Provinz Huíla

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Provinz Huíla
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Angola
Hauptstadt Lubango
Fläche 75.002 km²
Einwohner 2.000.000 (2013)
Dichte 27 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 AO-HUI
Webauftritt http://www.huila.gov.ao/ (Portugiesisch)
Politik
GovernadorVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges João Marcelino TyipingVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges

Huíla ist eine Provinz des afrikanischen Staates Angola. Sie liegt im Südwesten des Landes auf dem Huíla-Plateau, umfasst 75.002 km² Fläche und hat heute etwa zwei Millionen Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Vom Portugiesischen Kolonialkrieg (1961-1975) um die Unabhängigkeit Angolas, und vom anschließenden Bürgerkrieg in Angola (1975-2002) wurde Huíla direkt nur während relativ kurzer Zeitspannen betroffen. 1978 fand jedoch in der Provinz der Angriff auf Cassinga statt, bei dem die südafrikanischen Streitkräfte einen SWAPO-Stützpunkt bei Cassinga angriffen. Etwa 600 Menschen starben bei dem Vorfall.

Die nachkoloniale Entwicklung in Angola schlug sich in der Provinz Huíla in unterschiedlicher Weise nieder. Auf der einen Seite erlebte diese ein Wachstum, das sich an Indikatoren wie der Errichtung zweier Universitäten in Lubango (die staatliche Universidade Mandume, benannt nach einem Anführer der Ovambo im Kampf gegen die Besetzung durch die Portugiesen, sowie ein Campus der Universidade Privada de Angola) und das langsame Entstehen eines Lodge-Tourismus zeigte, an dem sich auch weiße Unternehmer aus Namibia beteiligten. Auf der anderen Seite kam es in manchen Gegenden zum Landraub im großen Stil (samt Aneignung knapper Wasserressourcen) zugunsten von hohen Militärs und Politikern des Regimes und (generell erfolglosen) Widerstandversuchen der betroffenen Bevölkerung, die danach den Schutz der Katholischen Kirche erfuhr.

Verwaltung[Bearbeiten]

Die Provinz Huíla ist unterteilt in 14 Kreise (Municípios), Hauptstadt der Provinz ist Lubango.

Die Kreise der Provinz Huíla:

Bevölkerung[Bearbeiten]

Etwa 2 Millionen Menschen leben in der Provinz (Schätzung 2014).

Die ursprünglichen Bewohner der Region waren Khoisan, von denen nur noch wenige residuale Gruppen existieren. Verdrängt wurden sie von Hirten- und Hirtenbauernvölkern, die es heute in Form verschiedener Ethnien gibt. Am stärksten sind in der Provinz Hirtenbauern vertreten, die unter der Sammelbezeichnung Nyaneka-Khumbi laufen, aber nach ihrem Selbstverständnis, ihrer Sprache usw. unterschieden sind und keine Gesamtheit bilden. Die zahlenmäßig stärkste unter diesen Ethnien sind die Mwila, von deren Namen sich die Bezeichnungen für das Hochland und die Provinz ableiten. Die reinen Hirtenvölker fallen demografisch weniger ins Gewicht; das wichtigste von ihnen sind zu den Herero gehörigen Kuval[1].

Durch das relativ milde Klima begünstigt, kam es zu einer relativ starken Besiedlung durch portugiesische Einwanderer, die sich z.T. mit der einheimischen Bevölkerung vermischten. Dies führte zu Ausbau und Diversifizierung der Landwirtschaft, gleichzeitig aber auch zu einem Anwachsen der Städte und Ortschaften. [2].

Vom politischen und militärischen Kampf um die Unabhängigkeit Angolas und vom Bürgerkrieg in Angola wurde Huíla direkt nur während relativ kurzer Zeitspannen betroffen. Diese Erschütterungen brachten es jedoch mit sich, dass eine beträchtliche Zahl von Ovimbundu sich auf der Flucht vor dem Kriegsgeschehen im Zentralhochland auch in der Provinz Huíla niederließ, besonders in der Stadt Lubango. Dort gibt es inzwischen auch ein (erheblich kleineres) Kontingent von Bakongo, die im Kongo-Kinshasa "assimiliert" worden waren und sich bei ihrer Rückkehr nach Angola über das Land verstreuten.

Bibliografie[Bearbeiten]

Carlos Estermann, The Ethnography of Southwest Angola, 3 Bde., Gibson & Africana Publishing, New York & London, 1976

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die koloniale Bezeichnung war generell "Mucubal/Mucubais". Ethnographisch korrekt ist Va-kuval. Vgl. Júlio Artur de Morais, Contribution à l'étude des écosystèmes pastoraux: Les Vakuvals du Chingo, Doktorarbeit, Université Paris VII, 1974
  2. Die beste Übersicht über die Lage am Ende der Kolonialzeit findet sich in Carlos Alberto Medeiros, A colonização das terras altas da Huíla (Angola), Universidade de Lisboa & Instituto de Alta Cultura, Lissabon, 1976