Südthailand

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Die 14 Provinzen Südthailands
Nach Wahlkreisen umfasst Südthailand (Region 8) nur zwölf Provinzen

Südthailand (Thai: ภาคใต้, ausgesprochen: [pʰâːk-tâi]) ist eine Region in Thailand, die alle Provinzen (Changwat) südlich des Isthmus von Kra auf der Malaiischen Halbinsel umfasst.

Geographie[Bearbeiten]

Im Westen fallen steilere Küsten in den Indischen Ozean ab, während die Ostküste flacher ist und von Flüssen durchzogene Tiefebenen aufweist. Der größte Fluss in Südthailand ist der Tapi, der gemeinsam mit dem Phum Duang mehr als 8.000 km² entwässert, also etwas mehr als 10 % der gesamten Fläche von Südthailand. Weitere Flüsse sind der Pattani, der Saiburi und der Trang. Der größte See ist der Thale Sap mit einer Fläche von 1.040 km².

Mitten durch die Halbinsel erstrecken sich in nord-südlicher Richtung Ausläufer des Himalaja-Gebirges. Die höchste Erhebung ist der Khao Luang in der Provinz Nakhon Si Thammarat. Vom Isthmus von Kra aus südlich geht die Phuket-Bergkette, die nach Norden hin mit der Tanao Si-Kette verbunden ist. Etwa 100 Kilometer östlich der Phuket-Berge verläuft fast parallel das Nakhon Si Thammarat- oder Banthat-Gebirge. Es beginnt etwa auf der Höhe von Ko Samui und endet am Archipel von Ko Tarutao an der Grenze zu Malaysia.

Die Grenze zu Malaysia im Süden wird durch die Sankarakhiri-Kette gebildet.

Verwaltung[Bearbeiten]

Die Regionen Thailands haben keinerlei administrative Bedeutung, sondern sind lediglich zu geographischen oder statistischen Zwecken definiert. Üblicherweise werden 14 Provinzen der Südregion zugeordnet:

Nr. Name Thai Name
1. Chumphon ชุมพร
2. Krabi กระบี่
3. Nakhon Si Thammarat  นครศรีธรรมราช 
4. Narathiwat นราธิวาส
5. Pattani ปัตตานี
6. Phangnga พังงา
7. Phatthalung พัทลุง
Nr. Name Thai Name
8. Phuket ภูเก็ต
9. Ranong ระนอง
10. Satun สตูล
11. Songkhla สงขลา
12. Surat Thani  สุราษฎร์ธานี 
13. Trang ตรัง
14. Yala ยะลา

Bevölkerung[Bearbeiten]

Hat Yai, Provinz Songkhla

Die bevölkerungsreichsten Provinzen sind Nakhon Si Thammarat und Songkhla. Größte Stadt Südthailands ist Hat Yai in der Provinz Songkhla, zusammen mit dem 30 Kilometer entfernten Songkhla und anderen Vorstädten umfasst allein die Metropolregion Greater Hatyai-Songkhla Metropolitan Area über 800.000 Einwohner und ist damit nach Bangkok, Nonthaburi und Pak Kret die viertgrößte Stadt Thailands.

Rund 30 % der Bewohner Südthailands sind Muslime[1], vor allem Malaien. Südlich der Linie Phuket-Songkhla dominiert stellenweise die malaiische Sprache[2], offiziell ist jedoch nur Thai zugelassen. In den vier südlichsten Provinzen Pattani, Narathiwat, Yala und Satun stellen Muslime bis zu 88 % der Bevölkerung, in Krabi 42 %, in Songkhla über 23 %, in Trang über 20 %, in Nakhon Si Thammarat etwas über 6 %.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Süden Thailands ist ein schmales Landstück auf der Malaiischen Halbinsel, die anders als die anderen Regionen des Landes keinen Einfluss des Kontinentalklimas aufweisen. Hier kommt der Monsun voll zum Zuge und bringt das ganze Jahr über ergiebige Regenfälle: von Mai bis Oktober an der Westküste und von Oktober bis Dezember an der Ostküste.

Südthailand weist relativ wenig Reisanbau auf. Mehr ausgebaut ist der Plantagenbau von Kokosnuss, Bananen und Gummibäumen. Auch der Abbau von Zinn ist wirtschaftlich interessant, während Edelholz im Gegensatz zu früher heute kaum noch geschlagen wird. Die lange Küstenlinie führt auch zu einer ausgedehnten Fischerei-Industrie.

Geschichte und Gegenwart[Bearbeiten]

Mehrheitlich muslimische Provinzen in Südthailand und einst zu Siam gehörende Sultanate im Norden Malaysias

Erst im 18. Jahrhundert konnten die Thaikönigreiche die bereits im 14. Jahrhundert begonnene Expansion nach Süden mit der Unterwerfung der ehemaligen Malaien-Sultanate Kedah (1660), Ranong, Nakhon Si Thammarat (1769), Terengganu (1781), Pattani (1786) und Kelantan (1812) abschließen.

Bereits von 1685 bis 1688 war Songkhla vorübergehend an Frankreich abgetreten worden, 1941 landeten japanische Truppen an verschiedenen Küstenplätzen Südthailands. Seit dem 17. Jahrhundert immer wieder aufgeworfene und projektierte Pläne eines Kra-Kanals durch den Isthmus zur Verkürzung des um die Malaysische Halbinsel herumführenden Seewegs wurden bis heute nicht verwirklicht.

Trotz des Vordringens der Briten (Malakka und Birma) und Franzosen (Laos und Kambodscha) konnte Siam im 19. und 20. Jahrhundert seine Unabhängigkeit als Pufferstaat zwischen den beiden rivalisierenden Kolonialmächten bewahren, doch schlossen Paris und London 1896 einen Vertrag über die Abgrenzung ihrer Interessenszonen in diesem Pufferstaat, durch den ganz Südthailand zum britischen Einflussgebiet (und Ostthailand sowie ganz Nordostthailand zum französischen Einflussgebiet) erklärt wurde.

1909 musste Siam die Oberhoheit über die Sultanate Perlis, Kelantan, Kedah und Terengganu an Britisch-Malaya abtreten. Diese vier Sultanate bilden (nach einer erneuten thailändischen Besetzung im Zweiten Weltkrieg 1943-45) seit 1946 bzw. 1963 die vier nördlichsten Bundesstaaten Malaysias.

In Pattani kämpft seit 1976 eine (1992 aufgespaltene) Separatistenorganisation (Pattani United Liberation Organization) für Autonomie, aber auch für Entwicklungsprogramme für die von Bangkok vernachlässigten Moslem-Provinzen und schreckt dabei auch vor terroristischer Gewalt nicht zurück. (Konflikt in Südthailand)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://service.nso.go.th/nso/nsopublish/service/survey/cult48.pdf.
  2. http://www.lib.utexas.edu/maps/middle_east_and_asia/thailand_1974_ethnic_groups.jpg