaban Mueang) verliehen, 1995 sie zur Großstadt (Thesaban Nakhon) heraufgestuft. [1]

Hat Yai ist kulturell eindeutig von der Bevölkerungsgruppe der chinesischstämmigen Thailänder geprägt. Waren diese im Rahmen der „Thaiisierungs“-Politik zunächst gedrängt, ihr eigenes ethnisches Erbe zu verleugnen und sich zu assimilieren, kann seit dem wirtschaftlichen Boom der 1980er-Jahre eine verstärkte Emanzipation und Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln beobachtet werden. Nach außen hin sichtbar zeigt sich dies in Hat Yai unter anderem an der Statue der weiblichen Bodhisattva Guanyin und an der Feier des Thesakan Kin Che („vegetarisches Fest der neun Kaisergötter“) an neun Tagen Ende September bis Anfang Oktober.[2]

Wesentlich zur Prosperität von Hat Yai hat auch der Tourismus beigetragen. Die Besucher kommen zu einem bedeutenden Teil aus Malaysia. Dabei spielt auch der Sextourismus eine bedeutende Rolle, da Prostitution in Malaysia wesentlich strenger verfolgt wird als in Thailand.[3]

Am 2. Dezember 1989 wurde hier das Abkommen von Hat Yai zwischen der Kommunistischen Partei Malayas und der malaysischen Regierung sowie der thailändischen Armee geschlossen, wonach erstere ihren bewaffneten Kampf aufgab.[4]

Bildungs-Einrichtungen[Bearbeiten]

In Hat Yai befindet sich der größte Campus der Prince of Songkla-Universität. Daneben gibt es seit 2002 eine buddhistische Universität, die Mahapanya Vidayalai.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Geschichte der Stadt (Version vom 17. Januar 2013 im Internet Archive) (Internet Archives; auf Englisch)
  2. Marc Askew: Materializing merit. The symbolic economy of religious monuments and tourist pilgrimage in contemporary Thailand. In: Religious Commodifications in Asia. Marketing Gods. Routledge, Abingdon/New York 2008, S. 115–116.
  3. Marc Askew: Sex and the sacred. Sojourners and visitors in the making of the Southern Thai Borderland. In: Centering the Margin. Agency and Narrative in Southeast Asian Borderlands. Berghahn, 2006, S. 193.
  4. Karl Hack: The Long March to Peace of the Malayan Communist Party in Southern Thailand. In: Thai South and Malay North. Ethnic Interactions on the Plural Peninsula. NUS Press, Singapur 2008, S. 195.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amphoe Hat Yai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien