Jerzy Różycki

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Jerzy Różycki
(ca. 1928)

Jerzy Różycki?/i (* 24. Juli 1909 in Oltschana bei Kiew; † 9. Januar 1942 im Mittelmeer bei den Balearen) war ein polnischer Mathematiker und Kryptologe.

Różycki wurde im damaligen zaristischen Russland in der Nähe der heutigen ukrainischen Hauptstadt Kiew als viertes und jüngstes Kind von Zygmunt Różycki und seiner Frau Wanda, geb. Benita, geboren. Sein Vater war studierter Apotheker und hatte an der Universität Sankt Petersburg studiert. Der junge Jerzy besuchte eine polnische Schule in Kiew und zog im Jahr 1918 in das nach dem Ersten Weltkrieg neu wiederentstandene Polen. Im Jahre 1926 schloss er seine Schulausbildung in der am Bug gelegenen polnischen Stadt Wyszków ab.

Von 1927 bis 1932 studierte er Mathematik an der Universität Posen und schloss dort am 19. Februar 1932 sein Studium ab. Später studierte er noch Geographie, ein Studium, das er am 13. Dezember 1937 ebenfalls in Posen abschloss.

Das Sächsische Palais (poln. Pałac Saski) in Warschau beherbergte in den 1930er-Jahren die polnische Dechiffrierstelle Biuro Szyfrów.

Im Jahr 1929, noch als Student, nahm Różycki, der fließend Deutsch sprach, als einer von etwa zwanzig Studenten der Mathematik an einem geheimen Kursus über Kryptologie teil, der von der polnischen Dechiffrierstelle, dem Biuro Szyfrów (deutsch: „Chiffrier-Büro“) veranstaltet wurde, das seinen Sitz damals im Sächsischen Palais (poln. Pałac Saski) in Warschau hatte. Ab September 1932 arbeitete er dort zusammen mit seinen früheren Kommilitonen aus Posen, Marian Rejewski and Henryk Zygalski, an der Entzifferung von Funksprüchen, die die deutschen Militärs mit ihrer ENIGMA-Maschine verschlüsselten.

Nachdem sein Kollege Rejewski im Dezember 1932 die militärische Variante der deutschen Schlüsselmaschine rekonstruiert hatte, erarbeitete Różycki zusammen mit seinen Freunden Rejewski und Zygalski ausgefeilte Methoden zum Bruch der ENIGMA-Schlüssel, die durch die Deutschen täglich gewechselt wurden. Jerzy Różycki erfand dabei die „Uhrenmethode“, mit deren Hilfe es zuweilen gelang, herauszufinden, welche der drei Walzen der ENIGMA an der rechten Position als „schnelle“ Walze betrieben wurde.

Różycki ertrank im Mittelmeer am 9. Januar 1942, als das französische Passagierschiff Lamoricière mit ihm an Bord in einem Sturm in der Nähe der Balearischen Inseln sank. Er hinterließ seine Frau Maria Barbara Mayka, die er 1938 geheiratet hatte, und den gemeinsamen Sohn Jan Janusz Różycki, der am 10. Mai 1939 auf die Welt gekommen war. Jan Janusz Różycki absolvierte später ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau und gewann im Jahr 1964 zusammen mit der polnischen Fecht-Mannschaft eine Silbermedaille bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Kippenhahn: Verschlüsselte Botschaften, Geheimschrift, Enigma und Chipkarte. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999. ISBN 3-499-60807-3
  • Władysław Kozaczuk & Jerzy Straszak: Enigma – How the Poles Broke the Nazi Code. Hyppocrene Books, New York 2004. ISBN 0-7818-0941-X
  • Marian Rejewski: An Application of the Theory of Permutations in Breaking the Enigma Cipher. Applicationes Mathematicae, 16 (4), 1980, pp. 543–559 PDF; 1,7 MB.
  • Gordon Welchman: From Polish Bomba to British Bombe: The Birth of Ultra. Intelligence and National Security, 1986.

Weblinks[Bearbeiten]