Huíla

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Huíla
Lage
Basisdaten
Staat Angola
Hauptstadt Lubango
Fläche 75.002 km²
Einwohner 500.000
Dichte 6,7 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 AO-HUI

Huíla ist eine Provinz des afrikanischen Staates Angola. Sie liegt im Südwesten des Landes auf dem Huíla-Plateau, umfasst 75.002 km² Fläche und hat heute etwa eine Million Einwohner.

Die Hauptstadt der Provinz ist Lubango, weitere Städte sind Caluquembe und Caconda. Bekanntere Gemeinden (município) sind Chipindo, Humpata und Quilengues.

Die ursprünglichen Bewohner der Region waren Khoisan, von denen nur noch wenige residuale Gruppen existieren. Verdrängt wurden sie von Hirten- und Hirtenbauernvölkern, die es heute in Form verschiedener Ethnien gibt. Am stärksten sind in der Provinz Hirtenbauern vertreten, die unter der Sammelbezeichnung Nyaneka-Khumbi laufen, aber nach ihrem Selbstverständnis, ihrer Sprache usw. unterschieden sind und keine Gesamtheit bilden. Die zahlenmäßig stärkste unter diesen Ethnien sind die Mwila, von deren Namen sich die Bezeichnungen für das Hochland und die Provinz ableiten. Die reinen Hirtenvölker fallen demografisch weniger ins Gewicht; das wichtigste von ihnen sind zu den Herero gehörigen Kuval[1]. Durch das relativ milde Klima begünstigt, kam es zu einer relativ starken Besiedlung durch portugiesische Einwanderer, die sich z.T. mit der einheimischen Bevölkerung vermischten. Dies führte zu Ausbau und Diversifizierung der Landwirtschaft, gleichzeitig aber auch zu einem Anwachsen der Städte und Ortschaften. [2].

Vom politischen und militärischen Kampf um die Unabhängigkeit Angolas und vom Bürgerkrieg in Angola wurde Huíla direkt nur während relativ kurzer Zeitspannen betroffen. Diese Erschütterungen brachten es jedoch mit sich, dass eine beträchtliche Zahl von Ovimbundu sich auf der Flucht vor dem Kriegsgeschehen im Zentralhochland auch in der Provinz Huíla niederließ, besonders in der Stadt Lubango. Dort gibt es inzwischen auch ein (erheblich kleineres) Kontingent von Bakongo, die im Kongo-Kinshasa "assimiliert" worden waren und sich bei ihrer Rückkehr nach Angola über das Land verstreuten.

Die nachkoloniale Entwicklung in Angola schlägt sich in der Provinz Huíla in unterschiedlicher Weise nieder. Auf der einen Seite erlebt diese ein Wachstum, das sich an Indikatoren wie der Errichtung zweier Universitäten in Lubango, die staatliche Universidade Mandume (benannt nach einem Anführer der Ovambo im Kampf gegen die Besetzung durch die Portugiesen) und ein Campus der Universidade Privada de Angola) und das langsame Entstehen eines Lodge-Tourismus, an dem sich auch weiße Unternehmer aus Namibia beteiligen. Auf der anderen Seite kommt es in manchen Gegenden zum Landraub im großen Stil (samt Aneignung knapper Wasserressourcen) zugunsten von hohen Militärs und Politikern des Regimes und (generell erfolglosen) Widerstandversuchen der betroffenen Bevölkerung die inzwischen den Schutz der Katholischen Kirche erfährt.

[Bearbeiten] Bibliografie

Carlos Estermann, The Ethnography of Southwest Angola, 3 Bde., Gibson & Africana Publishing, New York & London, 1976

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Die koloniale Bezeichnung war generell "Mucubal/Mucubais". Ethnographisch korrekt ist Va-kuval. Vgl. Júlio Artur de Morais, Contribution à l'étude des écosystèmes pastoraux: Les Vakuvals du Chingo, Doktorarbeit, Université Paris VII, 1974
  2. Die beste Übersicht über die Lage am Ende der Kolonialzeit findet sich in Carlos Alberto Medeiros, A colonização das terras altas da Huíla (Angola), Universidade de Lisboa & Instituto de Alta Cultura, Lissabon, 1976
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