Henry Bartle Frere

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Porträt Sir Henry Bartle Freres

Sir Henry Bartle Edward Frere, 1. Baronet GCB, GCSI, PC (* 29. März 1815 in Clydach in Brecknockshire, Wales; † 29. Mai 1884 in Wimbledon) war ein britischer Diplomat.

Leben[Bearbeiten]

Sir Henry Edward Frere (spr. frähr) erhielt seine Ausbildung im Haileybury College und trat 1833 in den Dienst der Ostindischen Kompanie.

Nachdem er mehrere untergeordnetere Stellen in der Justiz und Verwaltung bekleidet hatte, wurde er 1850 zum britischen Residenten in Sindh ernannt und leistete als solcher während des Sepoy-Aufstandes ausgezeichnete Dienste, wofür ihn die Regierung 1859 zum Kommandeur des Bathordens ernannte.

Im Jahr 1862 wurde ihm der Gouverneursposten von Bombay übertragen, den er fünf Jahre innehatte, worauf er nach Europa zurückkehrte. Später wurde er von der britischen Regierung nach Sansibar gesandt, um den Sultan Barghash ibn Said zur Abschaffung des Sklavenhandels zu bewegen. Frere kam im Januar 1873 in Sansibar an und brachte den Abschluss eines dahin abzielenden Vertrags, nachdem der Sultan durch das Erscheinen britischer Kriegsschiffe eingeschüchtert war, am 5. Juni 1873 zustande. Frere berichtete über seine Sendung in Correspondence respecting Sir Bartle Frere's mission to the East-coast of Africa, 1872-73 (London 1873).

Nach seiner Rückkehr aus Sansibar wurde Frere 1874 zum Baronet, zum Mitglied des Privy Councils, zum Ehrendoktor der University of Cambridge und zum Ehrenbürger der City of London ernannt. 1875 begleitete er den Prince of Wales auf seiner Reise nach Indien, und im Januar 1877 ging er nach Südafrika als Gouverneur der Kapkolonie und Hochkommissar für Südafrika. Unter seiner Autorität wurde im April 1877 die Annexion des Transvaal vollzogen; er verwickelte aber dadurch und durch sein energisches Vorgehen gegen den König der Zulu, Cetshwayo, im Januar 1879 Großbritannien in den gefährlichen, erst im Juli glücklich beendigten Zulukrieg.

Im britischen Parlament wurde seine „imperialistische“ Politik heftig angegriffen, und auch die Regierung missbilligte seine eigenmächtigen, zum Teil geradezu instruktionswidrigen Handlungen, obwohl sie ihn auf seinem Posten in der Kapkolonie beließ. Frere schrieb darüber in Correspondence respecting affairs of Basutoland an the territories to the eastward of the Cape Colony Cont. (1882).

Erst im Herbst 1880 berief ihn William Ewart Gladstone auf das Drängen der Liberal Party ab, nachdem seine Bemühungen, die südafrikanischen Kolonien Großbritanniens zu einer Konföderation zu vereinigen, gescheitert waren. Frere starb am 29. Mai 1884 in Wimbledon bei London, er wurde in der Saint Paul’s Cathedral begraben.

Statue auf dem Victoria Embankment, London

Von seinen Schriften sind noch zu erwähnen: Eastern Africa a field for missionary labour (neue Ausg. 1874); On the impending Bengal famine (1874); Pandurang Hari, memoir of a Hindoo (neue Ausg. 1873).

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Fruin: A word from Holland on the Transvaal question. A reply to Sir Bartle Frere and an appeal to the people of England. By Dr. Robert Fruin, Professor in the University of Leiden. Utrecht: L. E. Bosch und son, 1881
  • John Martineau: The life and correspondence of the Right Hon. Sir Bartle Frere, Bart., G. C. B., F. R. S., etc.. London: J. Murray, 1895
  • Percy Alport Molteno: The life and times of Sir John Charles Molteno, K. C. M. G., First Premier of Cape Colony, Comprising a History of Representative Institutions and Responsible Government at the Cape and of Lord Carnarvon's Confederation Policy & of Sir Bartle Frere's High Commissionership of South Africa. London: Smith, Elder & Co. 1900
  • Rekha Ranade: Sir Bartle Frere and his times: a study of his Bombay years, 1862 - 1867. New Delhi: Mittal Publ., 1990, ISBN 81-7099-222-2
  • Phillida Brooke Simons: Apples of the sun : being an account of the lives, vision and achievements of the Molteno brothers, Edward Bartle Frere and Henry Anderson. Vlaeberg: Fernwood Press, 1999. ISBN 1-874950-45-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Henry Bartle Frere – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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