Jean-François Copé

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Jean-François Copé (2008)

Jean-François Copé (* 5. Mai 1964 in Boulogne-Billancourt) ist ein französischer Politiker der konservativen Oppositionspartei UMP und seit dem 20. November 2012 Vorsitzender seiner Partei.[1]

Leben[Bearbeiten]

Jean-François Copé ist der Sohn des Krebsspezialisten Roland Copé und dessen Ehefrau Monique Ghanassia. Seine Familie stammt väterlicherseits aus Bessarabien (der ursprüngliche Familienname, den Copés Vater zu Copé verkürzte, war Copelovici), mütterlicherseits aus Algerien, beide waren jüdischen Glaubens. Copé bezeichnet sich selbst als nicht praktizierenden Juden und überzeugten Anhänger des Laizismus.[2]

Copé absolvierte zwei Elitehochschulen, die SciencesPo und 1987 bis 1989 die École nationale d'administration (ENA). Er ist Jurist, und arbeitete bis 2011 als Anwalt[3] und als Hochschullehrer für Wirtschaft und Finanzen an der Pariser SciencesPo.

Von 2004 bis 2007 war er Minister für den Haushalt (ministre delegué au budget) im Finanzministerium während der Regierungszeit von Jean-Pierre Raffarin bzw. Dominique de Villepin. Von 2007 bis 2010 amtierte er als Vorsitzender der Fraktion der Regierungspartei UMP in der Nationalversammlung[4] und wurde schließlich am 17. November 2010 als Nachfolger von Xavier Bertrand Generalsekretär der Partei.

Nach der französischen Präsidentschaftswahl 2012 und der Abwahl Nicolas Sarkozys wurde am 18. November 2012 Copé zum Parteivorsitzenden der UMP gewählt und setzte sich damit gegen den früheren Premierminister François Fillon durch. Die Mitgliederabstimmung wurde durch Manipulationsvorwürfe überschattet und sowohl Copé als auch Fillon erklärten sich zwischenzeitlich beide zum Wahlsieger. Eine interne Wahlkommission erklärte einen Tag später Copé zum neuen Parteivorsitzenden, der sich mit 50,03 Prozent der Stimmen gegen Fillon (49,97 Prozent) habe durchsetzen können.[5] Fillon erkannte seine Niederlage nicht an und gab bekannt, Fehler bei den Wahlergebnissen entdeckt zu haben.[6] Nach wochenlangen Diskussionen um das Wahlergebnis einigten sich beide Seiten auf eine Lösung, nach der Copé Parteivorsitzender bleibt, aber bereits im September 2013 eine Neuwahl stattfindet, zwei Jahre vor dem regulären Termin.[7]

Copé ist daneben seit 2005, wie schon 1995 bis 2002, Bürgermeister der Stadt Meaux.[8]

Sonstiges[Bearbeiten]

2011 wurde er von der Académie de la Carpette anglaise dafür gerügt, die Verwendung des Englischen in der Schule und im Fernsehen zu fördern.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jean-François Copé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/politik/ausland/cope-ist-neuer-chef-von-frankreichs-ump-die-partei-ist-tief-gespalten-a-868153.html
  2. Biografie Persönliche Webseite (fr)
  3. Copé abandonne son activité d'avocat Le Figaro Online, 17. November 2011 (fr)
  4. Profil von Copé Webseite Assemblée Nationale (fr)
  5. Simon, Stefans: UMP in der Krise: Frankreichs Konservative wählen die Spaltung bei Spiegel Online, 20. November 2012 (abgerufen am 20. November 2012).
  6. Französische Farce: Copé gibt UMP-Vorsitz nicht verloren bei handelsblatt.com, 22. November 2012 (abgerufen am 22. November 2012).
  7. Samuel Laurent, Jonathan Parienté: UMP : l'accord entre Fillon et Copé décrypté. Le Monde.fr, 18. Dezember 2012, abgerufen am 18. Dezember 2012 (französisch).
  8. Bürgermeister von Meaux Webseite Ville de Meaux (fr)